Helmut Schmidt

 4.2 Sterne bei 316 Bewertungen
Autor von Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt, Außer Dienst und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Helmut Schmidt

Helmut Schmidt wird 1918 als Helmut Heinrich Waldemar Schmidt in Hamburg-Barmbek geboren. Nach Abitur und Wehrdienst kämpft er im Zweiten Weltkrieg als Soldat. Seine Frau Hannelore (Loki), eine ehemalige Mitschülerin, heiratet er noch während des Krieges im Jahre 1942. Zu Ende des Kriegs gerät er in britische Gefangenschaft, wird jedoch nach wenigen Monaten wieder entlassen. Von 1946 bis 1949 studiert Schmidt Volkswirtschaft und Staatswissenschaft in Hamburg und schließt sein Studium als Diplomvolkswirt mit einer Arbeit über Währungsreformen ab. Einer seiner Professoren ist der spätere Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller. 1946 in die SPD eingetreten, wird Schmidt 1953 Mitglied des Bundestages und 1957 Mitglied des Fraktionsvorstandes der SPD. Sein Redetalent bringt ihm bei politischen Gegner den Spitznamen „Schmidt Schnauze“ ein. Ein Jahr später wird er Mitglied des SPD-Bundesvorstands. Im Jahre 1961 übernimmt Schmidt das Amt des Hamburger Innensenators und legt hierfür sein Bundestagsmandat nieder. Bei der Sturmflut des Jahres 1962 überzeugt er durch sein umsichtiges und energisches Handeln als Krisenmanager. Von Willy Brandt in seine Regierungsmannschaft für die Bundestagswahl 1965 aufgenommen, wird Schmidt erneut Mitglied des Bundestages und 1969 Verteidigungsminister in Brandts sozial-liberaler Regierung. Von Juli bis November 1972 übernimmt er kurzzeitig das Amt des Bundesministers für Wirtschaft und Finanzen, im Dezember dann das Amt des Finanzministers im zweiten Regierungskabinett von Willy Brandt. Nach dem Rücktritt Brandts wird er im Mai 1974 zum Bundeskanzler gewählt. Seine Kanzlerschaft steht von Beginn an unter dem Schatten einer Rezession. Schmidt strebt eine stabile wirtschaftliche Entwicklung und Vollbeschäftigung an. Sehr viel Wert legt er auf die Zusammenarbeit mit den europäischen Ländern, insbesondere zum französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing pflegt er engen Kontakt. 1975 wird in Helsinki die Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) unterzeichnet. Dabei trifft Schmidt erstmals mit DDR-Staatschef Erich Honecker zusammen. Als einer der ersten westlichen Politiker trifft er den chinesischen Staatschef Mao Tse-tung. Im selben Jahr wird Schmidt von der britischen „Financial Times“ zum „Mann des Jahres“ gekürt. 1976 wird Schmidt als Bundeskanzler bestätigt und führt wiederum eine sozial-liberale Koalition an. Im Verlauf des folgenden Jahres erreicht der RAF-Terror mit der zeitgleichen Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer und der Lufthansa-Maschine „Landshut“ seinen Höhepunkt. Schmidt reagiert mit Unnachgiebigkeit und lässt das entführte Flugzeug durch die neugegründete GSG9 in Mogadischu erstürmen. Schleyer wird daraufhin von seinen Entführern ermordet, die in Stuttgart-Stammheim inhaftierten führenden Mitglieder der RAF begehen Selbstmord. Mit den Präsidenten der USA und Frankreichs und dem britischen Premierminister erreicht Schmidt im Jahre 1979 die umstrittene Entscheidung zugunsten des NATO-Doppelbeschlusses. Ein Jahr später wird Helmut Schmidt vom Jüdischen Weltkongress für seine Verdienste um Frieden und Menschenrechte mit der Goldman-Medaille ausgezeichnet. Nach einem erneuten Wahlsieg der sozial-liberalen Koalition wird Schmidt im November 1980 erneut zum Bundeskanzler gewählt. Knapp zwei Jahre später zerbricht die Koalition, mit einem konstruktiven Misstrauensvotum wird Helmut Schmidt abgewählt. Sein Nachfolger wird Helmut Kohl. 1983 wird Helmut Schmidt Mitherausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“, von 1985 übernimmt er für vier Jahre den Posten des Geschäftsführers. 1986 scheidet er als Mitglied aus dem Bundestag aus. Er nimmt jedoch weiter Anteil am politischen Geschehen und wirkt beispielsweise zusammen mit Giscard d'Estaing auf die Gründung einer Europäischen Zentralbank hin. Im Jahre 2003 wird Schmidt die Ehrendoktorwürde der nach ihm benannten Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg verliehen. Zudem ist er Ehrenbürger zahlreicher Städte und Preisträger vieler Auszeichnungen. Helmut Schmidt verfasste zahlreiche Publikationen. Zu den bekanntesten zählen „Eine Strategie für den Westen“ (1986), „Zur Lage der Nation“ (1994), Die Selbstbehauptung Europas“ (2000), „Die Mächte der Zukunft“ (2004) sowie „Auf dem Weg zur deutschen Einheit“ (2005). Sein neuestes Werk „Außer Dienst“ erschien im September 2008.

