Helmut Böttiger

 4.3 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Wir sagen uns Dunkles, Die Gruppe 47 und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Helmut Böttiger

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Wir sagen uns Dunkles

Wir sagen uns Dunkles

 (10)
Erschienen am 28.08.2017
Die Gruppe 47

Die Gruppe 47

 (3)
Erschienen am 12.11.2012
Nach den Utopien

Nach den Utopien

 (1)
Erschienen am 15.03.2004
Günter Netzer - Manager und Rebell

Günter Netzer - Manager und Rebell

 (1)
Erschienen am 18.12.2006
50 Jahre Wertewandel in Deutschland

50 Jahre Wertewandel in Deutschland

 (0)
Erschienen am 01.06.2014
Celan am Meer

Celan am Meer

 (0)
Erschienen am 27.02.2017
Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann

 (0)
Erschienen am 14.03.2013
De Soto Diplomat

De Soto Diplomat

 (0)
Erschienen am 29.03.2005

Neue Rezensionen zu Helmut Böttiger

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Rezension zu "Wir sagen uns Dunkles" von Helmut Böttiger

Liebe ist nicht immer einfach ...
HEIDIZvor 7 Monaten

Nachkriegsliteratur - dieser Begriff muss unbedingt mit den beiden Menschen und Schriftstellern Ingeborg Bachmann und Paul Celan einhergehen.

 

Daten zum Buch:
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·  Gebundene Ausgabe: 272 Seiten

·  Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 2 (28. August 2017)

·  Sprache: Deutsch

·  ISBN-10: 342104631X

·  ISBN-13: 978-3421046314

·  Größe und/oder Gewicht: 14,2 x 2,8 x 22,2 cm

 

PREIS: 22,00 Euro

Für mich ist das mir vorliegende Buch etwas ganz besonderes. Es gibt da ein Lied von U2 "With or without you" - es beschreibt, wie ich mir die Beziehung dieser beiden so besonderen Menschen vorstelle.

Beide Gestalten für sich sind schon interessant, sie aber im Verhältnis bzw. im Zusammenspiel zu betrachten, war für mich noch anregender und informativer. Den Titel finde es erstklassig gewählt und den Inhalt kann ich mit folgenden Worten beschreiben: kompetent, informativ, verständlich, erhellend, legendär und dramatisch spannend.

Als sich die beiden kennen lernten, waren sie noch nicht bekannt. Es war Frühjahr 1948. Es waren Zeiten, von Hochs und Tief gekennzeichnet, immer wieder näherten sie sich und entfernten sich wieder. Bis hinein in die 60er, als ihre Namen schon bekannt waren.

Das Buch kann als Studie philosophischer Natur bezeichnet werden, der Autor geht sehr tiefgründig vor, studiert die beiden Charaktere für sich und im Zusammenhang.

Mit zahlreichen Fotos versehen ist dieses Buch eine zu 100 Prozent gelungene Publikation, die ich sehr empfehlen kann.

Leseprobe:
========

 

Wenn man will, kann man hier sogar einen selbtironischen Kommentar zu einem anderen inoffiziell hinterlassenen Text der Autorin entdecken, zu den frühen Briefen an Felician nämlich, in denen sie später auf jeden Fall, wenn sie wollte, etwas "Sentimentales" im "schnellen Heranwachsen" sehen konnte. ...

