84, Charing Cross Road

von Helene Hanff 
4,4 Sterne bei263 Bewertungen
84, Charing Cross Road
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Einfach nur zauberhaft!

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Brieffreundschaft London - New York über 20 Jahre...für mich leider eine Enttäuschung

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Inhaltsangabe zu "84, Charing Cross Road"

Auf der Suche nach seltenen Büchern stößt die New Yorkerin Helene Hanff 1949 auf die Adresse eines kleinen Londoner Antiquariats. Als sie kurzerhand zum Stift greift, weiß sie nicht, dass diese ersten Zeilen den Beginn eines über Jahre andauernden Briefwechsels und einer lebenslangen Freundschaft bedeuten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783455650747
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:160 Seiten
Verlag:Atlantik Verlag
Erscheinungsdatum:13.11.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 11.03.2014 bei Hoffmann und Campe erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    BrittaRoeders avatar
    BrittaRoedervor einem Monat
    Kurzmeinung: Einfach nur zauberhaft!
    Liebhaberliteratur für Brief - und Bücherfreunde

    ‚84 Charing Cross Road‘ ist eine gerade mal 160 Seiten umfassende kleine Sammlung von Briefen, die die amerikanische Autorin (und Herausgeberin) Helen Hanff mit dem Londoner Antiquariat Marks & Co bzw. deren Mitarbeitern tauschte. Das Besondere: Die Korrespondenz hielt über zwanzig Jahre lang an.

    Es ist zauberhaft zu verfolgen wie aus der anfangs rein geschäftsmäßigen Annäherung im Laufe der Jahre eine treue Freundschaft entsteht. Der Ton ist authentisch, bisweilen sehr humorvoll. Helens Liebe zu Büchern und ihre Beschreibungen über gemachte Leseerlebnisse sind amüsant. Ansonsten lässt sich inhaltlich gar nicht so viel sagen. Klar, es schwingt zwischen den Briefzeilen jede Menge Zeitkolorit mit, aber vor allem lebt dieses Buch von seinen liebenswerten Charakteren und ihrer großen Treue zueinander.

    84 Charing Cross ist kein Buch, von dem man sagen könnte, dass man es unbedingt gelesen haben muss.

    Aber es ist ein echtes Liebhaberstück, eine kleine Rarität, dessen Lektüre einem gewiss lange in guter Erinnerung bleibt.


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    Literaturcocktails avatar
    Literaturcocktailvor 4 Monaten
    Kultbuch der Buchhändler und Vielleser

    In der 84, Charing Cross Road in England bestellt Helene bei einem Antiquar Bücher, woraus eine Brieffreundschaft entsteht, die sich über 20 Jahre entwickelt. Der Roman spielt in der Nachkriegszeit, eine Zeit in der es schwer war Bücher zu bekommen.

    Das Kultbuch der Buchhändler und Vielleser hat mich sehr überrascht. Die Leidenschaft und Prinzipien die Helene zu Büchern pflegt, kennt jeder Buchliebhaber und man fühlt sich mit Helene verbunden.

    Der wahre Briefwechsel beginnt im Herbst 1949 und endet 1969, einige Jahre sind ausgelassen, womöglich wurden in dieser Zeit keine Briefe versandt oder die Briefe sind nicht mehr auffindbar.

    Der Austausch in den Briefen handelt überwiegend über Bücher, Liebe zu Büchern und den Alltag der damaligen Zeit. Ein Buch, das man nicht zwischendurch sondern mit Ruhe und Genuss lesen sollte.

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    wasichgelesenhabevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Brieffreundschaft London - New York über 20 Jahre...für mich leider eine Enttäuschung
    Brieffreundschaft London - New York

    Das Buch besteht aus Briefen einer Brieffreundschaft von Helene Hanff und den Mitarbeitern eines Antiquariats in London über 20 Jahre hinweg.

    Helene Hanff lebt in New York und auf der Suche nach Büchern in der Originalausgabe stößt sie auf ein Antiquariat in der Charing Cross Road in London. Den ersten Brief nach London schreibt sie 1948. Der Briefwechsel, der sich zunächst auf die reine Suche nach Büchern bezieht, erstreckt sich im Laufe der Zeit auch auf Persönliches und wird zu einer richtigen Brieffreundschaft.

