Die lustige Tierwelt und ihre ernste Erforschung

von Helmut Höge 
4,5 Sterne bei2 Bewertungen
Die lustige Tierwelt und ihre ernste Erforschung
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Kurioses, Skuriles und informative Einblicke in die faszinierende Welt der Tiere. Lesenswert.

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Inhaltsangabe zu "Die lustige Tierwelt und ihre ernste Erforschung"

Helmut Höge erforscht seit vielen Jahren alles, was kreucht und fleucht: von Mikroorganismen bis zu Elefanten. Dabei interessiert ihn nicht nur die wissenschaftliche Literatur über die jeweilige Spezies, sondern vor allem die Beobachtungen derjenigen, die mit Tieren konkret umgehen und ihr Verhalten studieren. Er ist überzeugt, dass durch solche Beobachtungen wichtigeres Wissen zu Tage gefördert wird als unter den Mikroskopen der Molekulargenetik und dass der Mensch vom Tier mehr lernen kann als umgekehrt. 2014 wurde Höge mit dem Ben-Witter-Preis ausgezeichnet, der Autoren verliehen wird, die "einen unkonventionellen Blick auf die Welt werfen, mit ungewöhnlichen literarischen oder journalistischen Formen experimentieren und gesellschaftskritischen Humor zeigen". Dies trifft auf "Die lustige Tierwelt und ihre ernste Erforschung" in jeder Hinsicht zu.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783864892318
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Westend
Erscheinungsdatum:01.08.2018

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    Sikals avatar
    Sikalvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Kurioses, Skuriles und informative Einblicke in die faszinierende Welt der Tiere. Lesenswert.
    Faszinierend und informativ


     

    Helmut Höge, Wissenschaftsjournalist, Biologe und Amateurforscher lässt uns hier an seinem zusammengetragenen Wissen teilhaben. Er interessiert sich seit Jahren für alles was so herumschwirrt oder –kriecht. Von A wie Ameise bis Z wie Zitteraal – die Tierwelt ist einerseits faszinierend, dann wieder grausam und viele Male amüsieren wir uns daran.

     

    Höge ist nicht nur an wissenschaftlicher Forschungsarbeit interessiert. Spannend erklärt er uns Beobachtungen des Verhaltens zwischen Mensch und Tier  – gerade diese Verhaltensforschungen bringen wichtiges Wissen hervor.

     

    Wir begegnen einer Vielzahl an Tieren und erfahren eine Menge, wobei eine breite Palette geboten wird. Nicht nur Libellen, Regenwürmer oder Gottesanbeterinnen findet man, auch Eisbären, Zebras und viele weitere Tiere werden vorgestellt.

     

    Höge schreibt sachlich und leicht verständlich, gibt uns einen tiefen Einblick in die Natur, die es aufrechtzuerhalten gilt. Sogar die Erforschung der lästigen Fliegen hat Sinn, wenn man dem Autor Glauben schenken darf.

     

    Ein sehr interessanter Einblick in die Tierwelt und deren Erforschung. Gerne vergebe ich für dieses informative Sammelsurium 5 Sterne.

    Kommentare: 1
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    awogflis avatar
    awogflivor 2 Monaten
    Don't bogart that Kugelfisch my friend

    Das ganze Jahr 2018 warte ich nun schon auf ein Sachbuch, das mich so richtig zu begeistern vermag, et voilá – hier ist es.

    Der Autor Helmut Höge erzählt Geschichtln und kuriose biologische Fakten rund um die Tierwelt von A wie Ameisen bis zu Z wie Zitteraale. Dabei holt er auch durchaus recht weit aus, über den Tellerrand des biologischen Fachgebiets übermäßig hinausgehend, gleich einem grandiosen Reihumschlag in Politik, Soziologie, Psychologie, Technik, Feminismus, Film, Fernsehen … . Dieser sehr breite Zugang zur Biologie ist kurios, kurzweilig und total wundervoll! So geht Bio! Meine Güte, hätte ich jemals einen Biologielehrer von der Qualität und dem Witz des Autors gehabt und nicht so langweilige Schnarchnasen, dann wäre das wahrscheinlich mein Lieblingsfach geworden.

