Helene Hegemann

 2.3 Sterne bei 259 Bewertungen
Autorin von Axolotl Roadkill, Bungalow und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Helene Hegemann

Autorin, Regisseurin und Schauspielerin: Helene Hegemann wurde 1992 in Freiburg geboren, wuchs aber in Bochum auf. Mit 14 Jahren zog sie nach dem Tod ihrer Mutter zu ihrem Vater Carl Hegemann nach Berlin. Seit ihrem 14. Lebensjahr schreibt Hegemann – und zwar Theaterstücke, Filme und Bücher, um ihren Alltag und Geschehnisse zu bewältigen. Für Ihren ersten Film „Torpedo“ bekam sie im Sommer 2009 den Max-Ophüls-Preis. Am 22. Januar 2010 erschien ihr Debütroman „Axolotl Roadkill“, der für Furore sorgte. Hegemann wird vom Feuilleton als neues Wunderkind der Literatur gefeiert. Gleichzeitig stehen Plagiatsvorwürfe im Raum, denen zufolge Helene Hegemann Teile von „Axolotl Roadkill“ nahezu unverändert von anderen Quellen übernommen haben soll, insbesondere der Roman „Strobo“ des Berliner Bloggers Airen soll von Hegemann stellenweise kopiert worden sein. Helene Hegemann bestätigte, dass sie einige der Textpassagen kopiert habe und entschuldigte sich in einer Stellungnahme öffentlich dafür, dass sie es "aus Egoismus und Gedankenlosigkeit" versäumt habe, diesbezüglich im Vorfeld mit Airen Kontakt aufzunehmen. 2018 sorgt Hegemann erneut für großes Aufsehen, als ihr Roman „Bungalow“ auf die Longlist des Deutschen Buchpreises gewählt wird.

Neue Bücher

Bungalow
 (10)
Neu erschienen am 20.08.2018 als Hardcover bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG.

Alle Bücher von Helene Hegemann

Helene HegemannAxolotl Roadkill
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Axolotl Roadkill
Axolotl Roadkill
 (237)
Erschienen am 16.06.2017
Helene HegemannBungalow
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Bungalow
Bungalow
 (10)
Erschienen am 20.08.2018
Helene HegemannJage zwei Tiger
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Jage zwei Tiger
Jage zwei Tiger
 (8)
Erschienen am 25.06.2015
Helene HegemannAcht Betrachtungen.
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Acht Betrachtungen.
Acht Betrachtungen.
 (0)
Erschienen am 29.08.2013
Helene HegemannAxolotl Roadkill
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Axolotl Roadkill
Axolotl Roadkill
 (3)
Erschienen am 01.06.2011
Helene HegemannJage zwei Tiger
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Jage zwei Tiger
Jage zwei Tiger
 (1)
Erschienen am 13.09.2013
Helene HegemannAxolotl Roadkill
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Axolotl Roadkill
Axolotl Roadkill
 (0)
Erschienen am 01.06.2012

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Neue Rezensionen zu Helene Hegemann

Neu
Lilith79s avatar

Rezension zu "Bungalow" von Helene Hegemann

Wirklich mitreißend, nach einem etwas schwierigen Einstieg
Lilith79vor 25 Tagen

Nachdem ich letztes Jahr ein Buch von der Nominierungsliste des Deutschen Buchpreises gelesen habe, habe ich mir gedacht, dass das eine nette Lese-Tradition werden könnte und habe mir auch dieses Jahr wieder ein Buch davon rausgesucht. Die Wahl fiel dabei auf "Bungalow" von Helene Hegemann, erstens weil ich das Cover mochte (ich bin überzeugte Buch-nach-Cover-Auswählerin) und zweitens weil alle anderen Büchern mir irgendwie zu abgedreht klangen und entweder in der Zukunft spielten oder in irgendeiner Fantasy-artigen Welt, worauf ich zu dem Zeitpunkt keine Lust hatte. Nun spielt zwar auch "Bungalow" nicht wirklich in der gleichen Version Deutschlands in der wir aktuell leben, aber in einer, die auf beunruhigende Art und Weise gar nicht so anders ist, man muss sich alles das tatsächlich passiert nur ein bisschen entgleister vorstellen und schon kann man sich gut vorstellen in der gleichen Version von Deutschland zu leben wie Charlie, die Hauptperson des Buches. Sozusagen in einer apokalyptische Version der heutigen Welt, ständig liegen irgendwo tote Tiere rum, die Ozonbelastung verursacht Hausarrest, Terror und Selbstmorde häufen sich und ein Krieg bricht demnächst aus. In diesem Deutschland wohnt Charlie, in einer Stadt, die nicht explizit als Berlin erwähnt wird, aber trotzdem danach klingt. 

