Die Ärztin - Das Licht der Welt

von Helene Sommerfeld 
4,4 Sterne bei67 Bewertungen
Die Ärztin - Das Licht der Welt
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (61):
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Toller, historischer Schmöker ...

Kritisch (3):
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Absolute Enttäuschung - und voller Druck- und Rechtschreibfehler

Alle 67 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Ärztin - Das Licht der Welt"

Sternstunden der Medizin im deutschen Kaiserreich - und eine Frau schreibt Geschichte.
Band 1: Die Geburt einer neuen Zeit und die glanzvollen Jahre des jungen Kaiserreichs.

Brandenburg, 1876: Die Gärtnertochter Ricarda rettet der Tochter des Grafen Freystetten das Leben. Aus Dankbarkeit nimmt Komtess Henriette die 13-jährige Ricarda mit nach Berlin. Ihr Haus unter den Linden ist ein Mittelpunkt der Gesellschaft. Aber schon bald erlebt Rica die Schattenseiten der Hauptstadt. Niemand kümmert sich um kranke Frauen und Kinder, die in schmutzigen Hinterhöfen leben. Diesen Menschen will sie helfen. In Deutschland dürfen Frauen nicht Medizin studieren, doch Ricarda ist fest entschlossen, ihrem Traum zu folgen - gegen alle Widerstände.

Die packende und opulente Historiensaga in zwei Bänden um die Ärztin Dr. Ricarda Thomasius.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499273995
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:560 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:24.04.2018

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Rezensionen und Bewertungen

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    MissNorgevor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Toller, historischer Schmöker ...
    Ricardas Traum

    ✿ Kurz zur Geschichte ✿
    Sternstunden der Medizin im deutschen Kaiserreich – und eine Frau schreibt Geschichte: Teil 1 der packenden Historiensaga um die Ärztin Ricarda Thomasius.
    1876 verlässt die 13-jährige Gärtnertochter Ricarda schweren Herzens die ruhige Weite der Mark Brandenburg, um Henriette von Freystetten ins lebendige Berlin zu begleiten. Als Mündel der  Komtess lernt das aufgeweckte Mädchen eine faszinierende neue Welt kennen: Die unverheiratete Frau führt in der glanzvollen Kaiserstadt ein emanzipiertes Leben, hält Salons und praktiziert als eine der ersten deutschen Ärztinnen. Tuberkulose, Bleichsucht oder Frauenleiden – Dr. Freystetten hat sich bei ihren gutbetuchten Patientinnen längst einen Namen gemacht.
    Kranken Menschen zu helfen, dem Tod die Stirn zu bieten, davon beginnt auch Ricarda heimlich zu träumen. Denn um die siechen Frauen, die jenseits des Boulevards Unter den Linden in Armut leben, kümmert sich niemand. Ein selbstbestimmtes Leben, wie die Komtess es führt, ist für eine junge Frau ihres Standes zwar unvorstellbar. Aber Ricarda ist entschlossen, für ihr Glück zu kämpfen. Sie ahnt nicht, dass die herrische Komtess eigene Pläne für ihren Schützling schmiedet. Und dass Ricardas Begegnung mit einem jungen Medizinstudenten all ihre Vorsätze ins Wanken bringen wird.
    (Quelle: Seite des Rowohlt Verlags)
    ✿ Meine Meinung ✿
    Dies ist Band 1 der zweiteiligen Historiensaga um die Ärztin Ricarda Thomasius und mir hat der dicke Schmöker sehr gut gefallen. Wenn man sich für die damalige Zeit interessiert, die medizinischen Fortschritte und für starke, junge Frauen, die noch ihren eigenen Weg suchen und ihn dann auch beschreiten, obwohl er nicht einfach sein wird, dann sollte man dieses Buch lesen. Das Cover ist liebevoll gestaltet, in den Innenklappen ist eine Karte von Berlin aus dem Jahre 1878 abgebildet und zu Beginn der Geschichte ist eine Personenliste, die mir gute Dienste erwiesen hat. Helene Sommerfeld ist das Pseudonym eines Autoren-Ehepaares und sie haben einen anschaulichen, atmosphärische und ausdrucksstarken Schreibstil, der sehr lesenswert ist. Ein kleiner Minuspunkt war für mich, das an einigen Stellen zu viele Themen angerissen wurden und mir oftmals die Tiefe fehlte. Aber der Rest der Geschichte tröstet darüber hinweg. Als Charakter begleitet man Ricarda, die Tochter des Gärtners, die nach einen schweren familiären Schicksalsschlag von der Komtess Henriette von Freystetten als Mündel mit nach Berlin genommen wird und hier ihre ersten Schritte macht, dann geht sie in die Schweiz als Studentin um sich ihren Traum vom Leben als Ärztin zu verwirklichen. Doch das dies nicht so einfach wird und das nicht alle so glatt ablaufen kann ist klar. Zudem verliebt sich Ricarda noch in den Militärarzt Friedrich Thomasius und sie muss nun Entscheidungen treffen, die ihr weiteres Leben größtenteils bestimmen werden. Schafft sie es, ihrem Herzen zu folgen und ihr Leben selbstbestimmend zu gestalten? Extrem gemein finde ich ja den Cliffhanger am Ende dieses ersten Bandes, da kann sich mancher Thrillerautor ein Scheibchen von Abschneiden.
    ✿ Fazit ✿
    Ein historischer, starker Roman, der mir wieder vor Augen führt, das ich wirklich froh bin im Heute zu leben. 

