Helmut Krausser Kartongeschichte

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Inhaltsangabe zu „Kartongeschichte“ von Helmut Krausser

Mit dem Zauber und Witz von „Die zauberhafte Welt der Amélie“ Eri ist noch Jungfrau, obwohl (oder weil?) sie als Putzfrau im Pornokino arbeitet. Dass sie sich in Liz verliebt, die lebende, silbern bemalte Statue in der Fußgängerzone, ist ein großes Glück. Denn Liz kann Eri dabei helfen, den großen Karton im verschlossenen Zimmer ihres Penthouse zu entsorgen. Was in dem Karton ist? Nur die Leiche von Eris Vater.

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  • Kurz aber genial...

    Kartongeschichte
    Creed

    Creed

    17. October 2015 um 14:32

    Manchmal (nein, oftmals) sind es gerade die dünnen, schmalen Bücher, die mich am meisten überraschen. Ein derartiges Exemplar ist die nicht anders als grandios zu nennende "Kartongeschichte" von Helmut Krausser, ein Buch, wie ich es bislang noch nie gelesen habe. Es ist schwer zu beschreiben...eine äußerst skurrile Story, interessante, recht merkwürdig anmutende Charaktere, groteske Situationen zuhauf...aber Krausser gelingt es, diesen wirklich eigenartigen Plot mit seinen unglaublichen Zufällen zu einer plausiblen, durchdachten und trotzdem intelligenten Geschichte zu verweben. Größtes Plus hierbei ist die Sprachgewalt dieses Schriftstellers. In anderen Werken konnte ich sie ja schon erleben, überbordend, verspielt, feinsinnig und pompös. Aber was Krausser hier sprachlich abfeuert, ist wirklich unglaublich, ein Stil, den ich so in deutscher Sprache bislang noch nicht gelesen habe. Kurz, knapp, ironisch, böse, zynisch, tragisch, witzig, philosophisch, weise, grotesk, brüllkomisch und einfallsreich. Krausser nimmt sich stellenweise selbst auf den Arm, wenn er im Text auf die Kürze und sprachliche Rasanz des Buches verweist, unter anderem bezeichnet er ein Kapitel als "Deleted Chapter", welches stark gekürzt wurde, weil es viel Unwesentliches enthalte. ( Zitat auf Seite 91: "Trotz manch brillanter Schilderung leidet das Kapitel daran, dass es schleppend erzählt ist, sich in psychologischen Exkursen verirrt und im Grunde nur Vorhersehbares enthält. in der Collector's Edition wird es unter dem Bonusmaterial erscheinen, für all jene, die meinen, darauf partout nicht verzichten zu können.") Dadurch gewinnt der brillante Sprachstil zusätzlich an Geschwindigkeit. Mit diesem Buch hat Krausser (der mich bislang bei einem oder zwei Werken auch durchaus etwas ratlos zurückließ) endgültig bei mir gewonnen, hier zeigt er, dass er in Sachen Sprachmächtigkeit, Ausdruck und Ideenreichtum in der modernen deutschen Literatur einzigartig ist. Fazit: Wer nichts gegen skurile Plots hat und wissen will, was zwei zusammenlebende Frauen, eine Katze, ein toter Vater, ein homosexueller Junkie, ein durchgeknallter Ex-Liebhaber, eine südamerikanische Mutter, ein Pornokino, eine Penthouse-Wohnung, ein mysteriöses Paket, ein VW-Bus und ein Loch im Wald miteinander zu tun haben, der dürfte mit diesem Buch gut und intelligent unterhalten werden. In meinen Augen ein Meisterwerk.

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  • Rezension zu "Kartongeschichte" von Helmut Krausser

    Kartongeschichte
    giulianna

    giulianna

    22. March 2011 um 09:49

    "Kartongeschichte" ist ein sehr skurriles Buch. Wie soll man es genau beschreiben? Moderne Liebesgeschichte? Nein, das trifft es irgendwie nicht ganz. Helmut Krausser bedient sich verschiedenster Zutaten und mixt daraus eine wirklich amüsante Story. Da gibt es Eri, die ihren toten Vater in seinem Sterbezimmer lagert und später in einem Pappkarton bei der Post aufgibt, weil sie nicht weiß, wohin mit ihm. Dann lernen wir Liz kennen, die sich von Stan getrennt hat, aber ständig von ihm verfolgt wird. Stan beobachtet viele seltsame Sachen und tappt schon mal in eine Grube und verletzt sich dabei. Angelo ist ein Stricher und hat viele Schulden. Deshalb befindet er sich auf der Flucht. Jonas quartiert ihn ausgerechnet in Liz Wohnung ein. Die weiß aber nichts davon. Und dann stirbt auch noch Jonas Mutter und seine fast verloren geglaubte Schwester taucht wieder auf... All das wird uns sehr unterhaltsam auf nur 139 Seiten in rasantem Stil und immer mit einem kleinen Lächeln erzählt. Lesen!