Charlie ist 12 Jahre alt und lebt mit ihrer alkoholkranken Mutter in einer Plattenbauwohnung. Sie ist meist mit Überleben und Überlebensstrategien beschäftigt und versucht gleichzeitig vor ihren Schulkameraden und -freunden zu verbergen wie zerrüttet ihre Familienverhältnisse sind.

Neben der Hochhaus-Siedlung in der Charlie lebt, befindet sich eine ganz andere Welt, adrette Bungalows in denen eher gut situierte Menschen wohnen. Charlies Welt wird auf den Kopf gestellt als ein aus ihrer Sicht faszinierendes Ehepaar dort einzieht, Maria (egozentrische Schauspielerin) und Georg (ihr Mann in Form eines Anhängsels). Charlie ist fasziniert von den beiden und projiziert alle ihre Wünsche und Hoffnungen auf die beiden, sie beobachtet und versucht Begegnungen herbeizuführen, während ihr Alltag mit ihrer Mutter immer mehr den Bach runter geht.

Ich muss zugeben, dass ich etwas Startschwierigkeiten mit dem Buch hatte, da die ersten Kapitel wirklich etwas schwer zugänglich sind und in etwas anstrengenden und prätentiösen Schachtelsätzen geschrieben sind, so dass man den Eindruck gewinnt, es handelt sich um ein Buch, das versucht pseudo-intellektuell rüber zu kommen...das ging in den ersten paar Kapiteln so, als Maria und Georg vorgestellt werden. Sobald die Geschichte aus Sicht von Charlie erzählt wird, wird die Sprache bildgewaltig, direkt und emotional und ab da hat mich das Buch richtig gepackt und mitgerissen. Da Maria und Georg prätentiös und pseudo intellektuell sind (und für Charlie wohl kaum die Lösung sein werden, die sie sich erträumt), vermute ich da im Nachhinein ein absichtliches Stilmittel, das aber die Gefahr birgt, das viele Leser am Anfang abbrechen.

Das Buch ist natürlich düster, deprimierend und keine leichte Lektüre, aber ich fand es in weiten Teilen auch wirklich bewegend, gerade die Freundschaft zwischen Charlie und ihrem Schulkameraden Iskender fand ich wirklich sehr authentisch und auch Charlies noch sehr kindliche Gefühlswelt obwohl ihr Denken sich schon in Weiten Teilen um Sex dreht ist toll getroffen. Insgesamt hat mich das Buch deswegen doch sehr überzeugt, obwohl sich sicher Schwächen finden lassen, wenn man danach sucht. Für mich war es aber definitiv ein Buch, das zum Nachdenken anregt und mir deshalb wirklich sehr gut gefallen hat. 

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Frau-Aragorns avatar

Rezension zu "Bungalow" von Helene Hegemann

Wortgewaltig, aber nicht mein Geschmack
Frau-Aragornvor einem Monat

Alles in allem konnte ich mich mit dem Stil von Helene Hegemann nicht wirklich anfreunden. 


Die ausführliche Rezension findet ihr bei uns auf www.buchszene.de 

https://buchszene.de/bungalow-helene-hegemann-rezension/

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MikkaGs avatar

Rezension zu "Bungalow" von Helene Hegemann

Zwischen extremer Verwahrlosung und Apokalypse
MikkaGvor einem Monat

Nach den ersten Kapiteln habe ich dieses Buch gehasst.

Klingt nach einer Übertreibung, doch tatsächlich verspürte ich ein Gefühl fast schon körperlichen Widerwillens. Ich wollte die Geschichte nicht weiterlesen, ich fand sie unsäglich überzogen und bemüht schockierend – einerseits eine Bestätigung für das oft vertretene Vorurteil, Buchpreise würden nur pseudointellektuelles Blahblah honorieren, andererseits wie übelstes Trash-Fernsehen in Buchform.

Kurz davor, das Buch abzubrechen, erinnerte ich mich plötzlich an eine Rezension von Frank O. Rudkoffsky, die mit ähnlichen Vorbehalten beginnt:

Zitat Frank O. Rudkoffsky:
“Nach dem Klappentext erwartete ich eine prekäre Coming of Age-Geschichte vor dem Hintergrund einer drohenden Apokalypse, nach den ersten paar Dutzend Seiten jedoch eher einen bemüht krassen Roman, der zwar bedeutungsschwanger daherkam, am Ende aber wenig Substanz hatte. Kurzum: Ich erwartete meinen ersten Verriss als Buchpreisblogger. (…) Die Erzählhaltung wird erst schlüssiger, als sich die Perspektive auf Charlies eigenes Leben verengt – und der Roman zu meiner Überraschung plötzlich richtig gut wird.”

Ach ja, richtig. Da war ja was.

Da hatte ich sogar einen Kommentar hinterlassen: “Ich werde diese Rezension im Hinterkopf behalten, falls ich im ersten Teil verzweifeln sollte.”