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Cornelia_Ruoffs avatar

Rezension zu "Wir sagen uns Dunkles" von Helmut Böttiger

Keine Liebe für den Alltag
Cornelia_Ruoffvor 8 Monaten

„WIR SAGEN UNS DUNKLES“ VON HELMUT BÖTTIGER 2. ZUM INHALT Helmut Böttiger zeigt uns eine Beziehung, die gepflastert mit Stolpersteinen war. Im Focus steht die Zeile „Wir sagen uns Dunkles“ aus „Corona“ Beide waren bedeutende Lyriker der Nachkriegszeit. Leo Antschel (ein rumänischer Name wird mit c geschrieben. Anagramm von Celan.) und Ingeborg Bachmann waren sehr unterschiedlich. Bachmann galt als eine nach außen gerichtete Person, die sich immer wieder neu erfindet und wahrscheinlich keiner der übernommenen Rollen entspricht. Allerdings könnte man ihr Liebesleben als chaotisch oder durcheinander bezeichnen. Ihre Gemeinsamkeit waren sechs Wochen Liebesreigen. Celans Gedichte zeigen dir seine Trauer und elegisch das Verzichten müssen. Lyrik wird zur Sprache und zum Spielzeug. Ihre Bezugsgröße ist Wien. Der Kommunismus erscheint als utopisches Ideal – eine Leitvorstellung. Celan sang Revolutionslieder mit. Seine Freunde betrachteten ihn als Mimose, als Narziß, unduldsam ja geradezu hochmütig. Die Nacht, in der Celans Eltern verhaftet wurden, verbrachte dieser bei einem Mädchen. Diese „Schuld, überlebt zu haben“ wird ihn sein ganzes Leben begleiten. Er selbst war 1 1/2 Jahre lang ein Zwangsarbeiter. Zuvor hatte er ein Studium Romanistik, Russisch und Anglistik angefangen. Sein Sprachtalent war außerordentlich. Englisch, russisch, rumänisch und französisch. Sein wohl berühmtestes Gedicht ist die Todesfuge. You Tube Schwarze Milch der Frühe, „Ich nehme die Frauen wie Zigaretten, die ich Ausrauche und wegwerfe.“ Auch dieses Zitat ist von Paul Celan Ich habe „Die Todesfuge“, „Corona“, „Die gestundete Zeit“, ein Filmbericht über Ingeborg Bachmann und Trailers „Die Geträumten“ zusammengestellt. Paul Celan liest selbst aus „Corona“. „Die gestundete Zeit“ wird von Katharina Thalbach gelesen. Ich habe mir den Film von Suhrkamp gekauft und war enttäuscht. Gedichte werden gelesen und wir hören die Gedanken der Sprecher dazu. Es hat mich überhaupt nicht angesprochen. Die Atmosphäre war mir zu clean. Gleichzeitig bekommt der Leser ein Porträt der Gruppe 47 und die gespannte Atmosphäre zwischen Celan, Bachmann und der Gruppe. Termine der Lesung 5/5 Punkten 3. SPRACHLICHE GESTALTUNG Helmut Böttiger nimmt kapitelweise Bachmann und Celan in den Focus. Aber daraus entstehen letztendliche nicht nur die Biographien zweier Menschen, sondern Böttiger zeigt uns ein verworrenes und komplexes Beziehungsgeflecht. Zwei Alphatiere, die zugleich Mimosen sind und denen Normalität und Mittelmäßigkeit ein Gräuel sind, finden keine beständige Brücke zueinander. Ihre Welt ist die Lyrik und nicht die Banalität des Alltags. 5/5 Punkten 4. COVER UND ÄUSSERE ERSCHEINUNG „Wir sagen uns Dunkles“ von Helmut Böttiger hat 250 Seiten, einen festen Einband und ist am 28.08.2017 unter der ISBN 9783421046314 bei DVA im Genre Biografien erschienen und kostet 22 €. Auf dem Cover sind Fotografien von Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Das Buch ist auch im Scoobe Katalog enthalten. 5/5 Punkten 5. FAZIT Ich freue mich sehr, Ingeborg Bachmann und Paul Celan näher kennengelernt zu haben. Es hat mich bewegt, Ingeborg Bachmann und Paul Celan, und ihr Gedichte wie „Corona“ und „Gestundete Zeit“ vortragen zu lassen, durch das Wissen, dass die beiden nicht nur Absender sonder auch Adressaten sind. Helmut Böttiger ist es gelungen, den Leser die Emotionen fühlen zu lassen und ihm die Leidenschaft, ja die Abhängigkeit voreinander, aufzuzeigen. @Randomhouse und @dva Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares! Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

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ronja_waldgaengers avatar

Rezension zu "Wir sagen uns Dunkles" von Helmut Böttiger

Doppelbiographie der Nachkriegsliteratur, Helmut Böttigers „Wir sagen uns Dunkles. Die Liebesgeschic
ronja_waldgaengervor 10 Monaten

Im letzten Jahr erschien die Doppelbiographie von Bachmann und Celan, geschrieben von dem renommierten Literaturkritiker und Kenner der Nachkriegsliteratur, Helmut Böttiger. Für Literaturwissenschaftler wie für Laien stellt sein neues Werk eine umfassende Zusammenfassung der zwei bekanntesten Lyriker der Nachkriegszeit dar. Doch mit welcher Berechtigung kann eine neue Biographie stehen, wenn keine neuen Quellen zur Verfügung stehen? Erschien hier ein Werk für die Wissenschaft, oder Literatur für die breite Gesellschaft, gefußt auf einer Emotionalisierung, wie man sie nur zu genüge aus der Sachbuchsparte der letzten Jahre kennt. Sollen nun auch Bachmann und Celan für eine biografische Bestandsaufnahme ihrer Liebesgeschichte herhalten, wie einst Arendt und Heidegger sowie Kafka und Felice Bauer. Zur Beruhigung kann schon einmal gesagt werden: Nein, dies ist hier nicht der Fall. Böttiger nimmt fehlende Dokumente zum Anlass, um eine Fassung der beiden Schriftsteller zu schaffen, die biografische Daten- und Lyrikanalyse gekonnt nebeneinandersetzt. Ohne den Blick auf die Lyrik zu verlieren, entstand hier ein Werk, welches nicht nur für Laien von Bedeutung sein kann, sondern eben auch Literaturwissenschaftler interessieren kann. Eine erfrischend neue Form einer Doppelbiographie, die es lohnt, näher zu betrachten.  

