Helge Timmerberg Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich (Live-Lesung)

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Inhaltsangabe zu „Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich (Live-Lesung)“ von Helge Timmerberg

Lose Seiten eines Märchens, genannt »Die Perlenkarawane«: Seit einer Berliner Winternacht vor über dreißig Jahren ist Helge Timmerberg davon fasziniert - und von seiner Erfinderin, Elsa Sophia von Kamphoevener. Als Mann verkleidet hatte sie an türkischen Lagerfeuern die besten Erzählungen gesammelt. Mit großer Wucht und Sinn für Komik schildert Timmerberg, wie die Geschichte der Märchenbaronin ihm immer wieder Türen, Herzen und Geldbörsen öffnete. Er erzählt von seinen Anläufen, mit ihrer Story Hollywood zu erobern, und von seiner eigenen Suche über Jahrzehnte, die ihn nach Kairo und an den Bosporus führte. Und von Marokko, dem Land, das ihn vom hartnäckigsten Liebeskummer befreite, ihm einen guten Freund schenkte und schließlich sogar den Vater zurückgab. Mit seiner Autobiografie begibt sich Helge Timmerberg auf die Suche nach der Kunst des Geschichtenerzählens, und die Spuren seines Lebens werden zu einer langen orientalischen Reise zwischen Ägypten, Marrakesch und Istanbul.

Unterhaltsame Reisegeschichten der skurrilen Art. Ich mag Timmerbergs ganz eigenen Sprachstil., seinen Humor.

— Lunamonique
Lunamonique
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    Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich (Live-Lesung)
    Lunamonique

    Lunamonique

    11. May 2014 um 09:50

    Die Bücher des Reisejournalisten und Autoren Helge Timmerberg handeln, wie kann es anders sein, vom Reisen. Mit Büchern wie „Tiger fressen keine Yogis“ und „Timmbergs Reise-ABC“ hat sich der lebenshungrige Reisefreak eine Fangemeinde erobert. In „Die Märchentante, der Sultan, mein Harem und ich“ lässt er mal wieder tief ins Reisenähkästchen blicken und zeigt dabei seine sanfte Seite.   Fasziniert von der Märchenerzählerin Elsa Sophia von Kamphoevener und ihrem türkischen Märchen „Die Perlenkarawane“ kommt Helge Timmerberg die Idee, ein Drehbuch über die Freiheits- und Geschichten liebende Persönlichkeit zu schreiben. Zusammen mit zwei Freunden macht er sich an die Umsetzung und stellt fest, dass es nicht so einfach ist, drei verschiedene Meinungen unter einen Hut zu bekommen. Nicht der einzige Stolperstein. So langsam entpuppt sich das Werk als Lebensaufgabe. Es sind viele Reisen an die unterschiedlichsten Orte nötig, um auch nur einen winzigen Schritt weiter zu kommen.   Helge Timmerberg in seinem Buch nachträglich auf seinen Reisen begleiten zu können, ist wie immer ein unvergleichliches Vergnügen. Niemand scheint so viele Auf und Abs durchzumachen wie er. Jahrzehntelange Reiseerfahrungen schützen nicht vor unmöglichen Situationen, und das ist es auch gut. Sonst hätte seine Fangemeinde nichts mehr zu lesen. Es entsteht das Gefühl, dass der Autor selbst beim Schreiben über seine unzähligen Anekdoten ins Staunen kommt. Wer es wie er wagt, in die Welt hinaus zu gehen, kann etwas erleben. Das beweisen seine Bücher. Im Verhältnis zu seinen Reisen sind es wahrscheinlich viel zu wenige. Das lässt auf Nachschub hoffen. Die Titel des ersten Kapitels klingt ein bisschen abgedroschen, der erste Satz macht den Eindruck wieder wett. Sehr gelungen! Ein bisschen scheint das Buch eine Hommage an Endi Effendi zu sein. Timmerbergs Freund ist ein sehr interessanter Mann und hätte gerne noch mehr Platz einnehmen können. Die kurzen Kapitel ermöglichen einen guten Lesefluss. Immer wieder neue Geschichten lassen die mehr als zweihundert Buchseiten flugs vergehen. Abdriften ist Timmerbergs Art. Gerade dadurch erfährt der Leser mehr lustige, kuriose Reiseerlebnisse. Die Wahrheit macht häufig einen ausgedachten Eindruck. Ist alles wirklich so passiert? Klar, wer selbst häufig reist, weiß, dass das Leben die besten Geschichten schreibt. Schicksal oder Zufall? Völlig egal, alles ergibt einen Sinn und findet eventuell sogar einen festen Platz in der Vita. Durch seine offene bis schüchterne(?) Art macht Helge Timmerberg die unglaublichsten Bekanntschaften und profitiert von immer wieder neu entstehenden Netzwerken. Die Freiheitsliebe und Reiselust verbindet ihn mit der Märchenerzählerin. Das Bild von ihr ändert sich. Jeder Mensch macht Fehler. Es kommt darauf an wie schwer sie wiegen. Als Journalist geht Timmerberg lieber Dingen auf den Grund als sie als gegeben hinzunehmen. Frauengeschichten gehören zu seinen Reisen dazu. Das Leben genießen ist angesagt. Auch ein paar dieser Bekanntschaften haben etwas Bewundernswertes an sich. Wie schnell kann man einen Menschen kennen lernen, wenn die Zeit drängt, der Abflug naht? Flughäfen werden zu Kommunikationszentren. Timmerberg bleibt sich und seinem unsteten Leben treu.   Auf dem Cover erkennt man immer noch den Schalk im Nacken des Autors. Seine Haltung hat etwas Saloppes. Der Gesichtsausdruck liegt zwischen Schmunzeln und Ernst. Niemand kann so herrlich kuriose Reisegeschichten erzählen wie Helge Timmerberg. Das steht ihm ins Gesicht geschrieben. Das Cover hat etwas Biografisches. Keine Schnörkeleien, der Name steht für Humor und Abenteuer. Die Titel seiner Bücher sind alle gleichermaßen ungewöhnlich und haben ein Augenzwinkern auf Lager. Die Erwartungen werden nicht enttäuscht. Ein paar kleine Verwirrungen entpuppen sich bei konzentriertem Nachlesen als einleuchtend. Ein Lesevergnügen der besonderen Art.

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