Helene Hegemann Jage zwei Tiger

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Inhaltsangabe zu „Jage zwei Tiger“ von Helene Hegemann

Nach Axolotl Roadkill der zweite rasante Roman von Ausnahmeautorin Helene Hegemann. Kai, 11, überlebt einen Autounfall, bei dem seine Mutter stirbt. Er beschließt im Zustand des Schocks, sich ab jetzt von nichts und niemandem mehr abhängig zu machen und flieht. Schnell, witzig und radikal erzählt Helene Hegemann von seiner Suche nach Liebe und Transzendenz in einer hohlen und überdrehten Welt.§§"Quentin Tarantino, Harvey Milk, Luis Bunuel, Frank Castorf, meinetwegen auch Nietzsche. Was für Helden!" Helene Hegemann

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  • Eine hinreißende Beobachtungsgabe

    Jage zwei Tiger

    Jetztkochtsie

    14. December 2013 um 10:39

    Mir hatte bereits Axolotl Roadkill gefallen, daher war klar, daß ich auch Jage zwei Tiger lesern würde. Nun hab ich dies also getan und bin zufrieden mit dieser jungen Autorin, die eine hinreißende Beobachtungsgabe hat und so viele Situationen so passend und treffend beschreibt und schildert. Hin und wieder löst ihre noch mangelnde Lebenserfahrung kurze Irritationen beim Leser aus, weil sie Dinge falsch beschreibt oder seltsam benennt. Dies hat bei mir jedoch zwar zu leichtem Amüsement geführt, den Lesegenuß jedoch nicht geschmälert. Weshalb ich jedoch nicht vollkommen hingerissen bin, ist die Tatsache, daß es mir unheimlich schwer fiel hier den Faden nicht zu verlieren, die Personen blieben mir seltsam fern, so daß es mir nicht immer direkt gelang einzuordnen, wenn ein Perspektivwechsel statt fand oder eine Person erneut auftauchte, stellte sich mir immer die Frage, "Who the fuck war das jetzt noch mal?" Trotzdem finde ich eben diese doch sehr gnadenlose Beschreibung menschlicher Schwächen, wie sie hier geliefert wird, sehr reizvoll und lesenswert. Leider hat man hin und wieder im Text das Gefühl, daß sie noch besser könnte, sich aber nicht traut oder gebremst wird, durch was auch immer. Ein wenig finde ich auch, die sich im Kreis drehende Geschichte zu leer, so bleibe ich am Ende zwar streckenweise hingerissen, aber hier und da auch etwas verstört und nicht ganz so begeistert zurück. Allerdings muß ich zugeben, daß mich der Titel unheimlich begeistert hat, das Sinnbild dahinter gefällt mir.

