Helwig Arenz Der böse Nik

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Inhaltsangabe zu „Der böse Nik“ von Helwig Arenz

Lauri ist das Schmuckstück im Leben von Nik. Sonst besitzt er nicht viel es sei denn, er hat es vorher eigenhändig geklaut. Er ist Vogelmörder, Drogenkoch, Lügner und Betrüger; außerdem Teil eines privaten sozialen Wohnprojekts. Vor allem ist er jedoch der lakonische Erzähler seiner eigenen, haarsträubend brutalen und brutal komischen Geschichte. Um Machtspiele geht es da, um derbe Silvesterspäße, die nicht alle Beteiligten überleben, seinen Kampf um Autonomie, um verwirrte Mitbewohner oder eine Französin, die manchmal auch nur eine Katze anhat. Und natürlich um Lauri, die immer wieder vor allem flüchtet vor Nik, vor Gabriel, dem Leiter des Wohnprojekts, mit dem sie offiziell zusammen ist, vor der Polizei Doch, wie Nik und seine Freunde lernen müssen: Wenn alles eskaliert, ist es zum Weglaufen zu spät.

auf gute Art verstörend

— ameliagold

Etwas irritierend, etwas das zum nachdenken anregt, dennoch lesenswert!

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Vor allem der Schluss birgt Unerwartetes!

— Los_Angeles

Facettenreicher Roman, der zum Nachdenken anregt.

— bebibel

Spezielle aber sehr interessante Lektüre!!

— EmilyThorne

Irgendwie hinterlässt mich diese Geschichte in erster Linie irritiert. Merkwürdiges Buch...

— Maggi

Kompromisslos. Stark. Ein Roman wie Betty Blue in Deutschland.

— SullyPoet

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  • Merkwürdig und irritierend