Mit neuer Hoffnung las ich weiter.

Ich kann den Finger nicht auf die exakte Stelle im Buch legen, an der es geschah, aber auf einmal verschob sich etwas in meiner Wahrnehmung, wie bei einem Stereogramm. Was mir eben noch flach und aufgesetzt erschien, kam mir auf einmal so gnadenlos authentisch vor, dass ich richtig erschrak.

Das Buch spart nicht mit Sex, Schleim, Blut und Kotze, und mit einem Mal wirkte das wie mitten aus dem Leben gegriffen.
Allerdings ist es kein schönes Leben: Charlie, die jugendliche Protagonistin, durchlebt eine elende Kindheit, die geprägt ist von Alkohol, Drogen und Gewalt, Hunger.

Dazu kommt, dass ihre Realität beinahe die unsere ist, aber mit einem deutlich apokalyptischen Element: überall liegen die Kadaver toter Tiere, ein nicht näher erklärter Krieg dräut am Horizont, die Ozonwerte erreichen tödliche Ausmaße, so dass die Menschen nur nachts ihre Häuser verlassen können. Da verwundert wenig, dass sich die Verzweifelten zu Hunderten umbringen.

Die Autorin erklärt jedoch nicht, wie es so weit kommen konnte.

Vieles von dem, was Charlie in ihrem Überlebenskampf erlebt, liest sich so realistisch, dass es hier und heute geschehen könnte, Stoff für eine Doko-Soap am sozialen Brennpunkt. Die Apokalypse hingegen bleibt unspezifisch und verzichtet weitgehend auf die Gesellschaftskritik, die normalerweise mit Dystopien einher geht.

Gibt es die Apokalypse überhaupt, oder ist sie nur Sinnbild für den ständig drohenden Untergang von Charlies persönlicher kleiner Welt?

Dass sie nur grob umrissen wird, lässt beide Deutungen zu.

Charlie ist ein komplexer Charakter voller Brüche und scheinbarer Widersprüche: kratzbürstig und verletzlich, unschuldig und sexuell frühreif, grausam und mitfühlend. Mit jedem Kapitel gewinnt sie mehr an Tiefe – sofern sich der Leser auf sie einlässt.

Möglicherweise ist nicht alles, was sie erzählt, die Wahrheit. Möglicherweise glaubt sie dennoch selber daran.

Und im Grunde spielt es auch keine Rolle, denn sie hat eine starke Präsenz, der man sich als Leser nach der anfänglichen Durststrecke nur schwer entziehen kann.

Manchmal wird ihre Geschichte allerdings doch wieder zu schrill, zu bleischwer deprimierend, zu ekelhaft, da geht das Authentische verloren, und welchem Zweck dient das? Ich hatte oft das Gefühl, das hier mehr gewollt als tatsächlich erreicht wird, auch wenn die Sprache immer wieder eine grandiose emotionale Wucht erreicht.

Die anderen Charaktere erschienen mir wie reine Projektionsflächen für Charlies Wünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse.

Georg und Maria sind jung, glamourös und wohlhabend, sie feiern laute Parties und leben in einem schicken Bungalow, der Welten entfernt ist von Charlies verranzter Sozialwohnung. Nach intensivem Stalking gelingt es dem Mädchen, sich in ihr Leben zu zwängen – aber das könnte auch nur ein Wunschtraum sein.

Ein interessanter Schachzug ist, dass Charlie ihre Geschichte im Rückblick erzählt.

In einer ungewissen Zukunft hat sie sich ein Leben und eine Familie aufgebaut, worauf die Geschichte aber nicht näher eingeht.

Sie bedient sich der zornigen, rotzigen Sprache ihres kindlichen Ichs, man spürt man aber dennoch, dass sie sich aus der Perspektive einer Erwachsenen heraus erinnert. Charlie wird also nicht an einer Überdosis oder im Krieg sterben, und dieses Wissen erlaubt es dem Leser, mit der Geschichte abzuschließen, obwohl tatsächlich alles offen bleibt.

FAZIT

Helene Hegemann erzählt von einer Kindheit irgendwo zwischen extremer Verwahrlosung und Apokalypse. Das erschien mir zunächst zu laut, zu schrill, zu oberflächlich, zu gewollt schockierend… Nach 47 Seiten kriegt die Geschichte doch noch halbwegs die Kurve, aber an diesem Punkt haben viele Leser wahrscheinlich schon aufgegeben.

Nach der Kurve wird das Buch gut, aber es hat immer noch deutliche Schwächen – die jugendliche Protagonistin kann mit intensiver Präsenz allerdings vieles wieder rausreißen.

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Zusätzliche Informationen

Helene Hegemann wurde am 19. Februar 1992 in Freiburg (Deutschland) geboren.

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