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  • Kolossal gescheitert

    Jage zwei Tiger

    LarsGunmann

    12. October 2013 um 19:05

    Zwei Tiger soll man jagen, anstatt zwei Hasen, damit man glanzvoll scheitert. Nun, gescheitert ist Helene Hegemann an ihrem zweiten Buch, aber auch glanzvoll? Ich gehe nicht zu sehr auf die Handlung ein, denn die Produktbeschreibung deckt diese nahezu komplett ab. Schon der Einstieg ist zum Zuklappen. Der erste Satz ist nicht nur ein ewig langer Bandwurm, er führt auch eine Ich-Erzählerin ein. Eine, die Kais Mutter (um den es hauptsächlich in diesem Buch gehen soll) kennt und vor einer Woche getroffen haben soll. Die Handlung des Buches erstreckt sich aber über mehrere Jahre, und die Ich-Erzählerin taucht sehr schnell in einer auktorialen Erzählperspektive unter. Es bestätigt sich immer mehr, dass es einfach die Autorin selbst ist, die als Erzählerin auftritt. Das schlimme daran ist, dass so ziemlich alle im Vordergrund stehenden Figuren die gleiche Sprechweise und die gleichen Vorlieben zu haben scheinen wie die Erzählerin. Oder drückt die Erzählerin dies den Figuren absichtlich auf? Ich weiß es nicht, aber es stört gewaltig. Bestimmte Bands, Personen, Dinge und Redewendungen werden wiederholend erwähnt, manche davon finden sich sogar in Fr. Hegemanns „Bayreuth“-Artikel auf der Zeit-Webseite wieder, wie etwa der Philippe-Starck-Stuhl, die „Dissonanzen, die sich einig sind“, oder das Slayer-T-Shirt, was das ganze noch seltsamer wirken lässt. Die eingestreuten Anglizismen und die pseudojugendliche Sprechweise ist einfach lächerlich, das abschweifende Geschwafel von Erzählerin und den Figuren nervig, die Fehler sind peinlich. Das mit den Autobahnen, auf denen man wenden kann, und die als Zufahrt für Villen dienen, wurde in einer anderen Rezension schon erwähnt. Man kann der Autorin also auch kaum Dinge glauben, von denen man selbst kaum etwas versteht. Ich musste beispielsweise erst mal nachsehen, ab wie vielen Jahren man ein Prepaid-Handy bzw. eine -Karte kaufen kann, das geht erst ab 16. Protagonistin Cecile hatte dieses Alter zum Zeitpunkt der Handlung noch nicht erreicht. Das Allerschlimmste an diesem Buch ist aber die Art, wie die Autorin Konflikten und Problemen aus dem Weg geht. Ich habe das schon oft bei Schreibanfängern in Foren gesehen. Hier mache ich der Autorin gar nicht mal den größten Vorwurf, eher den Leuten, die ihre Manuskripte in dem Zustand nicht abgelehnt haben. Wenn man von veröffentlichten Schriftstellern hört, wie sie zu ihren Verträgen gekommen sind, dann hört man auch oft davon, dass ihr erstes Manuskript letztlich in der Schublade versauerte, und dass es im Nachhinein besser so war. Viele, wegen der Verarbeitung von Erlebnissen geschriebene Romane, bleiben für immer in der Schublade. "Jage zwei Tiger" wäre besser auch dort geblieben. Nehmen wir da z.B. Ceciles Drogenproblem. Sie ist kokainabhängig, aber was das bedeutet, das erfährt und spürt man nicht, wenn man dieses Buch liest. Irgendwann erkennt sie, dass sie ein „Kokainproblem“ hat, und irgendwann beschließt sie einfach, keine Drogen mehr zu nehmen. Fertig. Dann die Geschichte mit Kai und Samantha. Letztere war bei der Gruppe Jugendlicher, die den Stein auf das Auto geworfen haben. Sie ist damit mitverantwortlich für den Tod von Kais Mutter, wie sehr, kommt erst am Ende heraus. Aber nur für den Leser, denn Kai erfährt nicht mal das dass sie dabei war (Wahrscheinlich ist es ihm sowieso egal). Dieser versprochene Roadtrip, dass Kai und Cecile Samantha suchen gehen, den gibt es so gar nicht. Kai und Cecile treffen sich in der Mitte des Buches, und dann kommt Kapitel für Kapitel, was Cecile zuvor alles gemacht hat, und wo sie überall war. Das ist leider völlig uninteressant und auch nicht interessant geschrieben. Somit kann die Autorin die Begegnung zwischen Kai und Samantha bis zum Schluss hinauszögern. Für den versprochenen Roadtrip und die große Suche war dann natürlich keine Zeit mehr. Kai entdeckt Samantha in der Bravo, in einem Bericht über den Zirkus, und bei einer Klassenfahrt nimmt er einfach einen anderen Zug, zusammen mit Cecile. Einziger Lichtblick sind die beiden Kapitel mit Samantha in der ersten Hälfte des Buches, ich finde ihr zweites ist das am besten geschriebene im ganzen Buch. Dann taucht sie aber bis zum Ende nicht mehr auf, und eine Begebenheit in ihrem zweiten Kapitel wird später lapidar durch eine Zeitungsschlagzeile aufgeklärt. Dazu noch ein paar übersinnliche Elemente und andere Sachen, „die man ja auch noch einbauen könnte“ (So kam es mir jedenfalls vor), dann die immer wieder mal erwähnten Sexualakte zwischen Erwachsenen und Jugendlichen, die wohl schockieren sollen, und zwischendurch doch noch mal die Ich-Erzählerin, die uns sagt, um was es in dem Roman eigentlich geht, angeblich um Jugendliche in Extremsituationen. Genau so wie gesagt werden muss, dass die Protagonisten ja so intelligent und sympathisch sind. Cecile soll das laut Erzählerin beispielsweise sein, daher nimmt sie wohl auch den größten Teil des Buches für sich ein, obwohl sie am wenigsten mit der gesamten Handlung zu tun hat, lassen wir das Flash-Forward-Happy-End mal außen vor. Ich will das Buch beurteilen, und nicht die Autorin, auch nicht die Plagiatsaffäre einfließen lassen, und die Interviews, in der sie sagt, dass man sie angeblich kritisiert, weil sie eine Frau oder so jung ist. Im Interview mit der Welt hat sie gesagt, es wäre das schlimmste, wenn ihr Buch langweilig wäre. Genau das ist es aber. Auch deshalb rate ich den Verlagen Frau Hegemanns nächstes Werk genau so kritisch zu betrachten, als wäre es von irgendeiner unbekannten Autorin bzw. einem Autor.