Alle Bücher von Helmut Schmidt

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Cover des Buches Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt9783462049664

Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt

 (73)
Erschienen am 18.12.2015
Cover des Buches Außer Dienst9783570551035

Außer Dienst

 (67)
Erschienen am 15.03.2010
Cover des Buches Was ich noch sagen wollte9783570552841

Was ich noch sagen wollte

 (23)
Erschienen am 13.06.2016
Cover des Buches Zug um Zug9783548374345

Zug um Zug

 (18)
Erschienen am 05.10.2012
Cover des Buches Unser Jahrhundert9783570551240

Unser Jahrhundert

 (14)
Erschienen am 13.06.2011
Cover des Buches Verstehen Sie das, Herr Schmidt?9783462045925

Verstehen Sie das, Herr Schmidt?

 (15)
Erschienen am 07.11.2013
Cover des Buches Die Mächte der Zukunft9783641043940

Die Mächte der Zukunft

 (14)
Erschienen am 26.04.2010
Cover des Buches Menschen und Mächte9783570551578

Menschen und Mächte

 (8)
Erschienen am 07.11.2011

Neue Rezensionen zu Helmut Schmidt

Neu
W

Rezension zu "Was ich noch sagen wollte" von Helmut Schmidt

Blick zurück ohne Zorn
Waschbaerinvor einem Jahr

Helmut Schmidt gilt heute als der kluge und vorausschauende Politiker schlechthin. Doch auch kluge Menschen können sich irren oder machen Fehler - auf die er (H. Sch.) ebenfalls eingeht. In diesem Höbuch "Was ich noch sagen wollte", gelesen von Hanns Zischler, der seine Sache übrigens sehr gut macht, steht für Helmut Schmidt das Thema Vorbilder im Focus.

Wie er selbst schreibt, soll dies keine Autobiographie sein - und ist es stellenweise dann doch. Seine Eltern, seine Jugend, das Kennelernen von Loki (Hannelore), die auch später seine Frau wird und bis zum Tode ihr Leben mit ihm teilt, all das kommt zur Sprache.  Sogar seine spätere außerehelich Affaire, woran beinahe seine Ehe zerbrochen wäre. Seine beiden Kinder, ein Junge und ein Mädchen, von denen nur die Tochter am Leben bleibt. Der Krieg, in den auch Helmut Schmidt ziehen und kämpfen muss. Er beschönigt nichts. Das war so. Auch in dieser schwierigen Zeit stets in seiner Tasche dabei, die "Selbstbetrachtungen" von Marc Aurel. Nie las er diese kluge Schrift in einem durch, sondern immer nur abschnittweise. Als der Krieg endlich zu Ende ist, die Gefangenschaft. Jahre seines Lebens wurden ihm genommen und trotzdem war er nicht verbittert sondern nur dankbar und glücklich, dass er überlebt hat. Diese Reaktion hat für mich etwas mit Lebenskunst zu tun. Das Studium und der Weg in die Politik.

