Helene Bockhorst

 3.9 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf von Helene Bockhorst

Helene Bockhorst ist Stand-Up-Comedienne und Poetry Slammerin. 2018 hat sie als erste Frau den Hamburger Comedy Pokal gewonnen, und nun ist sie mit ihrem abendfüllenden Solo-Programm "Die fabelhafte Welt der Therapie" auf Tour.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Die beste Depression der Welt9783550200762

Die beste Depression der Welt

 (10)
Erschienen am 30.03.2020

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Rezension zu "Die beste Depression der Welt" von Helene Bockhorst

Galgenhumor vom Feinsten!
Flohvor 4 Tagen

Es ist Galgenhumor vom Feinsten.

 

Zunächst möchte ich loswerden, dass es bestimmt nicht leicht ist, in irgendeiner Form oder Ausdrucksweise über Depressionen zu schreiben und diese zum Thema eines manchmal sehr ironischen, sarkastischen und humorvollen Unterhaltungsromans zu machen. Das Thema und die Erkrankung Depression ist ernst, und so sollte sie auch gesehen und verstanden werden. Dass sich die Comedienne und Rampensau Helene Bockhorst in „Die beste Depression der Welt“ nun traut ihre Idee zum Buch und zur Unterhaltungsliteratur mit und über Depressionen umzusetzen ist vor allem eines: sehr gewagt, sehr mutig, sehr offensiv und vor allem außerordentlich komisch und cool. Mit der deutschen Ausnahme-Autorin Helene Bockhorst habe ich für mich eine Neuentdeckung gemacht. Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch den interessanten Titel… „Die beste Depression der Welt“, na, was das wohl heißen mag. Ich war offen für alles.

Erschienen im Ullstein Verlag



Klapptext / Inhalt (Text von der Verlagshomepage übernommen):
 "Vera war für fünf Minuten berühmt. Nachdem sie versucht hatte, sich umzubringen, ging ihr Blog viral. Nun soll sie einen Ratgeber zum Umgang mit Depressionen schreiben. Ihre Freundin Pony hat Zweifel, dass sie das schaffen wird. Sie selbst auch. Denn wie soll das gehen, wenn man ja nun eigentlich depressiv ist? Müde, antriebslos, nicht gerade an Erfolg interessiert? Wenn man geheiratet hat, unglücklich ist, aber nicht geschieden? Wenn man seine Oma vermisst, aber nicht weiß, ob sie noch lebt? Und hilft da meditieren? Oder gesünderes Essen? Vera probiert es aus – und scheitert, scheitert, scheitert. Um sich wirklich besser zu fühlen, muss sie sich ihren eigenen Problemen stellen. Ihrer Familiengeschichte. Den Lügen. Den Männern. Und das ist hart, lustig, fies und schön - und macht süchtig."

 

Handlung:

In dem humorvollen, aber thematisch sehr ernstzunehmenden Buch über Depressionen geht es um Vera, aus derer Sicht und Erzählperspektive wird das Leben und Nichtmehrrichtigleben mit einer depressiven Phase miterleben und mitfühlen können. Vera ist Anfang 30 und wollte sich das Leben nehmen. Dazu schrieb sie einen Blogeintrag, der scheinbar einschlug wie eine Bombe. Erfolg lässt sich zu Geld machen und so bekommt Vera einen Vertrag mit Vorschusszahlung für einen Ratgeber, den sie über Depressionen schreiben soll. Doch das Problem ist, Vera sitzt nun mittendrin in einer Endlosschleife aus Ängsten, Erfolgsdruck, Stress, Antriebslosigkeit, Sorgen, Nöten, Deadlines, Forderungen und noch vielem mehr. Hinzu kommt die Trennung von ihrem Mann, ihrer Überforderung, ihrem verwahrlosten körperlichen und innerlichen Gemütszustandes und der vermüllten und siffigen Wohnung. Vera weiß das alles, doch sie kann sich nicht befreien. Und dann dieser blöde Ratgeber… Das Buch ist mutig geschrieben, denn es versucht das Thema Depression mit Humor aus dem Dunkel zu holen und so Zugang zu dieser Erkrankung zu finden. Ob und wie das auf Betroffene und Angehörige wirkt, ist wohl ein Experiment. Jedoch weiß die Autorin Bockhorst selbst aus Erfahrung, dass ihr Humor bei ihrer Depression hilft, die Dinge auch von einer anderen Seite zu betrachten um immer wieder hoffentlich einen Weg aus der Situation zu finden. Für Leser ohne wissentliche Berührungspunkte mit der Erkrankung Depression ist dieses Buch eine tolle Unterhaltungsmöglichkeit, die nicht auf Kosten anderer stattfinden soll (so ist niemals die Absicht der Schriftstellerin gewesen), sich dem Thema zu nähern und vielleicht anschließend tiefer in die Facetten der depressiven Erkrankung einzutauchen und sich zu informieren um Betroffene zu verstehen und zu respektieren. Depression ist Teil unserer Gesellschaft. Und so nimmt es die Autorin mit Humor und adaptiert ihre Erfahrungen auf ihr Alter Ego Vera und bietet so eine humorvolle und manchmal ironische Darstellung mit einem Leben mit Depressionen.

