Helge Timmerberg Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

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Inhaltsangabe zu „Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich“ von Helge Timmerberg

Lose Seiten eines Märchens, genannt »Die Perlenkarawane«: Seit einer Berliner Winternacht vor über dreißig Jahren ist Helge Timmerberg davon fasziniert - und von der Frau, die es aufschrieb: Elsa Sophia von Kamphoevener. Als Mann verkleidet hatte sie an türkischen Lagerfeuern Erzählungen gesammelt. Mit großer Wucht und Sinn für Komik schildert Timmerberg, wie die Märchenbaronin ihm Türen, Herzen und Geldbörsen öffnete. Die Suche nach der Kunst des Geschichtenerzählens führt ihn auf eine jahrzehntelange Reise; nach Kairo, Istanbul, Ägypten und Marrakesch, in die Basare, Kaffeehäuser und in seinen ganz eigenen Harem.
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  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

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    • 1141
  • Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

    Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

    Tigerbaer

    14. December 2014 um 17:56

    Dank einer Leserunde durfte ich "Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich" von Helge Timmerberg lesen. Schon lange hatte ich mit der Bewertung von einem Buch nicht mehr so sehr zu kämpfen wie mit diesem. Und auch jetzt fällt es mir schwer die richtigen Worte zu finden, geschweige den eine vernünftige Zusammenfassung der Handlung zu schreiben. Eigentlich ist das Buch mit den darin enthaltenen - für mich stellenweisen sehr skurrilen - Erzählungen und Ereignissen ein Gesamterlebnis. Und wenn ich mir andere Bewertungen so anschaue, dann hat der Autor die meisten Leser mit nehmen können auf seine literatische Reise, ich habe den Reisebus und den Anschluss wohl irgendwie verpasst =( Von mir gibt es 3 Bewertungssterne, weil das Buch und ich einfach nicht richtig zueinander gefunden haben.

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  • Leserunde zu "Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich" von Helge Timmerberg

    Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

    TinaLiest

    Helge Timmerberg versuchte bereits sesshaft zu werden - geklappt hat es bisher jedoch nicht. Der Autor ist immer irgendwo in der Welt unterwegs und erlebt spannende Geschichten und Abenteuer. In "Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich" erzählt er von seinen Erlebnissen, die ihm das Märchen "Die Perlenkarawane" eingebracht haben. Mehr zum Inhalt: Lose Seiten eines Märchens, genannt »Die Perlenkarawane«: Seit einer Berliner Winternacht vor über dreißig Jahren ist Helge Timmerberg davon fasziniert - und von seiner Erfinderin, Elsa Sophia von Kamphoevener. Als Mann verkleidet hatte sie an türkischen Lagerfeuern die besten Erzählungen gesammelt. Mit großer Wucht und Sinn für Komik schildert Timmerberg, wie die Geschichte der Märchenbaronin ihm immer wieder Türen, Herzen und Geldbörsen öffnete. Er erzählt von seinen Anläufen, mit ihrer Story Hollywood zu erobern, und von seiner eigenen Suche über Jahrzehnte, die ihn nach Kairo und an den Bosporus führte. Und von Marokko, dem Land, das ihn vom hartnäckigsten Liebeskummer befreite, ihm einen guten Freund schenkte und schließlich sogar den Vater zurückgab. --> LESEPROBE Möchtet ihr euch von Globetrotter Helge Timmerberg mitnehmen lassen auf eine orientalische Reise zwischen Ägypten, Marrakesch und Istanbul und seine Erlebnisse in seinen Erzählungen miterleben? Habt ihr Lust euch mit ihm auf die Suche nach der Kunst des Geschichtenerzählens zu machen? Dann bewerbt euch jetzt auf eines von 25 Testleseexemplaren von "Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich" von Helge Timmerberg, die wir gemeinsam mit dem Piper Verlag für eine Leserunde verlosen! Bitte beachtet, dass ihr euch im Falle des Gewinns zur zeitnahmen Teilnahme an der Diskussion in allen Leseabschnitten, sowie zum Verfassen einer Rezension verpflichtet!

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    • 290
  • Schade, dass das Buch ein Ende hat ...

    Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

    ud69

    06. December 2014 um 22:49

    Ein Buch, in das man eintaucht, um erst ganz am Ende wieder - und widerwillig - wieder aufzutauchen. Könnte es doch ewig weitergehen! Wie sehr wünscht man sich als Gefangene der westlichen 08/15-Arbeitswelt, in den Bann eines Autors wie Timmerberg gezogen und in das abenteuerliche Leben eines solchen Lebemannes mitgenommen zu werden. Ganz sicher ist es nicht immer so gülden, wie es hier geschildert wird, aber wer träumt nicht gerne davon, (fast) immer auf Seiten des Glückes durch das Leben zu treiben? "Liebeskummer ist sexueller Entzug plus gekränkte Eitelkeit plus grundlegendes Verlassenheitsgefühl plus Urverlassenheit, und bei dir, das ist meine Sorge, wird er langsam organisch." Mit diesem Herzeleid startet die Odyssee des Autors durch die orientalische Welt, immer mit dem Plan, ein Drehbuch für einen Film über die Märchenerzählerin Elsa Sophia von Kamphoevener von zu schreiben, immer zum richtigen Zeitpunkt von neuen Geldgebern umgeben, ständig auf dem Weg, nie am Ziel. In Marokko wird der Autor vom "hartnäckigsten Liebeskummer seines Lebens" befreit, mit neuem Geld und einem Haus ausgestattet und startet den zweiten Versuch, ein Drehbuch zu verfassen. Nur wird wieder nichts daraus, "So vergingen die Tage, Wochen und Monate, so kam der Sommer in die Stadt, und, wie soll ich es sagen, bei fünfzig Grad Celsius und einer staubtrockenen Luft denkt sowieso niemand in Marrakesch mehr daran, ein Drehbuch zu schreiben, weil in der Hitze Gehirne wie Spiegeleier braten und das Blut im Körper nicht mehr zirkuliert, sondern in einer Art Ursuppe kocht, die hin und wieder mal Blasen schlägt." Der Vater des Autors taucht auf und ein unbewältigtes Kapitel Familiengeschichte findet zu neuen Wegen. Laufend liest man Zitate, die lohnen würden, lang nachzudenken ">>Ich bin stockschwul<<, sagte ich deshalb gern, wenn mich jemand danach fragte, >>aber leider ekele ich mich vor Sex mit Männern.<< Mein Vater konnte darüber nie lachen. [...] Ich war deshalb froh, ihm in meinem Haus vier Frauen zu präsentieren." Ständig rauscht man in diesem Buch von einer Situation in die nächste, ohne sie auch nur im Mindesten erwartet zu haben, das Buch wegzulegen, weil man (08/15 Arbeitswelt) am nächsten Tag früh aufstehen muss, fällt tatsächlich schwer. Und natürlich endet auch das Abenteuer Marokko mit unvollendetem Drehbuch. "Marokko hat mir einen bösen Liebeskummer genommen, einen guten Freund geschenkt und einen Vater zurückgegeben. Dass ich es auch in Marokko nicht schaffte, mein Drehbuch zu schreiben, ist doch völlig egal." Auch ein drittes Mal finden sich Leute, die ein Drehbuch vorfinanzieren. Neuer Ort der Arbeit: die Türkei. Und plötzlich platzt das Projekt, unser Autor schmeißt alles hin, weil er etwas über die Märchenerzählerin herausfindet, das ihm die Weiterarbeit unmöglich macht. Die ungeahnte Wende gegen Ende des Romans überrascht erneut und die Enttäuschung und Ernüchterung ist mehr als greifbar. Die Geschichte der Perlenkarawane, die den Abschluss bildet, versöhnt und endet mit der Lebensweisheit, dass Reichtum nicht glücklich macht.

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  • Große Verlosung zum Leserpreis 2014: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Die Seiten der Welt

    Daniliesing

    Lust auf eins von 5 riesigen Buchpaketen zum Leserpreis 2014? Bestimmt hat es der ein oder andere von euch schon entdeckt: Seit gestern suchen wir beim Leserpreis 2014 wieder eure Lieblingsbücher des Jahres. In insgesamt 16 Kategorien könnt ihr die Bücher und Autoren nominieren, die euch 2014 am meisten begeistert haben, ganz egal, ob euch das Buch vor Spannung bis mitten in die Nacht wachgehalten hat, ihr Tränen gelacht oder aber mitgefühlt und -gefiebert habt. Nominiert ab sofort eure persönlichen Lieblingsbücher & -autoren und ermöglicht es ihnen so, es auf unsere Shortlists für die Abstimmungsphase zu schaffen, die am 20. November beginnt. Die Bücher und Autoren, die dann wiederum die meisten Stimmen erhalten, bekommen den Leserpreis in Gold, Silber und Bronze, der am 28.11. vergeben wird! Also schnell nominieren / abstimmen / Gewinner anschauen! ---- Unsere große Verlosung für euch! Da der Leserpreis für uns jedes Jahr wieder etwas ganz Besonderes ist, möchten wir unsere Freude daran mit euch teilen. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen verlosen. Fünf Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen! Und wer kann nicht schöne neue Bücher gebrauchen? 1. Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - 3 der 5 Buchpakete verlosen wir unter allen Bloggern, die auf ihrem Blog über den Leserpreis berichten und darauf verlinken. Bitte teilt uns den Link zu eurem Blogbeitrag hier in einem Kommentar mit (wer mir schon eine E-Mail mit dem Link geschickt hat, muss dies nicht doppelt tun). http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ Grafiken zum Einbinden in den Blog findet ihr hier. 2. Wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr alternativ auf den Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter, Google + usw. auf den Leserpreis hinweisen. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 2 Buchpakete mit 50 Büchern. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt und ihn uns hier verlinkt. Bitte verlinkt in eurem Kommentar hier direkt auf eurer Posting und nicht auf euer gesamtes Profil. Außerdem müssen in eurem Social-Media-Posting unbedingt der und der Hashtag #Leserpreis enthalten sein. http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ 3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns hier in einem Kommentar das beste Buch, das ihr in diesem Jahr gelesen habt. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 5 einzelne Bücher, die die jeweiligen Gewinner auf ihren Wunschzetteln haben. Ihr dürft natürlich auch 1 & 2 oder 1, 2 & 3 kombinieren und so eure Chancen steigern :-) Wir wünschen euch ganz viel Spaß & bitte vergesst nicht, eure Lieblingsbücher zu nominieren & später abzustimmen! PS: Die angehängten Bücher und die auf dem Foto sind ein Beispiel, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen :)

