Helge Hesse Mit Platon und Marilyn im Zug

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Inhaltsangabe zu „Mit Platon und Marilyn im Zug“ von Helge Hesse

Was verrät uns die Freundschaft zwischen Machiavelli und Leonardo da Vinci über Macht? Was erfahren wir aus der tragischen Liebe zwischen Arthur Miller und Marilyn Monroe über unseren Hang zur Perfektion? Spannend und anschaulich beschreibt Helge Hesse 15 Begegnungen berühmter Persönlichkeiten, die ein Schlaglicht auf jeweils eine große Frage des Lebens werfen. Von Aristoteles und Platon über Winston Churchill und Charlie Chaplin bis John Lennon und Yoko Ono – die sich kreuzenden Lebenswege dieser schillernden, manchmal auch schrulligen Persönlichkeiten inspirieren dazu, über philosophische, ethische und auch Herzensfragen nachzudenken, die uns heute genauso wie damals umtreiben.

Die Erfahrungen großer Persönlichkeiten zum Miterleben.

— NicolasDierks
NicolasDierks

Wir beobachten zufällige Begegnungen, Liebesbeziehungen und Widersacher, die sich philosophischen Weltfragen stellen. Grandios geschrieben!

— Caastorb
Caastorb

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    Mit Platon und Marilyn im Zug
    NicolasDierks

    NicolasDierks

    02. April 2017 um 19:34

    „Heloise hatte als Frau keine Wahl. Und doch traf sie eine.“ Es sind Sätze wie diese, mit denen Helge Hesse historische Themen zu Momenten der Entscheidung von Menschen aus Fleisch und Blut werden lässt. Wenn Sie persönlich an Geschichte interessiert sind, an Biographien und daran, was man aus ihnen lernen kann, dann ist dieses Buch für Sie das richtige.Hesse findet immer einen persönlichen Zugang. Er kann Situationen anschaulich schildern und historische Persönlichkeiten lebendig werden lassen. Nicht nur in seinen facettenreichen Beschreibungen, sondern auch darin, wie er die Figuren agieren lässt. Er hält sich dabei an die historischen Fakten, aber schafft es – wo es die Faktenlage zulässt – packende Erzählungen zu spinnen.Hesse schreibt eloquent, arrangiert chronologisch, liefert teilweise etwas mehr Daten und Fakten als in Sachbüchern üblich. Aber auffällig ist sein Gespür für emotionale Befindlichkeiten. Ob Ablélard, Wittgenstein oder Marilyn Monroe, man versteht als Leser, worum es ihnen geht, was sie antreibt und mit welchen äußeren und inneren Hindernissen sie kämpfen – alles Elemente guter Erzählungen.Besonders gelungen ist etwa das Kapitel über die tragische Liebe des Philosophen Abaelard und der jungen Heloise – ein geradezu shakespeareskes Drama im mittelalterlichen Paris.Ansonsten fließt das Buch dann am natürlichsten und geistreichsten, wenn es um politische oder wirtschaftliche Zusammenhänge geht. An der Bekanntschaft des Renaissance-Philosophen Machiavelli mit dem Fürsten Cesare Borgia oder der eigentümlichen Begegnung Bismarcks mit dem Arbeiterführer Ferdinand Lasalle entfaltet Hesse wie ein Prisma die wechselnden Bedingungen und Interessen der Akteure. Die gute Balance zwischen Erzählung und Fakten schafft, was gute erzählende Sachbücher ausmacht: Der Leser folgt der inneren Bewegung einer Erzählung und erlebt Fakten als bedeutsam, weil er weiß, was von ihnen abhängt.Wen der Name Platon zögern lässt, der sei beruhigt. Das erste Kapitel kommt zwar (schon aufgrund der dünnen Faktenlage) etwas gedankenlastig daher. Doch man kann nur hoffen, dass dieses Leser nicht davon abhält, die wirklichen Schätze des Buches zu heben. Das Buch erhebt keinen moralischen Zeigefinger, macht keine komplizierten Theorien mundgerecht und belehrt auch nicht mit allgemeinen Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Das Buch tut etwas viel Wertvolleres.Es gibt vieles im Leben, das wir nicht durch Regeln oder Traktate lernen, sondern nur durch Erfahrungen im Leben selbst: Menschenkenntnis, Situationsgespür, Taktgefühl etc. Die dafür prägenden Erfahrungen teilen wir seit Menschengedenken durch Erzählungen. Solche Erfahrungen kristallisieren sich hier in Lebensgängen bekannter Persönlichkeiten, durchaus als Beitrag zu einer modernen Mythologie vergleichbar. Indem Hesse die Erfahrungen historischer Persönlichkeiten den Leser miterleben lässt, macht er den menschlichen Erfahrungsgehalt von Geschichte zugänglich. Stärker als jede zusammenfassende „Moral von der Geschicht“ sprechen die Erzählungen selbst.Klare Leseempfehlung – und man darf auf weitere Bücher des Autors gespannt sein.