    Leider konnte mich dieses Buch nicht überzeugen. Nach dem Klappentext und anderen Rezensionen habe ich einfach viel mehr Inhalt und Geschichten zum Leben zwischen 1948 und 1968 in New York und London erhofft. Für meinen Geschmack wiederholen sich die Briefe in ihrem Inhalt einfach zu häufig. Es geht natürlich zum Beispiel um die Suche nach neuen Büchern oder über einen großen Teil der Seiten hinweg um Lebensmittelsendungen, die Helene Hanff an ihre Freunde in London veranlasst, die unter den Lebensmittelrationierungen zu leiden haben. Es handelt sich hier natürlich um die Veröffentlichung tatsächlich ausgetauschter Briefe und nicht um einen Roman, der einem vorher erdachten Handlungsstrang folgt. Trotzdem konnte mich das Buch so leider nicht packen und unterhalten.

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    MeinLesezeichenBlogs avatar
    MeinLesezeichenBlogvor 8 Monaten
    Leseempfehlung an all diejenigen, die das Glück auch in den kleinen Dingen sehen und finden.

    Meine Meinung
    Ich bin immer wieder aufs Neue überrascht, wenn so dünne Bücher so großartige Geschichten erzählen. Da kann so mancher dicker Schinken nicht mithalten. Für mich ist „84 Charing Cross Road“ tatsächlich zu einem Herzensbuch avanciert. Einen Briefroman zu lesen, kommt bei mir wirklich wirklich nicht oft vor. Und, dass er mich dann so aus den Pantoffeln haut, habe ich nicht erwartet.

    Die Geschichte, die dieser Briefroman erzählt, kann man sich gar nicht ausdenken. Solche Geschichten schreibt nur das Leben. Die besondere Freundschaft zwischen Helene Hanff und den Angestellten der Buchhandlung Marks & Co entwickelt sich aus einer ganz normalen Geschäftskorrespondenz. Mit jedem Brief nimmt eine gewisse Heiterkeit und Herzlichkeit zu, die einen einfach nur mitreißen kann. Man erhält viele persönliche Einblicke in das Leben verschiedenster Personen. Der Ton ist heiter und ehrlich, manchmal schattig aufgrund der schwierigen Lebensumstände in einem vom zweiten Weltkrieg gebeutelten England. Hanff legt eine sehr humorvolle Stimme an den Tag. Man spürt förmlich, wie die Briefschreibenden ihren gegenseitigen Austausch genießen. Es geht um die Liebe zu Büchern, aber auch um die großen und kleinen Dinge des Alltags, um Amerika und um das London der Nachkriegszeit. Die Briefe strahlen einen gewissen Charme aus, der aus diesen alltäglichen Themen und ihrer Einfachheit resultiert.Franks Schicksal hat mich ganz besonders berührt. Da hat sich bei mir alles zusammengezogen. Absolut berührend und unglaublich traurig.

    Ich freue mich darauf, die Fortsetzung zu lesen („Die Herzogin der Bloomsbury Street. Eine Amerikanerin in London“). Mal sehen wie es der Autorin in London ergeht.

    Fazit
    Der Briefroman „84 Charing Cross Road“ erzählt eine wertvolle Geschichte. Er berichtet von einer Freundschaft, die so in unseren Zeiten nicht mehr möglich ist. Hiermit spreche ich eine Leseempfehlung an all diejenigen aus, die das Glück auch in den kleinen Dingen sehen und finden.

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    msmedlocks avatar
    msmedlockvor 9 Monaten
    London - New York

    Dieses Buch ist nicht sehr dick. Klein und fein. Es ist eher mehr ein Büchlein.  Und vielleicht nicht einmal das. Eigentlich ist es eine Sammlung von Briefen, die über den Zeitraum von 20 Jahren von der New Yorkerin Helene Hanff und einem Mitarbeiter des Antiquariats Marks & Co. in London geschrieben wurden. Es ist ein Ausschnitt aus dem Leben zweier Menschen, die tatsächlich gelebt haben, mit Ehepartnern, Arbeitskollegen, Problemen, Sorgen, Freude, Urlaub und einem interessanten Lesegeschmack. Es gibt einen englischen Ausdruck namens „sonder“. Er bezeichnet die Erkenntnis, dass jeder Mensch, der einem auf der Straße begegnet, ein reichhaltiges und komplexes Leben führt. In diesem Fall finde ich das Wort sehr passend.

