Helmut Krausser Einsamkeit und Sex und Mitleid

(53)

Lovelybooks Bewertung

  • 57 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 2 Leser
  • 9 Rezensionen
(24)
(22)
(5)
(2)
(0)

Inhaltsangabe zu „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ von Helmut Krausser

Helmut Krausser bringt zusammen, was nicht zusammengehört: Die unterschiedlichsten Menschen streifen durch Berlin, begegnen sich, kommen einander nah – immer auf der Suche nach dem Glück. Ein Kind wird entführt, eine mitternächtliche Hochzeit improvisiert, ein Genickschuss erkauft, der Prophet Jesaja predigt auf dem Kreuzberg, und alles ist auf ungeahnte Weise miteinander verbunden. ›Einsamkeit und Sex und Mitleid‹ spielt auf der Klaviatur des scheinbaren Zufalls, mischt Melodram, Ironie, Suspense und Lakonik zu einem bizarren Panorama, zu einem überwältigenden Kaleidoskop des Lebens. Ab 4. Mai 2017 im Kino: Verfilmung mit Jan Henrik Stahlberg, Friederike Kempter, Rainer Bock u.a. Regie: Lars Montag

Witzig, unterhaltsam, großartig

— Frau_J_von_T
Frau_J_von_T

Ein Episodenroman rund um sehr eigenartige Charaktere. Sie kennen sich nicht - sind aber am Ende doch alle irgendwie miteinander verstrickt!

— freakyricky
freakyricky

Bitterböse und perfide - aber nicht witzig!

— rallus
rallus

witzig und originell

— freiegedanken
freiegedanken

Ein Sammelsurium von Schnipseln, Ausschnitten, Episoden, Fragmenten und Erzählfetzen.

— Lamella
Lamella

Stöbern in Romane

Durch alle Zeiten

sehr unterhaltsam, bewegend

Rebecca1120

Verrat

Das Cover sieht so harmlos aus...der Inhalt ist es ganz sicher nicht ;)

Faltine

Romeo oder Julia

So viel hatte ich mir von der Leseprobe versprochen ... und wurde bitterlich enttäuscht.

Marina_Nordbreze

In einem anderen Licht

Eine ernste Thematik lädt zum Innehalten ein!

Edelstella

Ein Gentleman in Moskau

Ein Einblick in eine große Menschenseele und in die russische Geschichte! Wunderbar!

Edelstella

Die zwölf Leben des Samuel Hawley

Eine wunderbar mäandernde Geschichte über einen Gauner und seine Tochter, der seiner Vergangenheit zu entkommen versucht. Sehr lesenswert.

krimielse

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Witziges und nachdenkliches Großstadtpanorama...

    Einsamkeit und Sex und Mitleid
    Creed

    Creed

    26. January 2017 um 17:42

    Ein interessantes und komplexes Buchexperiment...etliche, charakterlich völlig verschiedene Personen werden von Krausser in recht kurzen Kapiteln vorgestellt und dann von Zeit zu Zeit weiterbeobachtet. Dabei schafft es der Autor, im Laufe des Romans immer wieder, dass sich die Wege der einzelnen Protagonisten auf zufällige Weise kreuzen, mal vordergründig, mal eher im Hintergrund der Handlung. So entsteht ein riesiges Panorama von Schicksalen in der deutschen Hauptstadt, das aus Dutzenden von skurrilen Einzelepisoden zusammengesetzt ist und dessen Figuren letztendlich immer die Liebe suchen, manche davon Pech haben, einige lediglich Sex finden und andere auf die schiefe Bahn geraten. Kraussers wie immer brillante Sprache ist diesmal eher witzig-schnoddrig und (bedingt durch die Handlung und die Personen) mit etlichen Kraftausdrücken und Schweinskram durchzogen. Dabei muß man oftmals lauthals über die wirklich komisch-ordinären Dialoge der Kiez-Berliner lachen; hier hat der Schriftsteller Krausser seine Wahlheimat sehr genau beobachtet. Fazit: Komisch, ironisch, derbe, traurig...viele Emotionen treffen hier zusammen und die einzelnen Charaktere wachsen dem Leser im Laufe der Lektüre ans Herz, trotz (oder gerade wegen) ihrer vielfältigen Macken. Empfehlenswert.