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    • 1298
  • Eine sehr lange Suche

    Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

    buchjunkie

    Vor über dreissig Jahren entdeckte Helge Timmerberg in einer Berliner Winternacht lose Seiten des Märchens “Die Perlenkarawane“, aufgeschrieben von Elsa Sophia von Kamphoevener. Als junges Mädchen hat sie als Mann verkleidet damit begonnen, an türkischen Lagerfeuern die schönsten Märchen zu sammeln. Das Leben von Elsa fasziniert Timmerberg und er hat einen Traum: Er möchte die Geschichte der Märchenerzählerin gerne verfilmt sehen und macht sich auf die Reise zu Orten, die in näher an Elsa von Kamphoevener voranbringen. Es wird eine Suche über zwei Jahrzehnte, die ihn nach Kairo, an den Bosporus und an einen verschneiten Friedhof im Chiemgau führt. Länger verweilt er in Marokko, wo er seinen Liebeskummer verwand und schließlich auch seinen Vater zurückbekam. Und immer hat Helge Timmerberg das Drehbuch zu dem Film über die Märchenerzählerin im Hinterkopf. Timmerberg erzählt seine Erlebnisse bei der Suche sehr anschaulich und humorvoll. Manche Stellen muten poetisch an. Ich habe das Buch Stück für Stück gelesen, um es geniessen zu können. Sein Schreibstil ist modern, mitreissend und irgendwie “cool“. Ich liebe es!!! Er lässt Bilder entstehen von Basaren, Kaffeehäusern und schillernden Palästen. Timmerberg hat es geschafft, mich auf seine Suche nach seiner Geschichte mitzunehmen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und am Ende wird das Märchen von der “Perlenkarawane“ sehr unterhaltsam erzählt. Ein Zitat von ihm:: Ein Satz, der nicht wie eine Pille wirkt, ist kein guter Satz, und eine Geschichte, die dich nicht wie eine Droge an sich reisst, ist keine gute Geschichte.“ Und das war eine gute Geschichte!!! 

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    • 8
  • Kein Märchenbuch

    Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

    berka

    Eine Reise durch Europa, Afrika und Kleinasien, mit Sprüngen und Abstechern. Trotzdem findet Timmerberg schnell in die Spur, ich konnte ihm gut folgen. Er ist kein Urlaubs-Reisender und erzählt viel von sich selbs,. Auch wenn seine Art zu reisen nichts für mich ist, lesenswert war es für mich durchaus.  Achtung: dies ist kein Märchenbuch! Ich habe dies Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen und füge meine unterwegs gesammelten Eindrücke an, daraus ergibt sich ein recht gutes Gesamtbild. Cover Mir gefällt besonders der Beschlag im Hintergrund des Coverbilds - hat Ähnlichkeit mit einem Gesicht! Helge Timmerberg sieht so aus wie ich ihn aus Talkshows in Erinnerung habe. Zum Buch: sehr gute Ausstattung (Lesezeichen und Bändchen) und eine sehr große Schrift - letzteres hilft zumindest am Anfang wo man sich doch beim Lesen sehr konzentrieren muss. Schreibstil Seinen Schreibstil finde ich hier unterhaltsam. Das ist nicht immer so, seine Reise um die Welt in 80 Tagen hatte mir z. B. zuviel Längen. Wer mal etwas ganz anderes von ihm lesen möchte dem empfehle ich Timmerbergs Tierleben, ein origineller Zoobesuch. Ich glaube allerdings dass ich mit ihm persönlich nicht klarkommen würde, er wirkt auf mich etwas unnahbar. Auch seine Art zu reisen könnte ich mir nicht aneignen, ich bleibe bei meinen Reisen lieber etwas mehr an der Oberfläche. Aber seine Bücher gefallen mir - meistens. Abschnitt 1 Die ersten beiden Kapitel brauchte ich um mich hineinzufinden, ab dem dritten Kapitel (Mira) ist die Zuordnung der Personen klarer und die Handlung wird flüssiger.  Gut hat mir die Rollenbesetzung im 1. Kapitel gefallen, so etwas mache ich am Ende von Romanen auch manchmal gern (mir die Besetzung der Hauptfiguren überlegen).  Zum Glück sind die Märchenanteile recht gering. Die Sprache ist ausgefeilt und stellenweise drastisch, diese Stellen wirken auf mich etwas aufgesetzt. Es sind aber zum Glück nur wenige. Insgesamt fand ich es so unterhaltsam wie ich es von Helge Timmerberg gewohnt bin. Ich bin gespannt ob die Märchentante später noch eine Rolle spielt. Abschnitt 2 Marokko hatte ich als Reiseziel bisher nicht in der engeren Wahl, das könnte sich nun ändern. Ein Haus werde ich deshalb aber nicht mieten. Interessant fand ich die Einblicke in die marokkanische Architektur aber auch die Ausflüge in die Jugend des Autors die gegen Ende dieses zweiten Abschnitts einsetzten. Abschnitt 3 Nach dem Abschied aus Marrakesch nimmt die Handlung wieder Fahrt auf, nicht nur wegen der Ortswechsel. Wieviele kleine Geschichten stecken hier drin: die Harris-Hochzeit, die Frau am Flughafen, später das Schach-Märchen... Auch die Betrachtungen zu den Unterschieden von Mann und Frau fand ich lesenswert. Abschnitt 4 Durch den letzten Abschnitt am Chiemsee musste ich mich durchkämpfen, er gehört allerdings dazu. Auch das Märchen hat mich nicht durchgehend begeistert. Nun gehts daran die Eindrücke zusammenzufassen. Sätze: S. 86 Nur weil ich paranoid bin, heißt das nicht, dass ich nicht verfolgt werde

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    • 2

    Floh

    04. August 2014 um 04:20
  • Gute Unterhaltung die Bilder schafft

    Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

    JeeJee

    21. June 2014 um 14:00

    Ich hatte Timmerberg in einer Talkshow gesehen. Dort sprach er über die Geschichte des Buches. Und so wie dieser Mann sprach wollte ich unbedingt wissen wie die Geschichte weiter geht. Genau so erging es mir dann auch beim lesen des Buches. Helge Timmerberg weiß wie man Spannung schafft. Er schafft es das man als Leser dran bleibt um teilweise auch nur alltägliche Dinge zu lesen bei denen man bei jedem anderen schon längst abschalten würde (wie, immer noch Liebeskummer ?! Jetzt ist aber mal gut !). Seine Art ist besonders. Er spielt mit den Wörtern und kann wunderbare Bilder mit ihnen erzeugen. Man hat das Gefühl Landschaften zu sehen die man noch nie gesehen hat. Man fühlt sich mittendrin. Dabei verzeiht man Timmerberg seine teilweise doch recht narzisstische Ader - weil er das Schreiben einfach kann. Und auch immer wieder viele weise Worte dabei sind. Was ich von diesem Buch erwartet habe ? Die Auflösung der Geschichte. Wie aus einem Märchen. Es gibt diese Auflösung nicht wirklich, denn das Leben ist kein Märchen - und trotz allem verzeiht man das auch. Weil Timmerberg einen erwischt hat mit seinen Erzählungen. Wer gut unterhalten werden will, sich dabei auch nicht von manchmal rüder Sprache abschrecken lässt, und es liebt Bilder von fernen Ländern in seinem Kopf zu bekommen, der ist mit dem Buch sicherlich gut bedient. Irgendwie geht es hinterher nicht mehr um den Inhalt des Buches, sondern nur noch um die Verzauberung der Worte und der geschaffenen Umgebung.