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    Gremlins2s avatar
    Gremlins2vor 6 Tagen
    Atemberaubend und grandios

    Die Ärztin : Das Licht der Welt
    Helene Sommerfeld
    Rowohlt

    Dieser Auftaktband der Dilogie hat mich unglaublich beeindruckt und berührt.
    Das Autorenduo versetzt den Leser mit allem was dazugehört in das damalige Kaiserreich.
    Frauen sind Menschen zweiter Klasse, die adligen regieren ihre Untertanen und wer nicht in diese Kategorie hineingeboren wird ist arm dran.
    Ricarda ist die Tochter des Gärtners auf Schloss Freystetten in Brandenburg. In der ländlichen Gegend geht es ruhig und beschaulich zu. Eines Tages rettet sie der Nichte von Komtess Henriette von Freystetten das Leben, diese jedoch dankt es ihr schlecht. So muss Ricarda als Mündel der Komtess diese ins lebhafte, laute Berlin begleiten. Inspiriert durch Henriettes Tätigkeit dort, fasst Ricarda einen Entschluss. Sie will Ärztin werden, jedoch ist es im damaligen Kaiserreich einer Frau nicht gegeben Medizin zu studieren. Ricarda lässt sich davon nicht entmutigen und geht in die Schweiz um dort an der Züricher Universität ihren Traum wahr zu machen.
    Das Buch umfasst die Jahre 1876 bis 1890 und wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Sehr anschaulich und bildlich wird das Setting beschrieben, ich war völlig fasziniert von der Recherche und der authentischen Wiedergabe der damaligen Zeit.
    Der Schreibstil ist durchgehend, sehr ausdrucksstark und mit Dialekt unterlegt. Unglaublich fließend und fesselnd. Ich habe das Buch in einem Durchlauf gelesen und bin hervorragend unterhalten worden.
    Dynamisch erzählt, ohne langweilige Längen und mit einer konstanten lebhaftigkeit versehen. Ein breites inhaltliches Spektrum, welches ich hier geboten bekam und deren Inhalt mich vollkommen gefangen genommen hat.
    In der heutigen Zeit ist dies was unsere Vorfahren erlebt haben, kaum noch vorstellbar, daher finde ich es sehr interessant und informativ solche Bücher wie dieses hier zu lesen.
    Geschickt ziehen die beiden Autoren ihre Leser auf eine meisterhafte Art und Weise in die Vergangenheit.
    Ihren Protagonisten hauchen Sie perfekt Leben ein und platzieren jede einzelne Figur wunderbar in der jeweiligen zugedachten Rolle. Mich hat jeder einzelne Charakter nachhaltig eingenommen und beeindruckt. Auch gelingt es den beiden Autoren die dargebotenen Emotionen empatisch auf den Leser zu übertragen.
    Dieser atemberaubend und unglaublich exzellente Auftakt hat mich intensiv und sagenhaft unterhalten, dafür gibt es ganz klar fünf dicke Sterne und eine glasklare Kauf - und Leseempfehlung. 

