Melodien

von Helmut Krausser 
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Melodien
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Das deutsche Analogon zu Ecos Foucaultschem Pendel.

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Inhaltsangabe zu "Melodien"

Mit ›Melodien‹ schrieb sich Helmut Krausser Anfang der Neunziger in die vorderste Riege der deutschsprachigen Gegenwartsautoren. Zwanzig Jahre nach dem ersten Erscheinen hat er sich einen seiner wichtigsten Romane noch einmal vorgenommen, bearbeitet und verdichtet.
Die Geschichte der Melodien ist die Geschichte eines Mythos über vier Jahrhunderte hinweg. Im Italien der Renaissance arbeitet der Alchimist Castiglio mit seinem Famulus Andrea an der Verwirklichung eines Traums: Durch bestimmte Melodien soll der Mensch im Guten wie im Bösen beeinflusst werden können. Castiglios Ideen sind edel, aber in der Wahl der Mittel ist er skrupellos – und das Böse pflanzt sich fort bis in die Gegenwart.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783832162917
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:862 Seiten
Verlag:DuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum:01.10.2014

Rezensionen und Bewertungen

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    The iron butterflys avatar
    The iron butterflyvor 2 Jahren
    Des Rattenfängers Melodien

    Nachdem der Alchimist Castiglio an der Herstellung von Gold scheitert, entschließt er sich seinen Traum zu verwirklichen. Zusammen mit seinem Gehilfen Andrea konzentriert er sich auf die Komposition von Melodien, die den Menschen im Guten wie im Bösen beeinflussen können. Sein Tun wird ohnehin von der Bevölkerung mit großer Skepsis und Voreingenommenheit beobachtet und wenn seine Grundidee auch durchaus positiv war, so versteift er sich zunehmend und wird schonungslos und radikal in seinen Handlungen. Andrea, der ihm treu zur Seite steht, entwickelt sich zum Medium und trägt die gefährliche Botschaft mit seiner Stimme unter das Volk. Da Castiglio anscheinend nicht nur ungewöhliche, sondern auch wirksame Melodien erdachte, spricht nun alles für Hexerei und Volk sowie Gerichtsbarkeit verurteilen sensationslustig. Aber Andrea gelingt es dem Abt Stefano die Melodien anzuvertrauen.

    Vier Jahrhunderte später will es der Zufall, dass der Fotograf Alban Täubner in seinem Hotel in Siena irrtümlicherweise einen Brief erhält, der für den Professor der Mythosophie Jan-Hendrik Krantz bestimmt ist. Täubner verschludert den Brief auf der Heimreise im Zug, wird jedoch von Professor Krantz aufgesucht, der die enthaltene Botschaft dringend Täubner zu entlocken versucht. Just will es die Historie, dass gerade Professor Krantz sich auf der Suche nach Castiglios Melodien oder jeglichem Hinweis auf deren Verbleib befindet. Und so schlittert der von Liebeskummer geplagte Alban Täubner in einen Mythos hinein und verliert zusammen mit Krantz nach und nach den Überblick über Wirklichkeit und Historien-Wahn.

    Zwanzig Jahre nach dem ersten Erscheinen hat sich Helmut Krausser seinen Roman „Melodien“ nochmals vorgenommen. Die Jagd nach der absoluten Musik, die Menschen in ihren Gefühlen, Regungen, Handlungen und Befindlichkeiten zu beeinflussen vermag. Erzählt wird in moderaten Zeitsprüngen, die die Vergangenheit mit der Gegenwart verweben und nicht nur den Protagonisten das Leben schwer machen. Zwischen den Buchdeckeln lauert eine dichte mittelalterliche Atmosphäre, die alles beinhaltet, was man zuvor bei Eco oder Süskinds „Parfüm“ fand sowie die Parallelwelt der späten 80er Jahre, in der es nicht nur um die Nacherzählung des Mythos geht, sondern auch um eine Jagd nach Ruhm, denn Professor Krantz bleibt nicht der einzige Mythenhäscher.

    Ein Romanmonstrum von 829 Seiten, welches es niederzukämpfen gilt.

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    Sven_Haeusers avatar
    Sven_Haeuservor 3 Jahren
    Krausser par excellence

    Auf Helmut Krausser ist Verlass, zumindest seit er seine Sturm und Drang-Phase hinter sich gelassen hat - die nicht ganz mein Fall war. Seine Romane sind handwerklich wunderschön, jeder Satz sitzt und jedes Wort ist genau das richtige. 
    Melodien ist ein postmoderner Vorzeigeroman und Krausser beherrscht dieses Genre sehr gut: das Erzählen auf mehreren Handlungs- und Zeitebenen, die Spielart sich als "historischer" Roman zu tarnen, aber vor allem das Unterhaltungsgebot. Krausser greift in die Trickkiste und verfeinert die Geschichte mit der Wirkungsmächtigkeit von Kunst und Musik, ein Motiv welches immer gut zieht. Ich habe den Roman in kürzester Zeit ausgelesen und staunte wie immer über die Dichte, die vielen eingebauten Fakten und die gleichzeitige Leichtigkeit. Krausser kanns einfach!

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    greenamazones avatar
    greenamazonevor 9 Jahren
    Rezension zu "Melodien" von Helmut Krausser

    Täubner, ein junger Fotograf, erhält in einem Hotel in Siena eine verschlüsselte Nachricht, die nicht an ihn adressiert ist. Nach langem Suchen findet sich der Adressat und die "Reise" ins mittelaterliche Italien beginnt. Castiligio, ein hoffnungsloser Alchemist, entdeckt nach langem Forschen Melodien, die die Menschen in jeglicher Beziehung verzaubern. Vor seinem Tod versteckt er seine Aufzeichnungen, da die Kirche diese als Gotteslästerung befindet, und der Mythos um diese Melodien beginnt. Komponisten, Mönche, sogar der Papst läßt fahndet, um an die Noten zugelangen.
    Ein spannend geschriebener Roman, mit vielen interessanten Aspekten zur Musik des Mittelalters.

    "Wenn man im verborgenen lebt, heißt das, man stirbt in der Öffentlichkeit tausend Tode am Tag. Um ein Erwählter zu sein, muss man schon eine Menge Humor mitbringen, sonst wird man über Tücke und Banalität wahnsinnig."

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    NicolasDierksvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Das deutsche Analogon zu Ecos Foucaultschem Pendel.
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    Zouba
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    robbinett
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    Ein LovelyBooks-Nutzer
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