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  • Unglaubliche Begegnungen der letzten 2400 Jahre

    Mit Platon und Marilyn im Zug
    Caastorb

    Caastorb

    18. November 2016 um 15:24

    Mit wunderbaren Bildern und Geschichten leitet uns Helge Hesse in lockerer und intellektueller Erzählweise durch die letzten 2400 Jahre. Es sind Momentaufnahmen von Begegnungen, die Helge Hesse für uns aus der Weltgeschichte treffsicher herauspickt. Dabei sind wir Beobachter von Biografien konträrer Figurenpaare, die der Zufall zueinander bringt. Meist unterscheiden sie sich die Persönlichkeiten im Denken, im Handeln und in ihrer Physiognomie - oder sie verfolgen ein gemeinsames Ziel. Wir beobachten, wie Platon mit Aristoteles unter Olivenbäumen in einem kleinen Wald bei Athen spazieren geht. Ein Lehrer und sein Schüler, die beide mit ihren Gedanken die Welt bis heute beeinflussen. Oder wir sehen den Kanzleisekretär Niccolò Machiavelli auf dem Pferd nach Imola zum Hof von Cesare Borgia reiten, wo er auf Leonardo da Vinci trifft. Im Amerikanischen Bürgerkrieg begegnen sich Ulysses S. Grant und William T. Sherman direkt nach der blutigen Schlacht von Shiloh. Seien es Winston Churchill und Charlie Chaplin, Platon und Aristoteles oder Ludwig Wittgenstein und John Maynard Keynes, um einige zu nennen. Sie alle treffen mit ihren lebensphilosophischen Ansätzen aufeinander und versuchen ihr Fragen oder ihr Tun bis ans Ende zu treiben. Es sind Menschen, die die Welt weiterbringen wollen. Bewusst oder unbewusst streben sie nach der Beantwortung von Lebensfragen, die uns alle persönlich betreffen. Sie geben sich nicht mit dem Status Quo zufrieden. Diese Persönlichkeiten sind ihn ihren Leben bis ans Äusserste gegangen, um Antworten zu bekommen. Sei es in Sachen Macht, Wissenschaft, Liebe, Glauben oder Kunst. Bei den Büchern von Helge Hesse bewundere ich die Art und Weise, wie sie mein Interesse wecken. Die Texte wirken nicht belehrend. Sie lesen sich einladend, freundlich auffordernd. Zum Beispiel nahm beim Lesen das Buch "Wohlstand der Nationen" von Adam Smith zur Hand oder begann im "Tractatus logico-philosophicus" von Wittenstein zu lesen. Die Geschichten um Arthur Miller und Marilyn Monroe brachten mich dazu, mir Filme von Marilyn Monroe anzusehen. Das Theaterstück "Hexenjagd" von Arthur Miller steht jetzt auf meiner Leseliste. Es ist die Fülle an Informationen, die ineinander fließt und neugierig macht. Bei dem Buch von Helge Hesse bildet jedes Kapitel für sich eine Einheit. Es geht in den jeweiligen Kapiteln immer um zwei Persönlichkeiten, die sich über den Weg laufen. Dabei steht eine zentrale Frage im Mittelpunkt, die das Leben dieser Menschen dominiert. Theoretisch hätte ich auch mit dem letzten Kapitel beginnen können. Zwar stehen die Kapitel in zeitlicher Reihenfolge, aber sie setzen sich nicht voraus. Das machte das Lesen sehr angenehm. Ich nahm das Buch mit in die Strassenbahn, auf die Uni oder in die Mittagspause. Manchmal las ich die Kapitel ein zweites Mal, machte mir unzählige Notizen und war verblüfft, was ich alles nicht wusste. Helge Hesse hat wieder einmal ein perfektes Buch geschrieben, das mir viele wertvolle Lesestunden gebracht hat.

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