Helwig Arenz

 3.6 Sterne bei 12 Bewertungen
Autor von Der böse Nik, Nachts die Schatten und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Helwig Arenz

Helwig Arenz, 1981 in Nürnberg geboren, wuchs in Fürth auf. Sein geisteswissenschaftliches Studium in Erlangen gab er zugunsten eines Schauspielstudiums in Linz auf, das er 2006 abschloss. Engagements an Bühnen u. a. in Hamburg, Wilhelmshaven, Memmingen und Hof folgten. Seit 2013 arbeitet er als Autor und Schauspieler u. a. am Stadttheater Fürth und am Theater Pfütze in Nürnberg. Im Frühjahr 2013 gewann sein Kurzkrimi Tom und Tierchen den Publikumspreis des 2. Fränkischen Krimipreises. »Der böse Nik«, 2014 im ars vivendi verlag erschienen, ist sein erster Roman.

Alle Bücher von Helwig Arenz

Helwig ArenzDer böse Nik
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Der böse Nik
Der böse Nik
 (11)
Erschienen am 30.09.2014
Helwig ArenzNachts die Schatten
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Nachts die Schatten
Nachts die Schatten
 (1)
Erschienen am 24.10.2016
Helwig ArenzTatort Franken 6
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Tatort Franken 6
Tatort Franken 6
 (0)
Erschienen am 31.05.2015

Neue Rezensionen zu Helwig Arenz

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Federchens avatar

Rezension zu "Nachts die Schatten" von Helwig Arenz

Ich sehe Geister...
Federchenvor 2 Jahren

Georg befindet sich mitten in der Pubertät. Gesegnet mit zwei starken älteren Brüdern, die ihm einerseits Halt geben und andererseits foppen, ist sich der junge, empfindsame Mann seiner Selbst nicht immer so sicher. Ständig stellt er sich in Frage, versucht nicht immer nur der kleine Junge zu sein, der nachts noch bei Mama ins Bett kriecht, wenn die Schatten kommen. Georg sieht Geister. Sie verfolgen ihn, im Dunkeln in seinen Träumen. Sie lauern auf der Kellertreppe und wollen ihn beeinflussen. Dabei will Georg nur eins. Er will zu den Großen gehören, auch wenn deren Ansichten er nicht immer teilen will. Und doch lässt er sich mitreisen. Denn da gibt es noch etwas anderes, was ihn gerade verändert. Ihr Name ist Judith und sie scheint für ihn unerreichbar...

"Nachts die Schatten" ist ein aufwühlender Roman, der zeigt, dass die Phase des Erwachsenwerdens nicht nur positive Seiten hat. Die Geschichte, die sich mit der Adoleszenz eines Jungen befasst, zeigt mal in verstörender und dann wieder poetischer Weise, wie sehr die Seele Höhen und Tiefen durchlebt. Helwig Arenz hat dabei eine sehr klare Sprache, die mit wenig Schnörkel auskommt. Die Übergänge von langen Textpassagen zu direkter Rede schaffen dabei ein angenehmes Tempo. An einigen Stellen scheint Helwig Arenz mit der Wahrnehmung des Lesers und sogar mit seiner Hauptfigur zu spielen, denn ab und zu ist erst auf den zweiten Blick ersichtlich, ob man sich im Traum, der Wirklichkeit oder in Georgs Phantasie befindet. Die Figuen, die hier gezeichnet wurden, sind vor allem eins. Authentisch! Von außen betrachtet, mag die Phase des Erwachsenwerdens nicht als schwer begriffen werden und doch zeigt uns der Protagonist, wie sehr er im Inneren doch kämpft. Mit sich, mit seiner Einstellung, seinen Gefühlen und mit seinem Umfeld. "Nachts die Schatten" ist kein leichter Roman, er braucht Zeit. Die Zeilen wollen sich auch im Inneren des Lesers festsetzen und zu neuen Überlegungen anregen. Schnell hat man als Erwachsener vergessen, wie schwer die Phase dorthin oftmals war. Hier zeigt Helwig Arenz, dass sich vor allem auch das Umfeld, der in der Adoleszenz befindlichen Jugendlichen, feinfühliger zeigen könnte. Der Schluss lässt vielleicht so manchen irritierten Blick zurück. Der Roman selbst ist jedoch voller verschiedener Eindrücke in die Welt einer Familie und deren alltäglichen bzw. nicht so alltäglichen Probleme.

(c) buchgefieder.blogspot.com

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Maggis avatar

Rezension zu "Der böse Nik" von Helwig Arenz

Merkwürdig und irritierend
Maggivor 4 Jahren

Nik wohnt in einer Wohngemeinschaft der anderen Art.

Lauter Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, haben sich dort zu einer Art Notgemeinschaft zusammen getan und bewohnen einen alten, halb verfallenen Hof am Rande einer Stadt. Mit sich tragen sie ihre schwierigen Lebensläufe, ihre Hoffnungslosigkeit, Perspektivlosigkeit und ihre mannigfaltigen Problemen. Diese haben vor allem mit dem Genuss vielfältiger Drogen und starkem Alkoholmissbrauch zu tun. Nik liebt Lauri, die einzige Frau in der Gemeinschaft, die eigentlich eine On-Off-Beziehung mit Gabriel, dem Besitzer des Hofes hat.

