Nach dem Krieg

von Hellmuth Karasek 
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Nach dem Krieg
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(K)eine Biografie mit viel Zeitgeschehen und Kultur

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Inhaltsangabe zu "Nach dem Krieg"

Wie wir Amerikaner wurden

Glänzend erzählt und mit vielen Anekdoten gespickt lässt Hellmuth Karasek die Nachkriegsjahre wiederauferstehen. Dabei zeigt er, wie wir Deutschen zwischen völliger Zerstörung und aufkommendem Wirtschaftswunder nach einer neuen Identität suchten – und Amerikaner wurden. Erstens, um nicht Russen werden zu müssen, und zweitens, weil der »American Way of Life« so unwiderstehlich war: in Musik, Mode, Kultur und Film.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453422261
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:12.03.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Kinderbuchkistes avatar
    Kinderbuchkistevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: (K)eine Biografie mit viel Zeitgeschehen und Kultur
    (K)eine Biografie mit viel Zeitgeschehen und Kultur

    (K)eine Biografie und dennoch viel biografisches gespickt mit jede Menge Zeitgeschehen

    Lange hatte ich mich auf das Buch gefreut. Ein letztes Mal Karasek dachte ich doch was ich dann in dem Buch vorfand war nicht ganz das, was ich erwartet hatte.
    Nein, das wird kein Verriss, aber ich möchte auch keine falschen Erwartungen hervorrufen.
    Das Buch selbst ist nicht vollständig von Hellmuth Karasek selbst geschrieben da ihn, sein leider viel zu früher Tod, die Möglichkeit nahm es zu Ende zu bringen.
    Sein guter Freund Michael Seufert hat sich der Aufzeichnungen angenommen und es , bestimmt in Karaseks, Sinn zu dem gemacht was uns nun vorliegt. Besonders intensiv führt uns das wunderbar geschriebene Vorwort seiner Frau in das Buch und das Leben ihres Mannes. Wer noch nichts von Karasek gelesen hat und auch nicht viel über den Menschen weiß, der wird erstaunt sein was für ein vielseitiger Mann er war. Kennen ihn doch die meisten nur in Verbindung mit Marcel Reich Raniki und dem literarischen Quartett sowie als Mitherausgeber des Berliner Tagesspiegels.
    ER war ein weltoffener, unglaublich vielseitig interessierter Mensch und ein fantastischer Autor zahlreicher Bücher. In erster Linie geht das Buch auf den Menschen ein. Auf seine Jugend, sein bewegtes Leben, das 1936 im mährischen Brünn begann und 2015 in Hamburg endete.
    Immer aber im Kontext des jeweiligen Zeitgeschehens, das uns unmittelbar mit vermittelt wird. Ältere Leser werden mehr von dem in Erinnerung haben als die Jüngeren. Für die einen ist es erinnern für den anderen ein Gefühl dafür zu bekommen wie es damals war. Hellmuth Karasek ist ein Kulturmensch gewesen und so erfahren wir auch genau aus diesen Bereichen mehr als vom reinen politischen Geschehen, das durchaus aber auch Einfluss nimmt.
    Alles in allem ist es ein sehr gut geschriebenes , sehr informatives Buch, das einen auf eine Zeitreise zurück gehen lässt, Stimmungen vermittelt und auch Musik hören lässt,  in Jahre, die wir nie vergessen sollten und von Entwicklungen die unser aller Leben bis heute prägen.

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    K
    katze102vor 2 Jahren
    ich bin enttäuscht, denn es hält nicht, was es verspricht

    Dem Vorwort, geschrieben von Karaseks Gattin, entnehme ich, Karasek das Buch nicht mehr selber fertigstellen konnte, sondern es in seinem Sinne von seinem Freund Michael Seufert beendet wurde.

    Zu Beginn des Buches wird das Kriegsende beschrieben, eine Zeit, in der sich die jungen deutschen Frauen lieber den GIs für Nylons, Zigaretten, Coca-Cola und Kaugummis hingaben und die armen Russen, die keine Geschenke gegen Zärtlichkeit und Sex austauschen konnten als Vergewaltiger verschrieen wurden.