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    Klusis avatar
    Klusivor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Erste Hälfte eines großartigen Romans um eine starke junge Frau
    Die Ärztin - Das Licht der Welt

    Mark Brandenburg im Jahr 1876: Ein tragisches Unglück, das sich an Weihnachten auf Gut Freystetten ereignet und bei dem die Gärtnerstochter Ricarda Petersen der gleichaltrigen Flora von Freystetten das Leben rettet, wird für die 13-jährige Rica zum Schlüssel in eine andere Welt. Komtess Henriette, Floras Tante, nimmt das junge Mädchen zum Dank in ihre Obhut und mit sich nach Berlin, wo sie als eine der ersten Ärztinnen praktiziert. Hier ermöglicht sie Rica eine gute Schulbildung. Ich habe regen Anteil an Ricas Schicksal genommen, die im fernen Berlin eine ganz andere Welt kennenlernt. Je mehr sie vom Elend der armen Bevölkerung erfährt, umso mehr wächst ihr Wunsch, in die Fußstapfen der Komtess zu treten und ebenfalls Ärztin zu werden. Aber eigentlich ist diese Ausbildung Mädchen ihres niederen Standes verwehrt und das Medizinstudium in Deutschland für Frauen nicht gestattet. Rica arbeitet jedoch hartnäckig, mit großem Fleiß und Durchhaltevermögen auf ihren Traumberuf hin. Der Weg ist nicht immer eben, und vor allem kurz vor dem Ziel fürchtet Rica, dass alles umsonst gewesen sein könnte.


    Dies ist ein Entwicklungsroman, der das Schicksal von Rica über die Jahre hin ausführlich und mit viel Feingefühl beleuchtet. Man lernt Ricarda als starken Charakter kennen, aber sie ist nicht nur strebsam und ehrgeizig, sondern sie hat auch viel Herz, und sie war mir von Anfang an sympathisch. Umso mehr habe ich mit ihr gelitten, als sie in eine schier ausweglose Situation gerät.

    Auch Ricardas Umfeld und die anderen Charaktere haben mir sehr gefallen. Man erfährt sehr viel über Berlin Ende des 19. Jahrhunderts, vor allem über die Situation der armen Menschen und die Benachteiligung der Frauen. Komtess Henriette, eine starke Persönlichkeit, widersetzt sich allen Konventionen und arbeitet als Ärztin. Ihr wachsender Erfolg wird nicht überall gerne gesehen, und sie braucht viel Durchsetzungsvermögen, um in dieser damaligen Männerdomäne zu bestehen. Mit ihr und Ricarda prallen zwei willensstarke Charaktere aufeinander, was nicht immer harmonisch ausgeht, aber ich finde es toll, wie emanzipierte Frauen der damaligen Zeit ihren Weg gingen. Sowohl in Henriettes Haus als auch in Zürich, wo Rica später studiert, begegnet man im Lauf der Handlung immer wieder engagierten Ärztinnen, historischen Persönlichkeiten, die es real gegeben hat. Es ist spannend, zu verfolgen, welche medizinischen Erkenntnisse damals vorherrschten bzw. gewonnen wurden.

    Der Cliffhanger am Ende dieses ersten Teils ist für die Leser ganz schön hart, denn er stellt unsere Geduld auf eine starke Probe. Auf den zweiten Band müssen wir noch bis Ende November warten.

    Aufmerksamen Lesern des Klappentextes wird zwar nicht entgangen sein, worauf die Handlung im zweiten Band wohl hinausläuft, aber wie es dazu kommt und was Rica auf ihrem Weg zum Ziel noch so alles erlebt, darauf bin ich sehr gespannt.

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    Siko71s avatar
    Siko71vor 10 Tagen
    Einfach ergreifend

    Ich will mehr!!!
    Einfach ergreifend dieses Buch.
    Ricarda Tochter des Gärtners und der Köchin vom Landsitz Freyenstetten, wird nach dem Tod ihrer Schwester klar, ich möchte Menschen heilen. Die Komtess Henriette nimmt sie mit nach Berlin, wo sie ihren Traum wahr werden lassen kann.
    Sie lernt dort den jungen Siegfried kennen, der ebenfalls eine medizinische Ausbildung beim Militär macht und beide verlieben sich ineinander. Aber hat diese Liebe eine Zukunft?
    Ricarda geht nach Zürich um dort das Studium zur Ärtzin aufzunehmen und dort abzuschliesen. Was ihr auf dem Weg bis dahin alles passiert ist in diesem Buch sehr gut dargestellt.

