Helme Heine , Gisela von Radowitz Der verlorene Sohn

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Inhaltsangabe zu „Der verlorene Sohn“ von Helme Heine

Nach bestandenem Abitur beschließt Thomas, nach Neuseeland zu reisen, um sich über seine Zukunft klar zu werden. Aus Geldnot und Neugier besucht er Bekannte seiner Eltern. Doch bei ihrer ersten Begegnung reagieren die Robinsons schockiert, weil Thomas ihrem toten Sohn Edward wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Nach dem ersten Schrecken wird er von ihnen jedoch liebevoll umsorgt und wächst immer mehr in die Rolle des verlorenen Sohnes hinein, bis er sogar in den Vorschlag der Robinsons, von ihnen adoptiert zu werden, einwilligt. Als die neuen Eltern dann aber wiederholt Edward in ihm suchen, er sich in dessen Exfreundin Sara verliebt und mit ihr sein eigenes Leben zu führen beginnt, ändern sich die Dinge schlagartig.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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  • Rezension zu "Der verlorene Sohn" von Helme Heine

    Der verlorene Sohn
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    13. September 2012 um 14:29

    Der als Autor von Kinderbüchern sehr bekannte Helme Heine hat hier zusammen mit seiner Lebensgefährtin Gisela von Radowitz einen spannenden Roman geschrieben, der sich mit den Themen Identität auf der einen und dem immer wieder beschriebenen Zusammenhang zwischen Zufall und Schicksal befasst. Erzählt wird die Geschichte von Thomas, einem eher zurückgezogenen jungen Mann, der nach dem erfolgreichen, aber eher glanzlos bestandenen Abitur, nach seinen Zukunftsplänen befragt, nur sagt: Neuseeland. Von dieser Zufallsidee kommt er nicht mehr runter und beschließt dorthin zu fahren, um über seine Zukunft nachzudenken. Von seinen Eltern erhält er die Adresse eines Ehepaars in Neuseeland, das diese vor etwa 15 Jahren im Urlaub kennengelernt hatten. Als Thomas einige Zeit später bei diesen Menschen, den Russells, die dort Weinbau betreiben, vor der Tür steht, ist er von deren Gesichtsausdruck zunächst geschockt. Denn gerade haben die Russells ihren Sohn begraben, der bei einem Unfall (?) ums Leben gekommen ist. Thomas sieht ihm ähnlich wie ein Zwilling. Verständlich, dass die Russels ihn bitten zu bleiben. Als sie ihm die Adoption anbieten und Thomas sich in die frühere Freundin des toten Sohnes verliebt, beginnen die Probleme… „Der verlorene Sohn“ ist ein einfühlsames Buch, das gekonnt changiert zwischen Zufall und Freiheit, ein Buch, das man bis zum Ende nicht aus der Hand legen möchte, einem Ende, wie es überraschender nicht sein könnte.

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  • Rezension zu "Der verlorene Sohn" von Helme Heine

    Der verlorene Sohn
    Queenelyza

    Queenelyza

    15. February 2011 um 11:57

    Was würdest Du tun, wenn Du als junger, noch recht orientierungsloser Mensch eine goldene Zukunft auf dem Präsentierteller gereicht bekommen würdest? Und wie weit gingen Deine Bedenken, wenn Du Dich dafür lossagen müsstest von der Art von Leben, die Du kanntest, von Deinen Freunden, ja, sogar Deiner Familie? In dieser angenehm unaufgeregt erzählten Geschichte begleiten wir den jungen Thomas auf seinem Weg. Nach bestandenem Abitur weiss er nicht so recht, was er mit sich und seinem Leben anfangen soll. Der schüchterne und unsichere Junge bekommt als Geschenk von seinen Eltern ein Flugticket nach Neuseeland. Kurz vor dem Abitur schaut er sich eher zufällig eine Reisereportage über dieses Land an und entschließt spontan, die versprochene Abiturreise dorthin zu machen. Er hofft, dass er seinem Leben dort eine Richtung geben kann, endlich herausfinden kann, wer er ist und wie sein Leben einmal aussehen soll. In Neuseeland - so haben ihm die Eltern aufgetragen - soll er doch, wenn er möchte, Bekannte von ihnen besuchen, die sie vor langer Zeit einmal auf dem Oktoberfest kennengelernt hatten. Zuerst ist es Thomas peinlich, aber Neugier und die knappe Reisekasse siegen, und er macht sich auf den Weg nach Russell. Doch warum benehmen sich dort alle so komisch? Das Hausmädchen schreit und läuft weg, als es ihn sieht, das Haus wirkt wie eine Gruft, er kann dort kaum atmen. Immer ist für vier Personen gedeckt, doch der Sohn der Robinsons, Edward, erscheint nicht zum Essen. Erst nach Tagen, als Thomas nach Edward fragt, erfährt er, dass Edward durch einen Unfall ums Leben kam. DIe Beerdigung war am Tag seiner Ankunft, und plötzlich erklärt sich auch die ganze seltsame Stimmung. Was Thomas zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, ist, dass er Edward wie aus dem Gesicht geschnitten scheint. Mehrfach wird er mit ihm verwechselt, und auch bei den Robinsons wächst er so langsam in die Rolle des verlorenen Sohnes.Am Anfang genießt er es, umsorgt zu werden, an diesem paradiesisch wirkenden Fleckchen Erde. Er findet Freunde, hat Spaß, verpasst allerdings den Absprung aus Russell. Und damit beginnt sein Dilemma. Soll er bleiben und die Annehmlichkeiten genießen, die ihm die Robinsons bieten? Gar den Sohn ersetzen? Soll er auf lange Frist sein Leben, ja, sogar auch zum großen Teil sein eigenes Ich aufgeben? Um sich zu entscheiden, flüchtet Thomas auf ein Segelboot... Nur beobachtend, nicht wertend wird die Geschichte vom Autorenpaar sehr behutsam erzählt. Ich konnte mich gut in Thomas hineinversetzen, denn wer kennt sie hicht, die Frage: "Was soll ich bloß mit meinem Leben anstellen?" Ich wage einmal zu behaupten, dass an Thomas' Stelle jeder ins Grübeln gekommen wäre. Gerade diese so nachvollziehbare Lage, dieses erst blinde Annehmen der Situation und die dann folgende Zerrissenheit der Hauptfigur lassen einen immer wieder innehalten und sich fragen, was man selbst in dieser Situation getan hätte. Man hinterfragt seine eigenen Werte und Moralvorstellungen. Es ist schon ein paar Tage her, dass ich dieses Buch fertig gelesen habe, doch es beschäftigt mich immer noch jeden Tag. Wie sich Thomas letztendlich entscheidet? Ja, ich war auch gespannt und ahnte, dass meine Beurteilung des Buches auch sehr vom Schluss des Buches abhängen würde. Ich mag nun wirklich nichts mehr verraten, außer, dass mich die Lösung, die das Autorenduo gefunden hat, sehr positiv überrascht hat. Den Schluss habe ich dann sogar zwei- oder dreimal gelesen, da ich ihn wirklich ausgesprochen gelungen fand. Ich wünsche diesem Buch ganz, ganz viele Leser, denen es nach der Lektüre so geht wie mir. Denn das ist es, was gute Bücher ausmacht, dass sie einen noch ein Stück weit begleiten und man sie immer wieder gerne zur Hand nimmt. 5 Sterne!

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