Helle Helle Wenn Du magst

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Inhaltsangabe zu „Wenn Du magst“ von Helle Helle

Es ist Ende Oktober, und Roar nutzt bei ei­ner Tagung auf dem Lande die Gelegenheit und geht das erste Mal in seinem Leben joggen. Die Schuhe dazu hat er in einem Geschäft aus dem Korb gezogen und in der Eile nicht bemerkt, dass sie verschiedene Größen haben. Als Erstes läuft er sich eine schmerzende Blase. Unterwegs verläuft er sich und trifft auf eine ebenfalls joggende Frau, die sich auch verlaufen hat. Gemeinsam probieren sie die unterschiedlichsten Wege aus, ohne Erfolg. Helle Helle schildert in ihrem neusten Roman, wie aus einer einfachen Alltagssituation eine beklem­ mende Extremsituation wird, die zwei Fremde zu­ sammenführt.

Ich liebe dieses Buch! Für Fans von Helle Helle ist es ohnehin ein Must-have. Für Fans von minimalistischen Geschichten mit maximalem Output

— FrauTinaMueller
FrauTinaMueller

Ein Roman übers Joggen, über den Wald, übers Verlorengehen, übers Sich-Erinnern, über Lebensgefahr, übers Kennenlernen, übers Gerettetwerden

— blaustrumpfine
blaustrumpfine

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  • Helle Helle: Wenn du magst

    Wenn Du magst
    FrauTinaMueller

    FrauTinaMueller

    14. August 2017 um 16:37

    Helle Helle ist eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen, denn niemand schafft es so wie sie, aus einer scheinbar belanglosen Situation eine spannende Geschichte zu schreiben. Dabei ist sie wie gewohnt äußerst präzise in ihrem Ausdruck, sprachlich schlicht und aufs äußerste reduziert und lässt doch Raum für eigene, weiterführende, spannende Gedanken. In ihrem neuen Buch “Wenn du magst” erzählt sie von zwei Joggern, einem Mann und einer Frau, die sich Ende Oktober beim Joggen treffen. “Das bin ich nicht. Niemals stehe ich so hinter einem Baum im Wald. Die Blätter fallen herab. Es ist Ende Oktober, es sind die letzten Blätter.” (Seite 5) Roar geht das erste Mal joggen und läuft sich schnell eine Blase. Er verläuft sich unterwegs und trifft auf eine Frau, die ebenfalls joggt und sich auch verlaufen hat. Zwei Menschen, die die Orientierung verlieren – als Metapher zur Orientierungslosigkeit ihres Lebens? “Ich will es kurz machen, ich weiß nicht, wohin mit mir. Ich habe mich in diesem großen Wald verlaufen. Ich weiß nicht viel über Wälder, ich bin kein Naturbursche.” (Seite 6) Zusammen versuchen sie, einen Ausweg aus dem Wald zu finden, aber je mehr sie die unterschiedlichsten Wege ausprobieren, umso mehr verlaufen sie sich. Aus dieser sehr beklemmend beschriebenen alltäglichen Situation heraus schreibt Helle Helle eine so spannende Geschichte, die bei mir noch lange nachgewirkt hat. Die beiden Protagonisten gewähren uns Einblick in ihre Ängste und Zweifel, die von dieser sich plötzlich zuspitzenden extremen Situation noch weiter geschürt werden. Sie erzählen von ihren Leben, von den guten und den schlechten Seiten ihres Alltags. Sie suchen gemeinsam einen Ausweg, finden eine Schutzhütte, in der sie die erste Nacht verbringen. Dabei unterhalten sie sich auch über banale Dinge, wie man eine Wundblase am besten behandeln kann,  wie lange das Handy noch Licht spenden wird etc. In Gedanken lassen die beiden ihre Leben bisher Revue passieren und laufen nachdenklich nebeneinander her. Irgendwann entdecken sie eine strohbedecktes Haus im Wald, in der Kinder leben. Sie gehen in den Stall des Hauses, als nach mehrmaligem Klopfen niemand öffnet und wärmen sich, essen, trinken, versorgen ihre Wunden und schlafen übermüdet ein. Am nächsten Morgen stehen die beiden Kinder an ihrem Bett und starren sie an. Mehr möchte ich nicht verraten, jedoch so viel, dass auf den verbliebenen Seiten sehr viel nicht Geschriebenes für reges Nachdenken und Weiterspinnen der spannenden Geschichte seitens des Lesers erfolgen wird ,-). Abrupt endet die Geschichte, doch mein Kopfkino läuft noch lange weiter und ich schreibe gedanklich die Geschichte mit ihrer Geschichte weiter. Fazit: Ich liebe dieses Buch! Für Fans von Helle Helle ist es ohnehin ein Must-have. Für Fans von minimalistischen Geschichten mit maximalem Output natürlich auch. Wer reduzierte, prägnante Sprache und Geschichten, die aus scheinbar alltäglichen Situationen eine sprach- und bildgewaltige Geschichte aufbauen, liebt, kommt an Helle Helle einfach nicht vorbei. Helle Helle in Höchstförm, schlichte, präzise Sätze mit Tiefgang, Suspense vom Feinsten. Die Spannung zwischen den Zeilen ist fantastisch und äußerst spürbar. Und das ganze ohne zerstückelte Leichen oder sonstige grausige Details wie sonst in skandinavischen Krimis! Kopfkino vom Feinsten!

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  • Im Wald verirrt

    Wenn Du magst
    blaustrumpfine

    blaustrumpfine

    15. May 2017 um 18:14

    Ein Mann und eine Frau, die sich nicht kennen, gehen unabhängig voneinander im selben Wald irgendwo in Jütland joggen. Beide kennen sich dort nicht aus, beide verlieren die Orientierung und treffen sich schließlich. Zusammen versuchen sie, aus dem Wald herauszufinden, verirren sich aber nur immer weiter in dem ihnen unbekannten Gebiet. Die Perspektive wechselt und ist mal bei der namenlosen Erzählerin, mal bei dem zehn Jahre älteren Roar, der unterschiedlich große Schuhe trägt und sich daher eine schmerzende Blase gelaufen hat. Während sie gegen die Unwegsamkeiten ihrer Umgebung ankämpfen – keine Orientierung, nicht genug zu trinken, kein Handyempfang, Kälte und Regen, zunehmende körperliche Schwäche – erinnert sich die Frau an verschiedene Stationen ihres Lebens: vom ersten Job über das Leben in ihrer ersten WG bis hin zum Kennenlernen ihres Lebensgefährten, dem gemeinsamen Leben mit dessen Sohn und der Arbeit im Möbelgeschäft. Die existentielle Bedrohung bringt die beiden zuvor Fremden schließlich auf engstem Raum zusammen: aneinandergelehnt in einer Hütte und schließlich in einem Gästehäuschen nebeneinander im selben Bett. Die sinnlichen Beschreibungen der Natur, der Oktoberluft und der beklemmenden Situation, überzeugend übersetzt von Flora Fink, lassen einen das Geschehen unmittelbar miterleben. Werden sie gemeinsam einen Ausweg finden?

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