Hellmuth Karasek Briefe bewegen die Welt, Bd 1

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Inhaltsangabe zu „Briefe bewegen die Welt, Bd 1“ von Hellmuth Karasek

Es gibt viele weltberühmte Briefe, veröffentlicht in vielen dicken Anthologien. Dieser Band ist etwas Anderes und Neues. Ein reich bebildertes, anschaulich kommentiertes „Best of“ von 30 Briefen aus der Vergangenheit und der Jetztzeit. Eine Sammlung von Briefen, die unsere Welt im Kleinen wie im Großen beeinflusst und bisweilen verändert haben, illustriert die Zeitgeschichte vom 18. bis ins 21. Jahrhundert. Wie streiten sich Konrad Adenauer und Theodor Heuss über unsere Nationalhymne? Was schreibt Sophie Scholl in ihrem letzten Brief vor ihrer Verhaftung an ihren Freund? Wo will sich Bertolt Brecht zwei Kästen Bier im Monat sichern? Wie schreiben Kinder? All dies verrät dieses Buch. Zu jedem Brief, ob zeitgenössisch oder historisch, liefert dieser wunderbare Band biografische Hinweise und faszinierende Hintergrund Informationen, Faksimiles der Originaldokumente vermitteln fesselnde Einblicke in die Zeit. Das Buch enthält eindrucksvolle Korrespondenzen aus Politik, Geschichte, Showbusiness und allen Sparten der schönen Künste. Nicht zu vergessen natürlich die Liebesbriefe!

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  • Briefe, die mehr preisgeben, als es den meisten Verfassern lieb gewesen wäre

    Briefe bewegen die Welt, Bd 1

    R_Manthey

    28. June 2015 um 17:01

    Die Auswahl überrascht. Bei diesem Titel hatte ich ein Buch erwartet, das uns Briefe zeigt, die tief emotional berühren oder einen entscheidenden historischen Bezugspunkt begleiteten. Doch auch wenn das in den meisten Fällen bei den hier veröffentlichten Schreiben nicht zutrifft, so besitzen sie eine von Hellmuth Karasek offenbar entdeckte andere Stärke: Gewollt oder nicht, berichten sie fast ausnahmslos auch über einen Teil der Persönlichkeit ihrer Absender und in einigen Fällen auch über die der Empfänger. Und das macht dieses ungewöhnliche Buch wirklich interessant. Jeder Brief wird von Karasek interpretiert. Anschließend erfahren wir etwas über Absender und Empfänger. Wir leben inzwischen in einer anderen Welt als es die meisten Schreiber der hier veröffentlichten Briefe taten. Deshalb fällt es uns wahrscheinlich gelegentlich schwer, das eine oder andere in den Briefen zu verstehen, weil es möglicherweise unbewusst unsere Vorstellungskraft überfordert. Selbst der Herausgeber ist manchmal von wohlgesonnenen Umdeutungen entlarvender Handlungen nicht ganz verschont geblieben. Der erste Brief, den ich in diesem Buch las, stammt von Brecht und ist an die heute wie damals sehr bekannte Radeberger Brauerei adressiert, bei deren Fernsehwerbung man bis vor kurzem immer das Gefühl bekam, ihr Bier wird direkt in der Dresdner Semperoper erzeugt. In seinem überaus peinlichen Brief ohne Anrede bittet der Meister um die monatliche Zusendung von zwei Kästen des der normalen DDR-Bevölkerung nicht zugänglichen Getränks an eine Ost-Berliner Adresse. Bestimmt, so schreibt Karasek, wollte Brecht keine Privilegien geltend machen. Dieser Brief ist, wenn man Karasek folgt, ganz im Gegenteil eher Zeugnis davon, dass Brecht den Glauben an den sozialistischen Staat verloren hatte. Gewiss, anders kann es einfach nicht gewesen sein. Das Buch beginnt mit dem Briefwechsel zwischen Adenauer und Heuss über die Wahl der Nationalhymne für die Bundesrepublik und endet mit einem Schreiben von Richard Wagner an seine Frau Minna. Dazwischen findet der Leser zahlreiche andere Briefe meistens bekannter Persönlichkeiten aus ganz verschiedenen Zeiten, in denen es immer um ganz spezielle Dinge geht, die die Welt bestimmt nicht aus den Angel gerissen haben, wohl aber eine Bedeutung in kleinerem Rahmen besaßen und von Karasek genutzt werden, um uns die jeweiligen Menschen, ihre Probleme und ihre Zeit näher zu bringen. Das gelingt ihm in der Regel wirklich ausgezeichnet. Gelegentliche Ausrutscher (auch bei der Brief-Auswahl) mindern den guten Gesamteindruck diesbezüglich nicht. Für mich jedenfalls war die Lektüre aufschlussreich, informativ und meistens auch angenehm unterhaltend, weil man eben aus einer persönlichen und meistens nicht für die Öffentlichkeit gedachten Reaktion auf bestimmte Ereignisse oder Personen mehr erfährt, als man eigentlich sollte. Vieles aus der Vergangenheit wirkt noch heute nach oder hat sich nicht wesentlich verändert. Was Marion Gräfin Dönhoff schon 1954 über die "ZEIT" schrieb, könnte man wohl auch heute noch ähnlich formulieren. Dagegen hat der Brief von Gunter Sachs an Springer wirklich wenigstens etwas bewirkt. Und ganz nebenbei wischt Karasek in diesem Zusammenhang auch das Klischee über Sachs weg. Aufschlussreich sind die Briefe von Freud und Köselitz, ebenso das etwas schleimige Schreiben von Thomas Gottschalk an Reich-Ranicki, das auch enthüllt, wie der Kritiker sich so aufführt, wenn er eventuell auf das niveaulose Volk treffen muss. Kurzum, die Briefe sind meistens wirklich geschickt ausgewählt, weil sie mehr preisgeben, als seinen Verfassern eigentlich lieb gewesen sein sollte. Fazit. Ein schönes Buch, aus dem man viel lernen kann. Dem Herausgeber gelingt es, von gelegentlichen Aussetzern abgesehen, sehr gut, den jeweils herrschenden Zeitgeist zum Zeitpunkt der Niederschrift der Briefe zu beschreiben und dem Fremdleser die konkrete Situation zu erläutern, um die es in den Briefen geht. Dass die Deutsche Post hier als Sponsor auftritt, kann man zwar bemängeln, doch ohne sie hätte es dieses Buch eben nicht gegeben. Alles in allem ein gelungenes Werk.

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