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  • Märchen für Erwachsene

    Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

    locke61

    Eine Geschichte, die meine volle Aufmerksamkeit forderte. Nichts zum "Nebenher" lesen. Als ich mir für die Leserunde bei lovelybooks.de für dieses Buch bewarb, hatte ich eine ganz andere Vorstellung von der Geschichte. Ich hatte keine Leseprobe gelesen, nur den Klappentext und der versprach eine interessante Story. Zu Beginn hatte ich Probleme in die Geschichte reinzukommen, nicht nur aus Zeitgründen und Konzentration, sondern auch der Schreibstil von Helge Timmerberg ist nicht nur gewöhnungsbedürftig, manchmal auch erschreckend direkt. Helge Timmerberg will ein Drehbuch über eine Märchenerzählerin schreiben. Elsa Sophia von Kamphoevener reiste in ihrer Jugend, als Mann verkleidet, durch die Türkei und sammelte alte Märchen, die an den Lagerfeuern erzählt werden. Timmerberg begeistert sein Umfeld mit der Geschichte und findet Geldgeber, die sein Vorhaben unterstützen. Er will alle Stationen von Elsas Reiseweg besuchen und sie, die schon lange verstorben ist, kennenlernen. Timmerberg, ein Reisejournalist und ein Mann der das Leben liebt und genießt, geht auf die Reise in den Orient. Doch die Reise zieht sich hin, privates fließt in die Geschichte, er verliebt sich, doch die Beziehung geht auseinander. Mit seinem Freund zieht es ihn nach Tanger und Marokko, wo er mehrere Monate mit Suff, Drogen und vielen Frauen seinen Liebeskummer auslebt. Immer wieder tritt das Vorhaben Drehbuch in den Hintergrund. Die Jahre vergehen und das Geld wird knapp. Als er endlich soweit ist, bekommt er eine Nachricht aus Deutschland: Elsa Sophia von Kamphoevener war ein Nazi. Der Beweis war eine unveröffentlichte Biografie ihres Vaters. Helge Timmerberg ist geknickt und kehrt nach Deutschland zurück. Er trifft sich mit einer Jugendfreundin von Elsa und sucht den Friedhof im Chiemgau auf, ihre letzte Ruhestätte. Um das Drehbuch doch noch zu beenden, sind noch einige Fragen offen. Ich hatte meine Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen, der Schreibstil von Timmerberg ist taff und manchmal sehr ordinär. Nicht jeder mag das. Doch nach einigen Seiten habe ich mich daran gewöhnt. Er schreibt schnell, vermischt mit wunderschönen alten Zitaten aus dem türkischen aber auch mit eigenen Sprüchen und Lebensweisheiten, schmückt er die Geschichte mit viel Humor, auch zweideutig, oft musste ich schmunzeln aber auch den Kopf schütteln. Man merkt das er Reisejournalist ist, er beschreibt Land und Leute so farbig und interessant, das man Lust bekommt dorthin zu reisen. Die Story hat meine ganze Aufmerksamkeit gefordert, ich musst mich beim Lesen richtig darauf konzentrieren. sonst hätte ich die Lust daran verloren. Timmerberg erzählt viel von seiner Vergangenheit und seinem uasschweifenden Leben, dazu kommt ab und zu Elsas Geschichte und alles steuert aber auf das Märchen "Die Perlenkarawane" zu. Und dieses Märchen wollte ich unbedingt kennenlernen. Daher blieb ich am Ball, auch wollte ich wissen ob und wie das Drehbuch fertiggestellt bzw. verfilmt wurde.

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    • 3

    locke61

    02. June 2014 um 23:07
    buchjunkie schreibt Das brauche ich auch noch unbedingt, das muss ich lesen. Ich habe „African Queen“ von ihm gelesen und war restlos begeistert von Timmerberg.

    kannst du spätestens in ein paar Tagen ;O)