Außer Gabriel, geht keiner der Bewohner einer regelmäßigen Tätigkeit nach, mancher von ihnen scheint nicht einmal ab und zu einen Aushilfsjob zu haben. Nik ist ein gespaltener Charakter, er versucht, aus seinem Sumpf zu kommen, arbeitet teilweise in einem Baumarkt in der Nähe als Aushilfsarbeiter, aber auch dort klaut er Portemonnaies, ist unzuverlässig, aufsässig und wird bald wieder gefeuert. Gelegenheitskriminalität erscheint der Gemeinschaft als leichtestes und durchaus probates Mittel, kurzfristig an Geld zu kommen. Wenn Geld da ist, wird dieses sofort in Alkohol und Drogen umgesetzt und diese unverzichtbaren Güter werden meistens fair mit allen geteilt. In den seltensten Fällen sind die Protagonisten dieses Buches einmal nüchtern und so liest sich der dünne Roman wie eine Endlosaneinanderreihung von Rausch, Kater und der Jagd und Beschaffung neuer Drogen. Für jemandem, dem diese Welt fremd ist, kann dies zuweilen schwer erträglich sein. Eine klassische Charakterzeichnung gibt es hier nicht, da die ganze Geschichte aus Niks zugedröhnter Perspektive erzählt ist.

Lauri hat eine Tochter, Sonja, die Nik aber kurzerhand in Ronja umbenennt, da es ein coolerer Name sei, die ihr vom Jugendamt weg genommen wurde. Im Laufe der Geschichte bekommt sie sie wieder und auch Ronja zieht auf den Hof. Doch wirklich kümmern kann sich dort niemand um sie, zu sehr hat jeder Bewohner mit den eigenen Problemen zu tun, vor allem mit der Suche nach dem nächsten Rausch. Regelmäßige Mahlzeiten, jemand, der das Kind morgens weckt, um sie zur Schule zu schicken... all diese scheinbar normalen Zustände sucht man hier vergebens. Besonders um Ronja tat es mir während des Lesens von Herzen leid. Ich arbeite selbst mit Kindern, daher ging mir das besonders nah.

Das war aber bedauerlicherweise schon die einzige Gefühlsregung, die mir diese Lektüre verschaffen konnte!

Es passieren noch einige andere Sachen, Nik ringt um Lauris Zuneigung, Freundschaften werden geschlossen, kurz darauf wegen Banalitäten wieder aufgekündigt, Allianzen mit oder gegen Gabriel geschlossen, der ein merkwürdiges, undurchschaubares Interesse daran hat, dass die Wohngemeinschaft funktioniert. Ist es eine Art missionarischer Eifer von ihm oder zieht er irgendeine Art absurder Befriedigung daraus, dass er der einzige ist, der etwas auf die Reihe bekommt und er das Sagen hat? Ist er naiv und gutgläubig oder steckt doch Kalkül hinter seinem Verhalten? Mit diesen Lesererwartungen wird gespielt, aber ich blieb davon unberührt, stand wie ein irritierter Zuschauer am Rande des Geschehens. Das Wohl und Werden der Figuren hat mich kaum interessiert, obwohl ich sonst eine sehr empathische Leserin bin.

Doch am Ende des Buches habe ich das Gefühl, keine der Personen zu kennen oder auch nur einen Zugang zu ihnen zu haben. Das liegt auch nicht daran, dass sie so ein anderes Leben führen, als der Durchschnittsbürger mit Job, Wohnung, Sozialversicherungsnummer, funktionierender Heizung und Sparkassenkarte.

Sie bleiben einfach allesamt spröde, unzugänglich und fremd. Obwohl die episodenhafte Erzählweise einiges von Niks Innenleben preis gibt, entsteht keine Empathie und die einzelnen Kapitel stehen emotional nicht in Verbindung. Selbst der inhaltliche Spannungsbogen ist oft nicht auf der ersten Blick erkennbar, sondern muss mühsam gesucht oder hineininterpretiert werden. So muss man sich erst zusammen reimen, wo in der Geschichte man sich eigentlich gerade befindet. Es fiel mir auch sehr schwer, eine vernünftige Rezension zu dem Buch schreiben, da es weder eine vernünftige Handlung, noch eine gute Atmosphäre aufbauen konnte.

Leider war es so eine ermüdende Lektüre, die mich weder berührt, noch zum Nachdenken gebracht hat, was ich eigentlich nach der Ankündigung und dem Klappentext erhofft hatte. Daher meine niedrige Bewertung.

Lediglich das Ende schaffte es dann noch, mir einen kurzen Moment der wirklichen Überraschung zu verschaffen, als sich das vermeintliche Machtgefüge unerwarteterweise völlig verschob. Dies konnte den negativen Gesamteindruck aber nicht ändern.

