Unser Jahrhundert

von Helmut Schmidt und Fritz Stern
4,5 Sterne bei13 Bewertungen
Unser Jahrhundert
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Den beiden beim Plaudern zuzuhören, ist interessant und unterhaltsam. Bisweilen nur wirkt es wie Stammtisch auf internationalem Niveau.

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Inhaltsangabe zu "Unser Jahrhundert"

Aus dem Gespräch zwischen Fritz Stern und Helmut Schmidt ist ein ebenso anregendes wie kurzweiliges, freimütiges und nicht selten witziges Buch entstanden, in dem sich der Politiker und der Historiker die Bälle zuspielen, mal im Konsens, mal im Widerspruch, stets auf eine pointierte Darlegung der eigenen Positionen bedacht. Das Spektrum der behandelten Fragen reicht von Bismarck bis Israel, vom Zweiten Weltkrieg bis zum Aufstieg Chinas, vom Rückblick auf die Ära Bush bis zu den überhöhten Boni für Banker – und auch die Anekdoten kommen nicht zu kurz. Zwei kluge alte Männer streifen durch das 20. Jahrhundert und die Welt von heute, und der Leser genehmigt sich eine Prise Weisheit.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783570551240
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Pantheon
Erscheinungsdatum:13.06.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 15.03.2010 bei Der Audio Verlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Marcus_Krugs avatar
    Marcus_Krugvor 6 Jahren
    Rezension zu "Unser Jahrhundert" von Helmut Schmidt

    Zwei betagte Persönlichkeiten reden über „Unser Jahrhundert“. Das ist zum einen der Historiker und Experte in deutscher Geschichte Fritz Stern (Jahrgang 1926) und zum anderen der omnipräsente Altkanzler Helmut Schmidt (Jahrgang 1918). Schon allein die Geburtsjahre lassen darauf schließen, dass beide etwas zu erzählen haben.
    Inhaltlich das Gesprächsbuch zu erfassen, soll im Rahmen dieser Besprechung nicht Sinn und Zweck sein. Nur soviel, sämtliche Ereignisse und Personen, die sich zwischen dem 19. Jahrhundert und dem angehenden 21. Jahrhundert zugetragen haben oder lebten, werden hier mehr oder weniger intensive zum Thema des Gespräches gemacht. Das Gespräch (bzw. die Gespräche) zwischen den oben genannten Personen fand an drei Tagen, jeweils vor- und nachmittags statt – analog ist auch das Buch gegliedert.
    Den roten Faden des Buches geben lediglich einige Fragen vor, an denen sich die Gesprächspartner lose orientieren. Da man aus Gründen der Authentizität das Gespräch nicht in thematische Schubladen presste, liest sich das ganze Buch sehr spannend, ungezwungen und erfrischend. Will sagen, man merkt dem Gespräch an, wie es sich durch Schmidts und Sterns Gedanken entwickelt, indem der eine auf das Gesagte des anderen unmittelbar reagiert. Von Zeit zu Zeit – wenn das Thema zum Abschweifen einlud – erinnern sich Stern und Schmidt immer wieder gegenseitig daran, dass sie doch noch andere Fragen hätte, die einer Diskussion bedürfen und man kehrt zum eigentlichen Thema zurück. Gerade dieses Ausufernde und Improvisierte macht den Reiz der Lektüre aus. Auch die geistreichen Kommentare und durchaus den ein oder anderen Sachverhalt erhellenden Anekdoten tragen ihren Teil zum Gelingen dieses Gesprächsbuches bei. Es liefert genügend Stoff zum Nachdenken und Staunen und die Lektüre ist inspirierend und bereichernd.
    Das Buch ist vor allem eines, eine Aufzeichnung des Gespräches zweier erfahrender Persönlichkeiten. Es ersetzt keinesfalls ein Geschichtsbuch. Jedoch wünschte ich mir an der einen oder anderen Stelle schon eine weitere Ausführung, denn manche Erklärungen sind aufgrund des Hintergrundwissens von Stern und Schmidt doch äußerst knapp. In diesen Fällen wäre eine Fußnote sehr willkommen gewesen. Obwohl hier zwei zumindest gebürtige Europäer über ihre Erlebnisse und Erfahrungen sprechen, ist mir persönlich das Gespräch zu Amerika-lastig geraten. Auch ist mir negativ aufgefallen, dass Altkanzler Schmidt des öfteren Herrn Stern ins Wort fällt und das Thema „für sich nutzt“. Aber das mag an meiner ambivalenten Haltung gegenüber Herrn Schmidt liegen. Einerseits hat er einiges zusagen (verglichen mit der historische Ahnungslosigkeit kontemporärer Politiker), aber andererseits wird er von den Medien als allwissendes Orakel überstrapaziert, wobei ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass er sich in dieser Rolle mehr als gefällt.
    Nichtsdestotrotz ein sehr bereicherndes und inspirierendes Buch!

