Helke Sander Der letzte Geschlechtsverkehr

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Der letzte Geschlechtsverkehr“ von Helke Sander

Alt zu werden im 21. Jahrhundert bietet viele Vorteile, es führt aber auch zu menschheitsgeschichtlich vollkommen neuen Herausforderungen. Sex im Alter zum Beispiel ist neuerdings ein beliebtes Medienthema, aber wie sieht es damit wirklich aus? In ganz und gar unverwechselbarem Ton erzählt die bekannte Filmemacherin und Autorin Helke Sander von Frauen (und Männern), die den Herausforderungen des Alters auf höchst individuelle Weise begegnen. Da ist die Bibliothekarin Ende Vierzig, die Tochter ist schon aus dem Haus, ihre früheren Geliebten sind ihr abhanden gekommen, vom Alleinleben hat sie genug. Aber wie lernt sie einen Mann kennen? Vielleicht doch über eine Annonce? Ist sie die Frau 'zum Lachen und Weinen', die so oft gesucht wird? Da ist die Frau, zeitungslesend am WG-Küchentisch, die aufgestört wird durch Geräusche, die sie lange nicht gehört hat. Wie indiskret. Und die Frau, der irgendwann klar wurde, dass für sie das Kapitel Beischlaf offenbar zu Ende, abgeschlossen, perdu war, die sich aber durch den allgemeinen Trend geradezu genötigt sah, diesen Abschied nicht einfach hinzunehmen, wie es für frühere Frauengenerationen noch üblich war. In diesen leichten, ironischen Geschichten trifft das gelebte Leben auf die Lebensentwürfe, mit denen alle Protagonisten mal angetreten sind, und das ist so wunderbar komisch, auch so wunderbar melancholisch erzählt, dass man nicht aufhören kann zu lesen und denkt, genauso ist es, das Leben.

Stöbern in Romane

QualityLand

Urkomische und doch gruselig nahe/düstere Dystopie mit herrlichen Charakteren . UNBEDINGT LESEN!!!

ichundelaine

Durch alle Zeiten

Eine starke Frau, die von der Liebe betrogen wurde, dennoch ihren Weg trotz vieler Hindernisse geht. Hervorragend geschrieben!

dicketilla

Kleine Schwester

Eine spannende, fesselnde Erforschung der Schuld, der weiblichen Psyche und der Bürde der Weiblichkeit.

JulesBarrois

Niemand verschwindet einfach so

Verloren, Ziellos, zu viele Gedanken, Erinnerungen dennen man nicht trauen kann, Emotional verkrüppelt Ab wann hört man auf zu fühlen?

karinasophie

Die Melodie meines Lebens

Eher Bandsalat als melodiöse Erzählung

katikatharinenhof

Das Floß der Medusa

Ein mit Leichtigkeit erzählter Roman - der ein schweres Thema zugrunde hat und auf einer wahren Begebenheit beruht: Einem Schiffbruch!

Nespavanje

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Das Fleisch ist willig noch, doch der Geist ist müde und im Gewohnten gefangen

    Der letzte Geschlechtsverkehr
    R_Manthey

    R_Manthey

    03. July 2015 um 15:01

    Was soll man als Frau anstellen, wenn man schon die Fünfzig überschritten hat, noch Lust auf Sex verspürt, aber keinen Partner dafür hat? Das ist die Frage, der Helke Sander mit ihren Geschichten in diesem Buch immer wieder nachgeht. Einfach haben es die Protagonistinnen in diesen Geschichten nicht. Sollen sie in der Zeitung annoncieren? Oder Männern auf Anzeigen antworten, die mit Frauen ganz dringend lachen und weinen wollen? Oder doch vielleicht den gleichaltrigen, braungebrannten, sportlichen Arzt ansprechen, der gerade ihr Knieproblem behandelt? Gar einen jüngeren Mann ins Kalkül ziehen? Aus einem sympathisch selbstironischen Blickwinkel schildern die Heldinnen ihr noch immer vorhandenes, aber irgendwie diffuses Verlangen und ihre gelegentlich komischen und letztlich scheinbar hoffnungslosen Versuche, es einer Befriedigung zuzuführen. Solange die Autorin die Situationen einfach nur erzählt und es dem Leser überlässt, sich seine eigenen Gedanken zu machen, sich zu amüsieren oder sich in die Handlung zu versetzen, solange fühlt man sich mitgenommen. Doch Helke Sander liebt es auch, ihre Heldinnen in lange Gedankenmonologe zu verstricken. Dann kippt eine Geschichte auch schon mal in kulturphilosophische oder politisierende Betrachtungen um. Das zerstört dann doch ein wenig ihre Wirkung, zumal man sich auch durchaus belehrt fühlen kann. Insbesondere, wenn man ein Mann ist und dadurch angeblich die Last einer ewigen Schuld mit sich herumschleppt, der man sich aber anteilsmäßig nicht wirklich bewusst ist. So lässt Frau Sander den Leser spüren, dass sie nicht nur einfach Geschichten erzählen möchte, sondern auch ein politischer Mensch ist und Botschaften zu verkünden hat. Wenn man das ertragen kann, dann gelingt es auch, sich in das Leid der Heldinnen hineinzufühlen. Und dann merkt man vielleicht, dass sie dem eigentlichen Konflikt immer konsequent ausweichen. Auch bei einer emanzipierten Frau steht der Lust auf gelegentlichen Sex nämlich im Alter mehr denn je die Angst vor Veränderungen gegenüber. Sanders Heldinnen machen sich gerne etwas vor und verstecken diese Scheu hinter anderen Sorgen oder indirekten Schuldzuweisungen. Immer wenn es eine Gelegenheit fürs Ungewohnte gibt, kneifen sie ängstlich oder lassen die Zukunft offen. Hätte die Autorin das Spannungsverhältnis zwischen weiblichen Verlangen und der Furcht vor Neuem im Alter deutlicher in den Mittelpunkt ihrer Geschichten gestellt, dann wären sie noch ehrlicher geworden, als sie es ohnehin schon sind.

    Mehr