    Der böse Nik

    Maggi

    06. February 2015 um 01:56

    Nik wohnt in einer Wohngemeinschaft der anderen Art. Lauter Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, haben sich dort zu einer Art Notgemeinschaft zusammen getan und bewohnen einen alten, halb verfallenen Hof am Rande einer Stadt. Mit sich tragen sie ihre schwierigen Lebensläufe, ihre Hoffnungslosigkeit, Perspektivlosigkeit und ihre mannigfaltigen Problemen. Diese haben vor allem mit dem Genuss vielfältiger Drogen und starkem Alkoholmissbrauch zu tun. Nik liebt Lauri, die einzige Frau in der Gemeinschaft, die eigentlich eine On-Off-Beziehung mit Gabriel, dem Besitzer des Hofes hat. Außer Gabriel, geht keiner der Bewohner einer regelmäßigen Tätigkeit nach, mancher von ihnen scheint nicht einmal ab und zu einen Aushilfsjob zu haben. Nik ist ein gespaltener Charakter, er versucht, aus seinem Sumpf zu kommen, arbeitet teilweise in einem Baumarkt in der Nähe als Aushilfsarbeiter, aber auch dort klaut er Portemonnaies, ist unzuverlässig, aufsässig und wird bald wieder gefeuert. Gelegenheitskriminalität erscheint der Gemeinschaft als leichtestes und durchaus probates Mittel, kurzfristig an Geld zu kommen. Wenn Geld da ist, wird dieses sofort in Alkohol und Drogen umgesetzt und diese unverzichtbaren Güter werden meistens fair mit allen geteilt. In den seltensten Fällen sind die Protagonisten dieses Buches einmal nüchtern und so liest sich der dünne Roman wie eine Endlosaneinanderreihung von Rausch, Kater und der Jagd und Beschaffung neuer Drogen. Für jemandem, dem diese Welt fremd ist, kann dies zuweilen schwer erträglich sein. Eine klassische Charakterzeichnung gibt es hier nicht, da die ganze Geschichte aus Niks zugedröhnter Perspektive erzählt ist. Lauri hat eine Tochter, Sonja, die Nik aber kurzerhand in Ronja umbenennt, da es ein coolerer Name sei, die ihr vom Jugendamt weg genommen wurde. Im Laufe der Geschichte bekommt sie sie wieder und auch Ronja zieht auf den Hof. Doch wirklich kümmern kann sich dort niemand um sie, zu sehr hat jeder Bewohner mit den eigenen Problemen zu tun, vor allem mit der Suche nach dem nächsten Rausch. Regelmäßige Mahlzeiten, jemand, der das Kind morgens weckt, um sie zur Schule zu schicken... all diese scheinbar normalen Zustände sucht man hier vergebens. Besonders um Ronja tat es mir während des Lesens von Herzen leid. Ich arbeite selbst mit Kindern, daher ging mir das besonders nah. Das war aber bedauerlicherweise schon die einzige Gefühlsregung, die mir diese Lektüre verschaffen konnte! Es passieren noch einige andere Sachen, Nik ringt um Lauris Zuneigung, Freundschaften werden geschlossen, kurz darauf wegen Banalitäten wieder aufgekündigt, Allianzen mit oder gegen Gabriel geschlossen, der ein merkwürdiges, undurchschaubares Interesse daran hat, dass die Wohngemeinschaft funktioniert. Ist es eine Art missionarischer Eifer von ihm oder zieht er irgendeine Art absurder Befriedigung daraus, dass er der einzige ist, der etwas auf die Reihe bekommt und er das Sagen hat? Ist er naiv und gutgläubig oder steckt doch Kalkül hinter seinem Verhalten? Mit diesen Lesererwartungen wird gespielt, aber ich blieb davon unberührt, stand wie ein irritierter Zuschauer am Rande des Geschehens. Das Wohl und Werden der Figuren hat mich kaum interessiert, obwohl ich sonst eine sehr empathische Leserin bin. Doch am Ende des Buches habe ich das Gefühl, keine der Personen zu kennen oder auch nur einen Zugang zu ihnen zu haben. Das liegt auch nicht daran, dass sie so ein anderes Leben führen, als der Durchschnittsbürger mit Job, Wohnung, Sozialversicherungsnummer, funktionierender Heizung und Sparkassenkarte. Sie bleiben einfach allesamt spröde, unzugänglich und fremd. Obwohl die episodenhafte Erzählweise einiges von Niks Innenleben preis gibt, entsteht keine Empathie und die einzelnen Kapitel stehen emotional nicht in Verbindung. Selbst der inhaltliche Spannungsbogen ist oft nicht auf der ersten Blick erkennbar, sondern muss mühsam gesucht oder hineininterpretiert werden. So muss man sich erst zusammen reimen, wo in der Geschichte man sich eigentlich gerade befindet. Es fiel mir auch sehr schwer, eine vernünftige Rezension zu dem Buch schreiben, da es weder eine vernünftige Handlung, noch eine gute Atmosphäre aufbauen konnte. Leider war es so eine ermüdende Lektüre, die mich weder berührt, noch zum Nachdenken gebracht hat, was ich eigentlich nach der Ankündigung und dem Klappentext erhofft hatte. Daher meine niedrige Bewertung. Lediglich das Ende schaffte es dann noch, mir einen kurzen Moment der wirklichen Überraschung zu verschaffen, als sich das vermeintliche Machtgefüge unerwarteterweise völlig verschob. Dies konnte den negativen Gesamteindruck aber nicht ändern.

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  • Leserunde zu "Der böse Nik" von Helwig Arenz

    Der böse Nik

    ars-vivendi-Verlag

    Lauri ist das Schmuckstück im Leben von Nik. Sonst besitzt er nicht viel – es sei denn, er hat es eigenhändig geklaut. Er ist Vogelmörder, Drogenkoch, Lügner und Betrüger; außerdem Teil eines privaten sozialen Wohnprojekts. Vor allem ist er jedoch der lakonische Erzähler seiner eigenen, haarsträubend brutalen und brutal komischen Geschichte. Um Machtspiele geht es da, um derbe Silvesterspäße, die nicht alle Beteiligten überleben, seinen Kampf um Autonomie, um verwirrte Mitbewohner oder eine Französin, die manchmal auch nur eine Katze anhat. Und natürlich um Lauri, die immer wieder vor allem flüchtet – vor Nik, vor Gabriel, dem Leiter des Wohnprojekts, mit dem sie offiziell zusammen ist, vor den Behörden… Doch, wie Nik und seine Mitbewohner erfahren werden: Wenn alles eskaliert, ist es zum Weglaufen meistens zu spät. Helwig Arenz erzählt in seinem Romandebüt davon, wie leicht Fürsorge und Machtausübung ineinander übergehen können, wie ein Leben in ständiger existentieller Bedrohung Menschen prägt, davon, was auch Normalität sein kann – und er tut das voller Zärtlichkeit für die hochambivalenten Figuren, in einem rabenschwarzen und bitterbösen Text. Zu diesem Titel aus dem ars vivendi verlag startet ab sofort eine Leserunde, bei der ihr zehn Bücher gewinnen könnt. Wenn ihr gerne teilnehmen würdet, gebt einfach bis Sonntag, den 30.11 Bescheid und denkt euch eine spannende Antwort auf meine unten gestellte Frage aus. Die Gewinner werden dann ausgelost und erhalten ein kostenloses Rezensionsexemplar. Natürlich freuen wir uns auch über Beteiligung von denjenigen, die bei der Verlosung kein Glück hatten und das Buch auf anderem Wege erworben haben. Um eure Meinung über das Buch mit möglichst vielen anderen teilen zu können, wäre es schön, wenn ihr eure abschließenden Rezensionen auch auf weiteren Plattformen verbreitet. Übrigens ist auch der Autor Helwig Arenz mit von der Partie: Unter der Rubrik »Fragen an den Autor« könnt ihr ihm Fragen zum Roman stellen. Und hier kommt die Bewerbungsfrage: Was hat euch an dieser Story ganz besonders gereizt? Ich freue mich auf eure Gedanken zu dieser Frage und auf eine neue Leserunde! Viele Grüße Lina aus dem ars vivendi verlag

