Durch alle Zeiten

von Helga Hammer 
4,0 Sterne bei65 Bewertungen
Durch alle Zeiten
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Zanzarahs avatar

Sehr schöner Schreibstil, bewegend und zum kopfschütteln.

Daniel_Allertseders avatar

Ein wundervolles Buch!

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Inhaltsangabe zu "Durch alle Zeiten"

Ein echtes ganzes Leben

Elisabeth ist eine einfache Frau aus den österreichischen Alpen. Mit siebzehn Jahren verliebt das Mädchen mit dem Madonnengesicht sich in einen jungen Mann aus angesehener Familie. Diese Liebe darf nicht sein und lässt doch beide ihr Leben lang nicht mehr los. Klar und tiefbewegend schildert Helga Hammer eine archaische Bergwelt, geprägt von harter Arbeit und gesellschaftlichen Zwängen, von den 50er Jahren bis in die Gegenwart.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548290706
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:25.01.2019

Rezensionen und Bewertungen

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    Daniel_Allertseders avatar
    Daniel_Allertsedervor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wundervolles Buch!
    Ein wundervolles Buch!

    Meine Meinung

    Junge Menschen können sich nicht mehr so richtig vorstellen, wie es früher war. Wie es früher ablief, wie die Menschen gelebt haben, wie es war, ohne große Technik und dem allerneuesten Schnickschnack zu leben. Aus diesem Grund lese ich schon lange und gerne Bücher, die in der Zeit vor der Jahrhundertwende spielen – am besten nach dem zweiten Weltkrieg, um einfach diese damalige Welt mir besser vorstellen zu können. "Durch alle Zeiten" von Helga Hammer ist hierbei das Non-plus-Ultra unter den Romanen, deren Plot in den früheren Jahren spielen. Der Roman ist in den Fünfzigern angesiedelt – ein herrlich leichtes Leben in Österreich, eine große Familie, Leben auf dem Land, in den Alpen, die Bergwelt, ein archaisches Jahrzehnt und eine Heldin, die mein Herz im Sturm erobert hat. Die Heldin von Helga Hammers gefühlvollen Roman heißt Elisabeth, eine junge, tüchtige Dame, die den Leser von der ersten Minute an vollkommen überzeugt. 

       Stetig festgehalten hat mich die Entwicklung zwischen Elisabeth und Josef – der Konflikt, der mich nicht mehr losgelassen hat, die Beziehung zwischen sich zwei hassenden Personen, die Helga Hammer originell und sehr real konstruiert hat. Dieser Konflikt, der immer so ganz nebenbei passierte, war eigentlich ein für mich ein essenzieller Grund, Elisabeth auf Grund ihres Lebensstandes zu lieben und ihre Geschichte vollkommen kennenzulernen. Wir treffen Individuen wie Niklas, Richard, Marta, Tante Irma, Oma Irma und Gerhild – viele Namen, viele Geschichten, viele Verwicklungen. Besonders schön fand ich den Namen Niklas, der viel zu selten in literarischen Werken verwendet wird. Elisabeth ist bemitleidenswert, wir Leser wünschen uns, wir könnten sie unterstützen, umso erstaunter sind wir dann, wenn wir die Entwicklung von Elisabeth bis zum Schluss verfolgen – vom kleinen Häuschen zum großen Gasthaus, vom großen Gasthaus mit Zoo zu einem idyllischen Leben in den Alpen. Helga Hammer konnte mich vollkommen unterhalten, die liebevolle, schwer schuftende Familie mit dem kleinen Bären und dem herrischen Josef, der mich an eine Person aus meiner Familie erinnert hat. Aus diesem Grund auch wollte ich unbedingt wissen, was mit Josef passiert – und was mit Josef passierte, freute mich. Elisabeth kämpft, ist stark, entwickelt sich prächtig. Sie ist ein dynamischer Charakter mit liebevollen und herrlich weiblichen Zügen. Die Deuteragonisten, die alle vereinzelt und abwechselnd auftreten – wie die Tante Irma, wie der Richard oder auch der Niklas – waren an einem Punkt zu viel, an einem anderen zu kurz gekommen. Es dreht sich alles um Elisabeth – und das ist gut so. Die Autorin hat sich auf ihre Heldin fokussiert und portraitiert ihre Vergangenheit, ihre Gegenwart und ihre Zukunft bravourös. Geführt von einem starken und fließenden Schreibstil lernen wir die einzigartige Elisabeth kennen. Ihre Gefühle, ihr Liebesleben, ihre Heimat, ihre Freunde, ihre Wünsche und Träume. Ein Roman, der mich komplett überzeugen konnte, den ich wirklich sehr gerne gelesen habe.  

