Hellmuth Opitz Die Dunkelheit knistert wie Kandis

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Inhaltsangabe zu „Die Dunkelheit knistert wie Kandis“ von Hellmuth Opitz

Je tiefer die Dunkelheit, desto wacher im Cockpitdieses Audi A6 auf der A7 nordwärts, die Nacht knistert wie Kandis, dem man Tee zufügt oder Geschenkpapier, in das Sterne verwickelt sind, überhaupt: eine Nacht, durch die man gleitet wie durch einen Ärmel schwarzer Seide … Auszug aus dem Gedicht: Distanzen. StimulanzenNatürlich ist die Realität der Stoff, aus dem die Gedichte von Hellmuth Opitz sind. Aber wie er das macht, wie er jedes Wirklichkeitsmolekül mit poetischem Wunder und unvergesslichen Bildern auflädt – ganz gleich, ob es um die großen Themen Liebe, Leben, Tod oder um banale Haushaltsgegenstände geht –, das macht ihm so leicht niemand nach.„… ein kluger Vertreter des poetischen Realismus.“Michael Braun, Deutschlandradio

Unbedingt lesenswert. Einer der besten Lyriker Deutschlands.

— IGraed
IGraed

sooo guuuut, ich bin hingerissen, gesellschaftskritisch, fürs herz und auch lustig - ich fasse es einfach nicht, wie er viele impressionen oder emotionen, die ich für mich glaubte, in gedichte verwandelt. bitte mehr davon!

— radieschen
radieschen

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    Die Dunkelheit knistert wie Kandis
    Pongokater

    Pongokater

    14. April 2013 um 19:57

    Immer wieder finden sich bei HO Verweise auf Musik und auf Liedtexte, hauptsächlich zu Titeln aus den 70ern. Ich glaube, dass er sich eher in dieser Tradition sieht als in der der reinen Literatur-Lyrik. Und ich denke, er erreicht dabei eine hohe Qualität, egal um welches Thema es geht. 

  • Rezension zu "Die Dunkelheit knistert wie Kandis" von Hellmuth Opitz

    Die Dunkelheit knistert wie Kandis
    Catwoman

    Catwoman

    18. November 2012 um 16:55

    »Die Dunkelheit knistert wie Kandis« von Hellmuth Opitz, seine Poesie besteht aus wunderbaren Wortspielen und alltäglichen Dingen, es macht Spaß in diesem Band zu lesen.
    Ein rundum gelungener Lesegenuss!