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Rezension zu "Der böse Nik" von Helwig Arenz

Der böse Nik - Eine etwas andere Lektüre
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

Klappentext:


Lauri ist das Schmuckstück im Leben von Nik. Sonst besitzt er nicht viel es sei denn, er hat es vorher eigenhändig geklaut. Er ist Vogelmörder, Drogenkoch, Lügner und Betrüger; außerdem Teil eines privaten sozialen Wohnprojekts. Vor allem ist er jedoch der lakonische Erzähler seiner eigenen, haarsträubend brutalen und brutal komischen Geschichte. Um Machtspiele geht es da, um derbe Silvesterspäße, die nicht alle Beteiligten überleben, seinen Kampf um Autonomie, um verwirrte Mitbewohner oder eine Französin, die manchmal auch nur eine Katze anhat. Und natürlich um Lauri, die immer wieder vor allem flüchtet vor Nik, vor Gabriel, dem Leiter des Wohnprojekts, mit dem sie offiziell zusammen ist, vor der Polizei Doch, wie Nik und seine Freunde lernen müssen: Wenn alles eskaliert, ist es zum Weglaufen zu spät.



Cover:


Man sieht zunächst diese etwas verschwommene Frau und fragt sich was das Cover mit dem Inhalt des Buches gemeinsam hat. Denn mit dem Titel hat es ja eigentlich gar nichts gemeinsam oder? Ich finde das diese Frau etwas in einem bewegt und man das Gefühl bekommt man möchte Teil haben an ihrer Geschichte. Die Farben sind sehr stimmig und ansprechend. 


Inhalt/ Fazit


Die Geschichte wird in der "Ich - Form" - also aus der Sicht von Nick erzählt. Es hat mich Anfang etwas irritiert aber je mehr ich in das Buch vertieft war desto leichter fiel es mir. Es geht um eine WG, Alkohol Exzesse, Drogen und auch die ein oder andere Handlung die etwas krasser beschrieben wird als man es sonst kennt. Man lernt nach und nach über die vielen verschieden Charaktere mehr kennen, meint erst zu wissen wie die ein oder andere Person "tickt", wird dann aber doch immer wieder eines besseren belehrt. 
Es ist auf jeden Fall ein zeitgemäßes Buch und zeigt auf den Teil des Lebens, bei denen die Meisten Menschen weg schauen.

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Gespräche aus der Community

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ars-vivendi-Verlags avatar
Lauri ist das Schmuckstück im Leben von Nik. Sonst besitzt er nicht viel – es sei denn, er hat es eigenhändig geklaut. Er ist Vogelmörder, Drogenkoch, Lügner und Betrüger; außerdem Teil eines privaten sozialen Wohnprojekts. Vor allem ist er jedoch der lakonische Erzähler seiner eigenen, haarsträubend brutalen und brutal komischen Geschichte.

Um Machtspiele geht es da, um derbe Silvesterspäße, die nicht alle Beteiligten überleben, seinen Kampf um Autonomie, um verwirrte Mitbewohner oder eine Französin, die manchmal auch nur eine Katze anhat. Und natürlich um Lauri, die immer wieder vor allem flüchtet – vor Nik, vor Gabriel, dem Leiter des Wohnprojekts, mit dem sie offiziell zusammen ist, vor den Behörden… Doch, wie Nik und seine Mitbewohner erfahren werden: Wenn alles eskaliert, ist es zum Weglaufen meistens zu spät.

Helwig Arenz erzählt in seinem Romandebüt davon, wie leicht Fürsorge und Machtausübung ineinander übergehen können, wie ein Leben in ständiger existentieller Bedrohung Menschen prägt, davon, was auch Normalität sein kann – und er tut das voller Zärtlichkeit für die hochambivalenten Figuren, in einem rabenschwarzen und bitterbösen Text.


Zu diesem Titel aus dem ars vivendi verlag startet ab sofort eine Leserunde, bei der ihr zehn Bücher gewinnen könnt. Wenn ihr gerne teilnehmen würdet, gebt einfach bis Sonntag, den 30.11 Bescheid und denkt euch eine spannende Antwort auf meine unten gestellte Frage aus. Die Gewinner werden dann ausgelost und erhalten ein kostenloses Rezensionsexemplar.

Natürlich freuen wir uns auch über Beteiligung von denjenigen, die bei der Verlosung kein Glück hatten und das Buch auf anderem Wege erworben haben. Um eure Meinung über das Buch mit möglichst vielen anderen teilen zu können, wäre es schön, wenn ihr eure abschließenden Rezensionen auch auf weiteren Plattformen verbreitet.

Übrigens ist auch der Autor Helwig Arenz mit von der Partie: Unter der Rubrik »Fragen an den Autor« könnt ihr ihm Fragen zum Roman stellen.

Und hier kommt die Bewerbungsfrage:
Was hat euch an dieser Story ganz besonders gereizt?

Ich freue mich auf eure Gedanken zu dieser Frage und auf eine neue Leserunde!

Viele Grüße
Lina aus dem ars vivendi verlag
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