Helga Hutterer

 3.9 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von La Grande Bleue.

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Helga HuttererLa Grande Bleue
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La Grande Bleue
La Grande Bleue
 (7)
Erschienen am 15.03.2017

Neue Rezensionen zu Helga Hutterer

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Rezension zu "La Grande Bleue" von Helga Hutterer

Ein Buch, das historische und persönliche Elemente verbindet
Bkwrmvor 3 Monaten

La Grande Bleu von Helga Hutterer beschreibt einerseits spannende und bedrückende Informationen aus der Geschichte Algeriens und andererseits viele Episoden aus der Biographie der Autorin. Diese Kombination ist sehr authentisch und hat den Leser von Anfang an mitgenommen.

Beim Lesen hat man das Gefühl vor Ort mit dabei zu sein oder den Wunsch die Orte der Handlung zu besuchen, da die Beschreibung sehr bildhaft ist. Man kann sich gut vorstellen, mit Hannah durch Oran, Paris oder Algier zu reisen. 
Dennoch war ich am Ende etwas enttäuscht, da sich die Geschichte, die mit Krieg, Gewalt, Verlust und Terror beginnt, schließlich auf die Geschichte einer unglücklichen Liebesbeziehung zu einem älteren Mann reduziert. Nach allem, was die Autorin von Kindheit an erlebt hat, fand ich dieses Ende unpassend.
Dennoch war der größte Teil spannend und interessant zu lesen und vor allem eine authentische Darstellung der Ereignisse, die mir zuvor nicht so bekannt waren.
Insofern hat sich das Buch auf jeden Fall gelohnt. Gut gefallen hat mir außerdem die Gestaltung des Covers und das wertige Papier, etwas altbacken fand ich das Schriftbild. Prinzipiell kann ich es auf jeden Fall empfehlen. 

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C

Rezension zu "La Grande Bleue" von Helga Hutterer

Ein tolles Buch und überraschend spannend
chicken-ranvor 3 Monaten

Klappentext:

Roman aus dem algerischen Unabhängigkeitskrieg: Hannah, eine junge deutsche Ballettstudentin in Paris, folgt im
Mai 1962 ihrem Freund René, einem Pariser Rechtsanwalt mit undurchsichtigen politischen Kontakten nach Oran, dorthin, wo der brutalste Widerstand der Algerienfranzosen gegen die Loslösung von Frankreich tobt. Hannah übernimmt, als Journalistin getarnt, Aufgaben für René und gerät so in den Strudel des Untergangs dieser kosmopolitischen Stadt. In Alger, der Hauptstadt des neu gegründeten Staates, erlebt sie aus nächster Nähe die Auswirkungen des Bürgerkriegs und begegnet den wichtigsten Politikern. Bald muss sie jedoch erkennen, dass auch ihr ein harter Kampf um Unabhängigkeit bevorsteht …


Für mich war das Buch überraschend spannend und toll, mehr über die Geschichte von Algerien zu erfahren. Es läßt sich auf viele der heutigen politischen Situationen übertragen.
Das Buch lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Es ist sachlich, aber trotzdem sehr spannend.
Schade, dass Hannah so früh so schwer zu tragen hatte. Aber es ist schön, dass sie ihre Freiheit gefunden hat. Diese Erfahrung und sich mit sich selbst auseinanderzusetzen kann ihr niemand nehmen.
Toll, wie sie es gemeistert hat.

Ich fand das Buch wirklich toll geschrieben und sehr spannend. daher kann ich es nur weiterempfehlen.

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mabuereles avatar

Rezension zu "La Grande Bleue" von Helga Hutterer

Eine junge Frau findet ihren Weg
mabuerelevor 4 Monaten

„...Alles scheint sinnlos, sie fühlt sich verloren in einer Welt von Brutalität und Gewalt. Egal wohin sie gehen wird, dieser inneren Einsamkeit wird sie nie davonlaufen können, die wird sie immer einholen...“


Wir schreiben das Jahr 1962. In Oran ist es eine der Aufgaben des französischen Rechtsanwalts Renè Soyer, die verfeindeten Parteien an einen Tisch zu bringen und zu einem Friedensvertrag zu kommen. Ihm folgt seine 21 Jahre alte Freundin Hannah. Sie übernimmt Aufgaben für Renè und gibt sich anfangs als Journalistin aus.

Die Autorin hat eine intensive Geschichte über ein historisches Thema geschrieben. Dabei steht vor allem Hannahs Leben im Mittelpunkt der Handlung.