  • Tausendundeine durchzechte Nacht

    Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

    Alexandra_Luchs

    Elsa Sophia von Kamphoevener ist als Märchenbaronin bekannt. In den 1930er Jahren trat sie im Rundfunk mit ihren Märchen aus Tausendundeiner Nacht auf und erzählte sie während des zweiten Weltkrieges in Lazaretten, um leidenden Soldaten Abwechslung zu verschaffen. Helge Timmerberg ist fasziniert von der Biografie dieser besonderen Frau, die (als Mann verkleidet) jahrelang durch den Orient gereist sein soll, um Geschichten zu sammeln. Aus diesem Stoff möchte Helge Timmerberg ein Drehbuch machen, einen Hollywoodfilm mit orientalischem Zauber möchte er drehen. Der Weg zu diesem Drehbuch ist dann aber ziemlich unwegsam. Wie man anstehende Arbeiten erfolgreich vor sich her schieben kann, kennen wir alle wohl nur zu gut. Helge Timmerbergs Reisen durch die Türkei, Marokko und schließlich Amerika erzählen neben der Geschichte über Elsa Sophia von Kamphoevener ein Märchen über genau dieses Phänomen. Es gibt Geschichten darüber, wie er sich mit der Einrichtung seines marokkanischen Hauses ablenkt oder mit den Frauen in seinem „Harem“. Oder darüber, wie er sich auf orientalischen Märkten Geschichten erzählen lässt und Träume kauft. Zwischendurch ist er von Liebeskummer geplagt und sucht Gesellschaft in diversen Kneipen. Kurz: Helge Timmerberg ist vom Leben so eingespannt, dass das Projekt „Drehbuch“ immer wieder in den Hintergrund tritt. Ganz aufgeben möchte er es dann trotzdem nie. Als Leser bekommt man dadurch immer wieder schöne Einblicke in das geplante Drehbuch. Teile aus dem Leben der Märchenbaronin werden erzählt und einige wichtige Szenen so detailliert dargestellt, dass man sie schier vor sich sieht. Diesen Film würde ich mir sofort anschauen! Alle Erzählungen sind wunderschön geschrieben und verbreiten orientalisches Flair. Das ist umso erstaunlicher, als dass dieser märchenhafte Eindruck auch bei den Berichten über Helge Timmerbergs Irrwege immer erhalten bleibt. Nebenbei ist die lockere und trotzdem philosophische Sprache ein echter Genuss. Ich bin aus dem „Textstellen markieren“ gar nicht mehr herausgekommen. Den letzten Funken der Mischung macht schlussendlich aber der tolle Humor von Helge Timmerberg aus. Die Situationen sind so skurril und witzig beschrieben, dass das Lesen einfach Spaß macht. Mich hat die Geschichte dadurch von Anfang an mitgerissen und ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Als ich das Buch zur Seite gelegt habe hatte ich einerseits das Gefühl selbst gerade eine aufregende Reise erlebt zu haben und andererseits unbändige Lust die Orte, die Helge Timmerberg beschreibt, selbst zu bereisen und dieses Flair einmal selbst zu erleben. Kurz und gut: 5 von 5 Sternen für dieses wunderbare Buch, dass vom echten Leben und Tausendundeiner Nacht in einem Atemzug erzählt.

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    • 2

    Arun

    28. May 2014 um 19:18
  • Timmerberg und ich

    Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

    Birgit-B

    22. May 2014 um 18:47

    „Ein Gläschen Tee, ein Gläschen Rauch, ein Gläschen voller Märchen… Sie flüsterten die Gedanken derer, die aus ihnen tranken, wenn man sie wie eine Hörmuschel ans Ohr hielt. Aber nur bis zum Abwasch. Danach waren sie wieder gedankenleer und neugierig auf den nächsten Gast. „ S. 183   Der Protagonist (Autor höchst persönlich) ist von einer märchenhaften Geschichte in den Bann gezogen und hat den Wunsch, dazu ein Drehbuch zu verfassen. Seine Recherchen lassen ihn nach Marokko und in die Türkei reisen und in die arabische Welt eintauchen. Uns Leser nimmt er dabei durch seine atmosphärische bildhafte Schilderungskunst gleich mit. Diese Welt ist so bezaubernd, dass Timmerberg alles rund herum vergisst, auch das Drehbuch. Es handelt sich hierbei um ein sehr spezielles Werk. Der Autor nimmt uns auf seine Reise mit, erzähl uns einen Abschnitt seines Lebens, in dem er dem „Geist“ der Märchenerzählerin folgt. Er wirft immer wieder Gedanken und Erinnerungen ein, springt von einem Ereignis ins nächste, so als würde er vor einem sitzen und einfach nach Lust und Laune erzählen. Auf der einen Seite stehen die interessanten und zauberhaften Schilderungen des Orients, auf der anderen Seite (und damit konnte ich nicht so recht) Timmerbergs recht persönlicher Stil, voller vulgärer Ausdrücke und eine Art Leben frönend, mit der ich mich gar nicht identifizieren konnte (Drogen, Drogen, Hurerei, Drogen…). Für mich prallen hier zwei zu krasse Extreme aufeinander, es ist nicht stimmig. Leider habe ich mich mit diesem doch sehr interessantem Buch schwer getan, richtig anfreunden konnte ich mich bis zum Ende nicht. Manche lieben den Humor des Autors und sind durch das Buch wunderbar unterhalten, aber obwohl ich die Freiheit des Protagonisten bewundere und mich hin und wieder sogar in ihm widererkannt habe, war es einfach nicht meins. Geschmacksache. Ich rate euch: lest in das Buch hinein! Wenn Timmerberg euch sympathisch ist kann es bestimmt eine wunderbare Reise werden! P.S.: Ich bringe es nicht über mich, dem Buch nur 3 Sterne zu geben, da manche Abschnitte wunderbare Bilder in meinem Kopf erzeugt haben und das Werk auf seine eigene Weise besonders ist. Bei diesem Buch pick ich mir halt mal die Rosinen raus und blende anderes aus.

