Hella S. Haasse Der Schwarze See

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Inhaltsangabe zu „Der Schwarze See“ von Hella S. Haasse

Mit feinen, einfachen Strichen und mit klarsichtiger Melancholie entfaltet sich das exotische Panorama des Koloniallebens der zwanziger und dreißiger Jahre. Es beginnt mit dem idyllischen Kinderdasein auf einer Plantage zwischen Herrenhaus und Hütten, zwischen tropischer Fülle und europäischer Sehnsucht nach Kühle und Aufgeräumtheit. Zwei Jungen wachsen hier wie Brüder auf, der eine ist der Sohn des Plantagenverwalters, der andere der Sohn des eingeborenen Aufsehers. Ihre enge Freundschaft kennt anfangs die inneren Grenzen der kolonialen Gesellschaft nicht, aber mit dem Erwachsenwerden kommt die gegenseitige Entfremdung, und die Versuche, diese zu überbrücken, schlagen fehl. Die Freunde verlieren sich aus den Augen, aus der Idylle wird mehr und mehr eine Kampfzone. Am Ende steht ein Wiedersehen im Zeichen der Gewalt.

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  • Eine Freundschaft auf Java...

    Der Schwarze See
    storiesonpaper

    storiesonpaper

    31. October 2016 um 14:29

    „Der schwarze See“ von Hella S. Haasse (Lilienfeld Verlag) ist die Geschichte einer Freundschaft in den Zwanziger und Dreißiger Jahren, die von Rassentrennung und einer kolonialen Herrschaft auf Java durch die Niederländer geprägt ist. Urug und der Ich-Erzähler wachsen gemeinsam auf einer Plantage auf, der eine ist Sohn eines Arbeiters, der andere ist der Sohn des Plantagenverwalters. Trotz der gemeinsamen Jahre driften sie nach und nach auseinander, bis der Kontakt durch die inneren und äußeren Umstände schließlich abbricht. Als der Protagonist nach einer langen Zeit in das befreite Land zurückkehrt, ist nichts mehr, wie es war – aus der Freundschaft ist Feindschaft geworden. Wie besteht eine Freundschaft, die für Außenstehende von Anfang den Charakter einer Diener-Herrscher-Beziehung hat? Die scheinbar von Anfang an für den einen eine ungeplante Freiheit bedeutet, für den Anderen eine Herunterstufung? Die niederländischsprachige Autorin Hella S. Haasse wuchs selber im heutigen Indonesien auf und erlebte die Probleme zwischen Einheimischen und Besitzern hautnah mit. In ihrem Roman gelingt ihr eine intensive Einsicht in die Konflikte Javas. Ihr Protagonist kämpft mit dem Gefühl, als Kind und Jugendlicher privilegiert zu sein, aber dennoch nicht dazuzugehören. In Urug findet er einen Freund, der sich ihm nach und nach anpassen und seinen Hintergrund verleugnen wird, doch letztendlich ist seine Herkunft, die ihn zurückbleiben lässt, als der Ich-Erzähler zum Studieren in die Niederlande geht. Haasse erzählt die eindringliche Geschichte einer Freundschaft, die direkt in die Realität ihrer Zeit übertragen werden könnte. Die Beziehung von Arbeitern zu Verwaltern der Plantagen, die sich bis in die nächsten Generationen ziehen, sind wichtiger Bestandteil ihrer Beschreibung und auch die Frage, was den Menschen voneinander trennt, wird indirekt aufgegriffen. Es ist der einheimische Urug, der schon durch seine Herkunft scheitert, ebenfalls aufzusteigen, während dem niederländische Protagonisten alles in die Wiege gelegt wird. Gleichzeitig fehlt dem Ich-Erzähler, im Gegensatz zu Urug, der familiäre Zusammenhalt. Ist er mit Urugs Familie unterwegs, wird er zwar als höher stehend behandelt, dennoch erfährt er aber mehr Geborgenheit als bei seinem Vater, der sich mehr und mehr entfremdet. „Der schwarze See“ ist ein wichtiges fiktionales Zeugnis einer vergangenen Zeit und beschreibt auf nur 120 Seiten plus kurzem Nachwort die Problematik einer ganzen Jahrzehnte währenden Kultur und wie die bloße Herkunft über den gesamten Verlauf des Lebens entscheiden kann und dazu führt, dass man automatisch einer Gruppe zugeordnet wird, die man nicht mehr verlassen kann. Haasses Erzählung ist schnell gelesen, doch es lohnt sich, weiter hinter die Kulissen des tropischen Paradieses zu blicken. Themen wie die Ausbeutung durch die niederländischen Kolonien und der regelrechten Inbesitznahme der Einheimischen werden nur am Rand angeschnitten, doch sie schwingen immer mit. 120 Seiten sind es, auf denen eine scheinbar leichte Geschichte erzählt wird, die so viel aussagt. Spannung wurde für mich dabei zwar nicht unbedingt erzeugt, zu vorhersehbar erschien die Entwicklung der Charaktere, dennoch möchte ich 4 von 5 Sternen vergeben –für ein Buch, das wie eine kleine Einführung wirkt in ein Thema, das selbst auf 1000 Seiten nicht abgeschlossen wäre – für ein Buch, dass von einer Freundschaft handelt, die zu dieser Zeit nicht existieren konnte.

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