    Fazit

     

    "Durch alle Zeiten" von Helga Hammer ist äußerst stark und sehr authentisch, nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrend, belehrend und sehr empfehlenswert!

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    L
    lesemaus301vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Guter Debütroman von Helga Hammer
    "Ewige Liebe, ewiges Versprechen, ewiges Verstecken"

    Helga Hammers "Durch alle Zeiten" schildert das bewegende Leben von Elisabeth. 

    Elisabeth verliebt sich in jungen Jahren in Niklas, ein junger Mann aus reichem Hause. Auch verliebt sich in sie, aber er entscheidet sich gegen sie und so nimmt das Leben seinen Lauf. Elisabeth verlässt das Land und geht nach England. Als ihre Mutter stirbt, kommt sie zurück... schwanger und unverheiratet. Ein Mann muss her und sie heiratet den liebevollen Martin, der sie und das Kind über alles liebt. Doch Elisabeth sehnt sich nach mehr und trifft sich heimlich mit Richard. Als Martin sie erwischt, ist sie auf sich allein gestellt. So kommt es dazu, dass sie den gewalttätigen Josef heiratet. Und Niklas ist immer da... 

    Die Autorin erzählt abwechselnd die Geschehnisse der Vergangenheit und der Gegenwart und erzeugt so Spannung bis zum Ende des Buches. Auf jeden Fall empfehlenswert.

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    B
    Bucheule787vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Gutes Buch mit ein paar Mängeln
    Irrungen und Wirrungen eines ganzen Lebens

    In ihrem Debütroman "Durch alle Zeiten" erzählt Helga Hammer die Geschichte von Elisabeths Leben. Die junge Elisabeth verliebt sich in Niklas, einen jungen Mann aus wohlhabender Familie. Als dieser sie enttäuscht, verlässt sie ihre Heimat und will ihn nie wieder sehen. Aber das Leben führt sie immer wieder zueinander. So auch als er der einzige ist, der ihr bei der Geburt ihres dritten Kindes das Leben retten kann.
    Elisabeth bewegtes Leben wird von der Autorin gekonnt erzählt, wenn abwechselnd die Geschehnisse der Gegenwart und die der Vergangenheit beleuchtet werden. Man fragt sich, wie die junge lebensfrohe Frau von einst, bei diesem gewalttätigen Mann enden konnte und wo sie die Kraft herbekommt, um jeden Tag weiter zu machen.Auch die teilweise Verwendung des Dialekts trägt zur passenden Atmosphäre bei.
    Ein Buch, dass ich jedem empfehlen kann!

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    E
    echidnavor 10 Monaten
    Eine beeindruckende Frau

              Um ehrlich zu sein, hat mich das Cover des Buches zunächst ein wenig abgeschreckt. Es erweckt Assoziationen zu schwarzweißen Heimatfilmen aus den Fünfzigern. Doch das Buch hat mich positiv überrascht.
    Es wird die Lebensgeschichte von Elisabeth erzählt, einer einfachen Frau auf dem Lande, die nach ihrem persönlichen Glück sucht. Mir imponiert diese Frau, die sich von ihren eher ärmlichen Verhältnissen nicht von dem Versuch abgehalten lassen hat, mehr zu erreichen. Manchmal wirkt sie rücksichtslos, selten sogar unverantwortlich, doch dabei hat sie nur ihr Glück vor Augen und das Wohlergehen ihrer Kinder. 
    Elisabeth wirkt ihrer Zeit voraus zu sein. Sie ist eine moderne, starke, unabhängige Frau, die gefangen ist in den gesellschaftlichen Zwängen der früheren Zeit.
    Ihre Geschichte wird in zwei zeitlich getrennten Erzählsträngen erzählt. Der erste beginnt mit der Geburt ihres dritten Kindes und setzt somit weit nach dem zweiten Strang ein, der in ihrer Kindheit anfängt. Die abwechselnde Erzählweise ist zunächst ein wenig verwirrend, doch man gewöhnt sich schnell daran und so wird es auch nie langweilig.
    Nach der Lektüre der Geschichte wird einem klar, dass der Titel und das Cover des Buches sehr sorgsam ausgewählt wurden und trotz der etwas antiquitären Assoziationen sehr gut passen. Schließlich begleitet man Elisabeth durch alle Zeiten, sie wächst an ihren Erfahrungen und scheint aus der schwarzweißen, heilen Welt der Heimatfilme herauszuspringen in die farbenfrohe Moderne.
    Dass Elisabeth auf einer realen Person basiert (auch wenn laut Autorin vieles fiktiv ist), macht das Buch noch authentischer und Elisabeth noch beeindruckender. Insgesamt ein wunderbares Buch, wenn man sich auf die einfache Welt in den österreichischen Alpen einlassen kann.        

