Hellmuth Karasek Briefe bewegen die Welt, Bd 6

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Inhaltsangabe zu „Briefe bewegen die Welt, Bd 6“ von Hellmuth Karasek

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  • Kriege verändern Menschen

    Briefe bewegen die Welt, Bd 6
    R_Manthey

    R_Manthey

    03. August 2015 um 11:50

    Natürlich kann man die knapp 30 Briefe in diesem Sammelband als Zeitdokumente betrachten. Aber was heißt das schon? Und die Welt haben sicher nur die wenigsten von ihnen wirklich bewegt. Interessanter ist aus meiner Sicht vielmehr, dass diese Dokumente sehr oft - wenn auch nur versteckt - zeigen, wie das erlebte Grauen die Menschen für immer verändert. Man spricht hinterher nicht gerne darüber, weil es nicht in eine friedliche Zeit passt oder weil man sich einfach daran nicht mehr erinnern möchte. Doch niemand kann seine persönlichen Einblicke in die Hölle einfach so wegstecken. In Kriegen zeigt sich etwas an Menschen, dass man so gewöhnlich in zivilisierten Gesellschaften nicht offen vorfindet. Auch darüber redet man nicht gerne. Das ist ein schwieriges und gerne verdrängtes Thema, weil es nicht in die oft geschönten Darstellungen menschlichen Verhaltens passt. Im Krieg jedoch sind die Regeln des zivilisierten Zusammenlebens gewöhnlich außer Kraft gesetzt. Das mitansehen zu müssen oder gar mitzumachen, verändert Menschen. In den in diesem Band zusammengestellten Briefen findet man solche Erlebnisse nur indirekt. Wenn man genauer liest, dann steht schon zwischen den Zeilen, was in der Seele passiert. Der Herausgeber ist ein literarischer Feingeist, weshalb man direkte Beschreibungen solcher Seelenqualen nicht finden wird. Mich würde schon interessieren, nach welchen Kriterien diese Briefe ausgesucht wurden. Und wie findet man sie überhaupt? Im hinteren Teil kann man nachlesen, wie sich deutsche Soldaten oder Polizisten fühlen, die im Kosovo oder in Afghanistan dienen. Ob dabei der wirkliche Geist und die Befindlichkeiten der Soldaten zum Ausdruck kommen, sei einmal etwas zweifelnd dahingestellt. Wie muss man sich vorkommen, wenn man weiß, dass diese Truppen demnächst abziehen ohne wirklich etwas bewirkt zu haben? Wozu die Opfer? Und wen interessieren diese Soldaten eigentlich in Deutschland? Den Autoren und dem Herausgeber fehlte offensichtlich der Mut, die wirklichen Gemütszustände dieser Menschen offenzulegen. Immerhin aber bringen sie den Brief des Vorsitzenden des Bundeswehr-Verbandes, Ulrich Kirsch, an die Mitglieder. Da stehen dann wenigstens einige klare Sätze. Zum Beispiel, dass das Parlament die Truppe im Namen des Volkes nach Afghanistan geschickt hätte, das Volk aber in Wirklichkeit ganz anderer Meinung sei. Alles in allem liefert dieser Band eine ganze Reihe interessanter Briefe. Und wie immer werden die historischen und persönlichen Hintergründe sehr gut erläutert. Was mir hingegen fehlte, war (wie oben geschildert) ein genereller Ansatz, eine Klammer, die zeigt, wie eigentlich - egal in welchem Jahrhundert und egal in welchem Krieg - das Erlebte die Menschen veränderte. Und mit Sicherheit niemals zum Guten.

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