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  • Und es geht doch nicht allein

    Jage zwei Tiger

    michael_lehmann-pape

    16. September 2013 um 13:48

      „Die Krankenschwestern sahen uninteressiert aus und hatten zu dünne Stimmen und waren verwundert über Kais nahezu zynische Herangehensweise an die Verarbeitung des Verlusts seiner Mutter, der ihn so gut wie kaum zu tangieren schien“.   Aber die Schwestern wissen ja auch nicht, dass Kai im Augenblick des Unfalls, als er realisiert, dass seine Mutter nur noch ein lebloses Stück Fleisch ist, sich „von Nichts und Niemandem mehr abhängig zu machen“.   Was genau betrachtet, nur ein paar Minuten eigentlich wirklich funktioniert. Denn als er Samantha (kurz) kennenlernt, Teil einer kleinen Zirkusfamilie, ist es eigentlich schon um ihn geschehen. Im Alter von elf Jahren damit schon eine große Liebe entdeckt, so scheint es. Denn jene Samantha ist der Grund dafür, dass Kai zwei Jahre später, als alles wieder im äußeren Gang der Dinge einigermaßen zurechtgerückt erscheint, er bei seinem Vater und dessen neuester Freundin (eher Gespielin) lebt, sich aufmachen wird. Im Buch vordergründig, um Samantha zu finden (die ganz nebenbei eine Mitschuldige am Tod seiner Mutter ist).   Hintergründig aber startet spätestens da Helene Hegemann mit dem Leser an der Hand ihre intensive, teils hektische, teils oberflächliche, teils tiefgreifende Reise und Suche in der Welt unserer Tage. Wo denn dort noch wirkliches Leben hinter allen Images, echte innere Entwicklung, das wahre Leben hinter aller Fassade und Geschwindigkeit des modernen Lebens zu finden wäre. Eine Sehnsucht nach dem „Echtem“, dem, was innerlich tragfähig ist.   Ernüchternd wirkt vor allem, wie wenig Hilfe für die „Jungen“ bei „den Erwachsenen“ zu finden ist. Durchweg nur auf sich fixiert, nur damit beschäftigt, möglichst ungestört und ohne allzu viele echte, innere, menschliche Herausforderungen den Tag verstreichen zu lassen. Allen voran Kais Vater, der dies ganz klar formuliert und sich ansonsten, wie alle anderen auch, sich selbst zuwendet.   In Bewegung sind alle Figuren des Buches. Aber während die einen, die „Jungen“ hinter etwas her und auf etwas zugehen wollen (und damit zu Sympathieträgern im Buch werden), sind die anderen, „die Alten“ auf einer nimmermüden Flucht vor allem vor sich selbst und allem, was die Leere hinter den Aktionen ihres Lebens spürbar machen könnte.   Das Ganze, wie das Eingangszitat andeutet, in jener ganz typischen, absolut der Gegenwart entspringenden, oft und oft mit kleinen Adjektiven und Nebensätzen den Punkt treffenden Sprache. „Uninteressierte Krankenschwester mit dünnen Stimmen“, schon  darin spiegelt sich ein Blick auf die Welt. Aneinander interessiert? Mit Klarheit in der eigenen Person? Oft weit gefehlt (und nicht nur was diese Schwestern angeht).   Wo gibt es stabilen Boden? Wie geht man um mit den vielen Anforderungen des Lebens, wie entscheidet man, was wertvoll und was nichtig an all den vermeintlichen „Wichtigkeiten“ ist?   Wortreich in Szene gesetzt, wobei Hegemann ständig bereit ist, denn Blick links und rechts (oft kurz) abschweifen zu lassen, um noch ein Beispiel, noch eine Situation zu erzählen, die das Gemeinte wie nebenbei klarer werden lässt. So findet sich im Stil jene inne liegende Betrachtung einer ausufernden und sich nicht auf das Wesentliche fokussierenden Welt gespiegelt, Was allerdings nicht an allen Stellen gelingt und des Öfteren in einem „Geplapper“, im „Worte um der Worte willen“ ausufert. Stellen, die man später dann gerne auch überliest, um den Faden nicht zu verlieren.   Dennoch trifft diese Weltbeschreibung. in der die „Alten“ aus ihren zertretenen Spuren nicht mehr herausfinden und die „Jungen“ für Mühe haben, in eine Form echten Lebens für sich „hineinzufinden“.. Eine langweilige und gelangweilte Welt, deren höchstes Gut Zerstreuung zu sein scheint, und sei es, in dem man Steine auf Autors wirft.   Ein Buch, das auf seine ganz eigene, teils durchaus auch weitschweifige Art und Weise hoch aktuell dem Leben einen Spiegel vorhält und all jene Oberflächlichkeiten, materielle Ausrichtung und, im Kern, dem Weglaufen der Welt vor sich selbst einen Spiegel vorhält.

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