La Grande Bleue

von Helga Hutterer 
3,9 Sterne bei7 Bewertungen
La Grande Bleue
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C

Für mich war das Buch überraschend spannend und toll, mehr über die Geschichte von Algerien zu erfahren

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Eine junge Frau findet ihren Weg in Zeiten von Krieg und Gewalt.

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Inhaltsangabe zu "La Grande Bleue"

(Deutsch)
Roman aus dem algerischen Unabhängigkeitskrieg: Hannah, eine junge deutsche Ballettstudentin in Paris, folgt im
Mai 1962 ihrem Freund René, einem Pariser Rechtsanwalt mit undurchsichtigen politischen Kontakten nach Oran, dorthin, wo der brutalste Widerstand der Algerienfranzosen gegen die Loslösung von Frankreich tobt. Hannah übernimmt, als Journalistin getarnt, Aufgaben für René und gerät so in den Strudel des Untergangs dieser kosmopolitischen Stadt. In Alger, der Hauptstadt des neu gegründeten Staates, erlebt sie aus nächster Nähe die Auswirkungen des Bürgerkriegs und begegnet den wichtigsten Politikern. Bald muss sie jedoch erkennen, dass auch ihr ein harter Kampf um Unabhängigkeit bevorsteht …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783981843002
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:STROUX edition
Erscheinungsdatum:15.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Bkwrms avatar
    Bkwrmvor 3 Monaten
    Ein Buch, das historische und persönliche Elemente verbindet

    La Grande Bleu von Helga Hutterer beschreibt einerseits spannende und bedrückende Informationen aus der Geschichte Algeriens und andererseits viele Episoden aus der Biographie der Autorin. Diese Kombination ist sehr authentisch und hat den Leser von Anfang an mitgenommen.

    Beim Lesen hat man das Gefühl vor Ort mit dabei zu sein oder den Wunsch die Orte der Handlung zu besuchen, da die Beschreibung sehr bildhaft ist. Man kann sich gut vorstellen, mit Hannah durch Oran, Paris oder Algier zu reisen. 
    Dennoch war ich am Ende etwas enttäuscht, da sich die Geschichte, die mit Krieg, Gewalt, Verlust und Terror beginnt, schließlich auf die Geschichte einer unglücklichen Liebesbeziehung zu einem älteren Mann reduziert. Nach allem, was die Autorin von Kindheit an erlebt hat, fand ich dieses Ende unpassend.
    Dennoch war der größte Teil spannend und interessant zu lesen und vor allem eine authentische Darstellung der Ereignisse, die mir zuvor nicht so bekannt waren.
    Insofern hat sich das Buch auf jeden Fall gelohnt. Gut gefallen hat mir außerdem die Gestaltung des Covers und das wertige Papier, etwas altbacken fand ich das Schriftbild. Prinzipiell kann ich es auf jeden Fall empfehlen. 

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    chicken-ranvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Für mich war das Buch überraschend spannend und toll, mehr über die Geschichte von Algerien zu erfahren
    Ein tolles Buch und überraschend spannend

    Klappentext:

    Roman aus dem algerischen Unabhängigkeitskrieg: Hannah, eine junge deutsche Ballettstudentin in Paris, folgt im
    Mai 1962 ihrem Freund René, einem Pariser Rechtsanwalt mit undurchsichtigen politischen Kontakten nach Oran, dorthin, wo der brutalste Widerstand der Algerienfranzosen gegen die Loslösung von Frankreich tobt. Hannah übernimmt, als Journalistin getarnt, Aufgaben für René und gerät so in den Strudel des Untergangs dieser kosmopolitischen Stadt. In Alger, der Hauptstadt des neu gegründeten Staates, erlebt sie aus nächster Nähe die Auswirkungen des Bürgerkriegs und begegnet den wichtigsten Politikern. Bald muss sie jedoch erkennen, dass auch ihr ein harter Kampf um Unabhängigkeit bevorsteht …


    Für mich war das Buch überraschend spannend und toll, mehr über die Geschichte von Algerien zu erfahren. Es läßt sich auf viele der heutigen politischen Situationen übertragen.
    Das Buch lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Es ist sachlich, aber trotzdem sehr spannend.
    Schade, dass Hannah so früh so schwer zu tragen hatte. Aber es ist schön, dass sie ihre Freiheit gefunden hat. Diese Erfahrung und sich mit sich selbst auseinanderzusetzen kann ihr niemand nehmen.
    Toll, wie sie es gemeistert hat.