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    WinfriedStanzickvor 7 Jahren
    Rezension zu "Unser Jahrhundert" von Helmut Schmidt

    Dieses Gespräch des mittlerweile 92-jährigen ehemaligen Bundeskanzlers und Zeitherausgebers Helmut Schmidt mit dem jüdischen Historikers Fritz Stern ist das beste Stück Geschichtsschreibung und zeitgenössischer Politik- und Weltanalyse, die ich seit langem gelesen habe. Ohne noch irgendjemandem verpflichtet zu sein außer der eigenen Meinung und dem eigenen Gewissen, parlieren die beiden in einem lebendigen Gespräch, in dem sie sich auch immer mal wieder ins Wort fallen, über "Unser Jahrhundert".

    An manchen Stellen mögen vielleicht jüngere Leser den Gestus insbesondere von Helmut Schmidt für pädagogisch und oberlehrerhaft halten. Das ist er aber nicht. Sondern in diesem Buch, wie auch in vielen Artikeln in der ZEIT in den vergangenen Jahren überwiegt eine ungeheure Neugierde auf die Gegenwart. Er liebt das dauernde Herstellen von Bezügen und vor allem hat er eine große Lust an der Einmischung.

    Seit langem sind sich die beiden freundschaftlich verbunden und man spürt immer wieder ab, wie sehr der Historiker Stern den ehemaligen Politiker und jetzigen Elder Statesman Schmidt bewundert.

    Helmut Schmidt ist die Gnade vergönnt, in seinen hohen Jahren jene moralische Autorität gewonnen zu haben, die man ihm in seiner aktiven politischen Zeit selten entgegenbrachte. Von dieser Autorität und von dem unendlichen Wissen Fritz Sterns, von der absolut ungewöhnlichen und der Erkenntnis förderlichen Gesprächsatmosphäre, kann der Leser dieses Buch nur profitieren, für seine Geschichtskenntnisse und für die Bildung seiner eigenen Meinung zu bestimmten zeitgenössischen politischen und ökonomischen Phänomenen.

    Jedem in unserem Land aktiven Politiker, gleich ob auf Bundes- Landes- oder Kommunalebene möchte man dieses Buch zur selbstfortbildenden Pflichtlektüre machen.

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    bogis avatar
    bogivor 8 Jahren
    Rezension zu "Unser Jahrhundert" von Helmut Schmidt

    Ein ungewöhnliches politisches Sachbuch. Zum einen natürlich wegen der ungewöhnlichen Gesprächsform, zum anderen wegen der eindrucksvollen, hintergründigen Einschätzungen dieser beiden ganz grossen alten Männer der Politik und Historie. Hier bekommt man diese fernab des üblichen Politikerblablas. Eine echte Tour d'horizon, bei der fast nichts ausgespart wird (USA, Religion, Europa, Nahost, Gesellschaftspolitik,...). Ich war nur an einer Stelle irritiert. Schmidt schätzt den Euro als starke, unerschütterbare Währung ein. Man fragt sich, ob er sich so sicher ist und eine Situation wie die gegenwärtige (das Buch entstand ja davor) als nicht entscheidend dramatisch einschätzt oder sich an dieser Stelle schlicht und einfach täuscht. Ich hoffe und bin auch überzeugt Ersteres ist der Fall. Insgesamt ein absolutes Leseereignis, ganz sicher nicht nur für Politikeingefleischte.

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    Avataruss avatar
    Avatarusvor 9 Jahren
    Rezension zu "Unser Jahrhundert" von Helmut Schmidt

    Neulich im Fernsehen habe ich Schmidt und Stern zusammen im Interview gesehen. Dort stellten Sie ihr Buch vor. Ich sagte mir, wow...was der Schmidt da sagt, imponiert mir. So fing ich an, mir Literatur von ihm zu kaufen. Dieses, das zweite von ihm gelesene Buch, hat mich einige Male lachen lassen, da ich diese Art des Interviews sehr witzig fand. Es werden fragen gestellt....und Schmidt, auch durch das einfache nicht beantworten, gab pointierte Antworten. Interessant, Lehrreich. Durch das Lesen dieses Buches an einem Nachmittag wird man nicht dümmer.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
    Rezension zu "Unser Jahrhundert" von Helmut Schmidt