    Mehr
  • "Momente von Aura und Bedeutung"

    Einsamkeit und Sex und Mitleid
    The iron butterfly

    The iron butterfly

    Callboy Vincent überrascht Einbrecherin Vivien in seiner Wohnung und bietet ihr seine eingelassene Badewanne an, der frühpensionierte Lateinlehrer Ekkehard Nölten tröstet sich mit einem Bier in seiner Stammkneipe „Nachtmar“ und knüpft erste freundschaftliche Bande zu Kellnerin Minnie, Dr. Thomas Stern muss strumpfsockig seinen Zug verlassen, da ihm die schicken weißen Sneaker während eines Powernaps im Zug gestohlen wurden, die erfolgreiche Geschäftsfrau Julia verlässt ihren Mann Uwe, weil er ihr als snöder Filialleiter plötzlich zu bieder erscheint, die sechzehnjährige Swantje erhält ein unmoralisches Angebot und verprellt ihren Freund Johnny…es ist Weihnachten in Berlin und die Lebenslinien dieser und noch zahlreicher anderer Protagonisten könnten nicht unterschiedlicher verlaufen. Aber innerhalb eines halben Jahres scheint sich durch verrückte Zufälle und dramatische Ereignisse ein bizarres Beziehungsgeflecht zwischen den Protagonisten zu entwickeln. Helmut Krausser erzählt in „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ eine rasante und blitzgescheite Großstadtgeschichte, die vor Ironie, Wortwitz und kraftvoller Komik nur so strotzt. Durch seine schnellen Schauplatzwechsel und die genial ausgedachten Verknüpfungen entsteht zudem ein Tempo, dem man sich kaum entziehen mag. Die Protagonisten sind echte Typen, wobei Krausser Klischees und Gender aufbricht und wunderbar glaubhaft mit festgefahrenen Stereotypen spielt. Ich steh‘ total auf diesen Krausser!

    Mehr
    • 5
  • Einsamkeit und Sex un Mitleid

    Einsamkeit und Sex und Mitleid
    freakyricky

    freakyricky

    30. June 2014 um 17:41

    Einsamkeit und Sex und Mitleid ist ein Episodenroman rund um sehr eigenartige ( gestörte, bemitleidenswerte, liebenswürdige, lustige, armselige, menschliche...) Charaktere aus dem Berliner Großstadtjungel, die alle in der selben Gegend wohnen - dort unterwegs sind, sich auch über den Weg laufen aber dennoch nicht kennen. Z.B. Ecki, ein frühpensionierter Lateinlehrer (frühpensioniert deswegen, weil er eine Schülerin begrabscht haben soll - Sventja) Sventja eine vierzehnjährige die gerade die Liebe entdeckt und hinter der zwei Jungs her sind, der Wichtigtuer Mamud (ein Araber) und Johnny (ein Junge dessen Eltern in einer Sekte sind und ihn auch dementsprechend erziehen) Callboy Uwe der tagsüber in der Lebensmittelabteilung eines Supermarkts arbeitet, Dr. Stern, Carla seine Geliebte die Kickboxerin ist, Sara - Dr. Sterns Ehefrau, Janine eine Besserwisserin die so einsam ist, dass sie sich manchmal Uwe mietet....und noch einige andere abgefahrenen Leute. Man ahnt es - irgendwie ist am Ende jeder mit jedem verstrickt und die zuerst einzelnen Geschichten wachsen zusammen und verflechten sich. Ein Roman der riesig Spaß macht, bei dem ich oft laut lachen musste und auch genauso oft den Kopf geschüttelt habe. Tolles Buch!

