PFERDE UND MEHR...
Berenice ist Tierkommunikatorin und kann mit schwierigen Pferden telepathisch Kontakt aufnehmen – behauptet sie zumindest. In Wirklichkeit schummelt sie sich durchs Leben und zieht den Leuten mit ihren Lügengeschichten das Geld aus der Tasche. Bis sich eines Tages tatsächlich ein sprechendes Pony bei ihr meldet: Berenice soll helfen, einen verschwundenen Pferdekumpel aufzuspüren. Ehe sie sich versieht, ist sie einem handfesten Skandal auf der Spur, stolpert von einer peinlichen Situation in die nächste und verknallt sich auch noch in den Tierarzt. Der hält von ihrer Quacksalberei herzlich wenig und lenkt sie außerdem von ihren Ermittlungen ab. Wie kommt sie nun erhobenen Hauptes aus all der Schummelei wieder heraus? (Verlagsbeschreibung)
Mit Pferden habe ich es nicht so. Also so gar nicht. Trotzdem habe ich zu dem Hörbuch gegriffen, denn es versprach zumindest eine witzige Geschichte, und etwas Leichtes zwischendurch kann ja nicht schaden.
Berenice ist eine junge Frau, die sich durch Leben mogelt. Als Pferdeliebhaberin und Besitzerin zweier Ponys ist sie auf die Idee gekommen, sich als Pferdekennerin auszugeben, die mit den Tieren kommunizieren kann. Vor allem Menschen mit viel Geld in der Tasche sind ihre Zielgruppe. Wenn die nicht mehr weiterwissen, hat Berenice ihren großen Auftritt. Durch ihre gute Beobachtungsgabe und ihre Erfahrung kommt sie dem Problem der Pferde - so sie denn eines haben - meist recht nah. Aber die Behauptung, wirklich mit den Pferden reden zu können, ist natürlich Humbug.
Der Tierarzt, dem Berenice im Rahmen ihrer Tätigkeit auf den verschiedenen Pferdehöfen immer wieder begegnet, sagt ihr dies auch auf den Kopf zu - verächtlich, wie Berenice meint. Eigentlich könnte ihr ja egal sein, was der Tierarzt von ihr hält, doch irgendwie - findet sie ihn eigentlich ganz niedlich. Als Berenice nach einem heftigen Schlag auf den Kopf aus ihrer Ohnmacht erwacht, hört sie plötzlich Stimmen. Nein, es ist nur eine Stimme. Und die ist ganz schön frech. Als sie sich vorsichtig umschaut, woher die Stimme kommt, fällt ihr Blick auf ein sehr kleines Pony. Und diese Stimme wird sie nun nicht mehr los...
Klar gibt es hier Pferde an allen Ecken und Enden. Aber es geht um viel mehr als nur Pferde: um Lügen und was sie mit uns machen, um Familiengeheimnisse und ihre Aufarbeitung, um Liebe – und nicht zuletzt gibt es auch einen Kriminalfall, den die Hauptfigur mit tierischer Unterstützung lösen muss…
Berenice als Hauptcharakter hat mir ganz gut gefallen. Sie ist erfindungsreich (wenn auch zuweilen im wahrsten Sinne des Wortes halsbrecherisch), hat das Herz auf dem rechten Fleck und ist um eine Antwort nur selten verlegen. Der Tierarzt dagegen - eigentlich ganz nett, aber sein Verhalten gegenüber Berenice fand ich oftmals echt grenzwertig. Eigentlich ein No Go (ich möchte hier nicht mehr verraten, um nicht zu spoilern), aber Berenice hat nun einmal Gefühle für ihn entwickelt. Ihre Sache, klar - aber mich hat es mehr als einmal genervt.
Die Erzählung ist eine Mischung aus Pferderoman, Krimi, Liebesgeschichte und Klamauk, die eigentlich ganz gut gelungen ist. Mich störte allerdings, dass immer wieder auch auf die Vergangenheit von Berenice eingegangen wird - da gibt es ein Familiengeheimnis, das noch unverarbeitet ist und Berenice auch in der Gegenwart noch beeinflusst. Für mich war das irgendwie eine Schlaufe zu viel, auch wenn dies vermutlich für etwas Tiefgang in der ansonsten eher absurden Geschichte sorgen sollte.
Die ungekürzte Hörbuchfassung (6 Stunden und 42 Minuten) wird von der Autorin selbst gelesen. Leider sind sowohl die Stimme als auch die Art des Vortrags so gar nicht mein Fall. Sehr bemüht betont, langsam, oft recht langweilig - stellenweise fühlte ich mich an die Stimme meines Navigationsgeräts erinnert. Autor:innenlesungen können funktionieren. Müssen es aber nicht. Hier empfand ich es leider als nicht überzeugend.
Alles in allem für zwischendurch okay, mehr aber auch nicht...
© Parden


