    Ich habe seit langem mal wieder mich richtig in ein Buch reinversetzen können. Der Schreisbtil und die Geschichte um Ricarda haben mich komplett in Bann gezogen. Interessant, wie wenig Wissen über Viren, Bakterine und co. in diesen Jahren vorhanden war. Und wie sich doch die Frauen als Ärztinnen in dieser Zeit einen Namen geschaffen haben.
    Ich freue mich auf den zweiten Band und kann einfach nur volle Punktzahl geben.

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    ginnykatzes avatar
    ginnykatzevor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Interessant und mit viel Herz wird hier die Geschichte von Ricarda Petersen erzählt. Freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung.
    „Die Tochter der Köchin soll also mein Vorbild sein?“

    „Die Tochter der Köchin soll also mein Vorbild sein?“

    Die 13-jährige Ricarda Petersen lebt ein einfaches aber gutes Leben im Jahre 1876 als Tochter des Gärtners und der Köchin auf Schloss Freystetten. Durch einen tragischen Unfall wird sie Zeugin, wie Komtess Henriette ihrer Nichte das Leben rettet. Sie ist Ärztin. Ein Beruf den hier nur Männer ausüben dürfen, erzählt sie ihr. Sie hat aber in Zürich studiert, wo Frauen auch Ärztinnen werden dürfen. Das alles hört sich für Ricarda ganz unglaublich und weit weg von ihrem Leben, an.

    Als Henriette von Freystetten dann nach Berlin zurückkehren möchte, muss sie ihrem sterbenden Vater aber versprechen, sich um Ricarda zu kümmern. Kurzentschlossen nimmt Henriette sie mit in die Großstadt und will ihr dort eine gute schulische Ausbildung zukommen lassen, denn Ricarda hat bei dem besagten Unglück bewiesen, dass sie mutig ist und eine große Auffassungsgabe hat.

    Von jetzt auf gleich dreht sich Ricardas Welt in ganz anderen Dimensionen. Eben noch ist sie traurig, nicht bei ihrer Familie sein zu können, um dann im nächsten Augenblick zu erkennen, dass sie hier genau richtig ist, denn ihr Wissensdurst ist unersättlich.

    Sie lernt viel und schnell. Durch eine Kleinigkeit, die in ihren Augen aber richtig war, wird Ricarda ins Gefängnis geworfen und hilft dort der Krankenschwester bei ihrer täglichen Arbeit, die kranken Frauen zu pflegen. Ihr Wunsch ist klar, sie will auch helfen. Aber der Weg den sie gehen wird, um das zu erreichen ist schwer und steinig. Und dann erkennt sie bald, dass sie mehr als nur Kranke pflegen will, sie möchte sie auch heilen.

    Wird Ricardas Traum Wirklichkeit? Kann sie auch einmal Ärztin werden?

    Fazit:

    Hinter dem Autorenname Helene Sommerfeld verbirgt sich das Pseudonym eines Berliner Autoren-Ehepaares. Mit „Die Ärztin – Das Licht der Welt“ schreiben sie den 1.Teil der zweiteiligen Historiensaga um die Ärztin Ricarda Thomasius. Sofort bin ich bei ihr und lasse mich in das Jahr 1876 und die Geschehnisse auf Schloss Freystetten mitnehmen.

    Der Schreibstil gefällt mir gut und ist flüssig zu lesen. Manches Mal fehlt mir ein wenig die Tiefe und an anderer Stelle sind die Einblicke dann zu ausschweifend beschrieben. Das richtige Gleichgewicht zu finden ist sicher das schwierigste bei diesem Roman. Einerseits möchte der Leser so viel wie möglich aus der Zeit, der Umgebung, des Lebensstils und der Menschen, wissen. Andererseits aber auch, wie in der damaligen Zeit Kranken und Verletzten geholfen wurde und wie die medizinischen Voraussetzungen waren und wie schnell sie voranschritten.

    Jedem einzelnen Charakter verleiht die Autorin ein ganz eigenes Gesicht. Mir gefällt Ricarda wirklich gut. Meine Lieblingsprotagonistin ist hier aber eindeutig Dr. Käthe Hausmann. Sie war mir von Anfang an sympathisch, sie pokert nicht, sie sagt immer genau das, was sie sagen möchte, ganz egal was andere denken.