    Das restliche Buch, abgesehen vom letzten Kapitel widmet sich zum einen Karaseks Kindheit, Schulausbildung, Flucht, weiterem Lebenslauf; sehr interessant fand ich hierbei seine Beschreibungen, wie die Regierung in Ost und West um die erwünschte Meinung war ( köstlich der Witz zur Butter).
    Ausführlich beschreiben die Autoren den Wandel der Moralvorstellung im Laufe der Jahrzehnte, erzählen von GI-Liebchen, Rosemarie Nitribitt,Vera Brühne, von Büchern, Liedern, Karnevals-, Schlagern mit jeweiligen Textwiedergaben ( zum Teil nur auszugsweise) und Kinofilmen, deren Inhaltsgaben mit Interpretation schon fast für einen Kinoführer ausreichen würden. Bei den amerikanischen Filmen werden die aufgezählt, in denen die Sehnsucht nach Europa, insbesondere nach Paris und Rom im Mittelpunkt stehen. Thematisiert werden ebenso Ereignisse jener Zeit wie die Krönung Eilizabeth II, Kennedys Ermordung oder Werke Loriots. Allesamt sollen sie den Zeitgeist und die verklemmte Moral dokumentieren, wozu Herr Karasek auch viele eigene mißglückte oder erfolgreiche Eroberungsversuche anführt und nicht vor der Preisgabe von Details aus den Leben anderer zurückschreckt, sie zum Teil namentlich benennt und sie als homophil outet ( selbst wikipedia wußte es von einigen noch nicht einmal). Mich persönlich interessieren solche Vorlieben anderer überhaupt nicht und ich würde sie in der Bildzeitung oder Regenbogenpresse erwarten, finde es eher niveaulos als literarisch, andere derart vorzuführen – und weder nötig um die Nachkriegsjahre oder, wie wir Amerikaner wurden, zu verstehen. Ferner gibt es Kapitel z.B. zum Billardspielen, zum „Wort zum Sonntag“, zum Feiern, Saufen, zu Kreppsohlen und Cordhosen, zu Elvis, den Beatles und James Dean ...

    Und schließlich, im letzten, dem 53. Kapitel ( S. 308-322), das den Titel trägt „Entenschwanz und Nietenhose – wie wir Amerikaner wurden“ dreht es sich endlich um die zweite Hälfte des Buchtitels, in dem nochmals GI-Liebchen aufgeführt werden, aber auch Kinofilme, Care-Pakete, und die aus den USA herübergeschwappten Vorzüge wie Supermärkte, Jeans, Joggen, Aerobic, Hometrainer, Fastfood, Schönheits-OPs sowie der amerikanische Führungsstil in Konzernen und Politik.

    Wie wir Amerikaner wurden, habe ich dabei nicht so ganz erfahren, diese Auflistung war mir etwas zu dürftig, zumal sich viele dieser wenigen Anichten ja auch noch wiederholten und uns genauso wenig zum Amerikaner machten wie heutzutage Reis oder Sushi essen, Karaoke singen, Mangas lesen zum Japaner. Die Memoiren aus Karaseks Sturm- und Drangzeit, insbesondere seine Herausforderungen unter Adenauer und dem Kuppelparagraphen endlich Sex mit einer Frau haben zu können, fand ich genauso überflüssig wie seine oben bereits erwähnten Nachreden anderer, die mir z.T. wie eine persönliche Abrechnung erschienen.

    Die Stimmung, Lebensumstände und das Lebensgefühl nach dem Krieg sowie in den 50er und 60er Jahren wurden gut vermittelt, obwohl ich die Zitate der Liedtexte und langen Nacherzählungen der aufgeführten Kinofilme nicht gebraucht hätte, denn diese kennen auch die meisten, die damals noch nicht gelebt haben – diese vielen Seiten wirkten auf mich, als solle lediglich der Umfang des Buches damit erhöht werden.

    Fazit: In diesem Buch ist nicht alles drin, was draufsteht.

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    DaniB83s avatar
    DaniB83vor einem Jahr

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