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    gaby2707s avatar
    gaby2707vor einem Jahr
    Eine interessante Lebensgeschichte

    Daich die Region Schladming-Dachstein, in der die Geschichte spielt,
    sehr gut kenne, musste ich dieses Buch unbedingt lesen.

    Elisabeth,aufgewachsen mit einigen Geschwistern in einem ärmlichen Bergbauernhof in der österreichischen Ramsau, ist
    die Protagonistin in dieser Geschichte. Sie will sich mit dem kargen
    Leben auf ihrem Bauernhof nicht abfinden, setzt bei ihren Eltern
    durch, dass sie eine Ausbildung auf der Haushaltungsschule machen
    darf. Sie trifft auf Niklas, ihre große Liebe, die aber nicht gelebt werden kann. Als Kindermädchen in London wird sie vom Hausherrn schwanger. Um nicht den Makel einer ledigen Mutter zu haben, heiratet sie in der Steiermark Mertin, einen Nachtwächter. Sechs Jahre später bekommt sie ein Kind von ihrem Cousin Richard und Martin reicht die Scheidung ein...

    Elisabeth ist eine Frau, die sich auf der Suche nach sich selbst immer wiederauf die falschen Männer einlässt. Sie fühlt sich zerrissen und ist immer auf der Suche nach dem Glück bzw. der großen Liebe.

    Helga Hanner, die die einen Teil der Lebensgeschichte einer Freundin
    erzählt, schreibt ihr Buch in zwei Zeitsträngen. Einmal ab dem
    Zeitpunkt der Geburt von Elisabeths drittem Kind Alfons, dann immer wieder in Rückblicken ab Elisabeths Geburt. Habe ich mich beim Lesen zuerst etwas schwer getan mit den dauernden Zeitsprüngen, haben sie mir aber dann geholfen, Elisabeths Tun besser zu verstehen und sie haben eine gewisse Spannung in die Geschichte gebracht.

    Elisabeth ist mir nie richtig sympathisch geworden. Manchmal tat sie mir leid, wie sie immer wieder neue Schicksalsschläge hat hinnehmen müssen. Andererseits finde ich sie sehr egoistisch und hart, wie sie teilweise ihrem Umfeld begegnet. Nur für ihre Kinder kämpft  sie wie eine Löwenmutter.

    Der schnörkellose, lebendige und offene Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Detaillierte und farbige Beschreibungen lassen sofort Bilder in meinem Kopf entstehen. Es ist kaum vorstellbar, dass noch bis vor einigen Jahren – vielleicht sogar heute noch – in einigen
    Regionen in unserer Umgebung das Leben der Frau durch ihren Mann bzw. ihre Herkunft bestimmt war.

    Einestarke Frau, deren Leben geprägt ist von harter Arbeit, den falschenMännern und der Liebe zu ihren Kindern; die versucht, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Spannende und fesselnde Unterhaltung.

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    Xanakas avatar
    Xanakavor einem Jahr
    Die vergebliche Suche nach Glück

    Die Zeiten sind hart in den 60er Jahren. Besonders für Elisabeth. Sie lebt in den österreichischen Alpen und bewirtschaftet einen Hof. Glücklich mit ihrem Leben ist sie nicht. Wie und warum sie ihr hartes Leben so leben muss erfährt der Leser in Rückblenden.