    Mich konnte die Autorin überzeugen, denn die Geschichte um Ricarda ist interessant und oftmals mit sehr viel Mitgefühl erzählt, mein Kopfkino lief auf Hochtouren. Daher vergebe ich hier gerne 4 Sterne, eine klare Leseempfehlung und freue mich schon jetzt auf die bald erscheinende Fortsetzung. 

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    Gartenkoboldvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: spannend und fesselnd geschrieben- Pageturner
    Beeindruckend und emotional

    Brandenburg, 1876: Ricarda, die Protagonistin wächst als Gärtnerstochter auf Schloss Freystetten auf. Ihr Leben ändert sich, als sie der Tochter des Grafen, Florentine, das Leben rettet und als Dank von Komtess Henriette nach Berlin mitgenommen wird. Dort betritt sie eine ganz andere Welt , lernt das unterschiedliche Leben des Adels und der Armen kennen, die sich im Gegensatz zum Adel keine ärztliche Behandlung leisten können. Sie würde gerne Ärztin werden, doch das ist Frauen in der damaligen Zeit in Deutschland verwehrt, sie könnte nur im Ausland Medizin studieren und sie beginnt zu kämpfen, als dann noch ein Student ihr Herz erobert, wird es kompliziert….
    Helen Sommerfeld hat einen von Beginn an fesselnden und packenden Roman geschrieben, flüssig und leicht lesbar und sie lässt vor dem Augen des Lesers die damalige Zeit lebendig auferstehen – sie schildert voller Emotionen die Standesunterschiede der damaligen Zeit, die Schwierigkeiten, mit denen Frauen in der von Männern regierten Welt zu kämpfen hatten und den Mut der Frauen, für ihre Ziele und Ideale einzustehen, zu kämpfen, auch mal Umwege in Kauf zu nehmen, um Ziele zu erreichen; Frauen die sich nicht entmutigen ließen und mit ihrem Mut und ihrer Courage langsam und beständig einen Wandel in eine neue Zeit vorbereitet haben und einer Protagonistin, der sie den Raum gibt, sich langsam und beständig zu einer selbstbewussten jungen Frau zu entwickeln, die auch ihr eigenes Tun hinterfragt.
    Die Charaktere der handelnden Personen wirken authentisch, lebendig und sind nachvollziehbar, selbst wenn man als Leser manches Mal einige Handlungen schwerlich nachvollziehen kann – wir selbst haben in dieser Zeit nicht gelebt und die Frauen kannten damals keine anderen Ausweg. Sie schildert aber auch Freundschaften, die sich trotz unterschiedlicher Herkunft wunderbar entwickeln und die in guten und schlechten Zeiten zueinander stehen.
    Für mich ist dieser Roman ein gelungener Auftakt zu der Geschichte über die Ärztin Ricarda Thomasius und ich freue mich auf die Fortsetzung, die hoffentlich den spannenden „Cliffhanger“, mit dem Band 1 endet, auflöst.

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    Erdhaftigvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Dialoge, die den Leser das Ungesagte erahnen lassen und so das Leservergnügen enorm erhöhen.
    Die Ärztin - das Licht der Welt

    Die Geschichte ist spannend und interessant verfasst. Für mich wichtig sind gut recherchierte Fakten und Personen, die wirklich gewirkt haben, eingebettet in eine gut und vergnüglich zu lesende Geschichte. Das ist Helene Sommerfeld einwandfrei geglückt. Man kann sich sowohl die Viertel der damaligen Städte Berlin und Zürich als auch das ländliche Gut bildlich vorstellen. Eingeflochtene Dialekte samt Beschreibungen der Lebensweisen in verschiedenen Bezirken und Gesellschaftsschichten bieten den nötigen Lokalkolorit, um in die Vergangenheit 1869 - 1884 abzutauchen. Körperlich im Garten, geistig in der Kaiserzeit. Das gelingt mit diesem Roman aufs Beste!   Dazu lernt man viel über die Rolle der Frau in den Gedanken der damaligen Männerwelt. Dazu wie und warum sich in den Reihen der Frauen der Widerstand gegen diese Haltung gegen die Weiber regt. Wie klein sie gehalten wurden und wie viel Macht die Polizei in der preußischen Ordnung hatte. Die Emanzipation, sie nahm damals ihren Anfang und ist noch keine zweihundert Jahre her.