    Ich fand das Buch wirklich toll geschrieben und sehr spannend. daher kann ich es nur weiterempfehlen.

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    mabuereles avatar
    mabuerelevor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Eine junge Frau findet ihren Weg in Zeiten von Krieg und Gewalt.
    Eine junge Frau findet ihren Weg

    „...Alles scheint sinnlos, sie fühlt sich verloren in einer Welt von Brutalität und Gewalt. Egal wohin sie gehen wird, dieser inneren Einsamkeit wird sie nie davonlaufen können, die wird sie immer einholen...“


    Wir schreiben das Jahr 1962. In Oran ist es eine der Aufgaben des französischen Rechtsanwalts Renè Soyer, die verfeindeten Parteien an einen Tisch zu bringen und zu einem Friedensvertrag zu kommen. Ihm folgt seine 21 Jahre alte Freundin Hannah. Sie übernimmt Aufgaben für Renè und gibt sich anfangs als Journalistin aus.

    Die Autorin hat eine intensive Geschichte über ein historisches Thema geschrieben. Dabei steht vor allem Hannahs Leben im Mittelpunkt der Handlung.

    Der Schriftstil ist sehr distanziert. Dadurch wirken einige Szenen sehr beeindruckend und bedrückend.

    Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Trotzdem bleibt für mich Renè eine undurchsichtige Erscheinung. Einerseits gibt er sich als Hannahs väterlicher Freund aus, andererseits benutzt er sie gnadenlos für seine Zwecke. Henri, ein Algerienfranzose, beschreibt ihn folgendermaßen:


    „...Noch nie habe ich eine so charismatisch schillernde, in sich ruhende, geistig quirlige,von Rabelais nicht nur in der Körperlichkeit, sondern auch vom Intellekt her geprägte Persönlichkeit kennengelernt...“


    Doch im Verlaufe des Romans ändert sich Renè erschreckend. Mehr und mehr kommt eine dunkle Seite zum Tragen.

    Hannah hatte Deutschland verlassen, um in Paris Ballettunterricht zu nehmen. In einer kritischen Situation hatte ihr Renè unter die Arme gegriffen. Das erklärt ihre Bindung an den 30 Jahre älteren Mann. Ab und an gehen Hannahs Gedanken in die Vergangenheit. Trotz ihrer Jugend hat sie ein bewegtes Leben hinter sich, dessen Wurzeln in die Zeit des zweiten Weltkrieges zurückgehen.

    1962 ist das Jahr der Entlassung von Algerien in die Selbstständigkeit und Freiheit. Während Hannahs Zeit in Oran taumelt diese Stadt ihrem Untergang entgegen. Auslöser ist der Terror der OAS, einer Organisation der Algerienfranzosen, die bis zuletzt auf eine eigene Enklave im Lande hofft. Hannah gerät in eine Welt von Brutalität und Angst. Terror der einen Seite ruft Racheaktionen der anderen hervor. Beide Gruppen nehmen keinerlei Rücksicht auf Frauen und Kinder. Die OAS will verbrannte Erde zurücklassen. Dafür ist ihr jedes Mittel recht.

    Das Eingangszitat beschreibt, welche Folgen das Erlebte für Hannah hat.

    Sehr genau werden die Handlungsorte beschrieben. Es gibt noch kleine Oasen der Ruhe und des Friedens, vor allem im arabischen Teil. Hier verwendet die Autorin treffende Metapher. Schnell aber zeigt sich, wie das normale Leben durch Schüsse aus dem Takt gerät.

    Die Ereignisse in Oran verändern Hannah. Auf den Flug nach Alger, auf den sie Renè begleitet, denkt sie über ihre Zukunft nach:


    „...Renè zwingt sie zu nichts, sie ist es, die ihm immer noch folgt...Vielleicht will sie das verlockende abenteuerliche Leben, das ihr Renè bietet, nicht aufgeben müssen...“


    In Alger beginnt sie wieder für das Ballett zu trainieren. Es ist der erste Schritt zu ihrer Trennung.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. An einigen Stellen hätte ich mir allerdings ein paar mehr Informationen gewünscht. Das betrifft vor allem Renès politische Rolle. Dadurch würden eventuell sein negativen Veränderungen plausibler.