  • Rezension zu "Die Dunkelheit knistert wie Kandis" von Hellmuth Opitz

    Die Dunkelheit knistert wie Kandis
    Franzis-Litfass

    Franzis-Litfass

    03. October 2011 um 04:28

    Es knistert nicht nur, es gibt auch Explosionen! Nicht gerade schmalbändig kommt Hellmuth Opitz` neuer Lyrik-Band ,Die Dunkelheit knistert wie Kandis' daher. Gleich acht Kapitel umfasst das Werk, auf stolzen 119 Seiten. Sogleich im ersten Kapitel, welches im Titel schon verdeutlicht, dass wir uns in der kalten Jahreszeit und fast am Beginn eines neuen Jahres befinden, fällt auf, dass Hellmuth Opitz sehr angenehm zumeist vom ,wir' schreibt. Da kennt man ganz andere Auswüchse dichterischer Selbstbespiegelungen, die immerfort um das eigene Ich kreisen. Hellmuth Opitz interessieren die Anderen: der Mann, der optisch verändert aus dem türkischen Friseursalon kommt, um für das neue Jahr gewappnet zu sein, das Paar, das trotz finanzieller Schwierigkeiten wieder ein Jahr zusammen gemeistert hat und ,unbetretene` Wege ,ins Ungewisse` nicht allein beschreiten muss, die frisch verliebten Vierzehnjährigen, deren Zungen an Bushaltestellen ,Forschungsarbeiten` durchführen, das Paar, welches gemeinsam im März durch Wahren der äußeren Fassung und Fassade gegen die innere Verzweiflung anzukämpfen versucht. Das lyrische Ich bei Hellmuth Opitz ist kein einsames. In Kapitel zwei wird es deutlich wärmer. Wir steuern auf den Frühling und Sommer zu. Wer Opitz-Gedichte kennt, weiß, was das bedeutet. ("I'll lift my shirt up", The National). Hellmuth Opitz stellt jedem Kapitel seines Bandes ein englischsprachiges Songtext-Zitat voraus. Dies ist sein persönliches Dankeschön an die Rockmusik im Allgemeinen und an Singer-/Songwriter-Lyrics im Besonderen, die ihn seinerzeit zum Verfassen von Gedichten gebracht haben. Seine von Liebe und Begehren handelnden Gedichte betrachten die weibliche Anmut, teilen den weiblichen Körper nicht nur in Bikini-, sondern auch in US-kartografische und unscharfe Zonen ein, ja in ein ganzes Sonnensystem, in dem Muttermale die Planeten darstellen. Die Frau, der dieses zweite Kapitel gewidmet zu sein scheint, darf sich glücklich schätzen, denn Hellmuth Opitz kann selbst den Auswirkungen Newtonscher Gesetzmäßigkeiten, dem ,Nachbeben der Schönheit`, noch Positives abgewinnen (Jedes Fältchen, jedes Gramm ist kostbarer gemeinsam erworbener Besitz."), dem andere Dinge ,nach all den Jahren` an Bedeutung überlegen sind. Wenngleich in einigen Texten (,Vom Kommen. Und Gehen` oder in ,Method Actress`) zwischen den Zeilen auch Reminiszenzen mitschwingen. Ein weiteres Kapitel führt uns nach Manhattan (Tony K.,"The Funky Western Civilization"), in die hektische Unruhe morgendlicher Betriebsamkeit , in Restaurantketten und Edellokale, und überhaupt dreht sich hier einiges ums Essen und um die Bekömmlichkeit von Erlebtem, ob es degoustierbare Digitaldaten sind, Eichhörnchenfutter, Katz` Delicatessen oder das Dunkin` Donuts. Presslufthammer, Börsenzahlen, Polizei und Wanderprediger zeichnen ein Bild vom Broadway, der bei Tageslicht eher nüchtern wirkt. Im vierten Kapitel widmet sich Hellmuth Opitz den Absurditäten der modernen Wirtschaftswelt. Nicht funktionierende Homepages, hohle Powerpointpräsentationen, Bluetooth und permanente Erreichbarkeit selbst im Urlaub erschweren ein Abschalten außerhalb vorbestimmter Zeitfenster. Der Mensch in seiner Rundum-Rolle als permanent funktionierendes ,Humankapital`, verfolgt von Marketingstrategien und Kapitalprozessen, die seine Sprache zu Worthülsen verkommen lassen. Im Text ,Contenance/Verlust` treibt Opitz seine gesellschaftlichen Beobachtungen samt ihrer Widersprüche auf die Spitze, wenn er von der ,Physiognomie der Besserverdiener` , dem ,Mutti-Tasking` und Au-Pair-gesteuertem ,Zeitmanagement` schreibt. Da bleibt nur noch der Versuch, den wachsenden ,Durst nach Sinn` ,offshore` zu befriedigen, und sei es auch nur, um vor eine Wand zu laufen. Oder ihn in beseelten Haushaltsgegenständen zu suchen. Wer sich einen Eindruck über Hellmuth Opitz` ,gegenständlichen` Humor machen möchte, besuche auf YouTube den Kanal ,dasgedichtclip` und schaue sich u.a. sein in Szene gesetztes Gedicht , Mein Toaster` an. Sehr köstlich aber auch seine ,schnippische` Teekanne, deren fieseliger Strahl ein Fall für den Urologen ist, seine explodierende Mikrowelle (ist sicher jedem schon mal passiert), die Ballade vom ,gemobbten` Mob oder die ,tablettensüchtige` Spülmaschine. Mit Wortwitz schwenkt Opitz bei diesen Profan-zu-Sakral-Gedichten desöfteren mal zum Gereimten herüber, nicht mit strenger Konsequenz, oder probiert das Sonett. Seine Haushaltsgegenstände zumindest haben ihren festen ,Standpunkt`, was ein zeitgeistgeplagtes männliches Lyrisches Ich unter Leisungsdruck nicht immer von sich behaupten kann. Hellmuth Opitz` während eines 2010 erfolgten Stipendiatsaufenthaltes im Brecht-Haus in Svendborg entstandenen Gedichte haben ein weiteres eigenes Kapitel erhalten. Brecht lebte hier von 1933-39 im Exil. Er schrieb hier so bedeutende Dramen wie Die Gewehre der Frau Carrar", Mutter Courage und ihre Kinder" und Das Leben des Galilei" sowie natürlich die bekannten Svendborger Gedichte". Wen wundert es da, dass Hellmuth Opitz dem Blick Brechts aus dem Fenster seines Arbeitszimmers nachspürt und in der Gestalt des Bücherregals mit den Brechtwerken den Birnbaum, auf welchen Brecht bereits blickte, vermutet? Auch Bielefeld und der Fußball kommen nicht zu kurz in diesem Band, ein bisschen Sparrenburg, ein bisschen Westfälisch, aber da ja Zweifel an der Existenz dieser Stadt an sich bestehen, bleibt alles ein bisschen psychedelische Traumlandschaft wie die Autofahrt auf einer ,endlos` langen ,Linie Kokain`. Das letzte Kapitel wird von einer Line aus Bob Dylan's Lyrics eingeleitet: ,Beyond Here Lies Nothin`. Gedichte vom Tod und Sterben beschließen diese thematische Komposition vom Werden, Leben und Vergehen. Unfall, Krieg und Krankheit sowie Überlegungen, was einen selbst erwarten könnte, runden den Gedichtband ab. Innerhalb der Texte gibt es etliche Referenzen zu Falkner-Gedichten, Song-Lyrics oder Gedichten anderer Lyriker. Das braucht schon einen Hellmuth Opitz, um die Wortneuschöpfung einer Kollegin selbstverständlich im eigenen Text verwenden zu dürfen und erst in den nachgestellten Anmerkungen darauf zu verweisen. Für allzu unbedarfte Leser könnte an diesen Stellen der Lesegenuss ohne entsprechendes Blättern etwas beeinträchtigt werden. Aber wie sagte schon der bekannte Münchner Lyrikverleger Anton G. Leitner: ein Gedicht darf ein Geheimnis bergen. Deshalb muss man auch nicht nachschlagen. Dennoch ist das Buch das, was es ist: ein rundum gelungener Opitz für alle Opitz-Fans und solche, die es werden möchten.

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