Hendrik Püstow

 4.6 Sterne bei 35 Bewertungen

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Jack the Ripper

Jack the Ripper

 (28)
Erschienen am 12.01.2017
Jack the Ripper - Anatomie einer Legende

Jack the Ripper - Anatomie einer Legende

 (7)
Erschienen am 01.01.2006

Neue Rezensionen zu Hendrik Püstow

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tragalibross avatar

Rezension zu "Jack the Ripper - Anatomie einer Legende" von Hendrik Püstow

Informativ, aber leider unpraktisch im Aufbau
tragalibrosvor 13 Tagen

In diesem Buch wird die Mordserie vom berühmt-berüchtigten "Jack the Ripper" thematisiert. 
Die beiden Autoren haben Informationen aus vielen verschiedenen Quellen zusammengetragen, gehen auf jeden Mord ein, der dem Ripper zugeordnet werden kann und geben Fakten zu den Tathergängen wider. 


Da ich sehr gern Bücher und Dokumentationen zu ungeklärten und mysteriösen Mordfällen lese bzw. sehe und es interessant finde, mitzurätseln, musste ich natürlich auch dieses Buch lesen. 

Im Vergleich zu dem Fachbuch, welches die Autorin Patricia Cornwell geschrieben hat, haben sich die beiden Schriftsteller hier mehr auf die puren Fakten gestützt, ohne eine eigene Wertung einzubringen. Dem Leser bleibt es selbst überlassen, aus den am Ende aufgelisteten und beschriebenen Tätern, den wahrscheinlichsten Verdächtigen auszuwählen. 
Mir hat hier besonders gefallen, dass die Beweise und Indizien nicht bewertet worden sind und kein krampfhafter Versuch stattfand, diese auf einen bestimmten Mordverdächtigen zu münzen. 

Leider habe ich trotzdem etwas zu kritisieren. 
Ich fand, dass die Fußnoten, die zusätzlichen Informationen, eher unpraktisch ans Ende des Buches gepappt waren. Um jede der über 500 Zusatzinfos zu lesen, musste man immer wieder auf die letzen Seiten blättern, um dann einen Kommentar wie "Ebenda", oder eine Quellenangabe zu finden, die mir oft keinen zusätzlichen Input gab. 
Da ich dies nach einer Weile als wirklich anstrengen und nervig empfand, habe ich den Anhang nur noch sporadisch genutzt. 

Alles in allem muss ich aber sagen, handelt es sich hierbei um ein sehr gut recherchiertes Sach- bzw. Fachbuch zu einer der mysteriösesten Mordserien der Geschichte. 

Eine Leseempfehlung für alle, die sich gerne mit True-Crime-Büchern befassen oder bei ungeklärten Mordfällen miträtseln wollen.

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Rezension zu "Jack the Ripper" von Hendrik Püstow

Die Jagd nach "Jack the Ripper" ist noch nicht beendet
Ambermoonvor 6 Monaten

Jack the Ripper – der Name sorgt für Gänsehaut.
Das Rätsel um den bekanntesten Serienmörder der Geschichte ist noch immer ungelöst. Wer war es, der im Herbst 1888 in London mindestens fünf Prostituierte auf bestialische Art und Weise tötete? Jack-the-Ripper-Forscher auf der ganzen Welt versuchen seit über 120 Jahren, das Mysterium zu entschlüsseln.
Update 2017: Hier legen die Autoren ein gründlich überarbeitetes Standardwerk vor: die aktuelle objektive deutschsprachige Gesamtdarstellung zum bekanntesten Fall der Kriminalgeschichte. Sie haben unzählige historische Zeitungsartikel, umfangreiche Londoner Polizeiakten sowie bisher unveröffentlichte Dokumente studiert. Minutiös werden die Ereignisse und Zusammenhänge der Taten rekonstruiert, die Fakten, die für oder gegen die Hauptverdächtigen sprechen, abgewogen und mögliche Theorien vorgestellt.
Ein spannendes Sachbuch mit vielen nützlichen Zusatzinformationen – nicht nur für „Ripperologen“...(Klappentext)

♚♚♚♚♚♚♚♚♚♚

"Er hat unsere Vorstellung vom viktorianischen London mit seinen nebelschwangeren Straßen, den über das Kopfsteinpflaster klappernden Kutschen und den in Zylinder und knielangen Mantel gekleideten Gentlemen - neben Arthur Conan Doyle's Romanhelden Sherlock Holmes - wie vielleicht kein anderer geprägt." (S. 9 - Prolog)

Er ist einer der berüchtigsten Serienkiller der Geschichte. Jeder hat von ihm schon gehört und er ist nicht nur in England bekannt, sondern weltweit. Es ranken sich viele Geschichten und Geheimnisse um den nie gefassten Killer, der im verruchten Londoner East-End des viktorianischen Englands 1888 für nur wenige Monate wütete. Es gibt genau so viele Romane, Sachbücher, Filme und Dokumentationen wie Legenden.
Die Rede ist von "Jack the Ripper".