Gesellschaftskritisch, selbstironisch und mit einem Fünkchen Wahrheit werden Probleme im und um den Umgang und der Auswirkungen von Depressionen besprochen, aus der heutigen Zeit aufgegriffen und in den Gedanken und Handlungen oder eben Nichthandlungen von Veras Seelenleben reflektiert. Stets mit einem Augenzwinkern und einem Moment trotzdem ernst darüber nachzudenken und mitzufühlen.

 

Schreibstil:

Meines Erachtens nach ist die Geschichte aber vor allem eines: Richtig humorvoll geschrieben. Hier spürt man, dass die Autorin auf den Comedy-Bühnen zu Hause ist. Witzig, schlagfertig, ironisch, grenzwertig, mutig und mit eigener Note und viel Galgenhumor.

Die Autorin beweist Mut, sie bringt sehr ernste Dinge mit Situationskomik auf den Punkt und darf es sich wohl auch erlauben. Sie selbst hat Erfahrungen mit Depressionen und ich denke, sie darf die Dinge so aufgreifen, wie sie es in ihrem Buch macht. Ich habe das Buch sehr gern gelesen, ich bin in Veras Welt eingetaucht, habe viel erlebt, gelacht und den Unterhaltungswert und den Humor sehr genossen. Ohne mich über das Thema lustig zu machen oder es auf den Schultern Betroffener auszulassen. Darf man über die Dinge schmunzeln und sie mit Witz nehmen? Das fragt man sich oft. Ja, darf man. Denn man denkt über die Krankheit nach, über diese Endlosschleife und den vielen Versuchen aus dem Hamsterrad zu kommen. Ich finde, die Autorin hat hier guten Mut bewiesen, der sich lohnt und der unterhält ohne Ratschläge, Anprangerungen, Besserwisserei oder Selbstmittleid. Dadurch, dass die Autorin aus Sicht von Vera erzählt, ist man Vera ganz nah, wenn auch nicht nah genug um Tiefgründigkeit zu spüren. Die Autorin kratzt an der Oberfläche, sie geht emotional nicht tief und bleibt ihrem Stil treu eher den Humor aufzugreifen. Andere Bücher zum Thema gibt es viele, ihres so bisher nur einmal in großer Auflage.
 Helene Bockhorst hat eine Art, die sicherlich nicht jedem direkt zugänglich ist, aber man sollte es als neugieriger Leser ruhig versuchen und wird vielleicht mit einem unvergesslich polarisierenden Roman belohnt. Die Autorin ist mir unglaublich sympathisch, das macht das Lesen des Buches noch facettenreicher. Sie hat Talent und Wiedererkennungswert, zwar nicht für die große Leserschaft, aber für ein gewisses Publikum auf jeden Fall!


Charaktere:
 Hauptprotagonistin in diesem Werk ist natürlich Helene Bockhorst Alter Ego Vera. Vera ist Anfang/Mitte 30, frisch getrennt, jetzt in ihrer eigenen kleinen Wohnung, einer besten Freundin Pony, einem Buchvertrag mit Vorschusssumme und gerade nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Denn Vera ist vom Leben überfordert und depressiv. Mit beinahe allen Mitteln versucht Vera Wege aus ihrer Depression zu finden (Yoga, Meditation, Ernährung, Esoterik…) und Ausreden zu formulieren, warum sie diesen von ihr dringend erwarteten Ratgeber über Depressionen nicht schreiben kann. Immer wieder kehren wir auch zu Veras Kindheit zurück, nicht wie man es aus anderen tiefgründigen Romanen kennt, sondern auch hier mit kurzen Einblicken um Vera besser zu verstehen. Vera stand immer im Schatten ihrer zurückgebliebenen Schwester Sara, die Mutter war von starken Stimmungsschwankungen und ihrer kalten Art gezeichnet, der Vater versuchte sein Bestes und Vera litt schon damals. Nur sah es niemand. Heute versucht sie damit zu leben und kämpft und findet später einen Kompromiss. Und der Roman ist zu Ende.  