    Während die ersten Briefe nur aus Anfragen bezüglich bestimmter Bücher und Rechnungen bestehen, wird mit der Zeit einfach immer mehr daraus. Man erlebt, wie Helene immer tollkühner wird in ihren Anfragen und die Antworten vom Antiquar Frank Doel immer fröhlicher und offener.
    Außerdem erfährt der Leser so einiges aus dem Leben der beiden und auch von den anderen Mitarbeitern von Marks & Co. oder Frank Doels Frau Nora finden sich einige Briefe in dieser Sammlung.
    Es werden Bilder versendet (die leider nicht abgedruckt sind), Weihnachtsgrüße übermittelt und Helene schickt in ihrer Entrüstung über die Lebensmittelrationierung bis in die sechziger Jahre Konserven, Eier und Fleisch nach London.

    Zwanzig Jahre zieht sich dieser Briefwechsel. Könnt ihr euch das überhaupt vorstellen? Als Leser wird man Zeuge, wie diese Freundschaft entsteht, mit was für Problemen beide Seiten zu kämpfen haben und was die anderen Leuten in ihrem Leben so machen. Über die Jahre sind wohl einige Briefe verloren gegangen,sodass immer wieder Antworten auftauchen, zu denen es keine Fragen gibt, was schade ist, das ganze allerdings auch echter macht. Sowas kann halt passieren im echten Leben. Auch konnte ich Helenes Wunsch, London einmal zu besuchen, so gut verstehen und bin genauso traurig, wie sie es wohl war, dass sie es in diesen zwanzig Jahren nicht geschafft hat.

    Am Ende des Buches habe ich dann doch ein paar Tränen vergossen. Ich hatte das Gefühl mit dem Schließen des Buches Freunde verloren zu haben. Menschen, die echt waren und tatsächlich lebten und nicht die Erfindung von irgendjemand anderem waren. Ich werde niemals erfahren, was aus den Menschen geworden ist, die lange vor meiner Zeit gelebt haben und die ich nur aus Briefen kenne, die nicht einmal an mich gerichtet waren. Selten hat mich ein Buch so berührt. Ich lege euch „84, charing cross road“ sehr ans Herz. Ich hoffe, es wird euch ebenso begeistern, wie es mich begeistert hat.

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    Elizzys avatar
    Elizzyvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Sehr berührend und eine wundervolle Geschichte für Zwischendurch!
    Eine toller Briefwechsel

    Darüber Gedanken gemacht

    Ich habe dieses Buch zur Hand genommen und erst wieder beiseite gelegt, nachdem ich die 160 Seiten gelesen habe. In einem Zug habe ich die Briefe durchgelesen und erst danach gemerkt, wie sehr mich die Geschichte berührt hat.

    Es fängt alles mit einem schlichten Brief an, Helene Hanff möchte gerne ein Buch kaufen,  sie lebt in New York und liebt antike Bücher. Doch bei sich findet sie nie die Ausgaben, welche sie haben möchte und schreibt so den Buchladen an der 84, Charing Cross Road in London an.

    Was damals niemand von den Briefschreibern ahnen konnte; dies wird der längste Briefwechsel, denn es so je gegeben hat. Der erste Brief wird nämlich am 5. Oktober 1949 verschickt und der letzte erreicht Helene im Oktober 1969. Obwohl zu Anfangs nur das bestellen und bezahlen der Bücher im Vordergrund steht wird daraus schnell viel mehr. Zwischen den Zeilen entwickelt sich plötzlich eine Freundschaft, es entstehen witzige Geschichten, schöne Begegnungen, unglaubliche Hilfeleistungen und vor allem findet man zwischen den Zeilen so viele Leben, die einem kurz ein Einblick in einen Moment gewähren.