Autoren wie Regisseure ließen sich von ihm und seinen Taten inspirieren und natürlich gibt es auch unzählige Sachbücher (diese jedoch fast ausnahmslos englischsprachig). Nicht selten werden in diesen wilde Spekulationen durch den Raum geworfen und sich auf gewisse Tatverdächtige versteift.
Das vorliegende Buch geht ganz anders an das Thema "Jack the Ripper" heran. hier erhält man einen wertfreien und nüchternen Einblick in die damaligen Ereignisse und die Polizeiarbeit, basierend auf historische Autopsieberichte, Polizeidokumente und Zeitungsartikel.

Hier werden die Opfer dieses brutalen Serienkillers nicht vergessen, sondern ausführlich vorgestellt - ihr Umfeld, ihre Lebensweise, etc. Dadurch bekommen diese Frauen ein Gesicht. Für allzu zartbesaitete Leser ist dieses Sachbuch jedoch nur bedingt zu empfehlen, da auch die Mordtaten, inklusive Verletzungen, ausführlich beschrieben werden und Post Mortem-Fotos enthalten sind.
Ebenso werden hier die wichtigsten Tatverdächtigen vorgestellt, ohne sich jedoch auf einen von ihnen zu versteifen.

Inhaltsangabe:

-London 1888 

"Die Traurigen, die Kranken und die Hilflosen
(Thomas Archer in 'The Terrible Sights of London', 1870)" (S. 13)

Besser kann dieses Kapitel nicht eingeleitet werden, denn hier geht es um die Geschichte des Londoner East End, wobei einem auch die fürchterlichen Lebensumstände der damaligen Bewohner näher gebracht werden.

-Die Mordserie

">>Ich bin schwach und krank und war sgoar in der Krankenstube - halte mein Bett für mich frei. Ich werde bald zurück sein.<<
(Anni Chapman zu Timothy Donovan, Vorsteher der 'Crossingham's'-Unterkunft, am 8. Sept. 1888)" (S. 51)

Hier werden die Opfer und ihre Lebensumstände vorgestellt, sowie der rekonstruierte Tathergang des jeweiligen Opfers. Auch die Verletzungen werden beschrieben und es wird ersichtlich wie brutal der Täter vorgegangen ist. Man erhält Einblicke in Zeugenaussagen, Autopsieberichte und richterliche Anhörungen und auch allgemein in das Leben der damaligen Zeit. Auch der immense Druck unter dem die Polizei stand wird hier thematisiert.

-Die Verdächtigen

">>Von diesem Mann sagt man, dass er Frauen grausam behandelte, und es war bekannt, dass er Seziermesser und andere Instrumente mit sich führte.<<
(Assistant Commissioner Sir Melville Macnaghten, Aberconway Papers.)" (S. 246)

Hier werden die wichtigsten Tatverdächtigen, ebenfalls durch eine kleine Biographie, vorgestellt, wie auch schon bei den Opfern. Ebenso wie sie auf die Tatverdächtigen-Liste gelangen konnten (manche gelangten erst vor wenigen Jahrzehnten oder gar vor wenigen Jahren auf diese Liste).
Pro und Kontras wurden erstellt, sowie ein Täterprofil für "Jack the Ripper".
Natürlich besteht die Möglichkeit, dass es keiner von diesen war und der Täter niemals wirklich ins Visier der Polizei rückte.

-Fußnoten-Verzeichnis,
welches unbedingt beachtet werden sollte, da auch dieses interessante Informationen bereithält.

Weiters enthält dieses Buch ein Personenregister und ein Literatur- und Bildverzeichnis.

Dies alles erfolgt in einem klaren und flüssigen Schreibstil und die Erzählweise ist objektiv und keinesfalls reißerisch. Das hebt dieses Sachbuch von vielen anderen über "Jack the Ripper" ab.