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    • 120
  • Der böse Nik - Eine etwas andere Lektüre

    Der böse Nik

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. January 2015 um 09:34

    Klappentext: Lauri ist das Schmuckstück im Leben von Nik. Sonst besitzt er nicht viel es sei denn, er hat es vorher eigenhändig geklaut. Er ist Vogelmörder, Drogenkoch, Lügner und Betrüger; außerdem Teil eines privaten sozialen Wohnprojekts. Vor allem ist er jedoch der lakonische Erzähler seiner eigenen, haarsträubend brutalen und brutal komischen Geschichte. Um Machtspiele geht es da, um derbe Silvesterspäße, die nicht alle Beteiligten überleben, seinen Kampf um Autonomie, um verwirrte Mitbewohner oder eine Französin, die manchmal auch nur eine Katze anhat. Und natürlich um Lauri, die immer wieder vor allem flüchtet vor Nik, vor Gabriel, dem Leiter des Wohnprojekts, mit dem sie offiziell zusammen ist, vor der Polizei Doch, wie Nik und seine Freunde lernen müssen: Wenn alles eskaliert, ist es zum Weglaufen zu spät. Cover: Man sieht zunächst diese etwas verschwommene Frau und fragt sich was das Cover mit dem Inhalt des Buches gemeinsam hat. Denn mit dem Titel hat es ja eigentlich gar nichts gemeinsam oder? Ich finde das diese Frau etwas in einem bewegt und man das Gefühl bekommt man möchte Teil haben an ihrer Geschichte. Die Farben sind sehr stimmig und ansprechend.  Inhalt/ Fazit Die Geschichte wird in der "Ich - Form" - also aus der Sicht von Nick erzählt. Es hat mich Anfang etwas irritiert aber je mehr ich in das Buch vertieft war desto leichter fiel es mir. Es geht um eine WG, Alkohol Exzesse, Drogen und auch die ein oder andere Handlung die etwas krasser beschrieben wird als man es sonst kennt. Man lernt nach und nach über die vielen verschieden Charaktere mehr kennen, meint erst zu wissen wie die ein oder andere Person "tickt", wird dann aber doch immer wieder eines besseren belehrt.  Es ist auf jeden Fall ein zeitgemäßes Buch und zeigt auf den Teil des Lebens, bei denen die Meisten Menschen weg schauen.

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  • Außergewöhnlich..

