Hendrik Rost Der Pilot in der Libelle: Gedichte

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Inhaltsangabe zu „Der Pilot in der Libelle: Gedichte“ von Hendrik Rost

In bewegenden Bildern von großer Prägnanz und in einer Sprache, die dem Klang der Dinge angelehnt ist, betrachtet der Autor den Alltag aus der Mitte des Lebens: Phänomene teils in extremer Nahaufnahme, teils aus der Warte dessen, der um die Unterschiede zwischen Wahrnehmen und Begreifen weiß. So finden Geburt und Vergänglichkeit ihren selbstverständlichen Platz. Der Blick auf Kreatur, Werk und Erleben geht über den Einzelnen hinaus und wird Überlieferung.

Gedichte müssen sich nicht immer reimen, um gut zu klingen.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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    Der Pilot in der Libelle: Gedichte

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. December 2014 um 19:45

    Wer gerne Gedichte mag und auf der Suche ist nach Abwechslung, der ist bei der Gedichtsammlung „Der Pilot in der Libelle“ von Hendrik Rost genau richtig. Schnell wird klar: Gedichte müssen sich nicht immer reimen, um gut zu klingen. Sie müssen auch nicht immer der gleichen Form folgen, eine wiederkehrende Struktur haben und die großen Themen wie Liebe, Glück und Tod behandeln. Schon alltägliche Dinge können plötzlich zur Literatur werden, das zeigt z.B. das Gedicht „Zeitgeist“: Zeitgeist Die Mülltonne auf rissigem Pflaster im Hof, die nach oben offene Mülltonne auf Rädern, fast ein Anblick, den ich mögen könnte, wäre da nicht der Müll. Hendrik Rost spielt mit einer fühlbaren Leichtigkeit mit Worten, Sätzen, Zeilen. Die Gedichte lesen sich wie im Fluss, auch wenn nicht alle dem gleichen Schema folgen. So gibt es kurze Texte, die nur aus zwei Zeilen bestehen, aber auch lange, die eher an Prosa erinnern als an Lyrik, z.B. der Text „Tabu“. Tabu Das Eis ist dünn, ich gehe weiter auf den See hinaus, betrete das klare Wasser, unter mir Algen und Fische, die sich nicht rühren. Ich gehe bis zu der Stelle, wo das Mädchen aus meiner Klasse eingebrochen war, wir haben sie später besucht, die Haut wächsern, kalt sah sie aus, die Hände gefaltet, getrocknet. (…) Vergleicht man die Gedichte untereinander, wird der Eindruck erweckt, der Autor hätte mit Sprache experimentiert, verschiedene Erzähltechniken ausprobiert und dabei alltägliche Themen aufgegriffen. Dabei ist das Ende einer Zeile nicht zwangsläufig das Ende eines Satzes. In „Selbstauslöser“ wird der Satz mitten in einer Zeile beendet: Selbstauslöser Zwei Tage in Folge ist ewig. Was früher war, ist ein Foto. Alles, was wahr ist, färbt ab wie ein Gerücht. So mächtig. Alles Wichtige ist gesagt. Alles weitere: Bitte lächeln. Was klein ist, kann wachsen. Wut, besonders Mut. Manches schrumpft. Was weich ist, siegt. Was geliebt wird, wird später verachtet. Weißt du noch? Alles Ärgerliche ist ärgerlich. Laub fehlt. Winter kann kommen. Die Dichter müssen lernen, Schluss zu machen. Wann, wenn nicht jetzt? Alles Wichtige ist nicht so wichtig. Ein Wort ist eine Wohltat. Was nichts kostet, koste es. Hendrik Rost, geb. 1969, studierte Germanistik und Philosophie in Kiel und Düsseldorf. Heute lebt er als freier Autor und Korrektor in Hamburg. Für seine Werke wurde er mit vielfachen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Förderpreis zum Ernst-Meister-Preis (2003) und Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Literatur (2004).

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