    Mehr
  • Sex aus Mitleid wegen Einsamkeit

    Einsamkeit und Sex und Mitleid
    rallus

    rallus

    Ersteinmal die schlechte Nachricht. Dieses Buch ist definitv nicht das witzigste deutsche Buch des Jahres, Nein, diese Aussage ist, abgesehen davon, dass Klappentextaussagen meist irrwitzig, medial und werbemäßig aufgehübscht sind, völliger Unsinn. Kraussers Buch ist ein abgehacktes, sprunghaftes Buch welches verschiedene oberflächliche Charaktere in verschiedenen oberflächlichen Situationen zeigt. Jetzt die gute Nachricht. Das Buch ist definitiv die traurigste und ehrlichste Zustandsbeschreibung unserer Gesellschaft, die es auf dem Markt gibt. Und ja, alles was es an schlechten Nachrichten gibt, dass hat der Autor auch genauso gewollt. Bis ich dahinter kam hat es etwas gedauert. Geradezu perfide versteckt Krausser seine Botschaften in der Oberfläche seiner Charaktere. Was sind das für Personen, die da in ihren Situationen dahin treiben und sich einen Kehrricht um Andere scheren. Ihnen geht es nur darum, wie sie gesehen werden, Macht über andere zu erlangen und dabei ist ihnen jedes Mittel recht. Sex gehört auch dazu. Nie war Sex so als Ware verkommen wie in der heutigen Zeit. Liebe gehört nicht dazu. Da ist der Türke der einem Mädchen 100 Euro fürs Lecken bietet. Diese findet es toll, nicht weil sie ihn liebt, nein sie erregt es, dass jemand sie gut findet. Sie, die durchschnittlich aussieht und ansonsten in einer öden Wohnung, mit einer öden kleinen Schwester und öden Eltern wohnt. Dabei ist es eigentlich egal ob Berlin oder anderswo, der Ort bleibt neutral, ist austauschbar. "'Kann ich Dich sprechen?' Swentja hatte ihn bereits, ohne irgendeinen gefühlten Verlust zu verbuchen, aus ihrem Gedächtnis gestrichen. Andererseits gefiel ihr das Buch, in dem sie gerade las, nicht besonders. Was willst Du?" Gerade solche Nadelstiche die Krausser verteilt zeigen die Ziel- und Gefühllosigkeit der Charaktere. Da ist die erfolgreiche Managerin, die sich von ihrem Mann trennt, er ist zwar gut im Bett, aber nicht 'standesgemäß'. Lieber vertreibt sie sich die Zeit mit Escortmännern - aber ihre Choreographie muss genau eingehalten werden. Wenn das mal nicht so ist, sie an jemanden kommt mit Prinzipien, fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Nicht wegen seiner Person - wegen seines Widerstandes. "Sie preßte sich an ihn und küßte seine Wangen. Er stand da, wie eine Säule, regungslos, ließ alles, sozusagen, an sich abtropfen. So standen sie eine ganze Weile nebeneinander. Und es gab keine Lösung." Lösungen gibt es nicht im Buch, wie auch nicht im wirklichen Leben. Die Gesellschaft ist erstarrt, eingefroren in ihrer Lieblosigkeit. Selbst die Punks sind ratlos, die die ausserhalb des Spießertums leben wollen, sind die größten Spießer. Ihre Suche nach Nähe und Geborgenheit nimmt die bourgeoisen Riten (Hochzeit) an und scheitert demnach auch. Liebe ist nur ein Gefasel von gefühlsdusseligen, hirnlosen, ja religiösen Menschen die die gerade eine Vision haben und werden nicht ganz ernst genommen. Oder aber sie wird eingesetzt um Sex zu bekommen, aber so richtig ernst nimmt die Liebe niemand. Eigentlich müsste das Buch "Sex aus Mitleid wegen Einsamkeit" heißen und zeigt deutlich wie weit unsere Entfremdung schon gegangen ist. Ein gemeines, schmerzhaftes und böses - aber nicht witziges Buch!