    Der böse Nik

    LiberteToujours

    20. January 2015 um 10:29

    Vier grundverschiedene Menschen, die dennoch eins gemeinsam haben - einen ganzen Haufen persönlicher Probleme. Und daraus bildet sich nun eine Wohngemeinschaft, als Mittel zum Zweck, als Chance, als letzter Stoß am Rande des Abgrunds. Je nachdem, wie sich die Sache eben entwickelt. Nik mitten drin und das Chaos in ihm übertrifft das Chaos um ihn herum bei weitem. Schon allein der Schreibstil ist ungewöhnlich anders. Ich gebe zu, damit musste ich mich erstmal anfreunden. Poetisch und schön ist er, keine Frage. Und eigentlich schätze ich das sehr. Aber die Sätze waren doch sehr abgehackt, man hatte ein wenig das Gefühl, sich in den Worten zu verlieren und nicht wirklich weiter zu kommen.  Der Anfang wird dem Leser sowieso nicht wirklich leicht gemacht - es werden allerhand Fragen aufgeworfen, keine einzige wird beantwortet, die Personen bleiben Schemen, die durch die Szenen huschen und man hat keine Ahnung, mit wem man es zu tun hat. Ein bisschen wie ein schlechter Traum. Ob das wohl so gewollt war? Wenn der erste Schritt dann mal geschafft ist und man sich als Leser orientiert hat, wird es besser. Komischerweise empfand ich die Nebencharaktere weitaus besser illustriert als unseren Protagonisten - und aus dessen Sicht erleben wir das Ganze immerhin. Aber Nik bleibt über weite Strecken relativ farblos, was aber auch wieder etwas für sich hat. Ich bekam das Gefühl, dass er sich selbst nicht ganz versteht, warum sollten wir als Leser da also weiter sein als er? Grandios gelungen fand ich hingegen Gabi, den Leiter des Wohnprojekts. Dass es bei dem scheinbaren Gutmenschen nicht nur darum geht, Menschen zu helfen, wird sehr schnell klar. Es geht um Macht und um Kontrolle - das zu beobachten, seine Entwicklung, hat mir am Besten gefallen. Das Ende war großartig konstruiert, kam völlig unerwartet und hat mich mit einem "Oh" Gefühl erstmal sitzen lassen. Trotzdem hat es mich völlig kalt gelassen.  Ich bin mir also selbst nach dem Lesen nicht wirklich im klaren, was ich von diesem Buch halten soll. Es hat mich fasziniert, aber nie erreicht. Ich verbuche die Erfahrung unter "anders" - und anders ist irgendwie auch immer lesenswert.

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  • Spezielle aber sehr interessante Lektüre

    Der böse Nik

    EmilyThorne

    Das Buch wird aus der Sicht von Nik erzählt. Im Prolog steht:„Mein Leben gehört nicht mehr mir selbst, und wie das kam - ja, daran versuche ich mich zu erinnern". Also erzählt Nik, von Gabriel bei dem er selbst und noch einige andere "Obdachlose" Unterschlupf gefunden haben. Gabriel versucht die Menschen in seinem Wohnprojekt vor dem Leben auf der Straße, dem Knast usw zu bewahren, da er nicht wirklich von unserem Rechtssystem und dessen Strafmaßnahmen überzeugt ist. Nik ist verliebt in Lauri, für die er sein letztes Hemd geben würde, doch ist sie mit Gabriel liiert. Lauri wechselt zwischen ihren Gefühlen für Nik, manchmal geniesst seine Nähe, manchmal ist sie sehr distanziert, was Nik sehr zu schaffen macht. Ausserdem ist Lauri Künstlerin im manipulieren. Nik und sein Freund Tommy L, sowie auch die anderen Mitbewohner, sind entweder kriminell oder leiden an einer Sucht. Oft ist ihr Verhalten auch nicht sehr angemessen. Das Buch hält die Spannung aufrecht, da man immer nur einen Bruchteil vom Charakter oder Leben der Protagonisten erfährt. Verschiedene Stellen sind humorvoll gestaltet. Die Handlungen im Buch nehmen oft verschiedene Wendungen, die man sich nicht erwartet hätte. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm, nur am Anfang hatte ich Schwierigkeiten den Überblick über Nik's Geschichte zu behalten und die verschiedene Handlungen einzuordnen, was im nachhinein doch wiederum interessant war. Die Charaktere sind schon speziell, doch will ich nicht zuviel verraten. Nik ist hinterlistig und doch hat er einen weichen Kern. Am Ende kommt sehr viel Spannung auf und der Schluss war sehr überraschend, für mich persönlich nicht vorhersehbar. Das Cover und der Klappentext finde ich super! Ein Buch, das ich persönlich weiterempfehlen würde.