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    M
    marillion27vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: lesenswerte Autobiografie
    La grande bleue

    Hierbei handelt es sich um eine Autobiografie der Autorin Helga Hutterer geb. 1941.
    Sie beschreibt in diesem Buch ihre Erlebnisse als junge Frau in den Jahren 1962-1966 in Algerien und Paris.
    In diesem Roman geht es hauptsächlich um zum Teil traumatische Ereignisse im Algerienkrieg als auch um ihre Beziehung zu einem 30 Jahre älteren Mann.
    Dadurch, dass die Autobiografie in der 3. Person erzählt wird, erlebt man alles sehr distanziert und auch die Protagonistin wirkt dadurch in dem Buch gefühlskalt auf mich.
    Anfangs liest es sich sehr spannend, wird dann allerdings im Mittelteil etwas langatmig, endet dann aber mit einem dramatischen Schluss.
    Ich hätte laut Klappentext inhaltlich etwas anderes von diesem Buch erwartet.

    Trotz allem, fand ich das Buch dennoch interessant und lesenswert.

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    Christine2000s avatar
    Christine2000vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Geschichte einer Ablösung
    La grande illusion

    La grande Bleue ist ein biographischer Roman. Ich kannte diese Stilform bisher nicht wirklich. Dass dies ein Roman ist über Hannah und dass ebendiese Hannah auch gleichzeitig die Autorin Helga Hutterer ist, habe ich tatsächlich erst nach einer ganzen Weile verstanden. Ob jedoch alle Details dem tatsächlich Erlebten entsprechen, das vermag ich nicht zu sagen. Ich fand die Form irritierend. Erzählt hier jemand seine Geschichte? Oder verfremdet er die persönliche Geschichte, um eine Geschichte zu erzählen, eine Art Zeitzeugin zu sein mit einem innerem Abstand? Ist der Abstand zum „ Ich“ das, was die Geschichte so zerrissen, so distanziert so quälend unnahbar macht? War das die Absicht? Ich weiß es wirklich nicht. Zum Inhalt: die junge, deutsche Ballett- Elevin Hannah, reist nach Paris, um an einer Ballettschule zu studieren. Ihr bißchen Geld kommt schnell abhanden, aber sie will nicht zurück nach Deutschland in ein kleinbürgerliches Leben in Süddeutschland. Da kommt es wie gerufen, dass sich der 30 Jahre ältere, weltgewandte René als Mäzen, als väterlichen Freund zur Verfügung stellt. Ihm macht es anscheinend Freude, die naive, schöne junge Frau wie seine ganz persönliche Eliza Doolittle zu formen. Hannah lernt den mondänen Luxus kennen, Salonphilosophie und Dekadenz. Gleichzeitig bleibt René undurchsichtig, wenngleich brillant und sehr geistreich. Was anfangs noch die pure Freiheit für Hannah bedeutet und nach Abenteuer riecht, wird schnell zu einer Art Abhängigkeit, ja Hörigkeit, auch wenn sie ihrem Freund bis zuletzt ihren Körper versagt. All dies geschieht vor dem Hintergrund brutaler Auflösung der Kolonialregierung in Algerien. Hannah, die ohne René im luftleeren Raum schwebt, keine eigene Lebensidee hat, folgt dem politisch engagierten „Freund“ nach Oran. Dort lebt sie von Anfang an mit Terror, Bomben und allgegenwärtiger Todesgefahr, was sie allerdings nicht so recht wahrzunehmen scheint. In dieser eigenartig traumwandlerischen Stimmung bleibt sie, bleibt der Erzählton, bis zum Ende des Romanes. Das Verhältnis zu René wird dabei immer absurder, man fragt sich als Leser ständig, was dieses ungleiche Paar aneinander kettet. Ich habe es bis zum Schluss nicht ganz verstanden. Die Stimmung in einem Land, das sich auflöst und neu zu erfinden versucht, findet Entsprechung in der Suche Hannahs nach Unabhängigkeit. Vielleicht ist das der Grund, warum die Geschichte genau dort spielt. So wie Algerien trachtet, sich vom Usurpator Frankreich, der Kultur, der Dekadenz und der Erpressung zu lösen, so will sich auch Hannah von René, der ihr viel gegeben hat, sie aber auch klein und abhängig hält, trennen. Es ist ein seltsames Buch, das mich durch die Heimatlosigkeit und Zerrissenheit der Heldin trotzdem berührt. Von Algerien habe ich wenig erfahren, es gibt nur kleine Augenblicke aufs verlorene koloniale Paradies zu erhaschen. Hannah jedenfalls wird durch ihren Blick auf die große Welt für immer fürs Kleinbürgerliche verdorben sein. La grande Bleue, das weite Meer bleibt als Sehnsucht. Ich als Leserin stehe ein wenig ratlos daneben. Vielleicht kann ich dem Buch nicht wirklich gerecht werden, denn ich habe das Gefühl, dass mir etwas Wesentliches entgangen ist. Gelohnt hat es sich trotzdem.