Dieser Abschnitt ist übrigens der Teil, der mich am nachdenklichsten stimmte. Während dieser Zeit geschah so unendlich viel. Zufällige Begegnungen, die wegweisend werden.

Helmut Schmidt blickt auch auf den Terror der RAF zurück. Die jüngere Generation wird kaum noch etwas damit anfangen können.  Terror in der Republik. Doch das gab es auch während seiner Amtszeit in Deutschland. Welch ein Irrsinn!

Wie wohl jeder weiß, gehörte er der SPD an. Auch in diesem Rückblick ist der Konkurrenzkampf mit der anderen großen Volkspartei CDU noch nicht abgehakt. Noch immer gibt er die eine oder andere Spitze in diese Richtung. Das amüsierte mich beim Hören. Politiker sind eben auch Menschen.

Doch es gibt auch genügend andere Weggefährten, die immer wieder namentlich genannt werden. Viele nennt er "mein Freund".  Wie heißt es sinngemäß, unter Politikern habe man keine Freunde - nur Kollegen. Vielleicht stimmte das Alter Helmut Schmidt auch in diesem Punkt milde.

So manche Erinnerung an politische Ereignisse kommt während des Hörens wieder in einem hoch. Die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik unter Adenauer. Helmut Schmidt ist Reservist und erfüllt als solcher seinen Dienst, was ihm viel Kritik einbringt. Viele politische Geschehnisse wurden im Laufe der Jahre in der Erinnerung der Leute, auch von mir, zurückgedrängt, vielleicht sogar vergessen. Laufend passiert etwas Neues, lässt Altes zurücktreten. Doch nach dem Hören bleibt für mich eine Erkenntnis: Es ist ganz schön viel passiert in den letzten Jahrzehnten.

Dieses Hörbuch ist seine ganz persönliche Sicht der Dinge.




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Rezension zu "Kindheit und Jugend unter Hitler" von Helmut Schmidt

eindrucksvoll und authentisch!
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

Getrieben durch den Drang endlich mehr aus der Vergangenheit zu erfahren - meine Geschichtskenntnisse aufzubessern, stolperte ich über dieses Buch. Als Hamburgerin sind einem der am 10.11. 2015 verstorbene ehemalige Kanzler und seine Frau Loki natürlich ein Begriff.


Wir dürfen 7 befreundetete Menschen in ihre Vergangenheit begleiten. 7 Leben die eine gemeinsame Vergangeheit verbindet und die doch so unterschiedlich gelebt und vorallem ERlebt wurden.

Ich wollte in dieser Rezension erst wiedergeben was sie jeweils erlebt haben, aber ich finde das sollt ihr selbst erlesen, sonst braucht ihr das Buch ja gar nicht mehr. Ich erzähle euch lieber über meine Eindrücke die ich während des Lesens hatte.

Das Vorwort war sehr politisch und hat mir ein wenig Angst vor dem Inhalt des Buches gemacht. Aber die Angst war völlig unbegründet, wie sich sofort nach den ersten Zeilen aus Lokis Leben herausgestellt hat.

Befremdlich war mir allerdings am Anfang, dass es so schien als würden die Erlebnisse runtergespielt werden, also wäre damals alles Friede Freude Eierkuchen gewesen - das Vorwort hat kurz diesen Eindruck bei mir hinterlassen. Nach der Lektüre des Buches habe ich nun aber verstanden, dass die Zeitzeugen die hier erzählen mit den KZ Geschichten und Judenverfolgungen teilweise einfach nicht konfrontiert wurden. Man WUSSTE schlicht damals nicht was alles geschehen war.