    Er schildert zum Beispiel, dass die Ameisen- und Termitenforschung seit jeher Gegenstand politischer Vereinnahmung war, sowohl in der nationalsozialistischen, kommunistischen als auch kapitalistischen Welt. Je nachdem welches System gerade herrschte, wurde das Sozialverhalten der Insekten mit dem politischen System verglichen.

    Die Mathematiker entwickelten inzwischen ANT-Algorithmen, die in der Logistik, der Kriegsführung und so weiter zum Einsatz kommen. Wenn Amazon Bücher mit der Bemerkung empfiehlt, „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben … kauften auch …“, dann war da so ein Ameisen-Algorithmus am Werk, den der Konzern so weiterentwickeln will, dass er Waren auswählt, die einem derart gut gefallen könnten, dass Amazon sie sogleich zustellt – ohne dass man sie bestellt hat.

    Kommt Euch das nicht von irgendwoher bekannt vor? Aus Marc-Uwe Klings dystopischem Roman Qualityland, den ich hier heuer schon besprochen habe.

    Aber nicht nur die Viecherl werden alphabetisch abgearbeitet, sondern auch ein paar Verhaltensweisen quer durch alle Tiergattungen. Im Kapitel Berauschen wird man sehr vergnüglich mit den Drogenproblemen von ganzen Arten konfrontiert. So brechen Kängurus, Wallabys und Schafherden in Australien in Mohnplantagen ein, in Indien fallen die opiumsüchtigen Papageien und Antilopen über die Schlafmohnfelder her, schwedische Elche haben schwere Alkoholprobleme, Rentiere lieben psychedelische Pilze und die Igel sind nach mit Bier getränkten Nacktschnecken süchtig, da Hobbygärtner mit Bierfallen ihr Gemüse biologisch gegen die Schnecken schützen. Den Vogel schießen aber sowieso die Delfine ab. Diese nehmen, um sich zu berauschen, einen Kugelfisch, den sie so lange quälen, bis er sein Gift – Tetrodotoxin – absondert. In einer Fernsehsendung in Österreich Was gibt es Neues (so ähnlich wie Genial daneben) habe ich sogar gehört, dass sie diesen Kugelfisch reihum gehen lassen. Da bekommt das Lied Don‘t bogart that joint (Kugelfisch), my friend“ eine ganz neue tierische Bedeutung.

    Die vom Autor beschriebenen Kuriositäten reißen einfach nicht ab. In Ägypten gibt es tatsächlich schon länger die Sitte, einen lebenden Skarabäus, der mit Edelsteinen verschönert ist, an einer Kette als Schmuck zu tragen. Das Tier wird vom Besitzer gehegt und gefüttert. Ich habe sowas bisher nur einmal in einem Castle-Krimi mit Kakerlaken gesehen und dachte, das sei so eine degenerierte New Yorker Idee und Mode. So, jetzt höre ich aber auf zu schwärmen und zu spoilern, es gibt noch genug zu entdecken in diesem Buch.

    Letztendlich kommen wir aber zum einzigen Wermutstropfen dieses Sachbuchs: Es hat nur knapp 160 Seiten und ist vom Format her total winzig, ergo ist man bedauerlicherweise in einem Nachmittag locker durch.

    Fazit: Wundervoll, geistreich, humorvoll, großartig, bewusstseinserweiternd … aber zu kurz, zu kurz, zu kurz. Lieber Helmut Höge! Bitte setzen Sie sich hin und schreiben noch viel mehr dazu. Ich will mehr!!! Am besten gleich im Umfang, Gewicht und Format von Brehms Tierleben.

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    Lustige Tiere - ernste Erforschung. Eine Wiederentdeckung aus dem ökologischen Underground von einem Pionier des Guerillagardening

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