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    Milagrovor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Interessanter Einblick in die algerische Vergangenheit
    Einblicke in die algerische Vergangenheit

    Die Autorin, Jahrgang 1941,  erlebte 1962 in Oran die Endphase des Algerienkriegs und arbeitete bis 1965 in Algier als Journalistin. Sie legt hier einen biografischen Roman vor, der diese Zeit in den Mittelpunkt stellt. Die Protagonistin Hannah folgt als junge Frau ihrem Freund,der für die französische Regierung tätig ist, nach Algerien. Dort herrschen politische Unruhen wegen der Loslösung von Frankreich und Hannah erlebt das Geschehen hautnah mit. Kontrollen, unübersichtliche politische Entscheidungen, persönliche Anteilnahme und Gewalt reihen sich dabei aneinander. Zwischen diesen Unwägbarkeiten versucht sie ihre Beziehung mit dem deutlich älteren Freund zu leben und sieht sich jeweils an ihre Grenzen gesetzt. Obgleich diese Situationen stets sehr emotional sein müssten, bleibt Hannah distanziert. Echte, nachvollziehbare Emotionen habe ich in diesem Buch nicht entdecken können, das mag allerdings am kühlen Berichtsstil der Autorin liegen. Dadurch las sich die Geschichte für mich gerade nicht wie ein Roman, sondern wie ein knapper Report einer nicht näher betroffenen Person. Dabei sind die Einblicke, die sie uns in die damalige politische Situation bietet, durchaus interessant und spannend, wer kennt sich schon aus mit der algerischen Unabhängigkeit. Die stete Gewalt wird in vielen Szenen geschildert, teils recht nüchtern und eher ohne viel Gefühl. Auch gibt es einige Szenen, die hätten poetisch werden können, die Schönheit des Landes beispielsweise, doch wird dies leider nur am Rande erwähnt. Das ist auch deshalb schade, weil sich hierfür Raum ergeben hat. Über den politischen Hintergrund des Freundes hätte ich sehr gern mehr erfahren, da blieb eine Menge im Dunkeln, aber vielleicht ist man als so junger Mensch in politisch angespannten Situationen bereit, Dinge hinzunehmen, auch wenn ich mir das eigentlich nicht vorstellen kann. Insgesamt wurden die politischen Hintergrundinformationen geliefert, ich habe mehrfach weitere Details nachgelesen, insbesondere zu Politikern der Zeit, das war eine gute Anregung. Die Liebe, der Hannah gefolgt ist, habe ich nicht recht sehen können, es erschien doch eher Abenteuerlust, aber auch das ist ja ein guter Grund. 

     Für den erwarteten Roman war mir der Inhalt einfach nicht gefällig genug,  wie gesagt lag mir der Stil gar nicht, das war schade und  führte daher zu der Bewertung mit drei Sternen. 

    Kommentare: 2
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    stefanbvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: eine spannende Lektüre über die Endphase des Algerienkriegs
    die Endphase des Algerienkriegs

    Helga Hutterer entführt den Leser in ihrem Biographischen Roman „La Grande Bleue“ mitten in den Algerienkrieg, genauer gesagt zu den Stationen Paris, Oran und Alger, welche Hannah – Protagonistin des Buches – in den Jahren 1962 bis
    1966 erlebt.
    Dass selbstbiographische Belletristik informativ und zugleich spannend, packend sein kann, wird anhand dieses Werkes eindrucksvoll dargelegt.