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    • 2

    Buchstabenliebhaberin

    13. January 2015 um 10:38
  • Eine ungewöhnliche WG

    Der böse Nik

    Arizona

    07. January 2015 um 15:04

    Der Autor erzählt uns die Geschichte eines verkorksten Lebens. Alles beginnt in einer ungewöhnlichen WG: Im heruntergekommenen Haus von Gabriel (Gabi) haben sich eine Handvoll von obdachlosen jungen Leuten zusammengefunden. Da wäre zunächst einmal unser Protagonist Nik, dann noch Lauri, die eigentlich mit Gabi zusammen ist, aber auch mit Nik was laufen hat. Nik wiederum ist sehr verliebt in sie. Da haben wir ja auch schon gleich den ersten Konflikt in der ganzen Sache. Dann gibt es noch Lauris kleine Tochter, die auch dort mit auf dem Hof lebt. Nebenfiguren sind noch die Französin, eine ziemlich durchgeknallte junge Frau mit ernsthaftem Drogenproblem, aber auch noch Tommi L und den Vegetarier. Und natürlich Gabi, der dem wilden Haufen eine Unterkunft bietet. Wieso er dieses private soziale Wohnprojekt betreibt bleibt ein wenig offen: Entweder ist er ein unverbesserlicher Optimist, der an das Gute im Menschen glaubt und diese verkorksten Existenzen mit missionarischem Eifer auf den rechten Weg lenken will - oder er möchte auf diese Weise eine Art von Macht über andere ausüben. Wie auch immer, auf jeden Fall ist reichlich Konfliktpotential in dieser bunten Mischung vorhanden. Und dann plant Nik noch einen grossen Coup, und das wird nicht gerade auf legalem Weg ablaufen. Inhaltlich harter Tobak, es gibt viele Alkoholexzesse, und zum Teil brutale Handlungen. Über allem thront jedoch die schöne Sprache des Autors und ein herber, schwarzer Humor. Es handelt sich auf jeden Fall um ein Buch abseits des Mainstreams. Und um ein Buch, das vor der Realität, davor wie Menschen eben auch leben, nicht die Augen verschließt. Es war mir inhaltlich nicht sehr zugänglich, vielleicht weil es so weit weg von meinem Leben war. Aber ich versuche tolerant zu sein und es so zu akzeptieren, ohne diese andere Lebensart moralisch zu verurteilen. Es öffnet einem die Augen für Probleme in einem sozialen Umfeld, das sich mit dem Überleben plagt. Nachvollziehen konnte ich trotzdem vieles nicht. Aber man stellt sich Fragen nach dem Warum, nach der Schuld, nach dem "böse-sein" - (das im Titel bereits seinen Ausdruck findet). Und das Ende hat durchaus noch eine Überraschung parat.

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  • Helwig Arenz - Der böse Nik

    Der böse Nik

    Los_Angeles

    02. January 2015 um 17:33

    Das Buch „Der böse Nik“ beginnt mit einem Prolog, welcher darauf schliessen lässt, dass Nik kein einfaches Leben lebt. Der Prolog bereitet den Leser allerdings nicht auf die schockierende Realität vor, in welcher Nik sich befindet. Nik ist ein Landstreicher und lebt mit anderen Landstreichern zusammen in einem abbruchreifen Haus am Rande einer Stadt. Das Buch wird aus der Sicht von Nik erzählt und der Leser bekommt auch Einblicke in die Gedanken von Nik. Allerdings sind diese Gedanken etwas wirr und für den Leser teilweise schwer nachvollziehbar. Vor allem auch deshalb, weil sie nicht sehr logisch sind. Nik scheint manchmal in seiner eigenen Welt zu leben, was durchaus okay ist, allerdings schafft es der Autor nicht, den Leser in diese Welt hineinzubringen. Der Leser versteht zwar was Nik macht, schafft es aber nicht sich in Niks Situation einzubringen und kann dadurch auch nur selten Verständnis für Niks Handeln aufbringen. Am Anfang dauert es eine Weile, bis man der Handlung folgen kann und die Personen kennt. Dies ist allerdings absichtlich so gemacht. Die Personen werden in den einzelnen Kapiteln Stück für Stück vorgestellt, sodass erst gegen Ende des Buches die Personen und deren Hintergrund klar zu erkennen ist. Dies sorgt für Spannung, welche dem Buch sehr gut tut. Das Buch trumpft nämlich nicht gerade mit sehr vielen Höhepunkten auf. Jedoch sind diejenigen Höhepunkte, welche im Buch vorkommen, stets sehr überraschend und vom Leser kaum oder gar nicht vorherzusehen. Vor allem der Schluss des Buches ist sehr gut gemacht und sehr überraschend. Helwig Arenz, der Autor des Buches, hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Arenz schafft es, die Personen sehr real wirken zu lassen. Die Dialoge der Landstreicher sind überzeugend. Einzig Nik kommt teilweise etwas sehr poetisch daher. Dies ist allerdings zu keinem Zeitpunkt störend. Im Gegenteil, es sorgt für unterhaltsame Augenblicke, in welchen der Leser schmunzeln muss. Da ich einige Male etwas Mühe hatte, die Logik von Nik und seinen Kollegen nachzuvollziehen und so der Handlung zu folgen, ist das Buch „Der böse Nik“ zwar ganz gelungen, hat aber durchaus noch Spielraum nach oben. Der Schreibstil und die unvorhersehbaren Aktionen, vor allem am Ende des Buches, der Landstreicher sind klare Pluspunkte, es dürfte aber ruhig etwas mehr Spannung aufkommen. ---Meine Bewertung--- Die unvorhersehbaren Wendungen sowie der sehr passende und teilweise witzige Schreibstil sind die Pluspunkte des Buches. Abzug gibt es für die wirren Handlungen der Protagonisten, welche für den Leser kaum nachvollziehbar sind. Auch gibt es nur wenige wirkliche Spannungsmomente im Buch. Dies ist schade. Daher gibt es 3 von 5 Punkten für das Buch „Der böse Nik“.