 


 Meinung:

Entweder-oder, Für oder wider, schwarz oder weiß… so wird es den meisten Lesern auch mit den Empfindungen und Meinungen zum Roman ergehen.
 Die Autorin ist wirklich cool. Mir sagt ihre Art sehr zu, ich habe das Buch unheimlich gern gelesen, trotz der Schwächen und Kritikpunkte, die ich für mich erkannt habe. Ich liebe die Danksagung hinten im Buch und ich liebe das Kapitel auf Seite 136 und ich finde es charmant, dass Vera ihren Wecker auch immer auf eine komische Uhrzeit einstellen muss. Eine ungerade Zahl zum Beispiel 7:13 Uhr oder so. Warum hat man eine Verabredung oder einen Termin um 15 Uhr und nicht um 14:51 Uhr? … Die Comedienne und Schriftstellerin hat einen tollen und einzigartigen Stil in ihrem Debüt, keine Frage. Dennoch ist dieses Buch ein kontroverses Buch und eckt sicherlich hie und da stark an. Ich habe es jedoch sehr gern gelesen und mich auf die Unterhaltung fokussiert und konnte jedoch sehr viel aus den Zeilen mitnehmen und die Ernsthaftigkeit daraus erkennen und hoffentlich verstehen. Vermisst habe ich trotzallem die Tiefe, die Emotionen, das starke Mitgefühl und das Leid in Veras Leben. Aber vielleicht wollte die Autorin gerade diese starken Gefühlsduseleien und Emotionen nicht, sondern mal einen ganz anderen Blickwinkel… Damit muss man dann bei diesem Buch leben. Dennoch muss ich loben, dass ich hier eine Autorin gefunden habe, die mit viel Mut und einer Novität glänzt und mich mit einer sehr eigenen und einzigartigen Note sehr überrascht hat. Helene Bockhorst will ich nun unbedingt auch mal auf einer Bühne sehen und live miterleben. Ihre Idee zum Buch und zum Umgang mit Depression ist etwas ganz außergewöhnliches und nahezu künstlerisch gewagt.

Ich finde vor allem auch die Danksagung hinten im Buch etwas sehr Besonderes und Ausgefallenes. Allein diese Fußnoten zu lesen ist richtig amüsant und stimmt mächtig auf das Buch und den mir willkommenen Galgenhumor ein (Anmerkung: ich lese Danksagungen und Anhänge von Romanen immer zuerst!)

Kritikpunkte (unbedingt hierzu Seite 136 im Roman lesen!!!!!!! Hihihi, Lach*….):

 

Schwierig finde ich die leichtfüßigen und wechselnden Bettgeschichten von Vera. Was tut sie sich da mit manchen Kerlen bloß an? Naja…

 

Die Autorin reflektiert und rezitiert in Veras Gedankengängen häufig berühmte Schriftsteller, Sprichwörter und Textstellen (Bsp. Sylvia Plath; Takashi Amano etc.)… und das vorwiegend auf Englisch und so belässt sie es in ihrem Roman auch. Eine erklärende oder sinngebende Umschreibung oder Erklärung hätte ich gut gefunden. Nicht jeder kann die teils langen englischen Texte komplett sinnig interpretieren.

Zudem habe ich das Gefühl, dass der Klapptext andere Erwartungen und Vorstellungen vom Buch weckt, als es die Umsetzung erreichen kann. Aber das ist persönliches Empfinden. Ich hätte mich gefreut, zunächst mit Vera mitzuerleben, wie ihr Blog viral ging und sie plötzlich beinahe berühmt wurde und nun von ihr erwartet wird, mehr in dieser Richtung zu schreiben. Doch der ganze Rummel um ihren Blogbeitrag und was dieser ausgelöst haben soll, wie es der Klapptext ankündigt, wird nicht weiter ausgeführt. Man weiß als Leser bloß, dass da mal was war. Zu schade….

 

So viele Lieblingszitate und bewegende und besondere Textstellen. Hier sind nur einige davon:

* „Natürlich könnte ich Maßnahmen ergreifen, um das zu verhindern. Ich könnte aufstehen, etwas essen und trinken, mich bewegen, duschen und mir etwas anziehen. Aber wozu das alles. Ich würde mich ja auch nicht hinstellen und einen Komposthaufen schmücken. Ich kann einfach verwesen und es interessiert niemanden. Nicht einmal mich selber.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 38)

* „Es sind die Übergänge, vor denen Menschen Angst haben, den einen Zustand aufgeben und den anderen annehmen, langsam den Boden unter den Füßen verlieren und sich auf ein ungewohntes Gefühl einlassen.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 92)

* „Ich habe zu wenig Kraft um zu leben und zu viel Angst, um zu sterben.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 125)

* Seite 136 aus dem Roman, und zwar komplett!!!!!!! Knutsch* Ich habe mich ertappt gefühlt. Seeeeehr lustig und gar nicht so dumm! Unbedingt diese Textstelle Seite 136 lesen und wahrnehmen!!!!!!