    Bereits im Prolog wird der Leser mit der Lage in Algerien konfrontiert, eigentlich darauf vorbereitet, was ihn dort erwarten wird. René Soyer hat einen Posten durch François Mitterand im Oran erhalten und soll für die Regierung Frankreichs unter Charles de Gaulle mit der „algerischen Exilregierung GPRA und der Nationalen Befreiungsfront FLN, der Organisation der arabischen Muslime in Algerien, eine friedliche Übergabe der Stadt an die Araber aushandeln.“ [7] Dies ist der Auftakt für Hannah, die ihrem Freund René von Paris aus in den Oran folgt. Dass sie sich dabei auf eine anstrengende, spannende, aufregende und gefährliche Reise begibt, merkt sie direkt bei ihrer Ankunft. „Plötzlich fallen Schüsse. Eine Kugel pfeift nahe an ihrem Kopf vorbei. Neben ihr bricht der Mann zusammen…“ [17]
    Hannah kommt im Verlauf der Geschichte zur Unabhängigkeit Algeriens auch zwischen die Fronten der Konfliktparteien. Die Lebensbedrohlichen Situationen hindern sie aber nicht, weiter ihrem Freund René zu folgen. Das Buch legt die politische Situation Algeriens auf eine fesselnde Weise dar und schildert unter anderem die Geschehnisse rund um Boumedienne, Ben Bella für die FLN, Challe, Massu für Frankreich und Raoul Salan für die OAS (Organisation de l’armée secrète) einer französichen Untergrundorganisation. Und immer mitten im Geschehen: Soyer.
    Die Unabhängigkeit spielt nicht nur eine wichtige Rolle im blutigen Algerienkrieg, sondern betrifft auch sie, denn sie sieht sich auch mit existenziellen Fragen konfrontiert. Hannah kam als Kriegskind aus Jugoslawien nach Deutschland, erhielt unter anderem in Paris ihre Ausbildung zur klassischen Balletttänzerin. Es sind die kleinen Dinge, die ihr –außer René - halt geben. Im Verlaufe der Geschichte kommt Hannah zur Erkenntnis, dass die Unabhängigkeit auch für sie erstrebenswert ist, dass sich auch bei ihr etwas ändern muss, damit sie lebt, glücklich ist und beginnt einige Dinge zu hinterfragen.

    Der Schreibstil ist kurz, prägnant, teilweise kühl, nüchtern. Er hält den Leser auf Distanz. Lässt einen das Erlebte aus der Ferne betrachten. Für den Teil in Oran ist dies perfekt. Allerdings bleibt der Leser auch mit seinen Emotionen, der Gefühlswelt etwas außen vor. Man kann sich nicht mit Hannah identifizieren oder sich ganz in ihre Lage hineinversetzen. Dies ist schade und hätte den Teil ab „la grande bleue“ wesentlich spannender, attraktiver gemacht.

    Insgesamt ist das Buch eine spannende Lektüre über die Endphase des Algerienkriegs und zeigt tiefe Einblicke in die damalige Situation.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    STROUXeditions avatar

    Spannend wie ein Krimi – aber mitten aus dem Leben geschrieben

    Im Alter von 16 Jahren verlässt Hannah Deutschland, um in Paris klassisches Ballett zu studieren. Durch ihren Freund wird sie Teil politischer Verstrickungen und folgt ihm im Mai 1962 nach Oran - mitten in das Zentrum des blutigen Algerienkriegs. Dort übernimmt sie, als Journalistin getarnt, gefährliche Aufträge für ihn.


    Zur Autorin
    Helga Hutterer erlebte in Oran die Endphase des blutigen Algerienkriegs und arbeitete bis 1965 in Alger als Redakteurin und Übersetzerin bei der Wochenzeitschrift „La Coopération“. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland war sie unter anderem Bibliothekarin, Dramaturgie-Assistentin beim Rowohlt-Theaterverlag, Leiterin des künstlerischen Betriebsbüros am Hamburger Schauspielhaus, Regieassistentin und Regisseurin an den Münchner Kammerspielen sowie Regieassistentin bei Film -und Fernsehproduktionen. Helga Hutterer lebt heute in München.


    Stroux Edition verlost passend zur großen Sommerurlaubszeit bis zum 10. Juni 10 Exemplare von „La Grande Bleue“. Wenn du teilnehmen willst, beantworte uns im Kommentarbereich folgende Frage:


    Für wen würdest du ins große Blaue ziehen?


    Wir drücken die Daumen und freuen uns auf eure Antworten.

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