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  • Abenteuerlust

    Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

    selda

    15. May 2014 um 23:08

    Helge Timmerberg lädt ein zu einem Abenteuer im Orient. Die Mission, ein Drehbuch über eine berühmte Märchenerzählerin zu schreiben, wird zu einem sehr persönlichen Trip.  Timmerberg stürzt sich Hals über Kopf ins Leben, im Gepäck seine eigenen Dämonen und nicht zu brechende Lebenslust.  Er ist eine Art schreibender James Bond- sagt niemals nein zu einem gepflegten Rausch oder einer schönen Frau. Seine Waffen sind seine Wortgewandtheit und sein Witz. Sein Schreibstil hat mich von der ersten Zeile gefesselt.   Lieblingszitat : " Ein Satz, der nicht wie eine Pille wirkt, ist kein guter Satz,und ein Märchen, das dich nicht wie eine Droge an sich reißt, ist keine gute Geschichte." (Seite 8) In diesem Sinne- unbedingt lesen!

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  • "Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich" von Helge Timmerberg

    Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

    schokoapfel

    12. May 2014 um 16:49

    Klapptext: Lose Seiten eines Märchens, genannt "Die Perlenkarawane": Seit einer Berliner Winternacht vor über dreißig Jahren ist Helge Timmerberg davon fasziniert - und von seiner Erfinderin, Elsa Sophia von Kamphoevener. Als Mann verkleidet hatte sie an türkischen Lagerfeuern die besten Erzählungen gesammelt. Mit großer Wucht und Sinn für Komik schildert Timmerberg, wie die Geschichte der Märchenbaronin ihm immer wieder Türen, Herzen und Geldbörsen öffnete. Er erzählt von seinen Anläufen, mit ihrer Story Hollywood zu erobern, und von seiner eigenen Suche über Jahrzehnte, die ihn nach Kairo und an den Bosporus führte. Und von Marokko, dem Land, das ihn vom hartnäckigsten Liebeskummer befreite, ihm einen guten Freund schenkte und schließlich sogar den Vater zurückgab Covermeinung: Es ist ein sehr einladendes Cover. Die rote Farbe im Hintergrund ist sehr angenehm und der Blick des Autors ist herausfordernd mit einem Hauch Spott(nicht negativ gemeint). Es ist gemütlich und bereitet einen auf das Märchen vor. Zur Idee: Der Ort hat sich oft geändert was ich sehr gut fand. Ich kann mir vorstellen das es bestimmt nicht einfach war dieses Buch zu Scheiben da es viel Informationen behält. Die Personen die in diesem Buch vorkommen haben viele verschiedene Eigenschaften. Herr Timmerberg lässt auch etwas von seinem Privatem Leben durchsickern was dem Buch Charakter verleiht und es sich angenehmer zum lesen lässt. Es ist nicht direkt das was man von einem Märchen erwartet und ich wurde positiv überrascht. Der Schreibstil: Es ist eigenartig und am Anfang verwirrend. Manchmal sieht man keine Zusammenhänge aber es fügt sich alles mit der zeit zusammen. Sobald man sich mit dem Schreibstil vertraut gemacht hat ist es wunderbar. Die Mischung aus Selbstironie, Ernsthaftigkeit und den Zitaten macht es zu etwas außergewöhnlichem. Meine Meinung: Es ist ein Buch das einem zum Nachdenken lässt. Es enthält viel Witz und lässt einen manchmal die Stirn runzeln:) Ich kann dieses Buch weiterempfehlen aber es ist eben nicht jedermanns Sache es zu lesen wäre ein kleines Risiko aber ich bin froh das ich mich darauf eingelassen habe. Mich hat dieses Buch sehr fasziniert und ich gaube nicht das ich es so schnell wieder vergessen werde. Hier noch eine kleine Geschichte die in dem Buch erwähnt wird, und mir sehr gefallen hat: "Zwei Frösche fallen in einen Milchtopf und strampeln um ihr leben. Ein Frosch lässt irgendwann das Strampeln sein und ertrinkt. Der andere strampelt weiter, bis die Milch zu Butter geworden ist und er aus dem Topf springen kann."

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  • Von allem Etwas, aber davon reichlich -- und gut!

    Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. May 2014 um 11:00

    Helge Timmerbergs "Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich" ist kein Märchenbuch. Es ist keine Reisereportage und auch keine Autobiografie. Es ist vielmehr alles miteinander, von jedem etwas. Und wer eine fortlaufende Geschichte darin erwartet, wird ebenfalls vergeblich danach suchen. Der Autor lässt den Leser vielmehr recht sprunghaft an seinen Gedanken und Erinnerungen teilhaben, dies allerdings in einer überaus gekonnten, dichten und bildhaften Sprache, die in einer Sekunde funkelt von schönen, intelligenten Metaphern, in der nächsten Sekunde abstürzt in harten Straßenjargon und nicht zuletzt mit einer guten Portion Humor gewürzt ist. Kurz: Das Buch ist überaus schön und kurzweilig zu lesen -- sofern man sich bereitwillig mitnehmen lässt bei den Zeitsprüngen und Wendungen, bei den Stilkapriolen und Abschweifungen. Mir jedenfalls hat es großen Spaß gemacht.