    Der gesamte Roman besitzt hervorragend ausgearbeitete Figuren, dazu gut gesetzte Spannungsbögen samt kleinen Höhepunkten. Dialoge, die den Leser das Ungesagte erahnen lassen und so das Leservergnügen enorm erhöhen. Eine lockere und sachkundige Schreibe vervollständigt den Schmöker.

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    Taluzivor 3 Monaten
    Eine Frau geht ihren Weg

    Die Gärtnertochter Ricarda muss mit ansehen wie ihre Schwester ertrinkt. Vorher schaffte sie es noch Florentine die Tochter des Grafen aus dem Wasser zu ziehen. Daraufhin nimmt Komtess, die Tante des geretteten Mädchens Henriette von Freystetten das 13jährige Mädchen als ihr Mündel an und nimmt sie 1876 mit nach Berlin.

    Hier lernt Ricarda eine faszinierende neue Welt kennen. Die Komtess führt ein emanzipiertes Leben und praktiziert als eine der ersten deutschen Ärztinnen.

    Eines Tages verliebt sie sich in einen Medizinsutdenten. In Ricarda reift der Wunsch auch Menschen zu helfen, dennoch vergisst sie nie ihre Herkunft.


    „Die Ärztin“ von Helene Sommerfeld ist ein Frauenroman, der dem Leser das historische Berlin, die medizinische Entwicklung und gesellschaftliche Stellung der Frau in der damaligen Zeit näher bringt. Helene Sommerfeld ist ein Pseudonym für ein Autorenehepaar aus Berlin.

    Im Buch befindet sich eine Karte, die das Berlin im Jahr 1880 zeigt. Dem Autorenduo ist es gelungen die Kluft zwischen dem wohlhabenden Bürgern und den Armen darzustellen. Durch einfließen lassen von Berlinerdialekt und tollen Beschreibungen der prachtvollen Villen oder dreckigen Hinterhöfen wird die Stadt, die damals noch einen Kaiser hatte, lebendig.

    Gut recherchiert waren die medizinischen Fakten. Spannend wie manche Menschen emsig geforscht haben, der große Wunsch bestand zu heilen und letztendlich die Wissenschaft sich weiterentwickelt hat.

    Die Charaktere dieses Buches sind glaubwürdig und vielseitig. Obwohl die Personen fiktiv sind, so gibt es laut Autoren reale Vorbilder. Besonders Ricarda, die im Mittelpunkte der Geschichte steht, wird anschaulich von ihrer Kindheit bis zum Erwachsenwerden dargestellt. Auch die Komtess mit ihrer dominanten Art wirkt authentisch.

    Am Ende überschlagen sich die Ereignisse nach dem vorher alles gemütlich seinen Gang ging. Das wirkt gehetzt und fingiert.

    Wie es sich für einen Roman gehört kommen auch die Liebesgeschichten nicht zu kurz. Etwas klassisch und kitschig, aber passend, da die medizinische und gesellschaftliche Entwicklung im Vordergrund stehen soll.

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    DanieDs avatar
    DanieDvor 3 Monaten
    Die Ärztin; Das Licht der Welt

    Ein beeindruckender Spiegel der damaligen Zeit. Das damals herrschende Frauenbild wird gut durchleuchtet, so dass man zum Nachdenken angeregt wird.


    Das Buch ist für mich sehr schwer zu bewerten, denn rein von den historischen Fakten konnte ich viel daraus zeihen, doch die Erzählweise war für mich eher schwierig. Oft hatte ich das Gefühl ein "Zuschauer" zu sein, was ich nicht besonders mochte, doch letztendlich wurde die damalige Lebensweise sehr schön herübergebracht... ich konnte Berlin förmlich riechen und schmecken.


    Ein armes, schwer arbeitendes Mädchen, bekommt durch ein trauriges Unglück die Chance das Leben der "besseren Gesellschaft" kennen zu lernen. Es hätte ein Märchen werden können, doch so manches Mal kam ihr das Leben dazwischen.


