Hennig Klüver Gebrauchsanweisung für Italien

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Inhaltsangabe zu „Gebrauchsanweisung für Italien“ von Hennig Klüver

Alle lieben Italien - das Land, wo die Zitronen blühen, wo die Frauen schön sind und der Espresso aromatisch. Glaubt man. Aber was blüht jenseits des Brenners wirklich? Die Familie und die Einnahmen der Mafia? Und warum, per favore, spricht hier niemand Italienisch? Sicher ist nur eins: Italien ist anders. Sie werden sich wundern.

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    Gebrauchsanweisung für Italien

    R_Manthey

    24. July 2015 um 14:54

    (Diese Rezension bezieht sich auf die Ausgabe von 2012.)   Beim Lesen dieser Gebrauchsanweisung habe ich mich mehrmals gefragt, ob ich nun wirklich mehr über Italien weiß als vorher. Das Buch enthält auf der einen Seite sehr viele Informationen, die auch noch interessant erzählt werden. Aber es hinterlässt auch ein seltsam unbefriedigendes Gefühl. Vielleicht erklärt ein Beispiel das besser. Obwohl man bereits vorher schon einige Bemerkungen zum Essen in Italien lesen kann, befasst sich der Autor ab Seite 225 intensiver mit der italienischen Küche, von der er wenig später behauptet, dass es sie typischerweise gar nicht gäbe. Vielmehr bestimme die regionale Vielfalt das Angebot. Und das läge, wie so vieles in Italien, an der italienischen Geschichte und der früheren Zerstückelung des erst im 19. Jahrhundert vereinten Landes. Damit wird Henning Klüver, der schließlich in Italien lebt, wohl recht behalten. Aber andererseits weiß man doch ziemlich genau, was einen erwartet, wenn man in Deutschland zu einem Italiener essen geht. Also gibt es doch etwas Typisches neben der regionalen Vielfalt. Oder? Ob alles, was man in den vielen Geschichten und Schilderungen in diesem Buch erfährt, wirklich praktisch brauchbar ist, wenn man nach Italien fährt, wie der Titel eigentlich verheißt, glaube ich nicht. Aber interessant ist es schon. Ein wenig Straffung beim Erzählen hätte dem Buch allerdings nach meinem Geschmack nicht geschadet. Seine Gliederung ist dagegen sehr klar und durchdacht. Zunächst werden Landschaften und Naturgewalten wie gelegentliche Erdbeben beschrieben. Dann widmet sich Klüver den italienischen Plätzen, dem Lebensstil und der Stadtentwicklung, beschreibt italienische Familientraditionen und dabei insbesondere die Rolle der Mamma, um dann gleich zu Bars, Stadien und der Reiselust zu kommen. Anschließend befasst er sich ein wenig mit italienischer Geschichte und der modernen italienischen Innenpolitik, was ihn sofort zu Korruption, Terrorismus und zur Mafia führt. Natürlich dürfen in einer solchen Gebrauchsanweisung auch Kirche, Glaube und Aberglaube in Italien nicht fehlen. Und selbstverständlich wird auch Kunst und Kultur in Italien ein Kapitel gewidmet, bevor Klüver abschließend zu den Kochkünsten der Italiener übergeht. Zwar habe ich nun die ungeklärte Frage in meinem Kopf, warum Goethe niemals eine Pizza erwähnte als er über seine Italienreise schrieb, aber was nützt mir das nun? Vielleicht geht es ja nur mir so, aber ich hatte bei diesem Buch ein paar Schwierigkeiten, meine Sehnsucht nach klaren Aussagen oder wirklich praktischen Hinweisen zu Sitten und Gebräuchen gestillt zu bekommen. Gefallen hat es mir irgendwie dennoch, weil man so einiges in Italien etwas besser zu verstehen lernt.

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