    Gefiel mir sehr

    Es ist ein Buch, deren Bedeutung man erst gegen Ende versteht und obwohl es zu Anfangs etwas langweilig war, wird es danach umso schöner! Besonders gefällt mir aber an dieser Geschichte, die Tatsache, das die Briefe alle echt sind. Jedes geschriebene Wort war ernst gemeint und sollte die Person erreichen. Es ist wie heimlich das Tagebuch  eines fremden lesen und dabei unglaublich viel für sich selbst wiederfinden.

    Gefiel mir nicht

    Schade war nur, dass einige Briefe wohl verloren gegangen sind und so einem ab und zu ein Abschnitt fehlte, doch das macht für mich das ganze umso echter.

    Schreibstil & Cover

    Der Schreibstil ist auf jeden Fall den entsprechendem Zeitalter angepasst und ich finde ihn einfach wundervoll! Das Cover überzeugt mit seinem eigenen Stil!

    Fazit

    Ein wundervolles Buch, auf das ich nur durch Unsere verlorenen Herzen aufmerksam wurde! Ist es nicht wunderbar, wenn Buchcharakteren einem Buchtipps geben können?! Ich kann es euch auf jeden Fall weiterempfehlen, es liest sich für Zwischendurch wirklich in einem Zug!

    Bewertung
    Buchlänge ♥♥♥♥♥ (5/5)
    Schreibstil ♥♥♥♥♥ (5/5)
    Botschaft ♥♥♥♥♥ (5/5)
    Lesevergnügen ♥♥♥♥♥ (5/5)

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    The iron butterflys avatar
    The iron butterflyvor einem Jahr
    Eine Freundschaft in Briefen

    84, Charing Cross Road – Eine Freundschaft in Briefen ist ein wundervolles Beispiel für die Bande, die sich zwischen Menschen aufgrund ihrer Liebe zu Büchern entwickeln können. New York, 1949, Helene Hanff arbeitet als mäßig erfolgreiche Theaterautorin. Sie lebt aufgrund ihres mangelnden Erfolges recht bescheiden zur Miete in einem kleinen Apartement in der 95. Straße East, liebt es sich in ihrem Zimmer hinter der Schreibmaschine zu verschanzen und nicht einmal ihr sehnlicher Wunsch nach anspruchsvoller Literatur zieht sie in die Buchläden der Stadt hinaus. Sie legt weder großen Wert auf pompöses Inventar noch auf anderen Tand. Aber sie legt größten Wert auf ihre Lektüre. Keine Romane mit Geschichten, die fiktiven Menschen passieren, nein, es sind die Klassiker, Essays in edler Bindung, mit Goldschnitt, auf feinstem Papier und natürlich in fundierter Übersetzung. Bücher, die gelesen und vom Vorbesitzer geliebt wurden, die an markanten Stellen mit Notizen versehen wurden oder gar an Lieblingsstellen aufklappen, weil jemand immer und immer wieder zu diesen Worten zurückfand.
    Als sie in der Saturday Review of Literature eine Anzeige des Londoner Antiquariats Marks & Co. entdeckt, schreibt sie kurzerhand einen formellen Brief an das Antiquariat und legt gleich noch eine Liste ihrer dringendsten „Probleme“ bei. Bereits kurz darauf erhält sie tatsächlich eine erste Lieferung aus London und einen freundlichen Antwortbrief des Mitarbeiters FPD. Hinter FPD verbirgt sich Frank Doel, der sich mit voranschreitendem Briefwechsel persönlich den Wünschen von Helene Hanff annimmt. Es entsteht ein in dieser Zeit und den kargen Gegenbenheiten in der Nachkriegszeit sich widersetzender, überaus schlagfertiger Briefwechsel, der von der leidenschaftlichen Bücherliebe der Helene Hanff befeuert wird. Die geistreich, forsche Helene begeistert durch ihren Wortwitz genauso, wie Frank Doel, der stets korrekt, erst förmlich, dann in freundschaftlicher Verbundenheit den Briefwechsel mit der einen oder anderen „Problemlösung“ bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahr 1969 pflegt.