    Interessiert sich jemand für Geschichte der jüngeren Vergangenheit? 20. und 21. Jahrhundert? Dann ist der Dialog dieser beiden älteren Gentlemen genau das Richtige. Es macht Spaß, diesen klugen und abgeklärten Herren zuzuhören bzw. dies zu lesen. Das ist nicht schwer, aber sehr lehrreich, denn sie haben Geschichte erlebt und mitgestaltet. Sie haben Dreiviertel des 20. Jahrhunderts selbst miterlebt und können über Deutschlands Weg aus der dunklen Zeit des Nationalsozialismus in die Demokratie spannend erzählen. Am Rande erfährt man auch manches über Bismarck und sein Wirken, vor allem aber vieles aus der Zeit der Bundesrepublik bis hin in die jüngsten Tage. Zeitgeschichte leicht, verständlich und bereichernd. Sehr empfehlenswert.

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    Claris avatar
    Clarivor 9 Jahren
    Rezension zu "Unser Jahrhundert" von Helmut Schmidt

    Spaziergang durch die Weltgeschichte.
    Zwei alte Freunde, Helmut Schmidt und Fritz Stern, haben sich zu einem Gespräch über das vergangene Jahrhundert im Sommer 2009 im Haus von Helmut Schmidt in Hamburg zusammengefunden. Helmut Schmidt ist allseits bekannt als Bundeskanzler der BRD von 1974 -1982. Fritz Stern hat als Jude Deutschland in den dreißiger Jahren verlassen müssen und ist Historiker und Professor em. der Columbia University in New York. Beide sind über neunzig - und achtzigjährig und geistig voll auf der Höhe.

    Die Unterhaltung der beiden alten Herren gleicht einem Spaziergang durch das 20. Jahrhundert, in dem die Weltgeschichte aus politischer und philosophischer Sicht bis in die heutige Zeit berührt wird.
    Da sich die Freunde bestimmte Themen für jeden halben Tag von insgesamt drei Tagen vornehmen, ist der Themenkomplex umfangreich, tiefgründig und gehaltvoll. Der Ton ist bedacht und von ruhiger Gelassenheit. Die beiden sind sich in vielen Fragen einig, doch ab und zukommen kontroverse Meinungen auf, die mit großer Freundlichkeit ausgetragen werden. Diese Gegensätze bringen Farbe in das Gespräch, das ansonsten bei allzu großer Einigkeit langweilig werden könnte.
    Dem Leser öffnet sich ein weites Feld an Zusammenhängen. Sie berühren Napoleon, preußische Geschichte, das Nazireich und Fragen nach der Verfolgung der Juden in aller Welt; weiterhin beschäftigt man sich mit Stalin und dem chinesischen Kommunismus, amerikanischer Geschichte von den Anfängen bis heute und nicht zu vergessen Israel,--es gibt kaum ein Thema, das ausgelassen wird. Die historischen Fakten gewinnen durch das Gespräch an Dynamik, zumal beide Gesprächsteilnehmer zahlreiche markante Erscheinungen des öffentlichen und politischen Lebens persönlich kannten und über ein fundiertes Wissen verfügen, mit denen sie ihre Gedanken und Thesen untermauern. So lässt sich Geschichte gut begreifen, da sie mit Erlebnissen und Erfahrungen der beiden Freunde an Lebendigkeit gewinnen! Aus dem Abstand des hohen Alters sehen sie das Jahrhundert nachdenklich und kritisch und können sich Bekenntnisse erlauben, die andere und vielleicht nicht so Erfahrene an Weltsicht sich kaum leisten dürften. Eine ungewöhnliche Freundschaft verbindet die beiden alten Herren, die alleine schon Bewunderung auslöst. Darüber hinaus aber ist das universelle Wissen der beiden Gesprächspartner von hoher Qualität. Zwei starke Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts melden sich zu Wort und geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen preis.

    Besser und kurzweiliger als durch diesen ausführlichen und regen Gedankenaustausch kann man sich nicht über die Politik, Philosophie und das Zeitgeschehen des letzen Jahrhunderts und die geschichtlichen Vorgänge bis dahin informieren. Man kann das Buch jedem historisch interessierten Bürger, ganz gleich welcher politischen Richtung er angehört, uneingeschränkt empfehlen.

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    Beusts avatar
    Beustvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Den beiden beim Plaudern zuzuhören, ist interessant und unterhaltsam. Bisweilen nur wirkt es wie Stammtisch auf internationalem Niveau.
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    Haubenmeises avatar
    Haubenmeisevor 2 Jahren
    MiaRayVincents avatar
    MiaRayVincentvor 2 Jahren
    Bruno_Vasconceloss avatar
    Bruno_Vasconcelosvor 3 Jahren

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