    Elisabeth wollte als junge Frau alles richtig machen. Sie ist auf der Suche nach Glück und der wahren, großen Liebe. Doch in der damaligen Zeit ist es alles noch viel schwieriger. Als sie sich verliebt, ist ihr schnell klar, dieser Mann ist einer anderen versprochen und wird sich auch nicht zu ihr bekennen. Rastlos zieht sie weiter, verliebt sich erneut und auch dieses Mal kann sich der Mann nicht zu ihr bekennen. Jedoch ist diese Liebe nicht ohne Folgen geblieben. Sie ist schwanger und braucht dringend einen Mann und Vater für dieses Kind. Es fällt ihr nicht schwer einen geeigneten Kandidaten zu finden, auch wenn sie diesen Mann nicht liebt.

    Es gelingt der Autorin durch den Wechsel der Zeitebenen ein Gefühl für das Leben in der damaligen Zeit zu wecken und dabei auch noch die Lebensgeschichte von Elisabeth zu erzählen. Als Leser habe ich mich oft gefragt, ist sie mir sympathisch diese Elisabeth? Wenn es um die Liebe geht, agiert sie ohne Überlegung und sehr selbstsüchtig. Ohne Rücksicht auf andere und auch ohne Nachzudenken über mögliche Konsequenzen gibt sie sich dem augenblicklichen Gefühlen hin. Das sie dabei immer wieder enttäuscht wird ist schon fast zu ahnen. Jedoch die Liebe zu ihren Kindern ist ihr trotz allem das Wichtigste.

    Letztendlich fand ich dieses Buch trotzdem ausgesprochen lesenswert und interessant. Es zeigt mehr als anschaulich, wie beschwerlich das Leben in den Bergen zu dieser Zeit war. Ich hätte nicht tauschen mögen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und verdiente vier Lesesterne.

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    K
    Klassikfanvor einem Jahr
    ein Buch, das berührt

    " Durch alle Zeiten " , hier ist der Titel Programm. Ein Buch , das einen von der ersten Seite an packt, einen weinen und lachen lässt und das Leben einer Frau offen legt , deren Lieben die Liebe und das Arbeiten war und die immer versucht hat, das Beste aus ihrem Leben zu machen. 
    Elisabeth wächst im letzten Jahrhundert in den österreichischen Bergen in ärmlichen Verhältnissen auf. Ihr Leben besteht zum großen Teil aus Arbeit, vor allem , als ihre Mutter stirbt.Doch sie will mehr vom Leben und versucht immer das Beste daraus zu machen, doch sie trifft immer auf die falschen Männer. 
    Dieses Buch, was lange auf meinen SUB lag, hat mich von der ersten Seite an in seinen Sog gezogen. Elisabeth, die Protagonistin hat mich von Anfang an fasziniert, wie sie ihr kärgliches Leben gemeistert hat, in dem die alten Strukturen vorherrschten, der Mann hat das Sagen, die Frauen das Nachsehen und die Arbeit. Trotzdem versucht sie das Beste aus allem zu machen, sich der Liebe zu verschreiben hindert sie allerdings immer daran ihrem Schicksal zu entkommen, denn die Männer sind ihr Schicksal und nicht immer das  beste. Doch Elisabeth ist stark und meistert ihr Leben mit all der vielen Arbeit, gibt sich mit dem zufrieden was sie hat und das ist nicht viel. Drei Kinder , von drei Männern setzt sie in die Welt , die ihr Freude und Kummer bereiten. Ein Leben, prall gefüllt , mehr kann ein Mensch nicht ertragen.
    Unterhaltsam, aber vor allem berührend wird diese Geschichte erzählt, die, was die Arbeit und die Stellung der Frau angeht, sicherlich kein Einzelfall ist.
    Mich hat dieses Buch sehr gut unterhalten. 

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    Svanvithes avatar
    Svanvithevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine Geschichte, die berührt, auch wenn die Heldin nicht unbedingt immer mit Sympathie punktet...
    Auf der Suche nach Glück

     „Durch alle Zeiten“ ist Helga Hammers erster Roman. Für ihr Debüt hat sie sich viel Zeit gelassen, denn mit 77 Jahren ist sie keine jugendliche Autorin. Genau wie ihre Protagonistin Elisabeth wurde sie 1940 geboren. Doch ihr Leben unterscheidet sich von dem ihrer Heldin.

    Elisabeth kommt aus einem österreichischen Alpendorf. Nach einer Kindheit in Armut, gelingt es der hübschen Elisabeth, ihr Elternhaus zu verlassen und zur Haushaltsschule zu gehen. Mit 17 verliebt sie sich in Niklas, der aus gutem Haus stammt und ihr ein besseres Leben bieten könnte. Indes bleibt sie nur ein Abenteuer für ihn. (Jahre später werden die beiden sich wiedersehen und dann nicht mehr voneinander loskommen.)