* „Anscheinend bin ich unfähig, mich in Anwesenheit einer anderen Person nicht die ganze Zeit beurteilt zu fühlen. Mein Kopf ist eine ganz vortreffliche Sorgenmach-Maschine, er schafft es ständig, dass ich ein schlechtes Gewissen habe oder mich niedergeschlagen fühle. Das ist gar nicht so einfach. (Zitat aus dem Roman von Seite 174)

* „Ich war immer mager, eine Zeit lang so sehr, dass es mir Schmerzen verursachte, auf hartem Untergrund zu sitzen, weil meine spitzen Knochen nicht von einem schützenden Fettpolster umschlossen wurden. Ich hatte das Gefühl, dass meine Umwelt feindselig war und ich nur ausweichen konnte, indem ich immer schmaler wurde.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 261)

* „Ich muss ein Buch schreiben, sage ich. Also, ich will ein Buch schreiben. Über Depressionen. Und ich krieg das nicht hin. Weil ich Depressionen habe. Ironischerweise.“ (Zitat aus dem Roman von Seite 284)


 Cover / Buch:

Das Cover ist ja immer so eine Sache für sich. Ich fühlte mich hier vom Cover nicht angesprochen und es sagt mir auch nicht zu. Aber dieser spezielle Titel und der Klapptext haben mich sofort auch ohne „Sofort-schönfinde-Cover“ vom Buch überzeugt. Was aber auch hier besonders klug und intelligent umgesetzt ist, dieses Cover passt wunderbar zum Buch, zum Inhalt und zur Gesamtumsetzung. Man wird es im Buch an mehreren Stellen wiederfinden und einen Bezug herstellen können. Das finde ich gut und spricht für ein stimmiges Gesamtkonzept. Das Buch ist absolut hochwertig und sehr schön verarbeitet und erscheint aktuell als Hardcover mit Schutzumschlag. Das Schriftbild ist angenehm, die Kapitel nicht allzu lang. Das Cover ist stimmig zum besonderen Inhalt des Romans. Schön und gut.


 Die Autorin (Text von der Verlagshomepage übernommen)

„Helene Bockhorst ist Stand-Up-Comedienne und Poetry Slammerin. 2018 hat sie als erste Frau den Hamburger Comedy Pokal gewonnen, und nun ist sie mit ihrem abendfüllenden Solo-Programm "Die fabelhafte Welt der Therapie" auf Tour.“


Fazit:
 Ich hoffe, dass jeder interessierte Leser den Humor zu verstehen weiß und sich niemand als Betroffener oder Angehöriger verletzt oder missverstanden fühlen muss. Es ist sicherlich kein Werk für Jedermann, so wie Frau Bockhorst das Thema angeht, aber wer etwas ganz neuartiges probieren möchte, der sollte dieses humorvolle Buch unbedingt mit einem Lächeln lesen und kennenlernen. Die Autorin hat es geschafft diesem Buch trotz aller Schwere eine herrliche Leichtigkeit zu geben, die den Leser oftmals zum Schmunzeln und Lachen bringt. Es ist Galgenhumor vom Feinsten.

 

Hier findet man meinen persönlichen Lesestatus zum Buch mit meinen Eindrücken und Empfindungen:

https://www.lovelybooks.de/bibliothek/Floh/lesestatus/2633489416/

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Rezension zu "Die beste Depression der Welt" von Helene Bockhorst

Die beste Depression der Welt
Kleine8310vor 19 Tagen

“Die beste Depression der Welt” ist ein Roman der Autorin Helene Bockhorst. Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, weil ich die Thematik interessant finde und total auf die Geschichte gespannt war. 

