Helena W. Ranken

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Helena W. RankenSchattengewächs
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Schattengewächs
Schattengewächs
 (2)
Erschienen am 15.05.2014
Helena W. RankenSchattengewächs: Mein Weg der Verarbeitung des sexuellen Missbrauchs
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Schattengewächs: Mein Weg der Verarbeitung des sexuellen Missbrauchs

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Rezension zu "Schattengewächs" von Helena W. Ranken

Schattengewächs
Sarlaschtvor 4 Jahren

Inhalt:
Mit fünf Jahren beginnt für Helena ein wahrer Alptraum, ihr Vater missbraucht sie zum ersten Mal, es soll nicht zum letzten Mal sein. Immer wieder missbraucht er das kleine Mädchen, als wäre es noch nicht schlimm genug, fängt auch die Mutter damit an und letztlich sind es beide Elternteile, die sich gemeinsam an ihr vergreifen.
Als sie 13 Jahre ist, hören die Übergriffe auf, doch in ihren Kopf geht die Tortur weiter, sie wird depressiv und obwohl sie es schafft, mit 16 Jahren Distanz zu ihren Eltern aufzubauen, in eine eigene Wohnung zieht, scheint der Alptraum endlos. Als die Erinnerungen langsam zurückkehren, fasst sie den mutigen Entschluss ihre Eltern anzuzeigen, was folgt ist jedoch ein langer und steiniger Weg.

Meine Meinung:
Da ist es wieder, ein Buch, zu dem man unbedingt was schreiben sollte, aber auch nicht so genau weiß, wie man seine Gedanken in Worte verpackt, weil die Worte wie surrende Fliegen im Kopf herumschwirren und sich nicht wirklich fassen lassen.
Wirre Worte sind jedoch immer noch besser, wie über das Thema zu schweigen.

Aufgebaut ist das Buch so, dass die Autorin mit den ersten Übergriffen beginnt, sie erzählt, wie sie die Situation damals erlebt hat, ohne jedoch groß ins Detail zu gehen, sprich, wer sich Horrorszenarien erwartet, wird sie hier nicht finden, oder zumindest auf so eine unterschwellige Art, dass sie einen doch mehr unter die Haut gehen, wie es Direktheit je könnte. Man lernt ein wenig die Strukturen in der Familie kennen, wer die einzelnen Personen sind und wie sie sich verhalten. Gut und schnell kann man sich ein Bild erstellen, was jedoch die Geschichte umso intensiver macht, weil man diesen rundum Einblick erhält. Die Familie, die nach Außen perfekt erscheint, aber von innen her zu verfaulen beginnt. Diesen schleichenden Prozess hat die Autorin grandios beschrieben, wobei in diesen Zusammenhang grandios so ein missglücktes Wort ist.

Nachdem der Missbrauch durch den Vater thematisiert wurde, liegt schon eine bleierne Schwere auf den Worten, die durch die Übergriffe und letztlich den gemeinsamen Missbrauch der Eltern unaushaltsam erscheint.

Mit 13 Jahren hören die Übergriffe auf und man könnte sich jetzt einen schönen Abschluss wünschen, aber das Leben ist kein Wunschkonzert und so erfährt man die direkten Auswirkungen solcher Taten. Helena wird depressiv, versucht sich mit 17 Jahren das Leben zu nehmen und bis dahin hatte sie eigentlich die Erinnerungen ganz gut verdrängt, doch sie suchen sich ihren Weg und dieser bringt sie dazu, Anzeige zu erstatten und jetzt Happy End? Gerechtigkeit für das Opfer? Nein, weil es in so einen Fall vermutlich so was wie Gerechtigkeit überhaupt nicht gibt, weil man nicht immer Recht bekommt, wenn man es verdient. Ihre Eltern streiten die Taten ab und man spricht sie im Zweifel frei. Weshalb ich jemanden, der selbst betroffen ist, diese Buch ans Herzen legen würde, wenn auch in kleinen Dosen, es ist nämlich ein wichtiger und mutiger Schritt, solche Taten anzuzeigen, aber ist es auch ein extrem harter Weg, der nicht unbedingt mit Erfolg gekrönt ist, aber doch macht das Buch Mut, weil vor Gericht mag Helena nicht Gehör bekommen haben, aber für sie ändert der Schritt trotzdem viel. Sie lernt sich zu befreien, kann ihre Geschichte nicht umschreiben, aber versuchen anzunehmen und diesen Prozess begleitet man.

Fazit:
Das Buch thematisiert ein sehr schweres Thema, ein zerstörendes und trotzdem ist die Geschichte nicht vollkommen trostlos, weil es der Autorin gelingt, auch aufbauende Momente einzubauen, die zwar rar sein mögen, aber doch vorhanden.

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