Helon Habila

 4,3 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Öl auf Wasser, Öl auf Wasser und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Helon Habila

Helon Habila, 1967 in Nigeria geboren, studierte Literatur und lehrte an der Universität, bevor er nach Lagos ging, um dort als Journalist zu arbeiten. Sein dritter Roman Öl auf Wasser wurde mit dem deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet. Er lebt in den USA und unterrichtet Kreatives Schreiben an der George Mason University in Washington, D. C. 2013 war Helon Habila als Stipendiat des DAAD im Rahmen des Berliner Künstlerprogramms in Berlin.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Helon Habila

Cover des Buches Öl auf Wasser (ISBN: 9783884234525)

Öl auf Wasser

 (10)
Erschienen am 02.10.2013
Cover des Buches Öl auf Wasser (ISBN: 9783293208292)

Öl auf Wasser

 (3)
Erschienen am 28.01.2019
Cover des Buches Reisen (ISBN: 9783884236369)

Reisen

 (1)
Erschienen am 23.11.2020
Cover des Buches Öl auf Wasser (ISBN: 9783763266210)

Öl auf Wasser

 (1)
Erschienen am 01.01.2010
Cover des Buches Measuring Time (ISBN: 9780141010076)

Measuring Time

 (1)
Erschienen am 28.02.2008
Cover des Buches Waiting for an Angel (ISBN: 9780241141861)

Waiting for an Angel

 (0)
Erschienen am 31.10.2002
Cover des Buches The Granta Book of the African Short Story (ISBN: 9781847084132)

The Granta Book of the African Short Story

 (0)
Erschienen am 01.05.2012

Neue Rezensionen zu Helon Habila

Cover des Buches Öl auf Wasser (ISBN: 9783884234525)M

Rezension zu "Öl auf Wasser" von Helon Habila

Schöne Lesereise
meinkleinesbuecherregalvor 7 Monaten

Helon Habiba schafft es die fast schon traurige Welt in Nigeria bildlich darzustellen. Die Verschmutzung der Umwelt durch Ölgesellschaften wird immer wieder deutlich. Menschen müssen umziehen, da die Fische durch das hohe Ölvorkommen im Fluss sterben. Außerdem erfährt der Leser viel über den Werdegang der Protagonisten und somit über die unterschiedlichen Leben in Nigeria. Während der gesamten Lektüre schafft der Autor einen konstante Spannung beizubehalten. Der Leser fiebert mit, auch wenn das Buch nicht mit einem Krimi oder Thriller vergleichbar ist. Für diese Genres ist sie doch zu gering und die Auflösung fast zu einfach.
Das Buch ist lesenswert und zeigt wie stark Afrika durch die Macht des Weißen Mannes gebeutelt ist.

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Cover des Buches Reisen (ISBN: 9783884236369)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Reisen" von Helon Habila

Diese Reise ist nicht buchbar und nicht bezahlbar
aus-erlesenvor einem Jahr

Bisher verlief alles eigentlich mehr oder weniger normal im Leben des nigerianischen Mannes, dessen Reisen in diesem Buch so wie „das Normalste auf der Welt“ beschrieben werden. Er lebt in den USA, seine Frau ist Künstlerin. Ihn plagen auch keine Sorgen. 

Das wird sich ändern als Gina, seine Frau ein begehrtes Stipendium für einen Aufenthalt in Berlin erhält. Das war im Herbst 2012. Das Jahr, in dem die Welt untergehen sollte … laut den Berechnungen der Mayas. Naja, wenn man es pessimistisch betrachtet… 

Schon bald lernt er Mark kennen. Ein Typ, den man sich nicht besser malen kann. Student, keiner Protestaktion abgeneigt, stur, immer mit dem Kopf durch die Wand. Mit einem Augenzwinkern könnte man ihn als Hallodri bezeichnen. Nun sitzt er im Gefängnis. Wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Dabei kommt heraus, dass seine Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen ist. Zum Glück hat er Freunde wie Ginas Ehemann. Sie, Gina, ist weniger erfreut über die Hilfsbereitschaft ihres Gatten. Denn Mark ist nun gar nicht der, der er vorgibt zu sein…