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  • Die Märchentante, der Sultan mein Harem und ich

    Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich

    Lesebienchen

    „Es lauerte einmal ein Märchen in einem losen Stapel DIN-A4-Blätter neben dem Gästebett von Endi Effendi. Draußen fielen Schneeflocken, drinnen Schleier. Können Sätze wie Schleier fallen? Warum nicht. Sätze sind Alleskönner. Sie können ver- und entschleiern, sie können auch leiern, eiern, abschweifen und verloren gehen.“ (S.1) Mit diesen verschleiert-magischen Sätzen beginnt das neueste Stück Reiseliteratur Helge Timmerbergs mit dem Titel „Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich“. Und Timmerberg setzt alles in seinen Sätzen um, was er diesen an Macht zuschreibt. Schnell entschleiert er, worum es geht. Nach dem Lesen „Der Perlenkarawane“, eben jenem losen Blätterstapel, ist er geradezu gefangen von dieser Geschichte und vor allem von der Frau, die diese gesammelt und erzählt hat: Baronin Elsa Sophia von Kamphoevener. In Märchenerzählerkreisen gilt sie bis heute als Koryphäe . Timmerberg ist fasziniert von dieser mutigen jungen Frau, die als Mann verkleidet an türkischen Lagerfeuern  den  Geschichten der Märchenerzähler gelauscht hat, von Karawane  zu Karawane geritten ist, um Geschichten zu sammeln und sie eines Tages selbst zu erzählen. Und Timmerberg fasst eine Entschluss: dieses Leben und das Märchen „Die Perlenkarawane“ müssen verfilmt werden. Ein Drehbuch muss her und zwar schnell. Doch für den Journalisten Timmerberg und seine beiden Freunde dürfte das kein Problem sein, sie sind Profis, in 3 Tagen steht das Drehbuch, wenn nicht gar in zwei. Gesagt, getan. Man trifft sich, diskutiert, raucht, trinkt und ….tja…ab da wird es für alle Beteiligten schleierhaft. Sätze verschleiern sich, es wird aneinander vorbei geredet und am Ende entsteht selbstverständlich kein Drehbuch. Doch was nun beginnt, ist ein geniales, komisches Stück Reiseliteratur einmal quer durch den Orient und über mehrere Jahrzehnte, denn Timmerberg gibt nicht auf. Er will dieses Drehbuch schreiben. Immer wieder startet er neue Versuche, schweift jedoch wie auch seine Sätze schnell ab. Verliert sich in Kairo, findet sich in Marrakesch wieder. Eine Stadt, ein Gefühl wie Liebe auf den ersten Blick. „Alle Häuser rot, flirrender Staub im Gaslaternenlicht, wilder, nahezu ganzheitlicher Verkehr vom Eselskarren bis zum BMW, aber Moped dominiert, und hier und da ein kamel. Und alles laut. Stimmen, Hupen und Musik werden mit maximalem Volumen vorgertragen, mit maximaler Lebenslust. Auch Lebensgier. Überlebensgier. Trommeln irgendwo.“ (S.42) In dieser pulsierenden Stadt schweift Timmerberg gänzlich ab und geht verloren. Verloren in seinem neuen Haus mit eigenem Harem und unzähligen Schreibtischen, schließlich will man ja ein Drehbuch verfassen. Doch nichts wird aus dem Plan, stattdessen wird gelacht, getrunken, getanzt, geliebt, gesungen, gekifft. Sätze sind Alleskönner, doch Timmerberg ist es ebenso. Durch und durch ehrlich mit einer wunderbaren Portion Selbstironie schildert er seine Reise auf der Suche nach einem Drehbuch, bei der er jedoch so viel mehr als das gefunden hat. Die Liebe, Familie und am Ende vielleicht sogar sich selbst. Er vermag es in atmosphärisch so dichten Sätzen Städte, Menschen und die Gepflogenheiten zu beschreiben, dass man bereits den Sand an den eigenen Fußsohlen spürt und den heißen, würzigen Duft des Orients einatmet. Tja, und vielleicht gibt es ja doch ein Drehbuch? Oder vielleicht geht es doch eher im Wüstensand und unter schönen Frauenleibern unter, denn am Ende türmt sich ein unüberbrückbares Problem auf. Tja…an dieser Stelle halte ich es wie die Sätze…ich eier etwas herum. Lest selbst und lasst euch verführen vom Orient und von Timmerbergs Sprachgewalt.

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