In diesem Buch geht es um die Protagonistin Vera. Vera war eine fünf Minuten Berühmheit, denn als sie versucht hat sich umzubringen, ging ihr Blog viral. Durch ihre neue Bekanntheit ist ein Verlag auf sie aufmerksam geworden und sie soll nun einen Ratgeber über Depressionen schreiben. Doch wie soll man das hinbekommen, wenn man selbst depressiv ist? Vera probiert sich durch bekannte Ratschläge, die bei Depressionen helfen sollen und scheitert ein ums andere Mal. Denn um sich wirklich besser zu fühlen, muss sie sich ihrem eigenen Leben stellen und ihren eigenen Problemen …

Der Einstieg in diesen Roman ist mir gut gelungen. Helene Bockhorst hat einen flüssigen und sehr angenehm zu lesenden Schreibstil, der mir gut gefallen hat. Die Geschichte um die Protagonistin Vera besticht durch einfühlsame Beschreibungen und eine empathische Darstellung ihrer Gedanken und Gefühle. Das Thema der Depression ist gut dargestellt worden, aber die Geschichte hat auch ein paar Klischees. 

Was ich etwas schade fand ist, dass die Handlung nicht soviele verschiedene Impulse bietet, wie ich es mir gewünscht hätte. Dadurch blieben mir manche Dinge zu sehr an der Oberfläche. Die humorvollen Passagen hingegen sind super gewesen und ich mochte auch die Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit in der Geschichte. Insgesamt ist es ein lesenswertes Buch, bei dem in manchen Punkten nicht das ganze Potenzial genutzt wurde. 

“Die beste Depression der Welt” ist ein unterhaltsames Buch, bei dem ich manches sehr gelungen fand, aber auch etwas den Tiefgang vermisst habe. Dennoch ist es auf jeden Fall lesenswert. 

Meine Bewertung: 3,5 von 5

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Rezension zu "Die beste Depression der Welt" von Helene Bockhorst

Unterhaltsam, aber die emotionale Tiefe fehlt
-Leselust-vor 20 Tagen

Kurzmeinung: 

Die beste Depression der Welt von Helene Bockhorst ist kein Highlight, aber auch kein Flop. Es ist einfach ganz ok. Und hat mich irgendwie einfach nicht so richtig abgeholt oder berührt. Für das Thema eigentlich komisch. Der ein oder andere schöne Satz war aber auf jeden Fall dabei. 

CN: Depressionen


Meine Meinung:

Zunächst fängt das Buch sehr gut an. Man kommt leicht in die Geschicht rein. Das Buch ist unterhaltsam, witzig und lässt sich gut lesen. Ich habe mir zwischendurch immer wieder viele schöne Zitate angestrichen.

Doch dann wird die Geschichte etwas zäh. Und leider auch ziemlich klischeehaft, angefangen von der schlimmen Kindheit bis zur besten Freundin als side kick. 

Die Protagonistin macht sich erst darüber lustig, dass in Geschichten über Depressive immer ein plausibler Grund, eine Ursachen für die Depression erwartet wird und was für ein Quatsch das eigentlich ist, weil das mit den Depressionen eben nicht ganz so einfach ist. Nur um dann der Protagonistin auch eine Ursache anzudichten.  

Insgesamt hat mir auch die emotionale Tiefe gefehlt, die ich bei der Bearbeitung des Themas Depressionen erwartet hätte. Ich bin ein großer Fan von Tragikomik. Doch hier fand ich teilweise den Ton nicht ganz getrroffen und die Sprüche teilweise zu flapsig und dem Thema nicht angemessen.

Die Geschichte ist episodenhaft erzählt. Die Protagonistin probiert Verschiedenes gegen ihre Depression. Das reicht von Meditation über Lachyoga bis zu Koks und Sex. 

Außerdem werden in Rückblicken auch Episoden aus der Vergangenheit der Protagonistin erzählt. Diese Episoden haben mir am besten gefallen. Und waren mit ein Grund, warum ich das Buch nicht abgebrochen habe. Denn im Mittelteil hatte die Geschichte wirklich einige Schwächen und hat mir das Weiterlesen nicht leicht gemacht. 

Zum Ende hin hat es aber noch mal die Kurve bekommen und ich bin froh, dass ich weitergelesen habe. 


Fazit:

Die beste Depression der Welt von Helene Bockhorst ist ein Buch, dass sich sehr unverkrampft dem wichtigen Thema Depressionen annimmt. Leider ist es teilweise etwas zu flapsig, zu vereinfachend und mir hat auch die emotionale Tiefe bei diesem Thema gefehlt. Dafür gab es aber auch immer wieder richtig gute Sätze, die ich mir gern angestrichen habe. Insgesamt ein Buch, was man gut lesen kann, was ich aber nicht als „must read“ empfehlen würde.

Wer nach ein bisschen Unterhaltung, ein bisschen Komik und einer Geschichte über mental health auf der Suche ist, der wird hier fündig. Wer sich eine tiefe, emotionale und fachlich versierte Auseinandersetzung mit dem Thema Depression wünscht, der sollte lieber die Finger von dem Buch lassen.

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