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  • Facettenreicher Roman, der zum Nachdenken anregt.

    Der böse Nik

    bebibel

    21. December 2014 um 23:09

    In seinem Debütroman nimmt uns der Autor Helwig Arenz mit in eine ganz andere Welt, als sie die meisten von uns wahrscheinlich kennen. In dieser Welt gibt es wenig Kommunikation, viele negative Emotionen, Herzlosigkeit und Gewalt. Außerdem sind die Bewohner dieser Welt - genauer gesagt des “sozialen Wohnprojektes” - kleinkriminell, drogenabhängig und asozial. Teil dieses Wohnprojektes sind in erster Linie Nik, Tommi L., die Französin und Lauri. Sie alle sind gewissermaßen auf die schiefe Bahn geraten und wurden von Gabriel in dessen Haus aufgenommen. Es ist schwierig genau zu sagen, worum es in dem Buch geht. Der Protagonist Nik sagt anfangs selbst: “Mein Leben gehört nicht mehr mir selbst, und wie das kam - ja, daran versuche ich mich zu erinnern.” (7) Einen gewissen Teil der Erzählung macht die Dreiecksbeziehung zwischen Lauri, Nik und Gabriel aus. Lauri ist offiziell mit Gabriel zusammen, hat jedoch eine heimliche Beziehung zu Nik, dessen Gefühle für die junge Frau sehr stark zu sein scheinen. “Ich würde alles aufgeben, um ein Teil der Stille zu werden. Stille in deinem Blick, Stille in deinen Mundwinkeln. Stille in deinem Bauch.” (175) Seine Eifersucht auf Gabriel wird immer stärker und führt am Ende zu verheerenden Konsequenzen - auch für Nik selbst. Einen anderen wichtigen Teil machen meiner Meinung nach soziologische Konzepte wie Gesellschaftsordnung, Gemeinschaft und Sozialstruktur aus. “Es geht darum, wie wir mit diesem System hier umgehen, in das wir eingebacken sind.” (122) Anfangs fiel es mir schwer, in die Erzählung einzusteigen, doch dann wurden Zusammenhänge immer klarer und die Geschichte spitzte sich zu auf unerwartete Höhepunkte und eine überraschende Wendung.

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  • Außergewöhnlicher und interessanter Roman

    Der böse Nik

    Lilith79

    08. December 2014 um 22:09

    Auf dieses Buch bin ich zuerst durch das Cover und durch den außergewöhnlichen Titel aufmerksam geworden, beides sind Eyecatcher. Da ich auch dem Klappentext und der Kurzbeschreibung nicht wirklich entnehmen konnte, worum genau es in dem Buch eigentlich geht, habe ich mich aus reiner Neugierde für eine Leserunde beworben. Ich denke in der Buchhandlung wäre es mir ähnlich ergangen. Die Entscheidung für das Buch hat sich auf jeden Fall gelohnt! Kurz zum Inhalt: Der Held oder vielleicht auch Anti-Held der Geschichte ist Nik, dessen Alter und Hintergrundgeschichte wir nie so wirklich erfahren. Nik wohnt jedenfalls in einer Art privaten sozialen Wohnprojekt, das geleitet wird von Gabriel. Gabriel hält wohl nicht viel von offiziellen Anlaufstellen für Leute mit Problemen oder von Recht und Gesetz, sondern nimmt lieber auf eigene Faust Jugendliche und Erwachsene mit Problemen (z.B. kriminelle Vergangenheit oder Drogenprobleme) auf. Seine Motive und Intentionen dafür sind eher nebulös. Nik wohnt nun bei Gabriel, zusammen mit Lauri, die er begehrt, die aber mit Gabriel zusammen ist und diversen anderen eher suspekten Mitbewohnern. Eine Kombination, die nichts Gutes verheißt... Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist sprachlich sehr gut (wobei ich mich manchmal gefragt habe, ob jemand in Niks Situation wirklich so poetisch wäre, wie er es manchmal ist), die Story ist sehr interessant, die Charaktere sowieso und oft blitzt ein gemeiner aber wirklich feiner Humor durch. 

