Hellmuth Karasek Auf der Flucht

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Inhaltsangabe zu „Auf der Flucht“ von Hellmuth Karasek

Für den elfjährigen Hellmuth endet die Kindheit abrupt: Nach Weihnachten 1944 flieht er mit seiner Familie aus Schlesien, wird 1946 nach Ostdeutschland ausgesiedelt, wo er unter dem Kommunismus eine neue Zeit der Lügen und Ängste erlebt. Mit dem DDR-Abitur in der Tasche flüchtet er Anfang der fünfziger Jahre erneut - als Student in Tübingen will er den Neuanfang im Westen wagen ? Auf der Flucht erzählt von einer wechselvollen Kindheit und Jugend, einer beeindruckenden Karriere in der Kulturbranche und einem Leben voller Gegensätze.

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  • Karasek als Klempner

    Auf der Flucht
    Peter_Waldbauer

    Peter_Waldbauer

    22. August 2017 um 21:00

    In seinen Memoiren plaudert Karasek über sich selbst und kann sich nicht so recht entscheiden, in welcher Richtung sein Pferd steht. Einerseits sei er ein „Trittbrettfahrer“ gewesen, den andere immer mitschleppten: Rudolf Augstein, Billy Wilder und natürlich Marcel Reich-Ranicki. Er sei der „Harry Klein“ des Kulturbetriebs gewesen; jener Harry, der bei Derrick den Wagen vorfährt. Andererseits will er im Literarischen Quartett hinter den Kulissen entscheidend mitbestimmt haben, welche Bücher in der Sendung besprochen wurden. Den Rausschmiss der Kollegin Sigrid Löffler habe eigentlich er, der zahme Karasek, vorangetrieben. Grund sei Löfflers vernichtendes Urteil gewesen über den Spielberg-Film Schindlers Liste. Karaseks Leidenschaft fürs Kino ist bekannt. Auch dass Reich-Ranicki seine Autobiografie Mein Leben schrieb, die ein fulminanter Bestseller wurde, habe Karasek maßgeblich angeregt („Das musst du aufschreiben“). „Reich“, wie Karasek seinen Mentor nennt, hatte ihm übrigens einmal finanzielle Hilfe angeboten, als er Probleme mit dem Finanzamt hatte. Karasek kommt auch auf seinen ehemaligen Freund Martin Walser zu sprechen. Walser verfüge über eine „erotische Lebensstrategie“ und habe sich „seine libidinöse Welt an den Bodensee geholt“, sogenannte „Literatur-Groupies“. In seiner Biographie erfahren wir auch, dass Karasek im Vahinger Schwimmbad „über die vielen Fettbäuche der Männer erschrak“; und, dass er seine Frau betrog und sie ihn. Erotik ist und bleibt das Lieblingsthema des Kulturprofessors, im Quartett noch relativ bescheiden: „Ein hocherotisches Buch“, jubelte Karasek, als der Roman "Mann und Frau" der Israelin Zeruya Shalev besprochen wurde. In seiner Autobiographie dann wieder so: „Ich hatte die Tochter des Hausbesitzers gewonnen und weiß noch, dass ich das erste Mal mit einem Interruptus beendete, wie Onan im Alten Testament, nur ohne Wüstensand.“ Und für alle, die jetzt Mitleid mit dem armen Karasek haben:“... und mir das Mädchen als zweites Mal eine Fellatio anbot, absolut verhütungssicher.“ Karasek schildert uns die Begegnung mit einer amerikanischen Studentin in den fünfziger Jahren in Tübingen. Er wurde von ihr zum Tee eingeladen, musste dort auf die Toilette und lässt seine Leser wissen, dass er „im Stehen pinkelte“. (Wie interessant, Herr Karasek. Das richtige Thema für seine Memoiren.) Alsbald trat der Supergau ein, denn „die Toilette war verstopft“, Karsek spülte noch einmal und es „kamen Exkremente“, die die Kloschüssel „bis zum Rand füllten.“ Und Karasek? Was machte er, während die Studentin mit dem Tee auf ihn wartete? Sie ahnen es schon. Karasek „starrte auf die Kloake“, zog Jacke und Hemd aus und „beseitigte mit dem nackten Arm die Verstopfung.“ Also, wenn wir das nächste Mal einen Klempner brauchen - wen laden wir dann wohl zum Tee ein?

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  • Rezension zu "Auf der Flucht" von Hellmuth Karasek

    Auf der Flucht
    attika

    attika

    24. January 2013 um 22:24

    Eine muntere Biografie, die manchmal eine Spur zu munter, ein Quäntchen zu geschwätzig und detailverliebt daherkommt. Der Leser erfährt viel über die Lebensumstände des Autors, besonders zur Zeit der Vertreibung nach dem letzten Weltkrieg. Was an dieser Stelle etwas stört, ist das angeblich durchgängige Schuldgefühl - der Herr Karasek war allerdings damals ein Kind und konnte wohl kaum für Verbrechen des Naziregimes verantwortlich sein. Gleichzeitig wird alles Unrecht, das ihm selbst geschieht, seltsam gleichmütig und hinnehmend geschildert, quasi kleingeredet, als sei Vertreibung völlig in Ordnung. Das verwundert insoweit, als ein heller Kopf wie der Autor kaum der Siegerpropaganda auf den Leim gegenagen sein dürfte. Aber vielleicht hätte sich für eine andere Sichtweise, die einen Deutschen als Opfer sieht, kein Verlag gefunden. Dennoch lesenswert und spannend.

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  • Rezension zu "Auf der Flucht" von Hellmuth Karasek

    Auf der Flucht
    beedaddy

    beedaddy

    09. July 2007 um 15:14

    Stellenweise zu oridinär. Zu viele "Weibergeschichten". Ansonsten aber durchaus interessant und lesenswert.