Helmut Ortner

 3.6 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Der Hinrichter, Gnadenlos deutsch und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Helmut Ortner

Helmut Ortner ist ein deutscher Journalist, freier Autor und Sozialpädagoge. Nach der Schule absolviert er eine Schriftsetzer-Lehre und studiert an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main. Nach seinem Zivildienst wechselt er an die Fachhochschule Darmstadt, wo er sein Studium als Diplom-Sozialpädagoge abschließt. Passend zu seiner Abschlussarbeit "Gefängnis und Familie" folgen zahlreiche Veröffentlichungen und Sozialprojekte zum Thema Gefängnis. Anschließend bewegt sich Helmut Ortner eher in den journalistischen Bereich und wird schließlich Chefredakteur zweier Zeitschriften. Er arbeitet folglich an den Relaunchs und Neugestaltungen verschiedener Magazine und wird für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet. Seit 1978 veröffentlich er außerdem zahlreiche Bücher, die auch international Erfolg feiern. Helmut Ortner wohnt in Darmstadt und arbeitet in Frankfurt-Sachsenhausen.

Alle Bücher von Helmut Ortner

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Der Hinrichter

Der Hinrichter

 (2)
Erschienen am 12.03.2009
Der Zorn

Der Zorn

 (1)
Erschienen am 28.09.2012
Wenn der Staat tötet

Wenn der Staat tötet

 (1)
Erschienen am 01.07.2017
Sacco und Vanzetti

Sacco und Vanzetti

 (1)
Erschienen am 01.08.2011
Fremde Feinde

Fremde Feinde

 (0)
Erschienen am 14.09.2015
DUMME WUT. KLUGER ZORN

DUMME WUT. KLUGER ZORN

 (0)
Erschienen am 05.03.2018
Widerstand ist zwecklos. Aber sinnvoll.

Widerstand ist zwecklos. Aber sinnvoll.

 (0)
Erschienen am 20.01.2014
Der einsame Attentäter

Der einsame Attentäter

 (0)
Erschienen am 01.04.2015

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Rezension zu "Der Zorn" von Helmut Ortner

Rezension zu "Der Zorn" von Helmut Ortner
HeikeGvor 6 Jahren

"Zorn macht langweilige Menschen geistreich." (F. Bacon) oder Von der Freiheit, sich zu erzürnen
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"Tief liegen die Quellen des Lebens. Man muss hinabsteigen, weit hinab in die düstere Seelenhöhle, um ihr Gurgeln zu hören. Dort, in der schützenden Dunkelheit des Vergessens, wo das Urgestein des Daseins noch flüssig ist, angereichert mit wilden Instinkten und den giftigen Gasen der Verdrängungen, dort köchelt die Lebensmaterie leise vor sich hin. An den Anfang seiner Existenz gelangt der Mensch nur, indem er die Schichten abträgt, die ihn geformt haben. Aber selbst, wenn der Schleier aller künstlichen Gestalten fortgerissen ist, in diesem reinen Raum des Ursprungs, bleibt vieles verborgen. Denn der Blick findet keinen Halt. Er wird aufgesogen von einer glühenden, wabernden Masse, die jederzeit bereit ist, sich nach außen und oben zu ergießen und die seltsamsten Verkrustungen zu bilden. Der Anfang ist unbestimmt - soll man ihn unergründlich nennen?"
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So beginnt einer der zwölf großartigen Essays in dem vorliegenden Buch, die sich allesamt um eine dieser glühend-wabernden Essenzen drehen: den Zorn. Hier hat sich der erste Philosoph unter den Sportreportern - Jürgen Werner - über das "siedende Gemüts-Magma" Gedanken gemacht, das von Zeit zu Zeit aus uns hervorzuquellen droht und dessen explosionsartige Entladung wir auch unter Einsatz all unserer Willenskraft nicht immer verhindern können. Seine elf Kolleginnen und Kollegen stehen ihm an Eloquenz, Emotionalität, Produktivität, aber vor allem Facetten- und Ideenreichtum in nichts nach. Psychologische, politische, sozialwissenschaftliche, kulturelle und moralische Aspekte flechten die Autoren ganz und gar subjektiv in ihre Aufsätze ein und setzen diese zueinander in Beziehung. Doch auch wenn Fokus und Duktus der Texte unterschiedlich ist und sie den Zorn aus völlig konträren Gesichtspunkten betrachten, so haben alle einen gemeinsamen Grundton: die Rehabilitierung des antiquierten Zornbegriffs und dessen Befreiung vom Makel des Destruktiven. Hier wird er nicht verteufelt oder stigmatisiert, sondern seine produktive Seite sichtbar gemacht.
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"Zorn ist ein komplexes und manchmal auch ein widersprüchliches Phänomen, das sich aus den unterschiedlichsten Quellen speist.", stellt der Herausgeber in seinem Eingangsessay fest. Aristoteles zählte ihn zu seinen elf Grundgefühlen. In der christlichen Theologie hingegen gehörte er zu den sieben Todsünden. "Den Zorn des Achill" möge die Göttin Pallas Athene besingen, ruft Homer bereits in der ersten Zeile seiner "Ilias". Francis Bacon wiederum beschreibt den Zorn als eine Charakterschwäche, von der hauptsächlich "Kinder, Weiber, Greise, Kranke" beherrscht seien. Seneca, einer der großen Philosophen des alten Roms, bläst in ein ähnliches Horn. Auch er betrachtete diesen Gemütszustand als "eine Störung" bei Frauen und kleinen Kindern. Wann ist er blind und zerstörerisch? Wann ist Zorn am Platz, wann nicht?, fragt sich der Literaturredakteur des Focus Uwe Wittstock. Wann ist Zorn ein gerechter und wie verhält es sich mit dem heiligen? Dieser Frage, nein, gar der ganzen jüdisch-christlichen Geschichte geht Christian Nürnberger in seinem exzellenten Beitrag "Weihe eines Zornigen - und die weltgeschichtlichen Folgen" nach, bevor schlussendlich ein aktuelles Nachwort - verfasst zwischen 1571 und 1580 von Michel de Montaigne - das großartige, sehr empfehlenswerte Buch beschließt.
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Fazit: Deutscher Wutbürger, Bürgerzorn, Zorn und Ehre oder der Zorn der Zeit: derlei Furor hat keine gutes Image. Alle Autorinnen und Autoren in diesem Band vertreten jedoch die feste Meinung, das gesellschaftliche und soziale Veränderungen durchaus ein gewisses Maß an Zorn brauchen, denn "vom 'widerständigen Menschen', so Helmut Ortner, "lebt die Zivilgesellschaft. Zorn ist Energie, und Energie braucht es, um Dinge zu verändern." Zornig werden, heißt, beteiligt sein, hat auch John Osborne im Vorwort zu seinem Theaterstück "Blick zurück im Zorn" treffend festgestellt. Oder um es abschließend noch einmal in die Worte Jürgen Werners zu kleiden: "Das Leben ist allemal stärker als das, was wir für das Leben halten. Es irrt, wer glaubt, wir tanzten auf einem Vulkan: Wir sind einer."

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Helmut Ortner wurde am 01. Januar 1950 in Gendorf (Deutschland) geboren.

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