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Kaito

vor 2 Jahren

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“Ich würde sagen, sie ist wirklich tot”, sagte Mies trocken.

 

Bei Broiversum, einer kleinen Stadt an der Nordsee, werden immer wieder die ausgebluteten, entstellten Leichen junger Frauen an den Strand gespült. Sind diese Frauen freiwillig aus dem Leben geschieden, wie die Obrigkeit sagt? Werden sie von der „schwarzen Kutsche“ geholt, wie man sich hinter vorgehaltener Hand erzählt? Oder wird Broiversum tatsächlich von einen Vampir beherrscht, wie der junge Arzt Mies van Helsing vermutet?

 

„Die Herrin“ ist eine unheimliche und doch augenzwinkernde Hommage an die Meisterwerke der Vampirliteratur. Der Autor hat mal mehr mal weniger offensichtliche Anleihen bei berühmten Vorbildern gemacht und verbindet sie mit seinem angenehmen und spannenden Stil und einer guten Portion Humor.

 

Die Geschichte, die ursprünglich als Theateraufführung geplant und auch umgesetzt war, baut der Autor weiter aus. So wird daraus eine Geschichte mit interessanten Figuren, einem mehr oder weniger idyllischen Handlungsort und einer Fülle von spannenden und unheimlichen Details.

Die Gegebenheiten und der Sprachstill sind perfekt der Zeit der Handlung angepasst und lassen den Leser sehr schnell in das Geschehen eintauchen.

Orte und Personen werden detailliert beschrieben, ohne dass der Autor sich in endlosen Betrachtungen verliert. So wirkt alles sehr lebendig und realistisch.

 

Die Geschichte ist strukturiert und schlüssig. Spannung und Grusel werden subtil und sehr gut dosiert eingesetzt. Sie lässt sich sehr flüssig lesen und man bekommt immer wieder Einblicke in das "normale" Leben in Broiversum. Landestypische Dinge, wie das Boseln oder bei jeder Gelegenheit ein Schnäppschen zu trinken lockern das Geschehen auf und erheitern den Leser.

 

Der Autor hat ein tolles Werk abgeliefert, dass den alten Vorbildern alle Ehre macht.

Für Freunde des klassischen Horrors ist dieses Buch ein Muss!

Autor: Helmut Barz
Buch: Die Herrin
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