    Nach dem Desaster mit Niklas packt Elisabeth der Ehrgeiz, dem Leben nun alles abzuverlangen, was es ihr bietet. Sie geht als Kindermädchen nach London, beginnt ein Verhältnis mit Ariel, ihrem Arbeitgeber, und ist schwanger, als sie nach dem Tod ihrer Mutter nach Österreich zurückkehrt.

    Die Umstände zwingen sie, die nicht als uneheliche Mutter gebrandmarkt werden will, sich auf die Suche nach einem Vater für das ungeborene Kind zu begeben. Martin, ein Nachtwächter in der Lodenfabrik ihrer Tante, glaubt, mit Elisabeth nun endlich eine liebende Frau gefunden zu haben, hingegen ist er nur Mittel zum Zweck. Und die Idylle, die sie sich beide ersehnen, stellt sich nicht ein. Das Dasein bleibt hart und armselig...

    Nach einigen Jahren verliebt Elisabeth sich in Richard, ihren Cousin, und wieder wird sie schwanger. Es folgt erneut eine Trennung, nachdem Martin erschütternd erfahren muss, dass er weder der Vater von Franz noch der des zweiten Kindes ist. Als Geschiedene mit nunmehr zwei Kindern bleibt Elisabeth nur ein Ausweg: Sie heiratet den vermögenden Bauern Josef. Erst nach der Hochzeit offenbart sich Josefs wahrer Charakter – er ist ein Säufer und schlägt seine Frau.

    Ist das das Glück, das Elisabeth sich erträumt hat?

    Helga Hammer erzählt in zwei sich abwechselnden zeitlichen Handlungssträngen. Der erste setzt mit der Geburt des dritten Kindes ein und wird bis zur Gegenwart fortgeführt, während der andere die Kindheit und folgenden Jahre beleuchtet.

    In dichter, klarer und unsentimentaler Sprache, die fast ein wenig antiquiert anmutet, schildert die Autorin ein Leben auf dem Land, das aus heutiger Sicht so fremd erscheint, dass die Situation, in der sich Elisabeth befindet, gerade für junge Menschen nicht oder schwer verständlich ist. Eine Frau mit wechselnden Partnern passt nicht in das Bild, zumindest nicht in dem damaligen Zeitrahmen. In der modernen Welt gehören sich auflösende Beziehungen fast schon zum guten Ton und bleiben mehr oder weniger unbeachtet. Allerdings nicht in den Fünfigerjahren. Dabei basieren Elisabeths Erlebnisse auf der Biografie einer Freundin, sind aber in weiten Teilen fiktiv.

    Elisabeths Geschichte berührt durchaus, obwohl die junge Frau nicht unbedingt immer mit Sympathie punktet. Sie ist in eine Welt hineingeboren, die von harter Arbeit und gesellschaftlichen Zwängen geprägt ist, und muss sich in diesem Umfeld durchsetzen, um dem Leben etwas Glück abzutrotzen. In wenigen seltenen Momenten ist dies von Erfolg gekrönt. Und obwohl Elisabeth für vieles selbst Ursachen gesetzt hat, verlernt sie „Durch alle Zeiten“ nicht das Träumen und die Hoffnung, eines Tages wahrhaft glücklich zu sein. Das imponiert, wenngleich ihre manchmal doch auch rücksichtslose Art erschüttert. Elisabeth lebt mit ungezügelter Leidenschaft und unverhältnismäßig: drei Kinder von drei verschiedenen Männern, die auch charakterlich sehr unterschiedlich sind.

    Insgesamt geht Helga Hammer sehr respektvoll mit ihrer Protagonistin um, sie nimmt sie so, wie sie ist, ohne etwas zu beschönigen oder zu verschleiern. Sie macht deutlich, dass das Leben kein Wunschkonzert ist und dass es für einen ungetrübten und wertfreien Blick einer gewissen Lebenserfahrung bedarf.

