Dürre Jahre

von Helene Flöss 
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Dürre Jahre
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Der Schreibstil ist schwierig, jedoch kann man nach Gewöhnung in die Gedanken einer Essgestörten authentisch u tiefgehend eintauchen!

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Inhaltsangabe zu "Dürre Jahre"

Dali leidet an Magersucht. Sie zwingt sich zu hungern, zu verzichten, kein unnötiges Gramm Nahrung zu sich zu nehmen, bis sie leicht sein wird wie eine Feder.
Fernab vom sensationslustigen Tonfall der Talkshowrunden, Reportagen und Erfahrungsberichte rund um die „Modekrankheit“ Magersucht formt Helene Flöss dieses Thema zu einem ungemein dichten, packenden Stück Literatur.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783852188034
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:88 Seiten
Verlag:Haymon Verlag
Erscheinungsdatum:05.07.2017

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    buchwanderervor einem Jahr
    Minimalleben

    „Schlank ist in. Dünn ist besser. Dürr ist ideal.“ (S.17)

    Zum Inhalt:

    Dali, ein junges Mädchen, hat das Gespür für ihren Körper, sein gesundes Bedürfnis nach Nahrung verloren. Sie leidet – und dies im wahrsten Sinne des Wortes – an Magersucht. Ein Lebensleidensweg, dessen Fix- und Angelpunkte aus der versch(r)obenen Beschäftigung mit Essen bestehen. Aus Traumata einer Seele, die danach dürstet sich mitteilen zu können, der jedoch das Instrumentarium fehlt, begreiflich zu machen, wie es im aufgewühlten Inneren aussieht. Die Erzählung begleitet Dali durch die Auf und Abs dieser perfiden Krankheit, beleuchtet ihre Gedankengänge, ihre Ängste, ihre Freuden und Hoffnungen, ihren Kampf zurück in ein vielleicht gesünderes Über-Leben…

    Fazit:

    Helene Flöss trifft mit einem Satz in der Erzählung jenen Nerv, den v.a. Freunde, Angehörige und v.a. Partner jener Menschen die an Anorexie leiden vorbehaltlos unterschreiben könnten: „Dein Selbstmord in Stücken und wir, die dir dabei zuschauen.“ (S.59) In keinem Part des Textes geht es der Autorin um Effekthascherei. Beinahe schmerzhaft nüchtern schildert sie ein Leben auf der Schneide eines Messers, welches Nahrung nach völlig anderen Gesichtspunkten einteilt, als dies bei „gesunden“ Menschen der Fall wäre. Aus der eigenen Erfahrung mit Betroffenen kann ich dem Text ein hohes Maß an Authentizität, an klarer Ehrlichkeit und einen Grundtenor der Hoffnung attestieren, wie man ihn selten findet. Er macht Mut ohne das Blaue vom Himmel zu versprechen, legt Finger auf Wunden, die unsere Gesellschaft mit dem Mäntelchen der Abschiebung und Ausgrenzung nur allzu gerne zudeckt. Und es ist auch diese Hoffnung, die es gilt aufrechtzuerhalten, wenn Trauer als Schwarzer Sumpf vor jenen liegt, denen man Gutes will und sie das Gefühl haben, „sie findet da nicht mehr heraus. Nicht aus dem Grabbett und nicht aus dem Hungern.“ (S.56)
    Keine leichte, aber eine sehr empfehlenswerte Lektüre, die v.a. eines fördert: das Verstehen.

    Zum Buch:

    Der kleine Band aus dem Haymon-Verlag zeichnet sich durch eine mit dem Text stimmige künstlerische Umschlaggestaltung für die Kurt Höretzeder aus Scheffau/Tirol zeichnet aus, ebenso wie durch eine sehr klare Typografie mit relativ großen Schrifttypen. Die Seiten wurden in haptisch angenehm starkem Papier gehalten, dem der feste Paperbackumschlag mit seinen abgerundeten Ecken ein solides Aussehen verleiht, ohne dabei die Schwere der dunklen Titelfotografie noch zu unterstreichen. Einziges handwerkliches Manko stellt eine nicht sonderlich gute Verleimung von Buchblock und Umschlag dar.

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    Ravenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Der Schreibstil ist schwierig, jedoch kann man nach Gewöhnung in die Gedanken einer Essgestörten authentisch u tiefgehend eintauchen!
    Gedanken einer Anorektikerin

    Das Buch "Dürre Jahre" von Helene Flöss ist 88 Seiten lang und beim Haymon Verlag erschienen.

    Das Softcoverbüchlein hat eine mittelgute Qualität mit schönen dicken Leseseiten.

    Dali leidet an Magersucht. Sie will leicht sein wie eine Feder und verzichtet aufs Essen. Kein Gramm darf sie zu viel aufnehmen und kein Gramm zu viel wiegen.

    Ich fand gerade am Anfang den Schreibstil recht schwierig, da die Gedanken und Szenen ständig hin- und herspringen ohne besondere Kennzeichnung. Deshalb gebe ich auch einen Stern Abzug. Hat man sich jedoch in den Schreibstil eingefunden und Dali besser kennengelernt und ihr Umfeld, dann fällt es zunehmend leichter in ihre Gedanken und Wahrnehmung einzudringen und sich fallen zu lassen. Ab dann hat man die seltene Gelegenheit die Welt der Essstörungen aus dem Blick und der Welt heraus einer Essgestörten wahrzunehmen, zu fühlen, zu erleben, Das ist wirklich einmalig so nah und tief eintauchen zu können.

    Fazit: Schwerer Schreibstil, jedoch wenn man diese Hürde überwunden hat, offenbart sich das Buch als Schatz, denn ich habe noch kein Buch gefunden wo man näher am Protagonisten dran ist. Es ist so, als würde man förmlich in Dali drin stecken und ihre ganze Wahrnehmung, die Gedanken, Gefühle und Handlungen selbst erleben. Ein ganz besonderes Werk über Essstörungen, welches ich absolut empfehlen kann.

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    leserinvor einem Jahr
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    Milicevicicicvor 3 Jahren
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    AnnaSerafinvor 5 Jahren
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    Amphiphobievor 5 Jahren
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    andrea1978vor 6 Jahren
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    -Ramona-vor 7 Jahren
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    bookflingvor 8 Jahren

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    "Rein gar nichts wird beschönigt. Sätze, oft nur Worte, stehen protokollartig nebeneinander, bestechend einfach, bestechend klar. Flöss kreist die Krankheit in einem Stakkato feinbitterer Wahrnehmungssplitter ein."
    Maria Renhardt, Der Standard

    „Präzise und unaufdringlich, quasi mit Bleistift zeichnet sie die Gedanken- und Erlebniswelt der Kranken nach, bewegt sie sich - auch sprachlich – sicher in ihrer Südtiroler Heimat. Flöss hat eine, was den Umfang betrifft, magere Erzählung geschrieben, ein entschlacktes, geradezu skelettiertes Stück Prosa, das seinem Objekt kongenial angemessen scheint.“
    Daniela Strigl, www.literaturhaus.at

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