Der Schriftstil ist sehr distanziert. Dadurch wirken einige Szenen sehr beeindruckend und bedrückend.

Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Trotzdem bleibt für mich Renè eine undurchsichtige Erscheinung. Einerseits gibt er sich als Hannahs väterlicher Freund aus, andererseits benutzt er sie gnadenlos für seine Zwecke. Henri, ein Algerienfranzose, beschreibt ihn folgendermaßen:


„...Noch nie habe ich eine so charismatisch schillernde, in sich ruhende, geistig quirlige,von Rabelais nicht nur in der Körperlichkeit, sondern auch vom Intellekt her geprägte Persönlichkeit kennengelernt...“


Doch im Verlaufe des Romans ändert sich Renè erschreckend. Mehr und mehr kommt eine dunkle Seite zum Tragen.

Hannah hatte Deutschland verlassen, um in Paris Ballettunterricht zu nehmen. In einer kritischen Situation hatte ihr Renè unter die Arme gegriffen. Das erklärt ihre Bindung an den 30 Jahre älteren Mann. Ab und an gehen Hannahs Gedanken in die Vergangenheit. Trotz ihrer Jugend hat sie ein bewegtes Leben hinter sich, dessen Wurzeln in die Zeit des zweiten Weltkrieges zurückgehen.

1962 ist das Jahr der Entlassung von Algerien in die Selbstständigkeit und Freiheit. Während Hannahs Zeit in Oran taumelt diese Stadt ihrem Untergang entgegen. Auslöser ist der Terror der OAS, einer Organisation der Algerienfranzosen, die bis zuletzt auf eine eigene Enklave im Lande hofft. Hannah gerät in eine Welt von Brutalität und Angst. Terror der einen Seite ruft Racheaktionen der anderen hervor. Beide Gruppen nehmen keinerlei Rücksicht auf Frauen und Kinder. Die OAS will verbrannte Erde zurücklassen. Dafür ist ihr jedes Mittel recht.

Das Eingangszitat beschreibt, welche Folgen das Erlebte für Hannah hat.

Sehr genau werden die Handlungsorte beschrieben. Es gibt noch kleine Oasen der Ruhe und des Friedens, vor allem im arabischen Teil. Hier verwendet die Autorin treffende Metapher. Schnell aber zeigt sich, wie das normale Leben durch Schüsse aus dem Takt gerät.

Die Ereignisse in Oran verändern Hannah. Auf den Flug nach Alger, auf den sie Renè begleitet, denkt sie über ihre Zukunft nach:


„...Renè zwingt sie zu nichts, sie ist es, die ihm immer noch folgt...Vielleicht will sie das verlockende abenteuerliche Leben, das ihr Renè bietet, nicht aufgeben müssen...“


In Alger beginnt sie wieder für das Ballett zu trainieren. Es ist der erste Schritt zu ihrer Trennung.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. An einigen Stellen hätte ich mir allerdings ein paar mehr Informationen gewünscht. Das betrifft vor allem Renès politische Rolle. Dadurch würden eventuell sein negativen Veränderungen plausibler.

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Gespräche aus der Community

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STROUXeditions avatar

Spannend wie ein Krimi – aber mitten aus dem Leben geschrieben

Im Alter von 16 Jahren verlässt Hannah Deutschland, um in Paris klassisches Ballett zu studieren. Durch ihren Freund wird sie Teil politischer Verstrickungen und folgt ihm im Mai 1962 nach Oran - mitten in das Zentrum des blutigen Algerienkriegs. Dort übernimmt sie, als Journalistin getarnt, gefährliche Aufträge für ihn.


Zur Autorin
Helga Hutterer erlebte in Oran die Endphase des blutigen Algerienkriegs und arbeitete bis 1965 in Alger als Redakteurin und Übersetzerin bei der Wochenzeitschrift „La Coopération“. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland war sie unter anderem Bibliothekarin, Dramaturgie-Assistentin beim Rowohlt-Theaterverlag, Leiterin des künstlerischen Betriebsbüros am Hamburger Schauspielhaus, Regieassistentin und Regisseurin an den Münchner Kammerspielen sowie Regieassistentin bei Film -und Fernsehproduktionen. Helga Hutterer lebt heute in München.


Stroux Edition verlost passend zur großen Sommerurlaubszeit bis zum 10. Juni 10 Exemplare von „La Grande Bleue“. Wenn du teilnehmen willst, beantworte uns im Kommentarbereich folgende Frage:


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