Fazit:
Ich habe schon einige Bücher über "Jack the Ripper" gelesen und auch viele Dokumentationen gesehen, aber selbst für mich waren hier noch viele und neue Informationen enthalten.
Zudem ist es ein Sachbuch, welches sich teilweise wie ein brutaler Thriller liest und mich dadurch regelrecht fesseln konnte.
Meiner Meinung nach ist es eines der besten Sachbücher in Bezug auf "Jack the Ripper", ein ebenso gutes Nachschlagewerk und daher ein Must-Have für alle "Jack the Ripper"-Interessierten (hätte ich doch fast "Fans" geschrieben, aber das wäre doch arg übertrieben gewesen *g*).

© Pink Anemone (mit Bilder, Leseprobe, Autoren-Info und Link zur offiziellen Jack the Ripper-Seite).  

Kommentare: 4
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Stefan83s avatar

Rezension zu "Jack the Ripper" von Hendrik Püstow

From Hell...
Stefan83vor 6 Jahren

Jack the Ripper. Wohl kaum ein anderer Name ist gleichzeitig mit soviel Schrecken und Faszination verbunden. Faszination vor allem deshalb, weil bis zum heutigen Tag die Identität des Serienmörders noch genauso im Dunkeln liegt, wie im Herbst des Jahres 1888, als der Ripper mindestens fünf Prostituierte im Armenviertel Londons, dem East End, brutal ermordete. Seitdem haben viele Bücher versucht, diesen offenen Fall der Geschichte zu lösen. Teilweise mittels lächerlicher Beweisführungen, wobei hier besonders Patricia Cornwells „Wer war Jack the Ripper?“ heraus sticht. Die amerikanische Autorin behauptet so zum Beispiel mit felsenfester Überzeugung, Walter Sickert als Jack the Ripper identifiziert zu haben. Eine erstaunliche Leistung für die amerikanische Kriminalautorin, welche vor der Fertigstellung ihres Buches tatsächlich noch nie von den weltweit bekannten Serienverbrechen gehört haben will.

Objektive, neutrale Beobachtungen des geschichtsträchtigen Kriminalfalls waren lange Zeit, besonders im deutschsprachigen Raum, Mangelware. „Jack the Ripper – Anatomie einer Legende“, von Henrik Püstow und Thomas Schachner, schickt sich nun an dies zu ändern. Und soviel kann vorab gesagt werden: Das im Leipziger Militzke Verlag erschienene Buch hat das Zeug zum neuen Standardwerk, da es nicht nur das Thema insgesamt sehr neutral angeht, sondern auch unvoreingenommen den Ablauf der Ermittlungen schildert, ohne dabei dem Leser irgendeinen Verdächtigen als Täter und den Fall als gelöst verkaufen zu wollen. Für alle diejenigen, welche sich diesem Thema bisher nur über Hollywood angenähert haben, sei an dieser Stelle nochmal ein kurzer Rückblick gegeben:

Zur Legende wurde die Geschichte um Jack the Ripper aus verschiedenen Gründen. Einer davon ist natürlich die Tatsache, dass der Täter der so genannten Whitechapel-Morde niemals gefasst worden ist. Aus diesem Grund konnten gerade in den Folgejahren die verschiedensten Theorien erblühen und Dutzende von Verdächtigen präsentiert werden, deren mögliche Täterschaft stets aufs Neue von so genannten Ripperologen diskutiert wird. Hinzu kommt die augenscheinlich schlechte Polizeiarbeit, welche, vom Verschwinden größerer Teile der Ermittlungsakten flankiert, einen weiteren Grund für die ins Kraut schießenden Spekulationen darstellt. Ironischerweise war die Londoner Polizei seinerzeit einem fassbaren Verdächtigen überhaupt nicht auf der Spur. Die kriminologischen Untersuchungsmethoden, wie man sie heute aus abendfüllenden Crime-Serien kennt, gab es noch kaum. Und obwohl sich alle der fünf kanonischen Ripper-Morde in einem Gassengewirr von nicht einmal einem Quadratkilometer Ausdehnung zutrugen, hatte es die völlig überforderte Metropolitan Police mit einem Londoner Viertel zu tun, in dem bis zu einer halben Million Menschen unter den elendsten Bedingungen hauste.