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  • Die etwas andere Wohngemeinschaft...

    Der böse Nik

    Federchen

    21. November 2014 um 10:29

    Nik, ein Kleinkrimineller, drogenabhängiger Möchtegern-Allesbestimmer wird von Gabriel aufgelesen und in ein heruntergekommenes Haus gesteckt, zusammen mit genauso zwielichtigen Gestalten, fern jeder menschlichen Vernunft. Gabriel, der sich gern als Sozialarbeiter und Fürsorger sehen will, hofft, dass die Gruppe sich mit hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, handwerklichen Arbeiten und allerlei anderen Diensten wieder in das soziale Umfeld der Mitmenschen integrieren lässt, ohne ständig an kriminelle Dinge denken zu müssen. Dabei merkt er zunächst nicht, wie ihm die Bande auf der Nase herumtanzt. Allen voran Nik, der nicht nur zum heimlichen Chef der Gruppe mutiert und sagt, was getan bzw. gelassen wird, sondern sich auch noch die Freundin seines Gönners ins Bett holt. Lauri ist der Lichtblick in Niks Leben und nur wegen ihr bleibt er bei Gabriel und gibt ihm das Gefühl, er habe Erfolg mit seiner Therapie. Doch Nik wär nicht er selbst, wenn er nicht noch einen entscheidenden Coup versuchen würde... "Der böse Nik" ist der erste Roman des Schauspielers Helwig Arenz, der bereits seit 2013 als Autor tätig ist und mit seinem Kurzkrimi "Tom und Tierchen" den Fränkischen Krimipreis gewann. Helwig Arenz ist seit 2006 als Theaterschauspieler auf verschiedenen Bühnen präsent gewesen. Diese Arbeit half ihm bei der genauen Ausarbeitung der Figuren. So konnte sich Arenz wunderbar in den Protagonisten Nik hinein denken, was wiederum beim Leser einen ständigen Wechsel zwischen Sympathie und Antipathie zur Folge hat. Der Protagonist ist als Kleinkrimineller vollkommen gewissenlos und ichbezogen geschrieben, dass er dem Leser eigentlich eher abstoßend erscheinen muss und es doch nicht immer tut. In gewisser Weise spielt Arenz mit den menschlichen Gedanken, die vielleicht der ein oder andere mal mehr oder weniger ausführlich gedacht, aber glücklicherweise nie in die Tat umgesetzt hat. Hier und da lässt er seine Figuren, die zuweilen als Wracks in Erscheinung treten, mit einer gewissen Situationskomik agieren, die es dem Leser schwer machen, das Buch aus der Hand zu legen. Helwig Arenz hat dabei einen sehr erzählerischen Schreibstil, der ein wenig den Hauch von Stammtischgesprächen wehen lässt. Das ist für sein Werk nicht abwertend gemeint, sondern lässt trotz des eher nachdenklichen Stoffs eine gewisse Leichtigkeit beim Lesen entstehen. So haben alle Kapitel des Buches keine Nummern sondern kurze Stichworte, welche mal mehr oder weniger erahnen lassen, wie sich der Plot entwickeln wird. "Der böse Nik" ist ein Buch, welches von "normalen" Romanen abweicht und neben Liebe, Eifersucht, Angst, Hass sogar das Thema Familie nicht außen vor lässt. Die Figuren handeln unvorhersehbar, was wiederum der Spannung wunderbar gut tut. Ein rundum lesenwertes Stück Literatur von einem Autor, der seine Leidenschaft nicht nur der Schauspielerei widmet, sondern von dem auch in Zukunft weitere wortgewandte Romane zu erwarten sind.

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