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    BeeLuvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine wunderschöne Geschichte über die Liebe zu Büchern. Toll!
    Freundschaft über Grenzen hinweg.


    Kurz nach dem zweiten Weltkrieg beginnt eine Brieffreundschaft zwischen der jungen New Yorker Schriftstellerin Helene Hanff und den Angestellten einer kleinen Buchhandlung in London. 

    Auf der Suche nach besonderen Ausgaben ihrer Lieblingsbücher, die sie in New York nicht finden kann, stößt sie auf ein Inserat des Londoner Antiquariats "Marks & Co" und wendet sich per Brief mit einer Liste ihrer gewünschten Bücher an den Laden. Kurze Zeit später erhält sie Antwort und einige ihrer Buchwünsche in den Händen. Es entsteht ein Briefwechsel, der letztendlich mehr als 20 Jahre andauern soll.
    Obwohl Helene selbst finanziell nicht gerade zum Besten aufgestellt ist, sind ihr die besonderen Ausgaben ihrer Bücher sehr wichtig und in der Londoner Buchhandlung findet sie, was sie sich wünscht.
    Als sie von den Rationierungen in England erfährt, beginnt sie, zu Feiertagen Kehrpakete an die Buchhandlung mit Eiern, Fleisch und anderen Lebensmitteln zu senden. Die Briefe werden immer persönlicher und nach und nach entsteht eine enge Brieffreundschaft. Zunächst möchte Frank, Mitarbeiter der Buchhandlung, die Korrespondenz mit Helene für sich beanspruchen aber nach und nach wenden sich auch die anderen Mitarbeiter (heimlich) an Helene und sogar von Franks Frau erhält sie Briefe. 


    Diese Geschichte ist einfach so wunderschön und gleich noch tausendmal schöner, da sie auf einer wahren Begebenheit beruht! Das ganze Buch besteht aus den Briefen, die sich über die Jahre angesammelt haben. Wie groß ist die Freude von Helene, wenn sie beschreibt, wie sehr sie sich über eine Büchersendung freut. Wie groß ihre Entrüstung, wenn die Sendung ihr zu lange dauert oder Bücher gar in andere Buchseiten eingewickelt sind! Helene schreibt ihre Briefe auf eine ganz eigene, klare und freche Art und Weise an die schnöden Engländer, herrlich. Die Entwicklung der Freundschaft ist einfach zauberhaft und bemerkenswert, wenn man bedenkt, wie viele Jahre sie über Kontinente hinweg anhalten sollte. 
    Mich hat das Buch sehr zum Nachdenken gebracht. Heute ist jedes Buch in irgendeinem der unzähligen Onlinehandlungen innerhalb kürzester Zeit völlig anonym bestellbar. Wie viel schwieriger war es damals, sich seine Bücherwünsche zu erfüllen und ja, wahrscheinlich hat man sich viel mehr echte Gedanken um Bücher gemacht. So konnte sich eine Freundschaft Dank der gemeinsamen Liebe zu Büchern entwickeln in einer Zeit, in der Kommunikation nicht so leicht, schnell und oberflächlich war, wie heute. 
    Eine absolute Leseempfehlung!

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    nordfraus avatar
    nordfrauvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Klare Empfehlung für alle, die von Büchern nicht genug bekommen können!
    Ganz große Bücherliebe!

    Helene Hanf ist eine New Yorker Autorin, für die ein Buch weit mehr ist, als ein Stapel Papier. Darum gibt sie sich auch nicht mit den meist schäbigen amerikanischen Kartonausgaben zufrieden und stößt bei ihrer Suche nach gut erhaltenen, gebrauchten Ausgaben auf ein Inserat des Londoner Antiquariats Marks & Co. Aus ihrer ersten brieflichen Bestellung wird bald eine Brieffreundschaft mit Frank Doel, seiner Frau, seiner Nachbarin und anderen Angestellten des Antiquariats. Die Liebe zum Buch ist in jedem Brief spürbar, bleibt aber nicht einziges Thema. 
    Besonders schön fand ich jene Stellen, an denen Helene Hanff sich für eine neue Büchersendung bedankt. Ich konnte sie vor mir sehen, wie sie voller Aufregung und Vorfreude, den neuen Schatz auspackt und inspiziert.