    Mehr
    • 2
  • Berlin Blues

    Einsamkeit und Sex und Mitleid
    Lamella

    Lamella

    05. October 2013 um 16:49

    Bei Helmut Kraussers "Einsamkeit und Sex und Mitleid" handelt es sich um einen Episodenroman mit einer Unzahl von handelnden Figuren, von denen nicht eine einzige als zentraler Protagonist zu bezeichnen wäre. Der Autor legt seinen Roman als Sammelsurium von Schnipseln, Ausschnitten, Episoden, Fragmenten und Erzählfetzen an und lässt die verschiedenen Stränge immer wieder zusammentreffen, indem die Figuren sich über den Weg laufen oder in den jeweils anderen Handlungsfäden kleinere Rollen spielen. Dabei gibt es manchmal Überraschendes oder Unerwartetes, aber manchmal auch Banales und Beliebiges. Neben der episodenhaften und verwirrend kleinteiligen Erzählweise ist es vor allem die Erzählhaltung und der Gestus, der an dem Roman auffällt. Die zahlreichen Geschichten und Geschichtchen werden sehr skurril, böse, markant oder bissig erzählt, oft ins Groteske tendierend, wie ein ernst gemeinte Farce.

    Mehr
  • Rezension zu "Einsamkeit und Sex und Mitleid" von Helmut Krausser

    Einsamkeit und Sex und Mitleid
    Medienjournal

    Medienjournal

    31. December 2012 um 01:12

    Helmut Kraussers Roman ist kein großer Wurf und kämpft mit seinen vielen Klischees, aber seine Geschichten wissen zu unterhalten und zu begeistern und sorgen so für einige Kurzweil.

    Mehr gibt es unter:
    http://medienjournal-blog.de/2011/06/einsamkeit-und-sex-und-mitleid-buch/

  • Rezension zu "Einsamkeit und Sex und Mitleid" von Helmut Krausser

    Einsamkeit und Sex und Mitleid
    Golondrina

    Golondrina

    28. December 2011 um 20:46

    Was für ein Potpourri an Figuren und das Beste - einen Tag mit den Berliner Öffentlichen unterwegs und du triffst sie alle: den pensionierten verknarzten Lehrer, den Punker mit tierischem Anhang, den Propheten, den zwischen machohaftem Imponiergehabe und purer Freundlichkeit schwankenden Jung-Muslimen, die Kratzbürste aus dem Kiez, den Mittelstandsbürger, der sich eingerichtet hat und, und, und... Das bleibt natürlich mitunter ein Stück episodenhaft aber für den Lesespass, für die Einsamkeit, für Sex und für Mitleid bleibt dennoch genug Raum. Unfertig möglicherweise aber dafür umso mehr ein Abbild von Berlin, genauso im Wandel, unfertig und ja: zuweilen provinziell.

    Mehr
  • Rezension zu "Einsamkeit und Sex und Mitleid" von Helmut Krausser

    Einsamkeit und Sex und Mitleid
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. April 2011 um 22:54

    Treffender Titel. Kurz, prägnant, vielseitig.
    Die Schicksale ganz unterschiedlicher Charaktere, die nacheinander eingeführt werden, finden im Laufe der Seiten zu Verbindungen, fahren über Weichen auf das gleiche Gleis oder kreuzen ihre Wege.
    Wie immer nutzt HK seine Gabe, Personen sehr einprägsam zu präsentieren.
    Guter Sucht-Faktor.

  • Rezension zu "Einsamkeit und Sex und Mitleid" von Helmut Krausser

    Einsamkeit und Sex und Mitleid
    Monsignore

    Monsignore

    28. January 2010 um 21:57

    Der Titel deutet es an: Wer sich in seinem Leben noch irgendwelche Illussionen macht, kann sie mit diesem Buch lesend leicht ablegen. Stories, leicht und klar miteinander verwoben, etwas aufdringlich, etwas nachlässig, niemals spröde, niemals langweilig. Früher (80er Jahre) nannte man diesen Stil "Gebrauchsliteratur". Man kann sich als Leser darin spiegeln, schütteln, innerlich abwenden wie zuwenden, ist aber niemals beliebig in seiner Perspektive. Denn sie sind Verwandte: Einsamkeit, Sex, Mitleid. Man entrinnt ihnen nicht. Wer etwas anders behauptet, der lügt und sollte dieses Buch unbedingt lesen - sein Seelenheil hängt davon ab ...

    Mehr