Die Erzähler waren zur Kriegszeit alle sehr junge Menschen und haben sich teilweise von der Maschinerie mitreissen lassen. Die Nazifizierung geschah im leisen und unterschwellig, man war dafür nicht sensibilisiert. Wie hiess es so schön? "Zu Kritik wurden wir nicht erzogen!" das sagt schon alles. Man hat nichts hinterfragt, man ist mit der Welle geschwommen und hat geschaut, dass man sein eigenes Leben irgendwie auf die Reihe bekommen hat.

Jetzt im Nachgang sind sie alle entsetzt was um sie herum noch passiert ist und es macht mich total traurig, weil ich mir vorstellen kann, was in diesen Menschen vorgehen muss. So dicht dabei und von dem Schrecken um sich herum nichts mitbekommen. Gerade Helmut Schmidt erzählte von Vorwürfen die im Raum standen, dass man doch hätte Rebellieren müssen und sich auflehnen. Klar nach heutiger Sicht sehen das sicher alle Beteiligten ähnlich, aber damals war einfach eine andere Zeit. Heute sind wir darüber aufgeklärt was passiert ist, damals ist niemand rumgelaufen und hat die Machenschaften rumposaunt. Die Welt hat sich sehr weiterentwickelt und die Menschen sind freier viel freier und da lässt es sich leicht reden.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen - auch weil es eben NICHT in das selbe Horn bläst wie die meisten NS Bücher, sondern weil es genau DAS widerspiegelt, was die damals jungen Menschen erlebt haben. Wie sie gelebt haben und wie sie versucht haben trotz fast täglichem Bombenalarm ein normales Leben zu führen, zur Arbeit zu gehen und den Hobbies nachzugehen. (Kaum vorzustellen, dass man damals Hobbies hatte und auch Freude erleben konnte)  Sehr authentisch informativ und nicht nur für Hamburger absolut empfehlenswert! Ein Buch was noch sehr lange in mir nachwirken wird!

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Rezension zu "Was ich noch sagen wollte" von Helmut Schmidt

Alles und nichts
Ann-KathrinSpeckmannvor einem Jahr

Warum habe ich es gehört:
Ich habe bei meinen Streaming-Dienst durch die Sach-Hörbücher gescrollt. Dabei habe ich dieses Hörbuch für eine Art Autobiographie gehalten und gedacht, das könnte meiner Allgemeinbildung gut tun.

Worum soll es gehen:
Helmut Schmidt betont gleich am Anfang, dass es eben keine Autobiographie sein soll, sondern eine Auseinandersetzung mit dem Thema Vorbilder. Okay, dachte ich, klingt auch interessant. Auch wenn ich nicht weiß, was ihn dazu befähigt über Vorbilder zu sprechen, bzw. warum ich gerade von ihm ein Hörbuch darüber hören sollte.

Worum geht es:
Es ist eine Mischung aus Autobiographie (egal ob er es abstreitet oder nicht) und ein rasender Überblick über die Geschichte mit Konzentration auf die Punkte, die Schmidt entweder beeinflusst haben oder die ihm wichtig waren. An vielen Stellen schweift er vom Thema Vorbilder extrem ab und haut seine Meinung zu irgendwelchen Themen raus. Dabei bin ich oft verwirrt zurückgeblieben: Wie und warum ist er jetzt darauf gekommen? Ach, wir sind schon beim nächsten Thema, okay …

Warum habe ich es trotzdem bis zum Ende gehört:
1. Der Sprecher hat eine überaus angenehme Stimme und liest sehr gut vor.
2. Er redet zwar von allem möglichen, nimmt aber meistens jeden mit und erklärt die einzelnen Themen ganz gut. Ich bin also mitgekommen und fand einiges tatsächlich interessant.

Gesamt:
Für mich ist dieses Buch nichts halbes und nichts ganzes. Der Titel trifft es wahrscheinlich besser, als er sollte: Helmut Schmidt haut scheinbar alles raus, was er noch(mal) sagen wollte.

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Helmut Schmidt wurde am 23. Dezember 1918 in Hamburg (Deutschland) geboren.

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