Das Londoner East End des späten 19. Jahrhunderts war verrufen und eines der ärmsten aller Stadtteile der englischen Metropole. Wer hier strandete, kam nur selten wieder los. Wer ins East End geriet, tat alles, um die nötigsten Pennies für eine Schlafstelle, das tägliche Essen oder Alkohol zu bekommen. „End“ ist in diesem Falle, für die Leben vieler Engländer, wörtlich zu nehmen. Es war ein Ghetto, in dem für Tausende Frauen die Prostitution die einzige Möglichkeit war, überhaupt zu überleben. Wer hier also heutzutage vom „Dirnenmörder“ spricht, hat die triste Wirklichkeit der damaligen Zeit nicht verstanden. 14 Jahre nach der Mordserie sollte auch ein Autor aus Amerika genau in dieses Vierteil kommen, um es selbst zu erleben und ein Buch darüber zu schreiben. Das Werk nannte er „The People of the Abyss“, „Die Menschen des Abgrunds“. Sein Name: Jack London. Ihm war bewusst, dass er durch jene Gassen lief, die auch einst der „Schlitzer“ von 1888 durchquert hatte. Der Mörder, der seinen Titel höchstwahrscheinlich dem schlechten Scherz eines Journalisten verdankte, der einen „Bekennerbrief“ mit „Jack the Ripper“ unterschrieb.

„Jack the Ripper – Anatomie einer Legende“ listet in der neuesten Auflage nun 18 „Verdächtige“ auf (4 sind in der neuen dazugekommen) – darunter die namhaftesten und berühmtesten all jener Gestalten, die man verschiedentlich als mögliche Mörder der fünf oder mehr Frauen im East End verdächtigt hatte. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass es keine dieser 18 Personen war, ist mehr als groß. Und die Wahrscheinlichkeit, dass die Metropolitan Police gar nicht in der Lage war, auch nur annähernd den Kreis möglicher Täter einzugrenzen und systematisch aufzuarbeiten, ist, und das wird in diesem Buch besonders deutlich, noch größer. Nach einer kurzen, aber zum Verständnis enorm wichtigen Schilderung der allgemeinen Zustände im East End jener Zeit, werden die Morde einzeln behandelt, indem die Lebensdaten (soweit heute bekannt) der Opfer vorgestellt und die Umstände des Auffindens der Leichen und die Behandlung der Todesfälle vor dem Untersuchungsgericht besprochen werden. Dafür benutzen die Autoren fast ausschließlich zeitgenössische Quellen, wie Polizeiakten, Zeugenaussagen und Presseartikel. Die Abfolge der jeweiligen Morde wird dabei äußerst detailliert wiedergegeben. Und da in allen Fällen postmortale Fotos der Opfer bzw. skizzierte Tatortdarstellungen beigefügt sind, sollten besonders zartbesaitete Leser das Buch lieber mit Vorsicht genießen. Allerdings müsste sich jeder, der sich an das Thema „Jack the Ripper“ wagt, darüber vorher im Klaren sein. Insbesondere die Rekonstruktion der Morde an Martha Tabram und Elizabeth Stride hat mich hier zutiefst und vor allem nachhaltig beeindruckt.

Im letzten Teil des Buches werden nun die oben erwähnten 18 Verdächtigen vorgestellt, ihr Leben (soweit durch Fakten belegt und bekannt) geschildert und Pro und Contra-Punkte zur möglichen Täterschaft aufgelistet. Die Autoren bleiben dafür erfrischend neutral und überlassen bewusst dem Leser anhand der Fakten das Urteil. Bei vielen in Deutschland bekannten Kandidaten, darunter Cornwells favorisierter Walter Sickert, spricht dann bereits die nackte Aufzählung der jeweiligen Punkte/Argumente Bände. Für diejenigen Leser ohne Hintergrundwissen, die zudem noch an eine Beteiligung des englischen Königshauses geglaubt oder ähnliche Theorien verfolgt haben, wird spätestens dieser Abschnitt des Buches zum absoluten Augenöffner, der einige Mythen endgültig ad acta legt.

Im späten Herbst des Jahres 1888 riss die Mordserie urplötzlich ab. Niemand weiß bis heute warum. Und auch dieses Buch wird den faszinierenden Nebel nicht lüften können. Dafür überzeugt es aber mit einer sachlich, detaillierten Schilderung, welche einen fast kriminologischen Blick auf das vorhandene Material wirft und auch neuere Quellen mit auswertet.

Insgesamt ist „Jack the Ripper – Anatomie einer Legende“ eine unbedingte Bereicherung für alle Interessierten an diesem Thema. Ein Buch, das auf dem deutschen Markt längst überfällig war und das derzeit absolut konkurrenzlos ist.

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