Es ist die wohl bekannteste Liebesgeschichte in der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, die Geschichte der Gruppe 47 und zweier Liebender, die nicht zueinanderfinden konnten, in einer Zeit, in der alles möglich schien und nichts möglich war. Der 27-jährige Paul Antschel, besser bekannt unter seinem Pseudonym Paul Celan, lernte im Frühling 1948 die junge Ingeborg Bachmann in Wien kennen. Die Unterschiede der Beiden könnten nicht größer sein. Anschel, ein aus der ehemaligen k.u.k. Monarchie kommender Jude, strandet, nach den Traumatisierungen der ermordeten Eltern, im zerstörten Wien.

Mit ganz anderen Voraussetzungen kommt die wohlbehütete Bachmann nach Wien. Vordergründig um ihr Studium fortzuführen, ist sie ebenso wie Celan auf der Suche nach einem Anschluss an die intellektuellen Kreise der Stadt des Westens und der Hochburg der Literaten, Wien. Geboren in Klagefurt, wuchs sie mit beiden Eltern auf und konnte ihr Studium der Philosophie ein Jahr zuvor in Innsbruck und Graz beginnen. Trotz aller Unterschiede lernten die beiden sich kennen und verbrachten gemeinsam 6 Wochen in Wien. Wochen, die sowohl für Ingeborg Bachmann als auch für Paul Celan und deren künstlerischen Werke von Bedeutung werden sollten.

Zu Anfang kehrt Böttiger in die Vergangenheit der beiden zurück, zeichnet die Unterschiede der Herkunft, die Privilegen der Einen und die Entbehrungen des Anderen deutlich auf, um diese dann in die lyrische Analyse einfließen zu lassen. Die ersten Kapitel im Buch legen die Herangehensweise des Autors an Schriftsteller und ihr Werk offen und zeigen schon gleich zu Anfang, dass es sich lohnt, dieses Werk zu lesen. Im gesamten Buch wechseln sich Passagen über Celan und Bachmann ab. Ohne in einen Duktus reiner Datenaufzählungen zu verfallen, bindet er stets die Zeitumstände, die Vergangenheiten, die gegenwärtigen Situationen und Zukunftsvorstellungen in die Lebensdaten und das lyrische Werk ein.

Deutlich arbeitet Böttiger die Unterschiede der Herkunft heraus und widmet sich, mehr als der Leser es aus Biographien gewohnt ist, ebenso einer dichterischen Analyse. Was meist als unwissenschaftlich gilt, meistert Böttiger klug indem er keine Deutungshoheit aufstellt. Durch intertextuelle Bezüge lässt er genügend Raum zwischen Fakten und Interpretation offen. Zudem nimmt er immer wieder seinen roten Faden auf, der sich schon in der Auswahl seines Werktitels andeutet. Denn „Wir sagen uns Dunkles“ wird von ihm als Leitmotiv der Schriftstellerkonstellationen überzeugend ausgearbeitet und im ganzen Buch immer wieder aufgegriffen.

Doch wie bekannt, ist es nicht nur die bekannteste Liebesgeschichte der deutschen Nachkriegszeit, sondern eben auch die tragischste Liebesgeschichte. Der Kontakt der beiden Lyriker reißt immer wieder ab, bis es zu einem endgültigen Bruch kommen wird. Auch hier schafft es Böttiger die gegenwärtigen Situationen der Beiden und die Lage derer Umgebung in einem großen Zusammenhang zu bringen, ohne zu viel zu interpretieren. Er arbeitet eng mit den Schriftstücken des gemeinsamen Briefwechsels zwischen Bachmann und Celan „Herzzeit“ zusammen und bringt somit dem Leser die Bezüge zum  lyrischen Werk näher, in dem er aus allen Dokumenten Zusammentreffen und letztendlich den Bruch aufschlüsselt und deren Bedeutung jeweils in anschließenden Kapitelanalysen herausstellt.

Auch wenn die Biographie der Schriftsteller bekannt ist, soll hier nicht zu viel vom Inhalt erzählt werden. Es bleibt also zu sagen, dass es sich hier um ein durchaus gelungenes Werk handelt, welches sowohl von Kenner als auch von Neulingen des Œuvre Bachmanns und Celans zur Hand genommen werden kann. Natürlich ist Böttiger nicht umsonst als Experte der Gruppe 47 bekannt. Auch in diesem Werk hinterlässt seine Expertise seine Spuren und so bekommt der Leser nicht nur einen neuen Überblick über die Schriftsteller und obendrauf noch eine Zusammenführung von Werk und Lyrik, sondern eben auch eine Einbindung in den Literaturbetrieb der frisch geborenen Bundesrepublik. Trotz all der Informationen schafft Böttiger es, seine Doppelbiographie nicht mit Fakten zu überfüllen. Er legt eine sachliche und textnahe Biographie vor, die aufzeigt, was Lyrik auch und gerade in der Nachkriegszeit war und schaffen konnte. Spätestens nach dieser Lektüre wird der Leser zu dem lyrischen Werk Bachmanns und Celans greifen und den Briefwechsel der Beiden mit genügend Informationen und oder durch einen neuen Blick betrachten.

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