Eine verrückte Geschichte, die unserem Helden da passiert ist. So etwas schärft die Sinne. So was wird ihm nie wieder passieren! Da mag er recht haben. Doch ihm werden noch ganz andere Dinge passieren. Er verliebt sich neu, reist in die Schweiz, um einen Tod aufzuklären und landet unversehens in einem Flüchtlingstreck. Das „Schokolade, Schokolade“, das ihm Kinder in Berlin kindlich-naiv hinterherrufen, erscheint ihm bald schon als Randnotiz in seinem Leben…

Helon Habila greift ganz tief in die Ironiekiste. Unbeirrt lässt er seinen akademisch ausgebildeten Helden die soziale Leiter hinabsteigen. Doch nicht der Verlust irgendwelcher materiellen Werte lässt ihn verzweifeln, sondern die Hoffnungslosigkeit die ihm, dem Mann, dem bisher alle Türen geöffnet wurden, ohne passenden Schlüssel vor den Toren der Zukunft leiden lassen. Helon Habila hat mit „Öl auf Wasser“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass ihm gesellschaftliche Themen am Herzen liegen. Und dass er sie schwungvoll einem breiten Publikum vermitteln kann. Mit „Reisen“ verfolgt er ganz stringent einen Mann, dem das Leben ins Gesicht spuckt. Zuerst mit kleinen Nickligkeiten. Die nimmt man unüberlegt als gegeben hin. Doch wie unser Held stolpert man als Leser gleichsam in einen Strudel aus Korruption, Vorurteilen und Hoffnungslosigkeit, dem man sich nicht entziehen kann. Wäre es nicht so traurig – wie unsere Welt ist – man könnte stundenlang darüber lachen. Es liegt an einem selbst, wie sehr man dem nachgibt.


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Cover des Buches Öl auf Wasser (ISBN: 9783293208292)Gulans avatar

Rezension zu "Öl auf Wasser" von Helon Habila

Ins dunkle Delta.
Gulanvor 2 Jahren

Nigeria: Das Delta des Niger wird von Ölkonzernen konsequent ausgebeutet. Die ansässige Bevölkerung wehrt sich zunehmend dagegen und gründet Rebellengruppen, die gegen die Regierung und die Ölmultis kämpfen. Ein bewährtes Mittel zur Finanzierung ist die Entführung von ausländischen Konzernmitarbeitern oder deren Angehörigen. Der junge Reporter Rufus und sein erfahrener Kollege Zaq wittern im Zusammenhang mit der Entführung einer Engländerin eine gute Story, zudem hat auch ihr Mann die beiden um Hilfe gebeten hat. Mit Hilfe von einheimischen Bootsführern dringen die Journalistin immer tiefer ins Delta vor und damit in eine undurchsichtige, umkämpfte und zunehmend geschundene Umgebung.

Öl auf Wasser erschien erstmals 2012 im Verlag Das Wunderhorn und gewann überraschend auch den Deutschen Krimipreis. Nun erschien er als Taschenbuch im Unionsverlag. Das Besondere am Roman ist sicherlich auch das Thema, über das man in Europa zumindest in fiktionaler Form nur selten liest: Die innerstaatlichen Konflikte im nigerianischen Nigerdelta vor dem Hintergrund der dortigen großflächigen Ölexploration ausländischer Konzerne mit erheblichen negativen Umwelteffekten. Was dieser Roman denn auch sehr gut beherrscht ist die Balance zwischen politischen und gesellschaftlichen Themen und den Stimmungen der Hauptpersonen. Der Autor verzichtet auf allzu plakativen moralischen Darstellungen, schildert vielmehr die Realitäten von Gewalt und Gegengewalt und vor allem der Zerstörung einer Lebensgrundlage für die dort lebenden Menschen.

Zu Beginn erinnert der Roman an Joseph Conrad Herz der Finsternis. Eine Fahrt auf einem kleinen Boot im Nigerdelta, ölverschmutzte Ufer, verlassene Dörfer, hell leuchtende Abgasfackeln. Erzählt wird aus der Perspektive von Rufus, allerdings nicht chronologisch, immer wieder werden Einschübe aus der Vergangenheit eingeschoben. Das macht den Roman etwas sperrig und lässt die Spannungskurve abflachen. Somit ist dieses Buch weniger etwas für Fans klassischer Krimis, sondern eher für literarisch anspruchsvollere Liebhaber hintergründiger Darstellungen. Ich fand es aber auf jeden Fall lesenswert.

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