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    P
    Privee2801vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Schöne Berge und starke Charaktere
    Entführung in die Bergwelt

    "Elisabeth ist eine einfache Frau aus den österreichischen Alpen. Mit siebzehn Jahren verliebt das Mädchen mit dem Madonnengesicht sich in einen jungen Mann aus angesehener Familie. Diese Liebe darf nicht sein und lässt doch beide ihr Leben lang nicht mehr los. Klar und tiefbewegend schildert Helga Hammer eine archaische Bergwelt, geprägt von harter Arbeit und gesellschaftlichen Zwängen, von den 50er Jahren bis in die Gegenwart." 

    So viel zur Kurzbeschreibung des Buches. 
    Es gibt zwei Erzählstränge im Buch. Den ersten Erzählstrang findet man in den ungerade bezifferten Kapiteln. Er spielt in der Buchgegenwart und beginnt Anfang der 70er Jahre. Der zweite Erzählstrang verläuft in den gerade bezifferten Buchkapiteln und erzählt aus Elisabeths Kindheit und Jugend. Elisabeth ist die Hauptprotagonistin des Buches. Sie ist Bergbauerin und lebt an der Seite eines für den Leser sehr unsympathischen, gewalttätigen Mannes. Doch damit kann man Elisabeth nicht in die Schublade bemitleidenswerte Frau stecken. Der Autorin Helga Hammer ist eine facettenreiche Figur mit Elisabeth gelungen mit der man durch die Geschichte hindurch nicht nur sympathisiert. 
    Die Sprache des Buches ist klar und einfach und doch emotional mitreißend. Man kann sich gut die Umgebung in der das Buch spielt vorstellen und meint die Figuren nach kennenzulernen. 
    Ich habe das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen und kann es für die kommenden, regnerischen Herbsttage gut empfehlen.

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    Isaoperas avatar
    Isaoperavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Nach einer sehr starken Leseprobe habe ich leider keinen emotionalen Zugang gefunden, fand die ständigen Zeitwechsel etwas viel.
    Hatte einfach mehr erwartet


    "Durch alle Zeiten" hat mich mit einer sehr starken Leseprobe spontan überzeugt. Man erhält Einblick in ein hartes und entbehrungsreiches Frauenleben und fragt sich, was dieser Frau alles widerfahren ist. Wie ist sie in diese Lebenssituation geraten? Wie konnte aus der hoffnungsvollen jungen Frau mit guter Berufsausbildung eine abgezehrte Frau werden, die in einer lieblosen Ehe gefangen ist?
    Die Lebensgeschichte der Protagonistin, Elisabeth, beruht teilweise auf wahren Begebenheiten, ist aber auch zu vielen Teilen fiktiv. Für mich ist die Identifikation der Autorin mit dieser Geschichte durchaus deutlich geworden, u.a. durch das interessante Nachwort. Genauere Informationen zu den realen und fiktiven Elementen fehlen jedoch, was ich als Leserin immer sehr schätze.
    Mein Problem mit diesem Buch war wohl die hohe Erwartung, die ich nach der Leseprobe an das Buch gestellt habe. Was man dort noch nicht erfährt, ist, dass die zeitliche Ebene der Geschichte in jedem einzelnen Kapitel wechselt. Das fand ich persönlich auf Dauer zu häufig und recht anstrengend zu lesen. Die Protagonistin war für mich keine Identifikationsfigur, was ja auch nicht immer der Fall sein muss, aber hier fehlte mir auch der emotionale Zugang zu ihr. Natürlich ist das, was ihr widerfährt, oft hart, aber ihr eigenes Handeln und ihre Gedankenwelt sind für mich oft nicht nachvollziehbar und für mich hätten andere Figuren, wie z.B. Martin, deutlich stärker herausgearbeitet werden können. Eigentlich konnte ich dessen emotionale Welt deutlich besser nachvollziehen und ich finde es schade, dass man z.B. über sein Leben nach der Trennung von Elisabeth so wenig erfährt.
    Gegen Ende wurden mir die verschiedenen Wendungen etwas zu viel. Wenn diese vielen Personen und Handlungsstränge auf wahren Begebenheiten beruhen, ist es natürlich völlig richtig, die Komplexität der Sache darzustellen, aber dafür hätte ich mir dann mehr Ruhe und mehr Seiten gewünscht.


    Für mich leider insgesamt nicht richtig rund, nicht packend, nicht emotional genug. Schade! Ich merke, dass mich das wirklich enttäuscht hat, daher bleibt nach dem Lesen eine Enttäuschung zurück.

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