    "Es sieht so neu und unbefleckt aus, als wäre es niemals gelesen worden, aber das ist es: es klappt ständig an den herrlichsten Stellen auf, als ob mich der Geist des früheren Besitzers auf Dinge hinweisen würde,die ich nie zuvor gelesen habe."

    Ganz klare Leseempfehlung! Es gibt auch noch eine Fortsetzung "Die Herzogin der Bloomsbury Street", darauf bin ich schon sehr gespannt!

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    Valabes avatar
    Valabevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine wunderbare Geschichte. Toll und auch berührend, dass es sowas gab und hoffentlich noch immer gibt
    eine außergewöhnliche Brieffreundschaft

    14 East 95th St., New York City

    2. November 1951 

    „Sie rasender Blitz! Sie machen mich ganz schwindelig, wenn Sie mir Leigh Hunt und die Vulgata mit solch atemberaubender Geschwindigkeit herüberschicken. Wahrscheinlich ist Ihnen nicht klar, dass ich sie vor kaum länger als zwei Jahren bestellte. Wenn Sie mit diesem Tempo fortfahren, werden Sie einen Herzinfarkt bekommen!“ (Brief von Helene Hanff an Frank Doel, Marks & Co, 84. Charing Cross Road)

    Aus diesen und vielen anderen liebevollen, zynischen und witzigen Briefen entwickelte sich eine ungewöhnliche Brieffreundschaft zwischen der mittellosen, aber klugen Theaterstücke-Schreiberin Helene Hanff aus New York und dem Buchhändler Frank Doel aus London. Diese Freundschaft sollte 20 Jahre halten. Die Briefsammlung von Helene Hanff, welche 1917 in Philadelphia geboren wurde, erschien erstmalig 1970 in New York und es dauerte über 30 Jahre, bis es eine deutsche Fassung dieser außergewöhnlichen Brieffreundschaft zu lesen gab.

    Mittels einer Kleinanzeige in einer Zeitung entdeckte Helene Hanff 1949 die kleine Buchhandlung Marks & Co. in der 84. Charing Cross Road in London und ließ ihr eine Buchbestellung zukommen, welche aber nicht mehr kosten sollte als 5 Dollar. Der Buchhändler Frank Doel nahm sich der Bestellung an und über mehrere Jahre wurden immer wieder neue Bestellungen, Dollarscheine und mit der Zeit auch immer persönlichere Briefe über den Atlantik geschickt. Was zu Beginn einer reinen Buchbestellung glich, verwandelte sich über die Jahre in eine tiefe Brieffreundschaft zwischen zwei Unbekannten, die es nie schafften sich einmal persönlich zu treffen. Helene Hanff schrieb ihrer Zeit Theaterstücke, welche sie aber gerade so über Wasser hielten. Dennoch ließ sie mittels einer dänischen Firma den Mitarbeitern und deren Familien der Marks & Co. Buchhandlung immer wieder Lebensmittel zukommen, als in Großbritannien starke Rationierungen angeordnet wurden.  Im Gegenzug schaffte es Frank Doel ihr immer wieder ihre Buchwünsche zu erfüllen und ihr ganz außergewöhnliche Exemplare von Waltons, der Oxford Gedichte Anthologie und noch viele andere Werke zukommen zu lassen. Ihre Briefe enthielten Witz, Charme aber auch Themen wie die Krönung der Königin und teure Zahnbehandlungen.

    Als die Briefe 1970 erstmalig veröffentlich wurden, begann ein wahrer Siegeszug: Fernsehsendungen und sogar Verfilmungen folgten. Helene Hanff war über den Erfolg ihres Buches selber ganz erstaunt und sagte einmal: „Wer hätte sich einen Film über Geschäftsbriefe vorstellen können!“. Sie starb 1997 in New York. Die Buchhandlung Marks & Co in der 84. Charing Cross Road gibt es schon lange nicht mehr, doch in den Briefen zwischen Frank Doel und Helene Hanff lebt die Magie dieser Freundschaft weiter.

     

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