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  • Rezension zu "Kartongeschichte" von Helmut Krausser

    Kartongeschichte
    Archibald Pynchon-Light

    Archibald Pynchon-Light

    21. September 2010 um 19:34

    Eri heißt eigentlich Augusta, doch mit 13 war sie so dünn, dass ihre wenig sensibeln Mitschüler sie Eritrea tauften. Die erste Silbe der Spottbezeichnung hat sie sich als Namen erhalten. Sie ist inzwischen 22 und bemüht, ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. Bei ihrer Arbeit als Putzfrau in einem Pornokino verliebt sie sich in den Stricher und zukünftigen Ex-Junkie Angelo. Doch der ist leider ausschließlich homosexuell und möchte ihre Entjungferung nicht übernehmen. Dann gibt es noch Liz, die mit silbernem Überzug als Statue in der Fußgängerzone auftritt. Die beiden Frauen ziehen zusammen, was dazu führt, dass Eri ein Geheimnis lüften muss: Sie bewahrt die Leiche ihres Vaters seit Jahren in der Wohnung auf, mit einfachen Hausmitteln balsamiert, um weiter seine Rente zu kassieren. Doch nun ist es Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen. Gemeinsam mit Angelo und dessen Freund Jonas brechen sie auf, um dem Vater ein würdiges Begräbnis zu verschaffen. Verfolgt werden sie von Stan, dem Ex-Freund von Liz, der sie heimlich beobachtet und ein zunehmend psychotisches Verhalten an den Tag legt. So unglaublich es klingt, aber der Roman ist eine Liebesgeschichte. Nicht einmal eine Liebeskomödie, aber trotzdem unglaublich komisch. Krausser schreibt eine Prosa, die man nicht genug loben kann. Die Sätze sind so virtuos und jedes überflüssigen Wortes entledigt, bis nur noch die funkelnden Diamanten übrig bleiben. Prägnante Gebilde, die vor Information, Gefühl und Kraft nur so strotzen und von denen sich auf jeder Buchseite gleich mehrere zitierfähige Exemplare finden. Für mich der Beginn einer Reise durch sein Gesamtwerk.

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  • Rezension zu "Kartongeschichte" von Helmut Krausser

    Kartongeschichte
    The iron butterfly

    The iron butterfly

    10. November 2009 um 19:35

    Eri bewahrt „ihre“ Leiche nicht im Keller auf. Sie zieht es vor den verstorbenen Vater weiterhin in seiner Penthousewohnung zu beherbergen. Eri heißt eigentlich Augusta, wurde von ihren Schulfreundinnen aber aufgrund mangelnder Körperfülle Eritrea getauft. Mittlerweile Anfang 20 und noch Jungfrau arbeitet Eri in einem Pornokino als Putzfrau. Angelo der drogensüchtige Stricher wäre ja ihr Wunschkandidat für die überfällige Entjungferung, dummerweise ist der stockschwul und in Jonas den farbigen Barkeeper im Pornokino verliebt. In der Fußgängerzone verliebt sich Eri dann in die silberne Statue Liz. Liz ist Studentin, verdient sich nebenher ein paar Euro als starre Silberstatue im Biedermeierkleid und war mal mit Stan zusammen… So könnte ich noch eine Weile weitermachen, denn an subtilen Charakteren und absurden Ereignissen mangelt es in Kraussers Erzählung „Kartongeschichte“ nicht. Aber dann würde ich zuviel verraten und das wäre äußerst schade. Nur soviel, Krausser spielt mit den wundersamsten Zufällen und lässt nie Langeweile aufkommen. Ruckzuck hatte ich die Geschichte verschlungen und könnte eigentlich noch mehr davon gebrauchen. Das heißt für mich, auf zum nächsten Buchladen und den nächsten Krausser kaufen! Und wer wissen will, wie Eri die Sache mit der Leiche löst, der sollte selbst los gehen und sich die "Kartongeschichte" holen!

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  • Rezension zu "Kartongeschichte" von Helmut Krausser

    Kartongeschichte
    Strixi

    Strixi

    08. June 2009 um 19:19

    Ich habe schon lange kein so gutes Buch mehr gelesen. Habe es am Stück in zwei Stunden durchgelesen. Es erzählt die Geschichte von zwei Männern und zwei Frauen die sich mehr oder weniger zufällig begegnen und dann zusammen ein Teil ihres Lebensweges gehen. So weit nicht besonders spektakulär. Aber das Buch ist unglaublich toll geschrieben. Die Figuren sind wunderbar beschrieben und man kann sie sich sehr gut vorstellen. Außerdem ist die Geschichte auf wunderbare Weise lustig ohne aber ins ulkige abzurutschen. Bemerkenswert ist auch wie der Autor immer wieder selbt Kommentare über sein Buch abgibt. Dies mag verwirrend klingen; ist es aber ganz und garnicht. Vielmehr passt es sich perfekt in die Geschichte ein.

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