    Blut geleckt habe ich persönlich erst im letzten 1/4 des Buches, doch das liegt eher daran, dass ich mich schwer in die Erzählweise einfühlen konnte.


    Trotzdem freue ich mich schon auf den 2. Teil, denn irgendwie habe ich Rica nun doch sehr lieb gewonnen und muß wissen, wie es weiter geht.


    Fazit:

    Wenn man es mag von außen auf eine Person zu schauen, ist es, meiner Meinung nach, ein sehr schönes Buch mit interessanten Fakten zu der damaligen Sicht auf Frauen von unterschiedlichstem Stand.

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    iur83s avatar
    iur83vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Schöner historischer Roman, schöne Sommerlektüre
    Das Licht der Welt

    Die Ärztin von Helene Sommerfeld ist mit 560 Seiten im ROWOLT Verlag erschienen.

    Zum Inhalt:
    In diesem Roman dreht es sich um die 13 jährige Ricarda, die nach dem Tod ihrer Schwester von der Komtess (sie ist Ärztin), als Mündel mit nach Berlin genommen wird. Dort lernt sie eine ganz andere Welt kennen, die erst sehr befremdlich auf sie wirkt.
    Bei der Komtess (Dr.Henriette von Freystetten) wird sie mit der Welt der Medizin bekannt gemacht.
    Ricarda absolviert ein Medizinstudium, bei dem sie einen einen Jungen kennenlernt.
    Ob sie sich in ihn verliebt, was den beiden wiederverfahren wird?
    Was passiert Ricarda alles während der Zeit in Berlin?


    Mein Fazit:
    Ricarda habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen. Als sie bei dem tragischen Unfall ihrer Schwester dabei war und ihr nicht helfen konnte, das war schon sehr herzzereißend zu lesen.
    Toll finde ich, dass sehr viele Themen angeschnitten werden, wie z.B. Abtreibung, Politik uvm.
    Am Anfang findet der Leser sogar eine Liste, der Personen im Buch.
    Es gab einige Kapitel, die sich für mich in die Länge gezogen haben, daher einen Punkt abzug.

    Der Schreibstil war leicht und daher schnell flüssig zu lesen.
    Trotz der vielen Seiten kommt man schnell voran.

    Ich freue mich auf Band 2.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Marina_Nordbrezes avatar

    Ärztin aus Leidenschaft im deutschen Kaiserreich

    In "Die Ärztin – Das Licht der Welt" zeichnet Helene Sommerfeld ein eindrucksvolles Bild des deutschen Kaiserreichs am Ende des 19. Jahrhunderts und lässt uns teilhaben am Leben von Ricarda Thomasius. Die junge Frau ist schockiert von den furchtbaren Zuständen in der deutschen Hauptstadt und beschließt, Ärztin zu werden. Doch zu diesem Zeitpunkt dürfen Frauen nicht Medizin studieren. 

    Wie Ricarda trotzdem ihren Weg geht, erfahrt ihr in "Die Ärztin – Das Licht der Welt", welches wir im Rahmen unserer Leserunde an 25 interessierte Leser vergeben!

    Über das Buch:
    Brandenburg, 1876: Die Gärtnertochter Ricarda rettet der Tochter des Grafen Freystetten das Leben. Aus Dankbarkeit nimmt Komtess Henriette die 13-jährige Ricarda mit nach Berlin. Ihr Haus unter den Linden ist ein Mittelpunkt der Gesellschaft. Aber schon bald erlebt Rica die Schattenseiten der Hauptstadt. Niemand kümmert sich um kranke Frauen und Kinder, die in schmutzigen Hinterhöfen leben. Diesen Menschen will sie helfen. In Deutschland dürfen Frauen nicht Medizin studieren, doch Ricarda ist fest entschlossen, ihrem Traum zu folgen –gegen alle Widerstände.

    >> Neugierig geworden? Dann unbedingt in die Leseprobe reinlesen!

    Gemeinsam mit Rowohlt vergeben wir in unserer Leserunde 25 Exemplare von "Die Ärztin – Das Licht der Welt". Was ihr tun müsst, um dabei zu sein? Bewerbt euch bis einschließlich 03.06.2018 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage:

    Was fasziniert euch besonders an historischen Romanen?

    Ich bin schon gespannt auf eure Antworten und drücke euch ganz fest die Daumen.

    Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Leserunden.
    Zur Leserunde

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