Henning Ahrens Kein Schlaf in Sicht

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Inhaltsangabe zu „Kein Schlaf in Sicht“ von Henning Ahrens

Die Welt und ihre Phantasie sind nur durch eine hauchdünne Membran getrennt. Dort, in den Zwischenwelten, den märchenhaften und unwahrscheinlichen Bereichen des Gewöhnlichen, entstehen Augenblicke größter Realität. Kein Sprachspiel, ein Wahrnehmungsspiel ist das, die Welt erstrahlt in diesen unwirklich gegenwärtigen Gedichten.

Der großen Intensität des Gefühls gelingt es in diesen Gedichten, dem Alltag Leben einzuhauchen. Es sind Visionen, die mit den Lebenslügen aufräumen. Am Rande der Zeit, des Traums und des Hier und Jetzt entsteht eine leuchtende Eigenständigkeit, wie sie nur noch im Gedicht gelingen kann. Es ist nicht der Versuch, schöne Worte zu finden, sondern die Sehnsucht nach den richtigen. Eine Stimmung, die eindringlich und ernst, schwärmerisch und ironisch zugleich ist. Der Zugang zu dieser Wirklichkeit heißt Sinnestäuschung oder Unaufmerksamkeit, Verzweiflung oder Müdigkeit. Der Erzähler dieser Gedichte wendet sich dem Traum, dem Nebenbei, den unmittelbaren Bildern im Bedürfnis nach Orientierung in der Welt zu. Jedes Gedicht ist auch ein Versuch, die schwierigen und schwer wiegenden Fragen mit Leichtigkeit zu stellen.

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  • Rezension zu "Kein Schlaf in Sicht" von Henning Ahrens

    Kein Schlaf in Sicht

    SV

    15. April 2009 um 15:28

    Von einfachsten Alltags-Gebrauchsgegenständen bis zu Göttern bleibt nichts ungenutzt für die Gedichte von Henning Ahrens. Gern benutzt er Strophenformen, die den Gedichten ein beinahe „klassisches“ Ansehen geben. Sie stecken voller Spiellust, Satire, großem Ernst und immer wieder Erstaunen – darüber, daß die Alltagswelt eben auch voller „Nymphen“ und „Götter“ ist. Elegante, überraschende Wendungen, Verbindungen, keine herbeigezwungene Originalität aber sehr eigenständig, eigen-artig. Feinste Verbindung von Inspiration und Bearbeitung. Vergleichbar vielleicht mit Thomas Rosenlöcher.

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  • Rezension zu "Kein Schlaf in Sicht" von Henning Ahrens

    Kein Schlaf in Sicht

    JulienS

    06. November 2008 um 12:50

    Das Buch heißt „Kein Schlaf in Sicht“. Gemeint ist damit zum Beispiel, wir kennen das sicher alle auf die eine oder andere Weise, der Zustand, in dem man sich befindet, wenn man nicht schlafen kann. Oder wenn man nachts aufwacht, noch halb im Traum im dunklen Zimmer. Man weiß nicht, wie viel Uhr es ist. Ist man gerade eingeschlafen? Hat man noch sechs Stunden Erholung vor sich? Oder ist es schon fast Tag? Ist das Licht, das, wenn sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, das langsam die Einzelheiten erkennbar werden lässt, schon die Ankündigung des Morgens? Oder macht das der Mond? Und ist das, was man als Stuhl zu erkennen glaubt, wirklich ein Stuhl? Hatte man da nicht gestern seine Klamotten drauf geworfen? Oder sitzt da jemand. Wenn da einer sitzt, dann sieht er komisch aus. Man verliert die Orientierung, den Halt. Man ist aus dem geworfen worden, was sonst als sicher gilt, man ist verunsichert, man hat keinen Boden unter den Füßen. Wenn man diese Momente nutzt, also nicht versucht, sich gleich wieder in die Wirklichkeit zu retten, kann passieren, dass man etwas besonderes erlebt, dass man etwas versteht, sich befreit von den Zwängen, die der Alltag bereit hält, damit wir so funktionieren, wie es die Wirklichkeit verlangt. Das Motto dieses wunderschönen, auf vertrackte Weise ganz einfachen Gedichtbandes, stammt von einem unbekannten Neunjährigen. Es lautet: „Man muss das Leben von der krassen Seite sehen, sonst schockt es nicht.“ Das könnte heißen, man soll ruhig immer den nächsten Schritt wagen, man soll sich trauen. No risk, no fun, heißt das wohl. Man soll zum Beispiel jene Zwischenmomente der Unsicherheit, von denen eben die Rede war, jenes Schweben ohne Sicherheitsnetz, nutzen. Man wird davon etwas haben. Dort, in den Zwischenwelten, den märchenhaften und unwahrscheinlichen Bereichen des Gewöhnlichen, entstehen Augenblicke größter Realität. Die Welt und ihre Phantasie sind nämlich nur durch eine hauchdünne Membran getrennt. Und der Zugang zur Wirklichkeit heißt Sinnestäuschung oder Unaufmerksamkeit, kann vielleicht auch Verzweiflung heißen oder Müdigkeit. Wir, die Leser, die vielleicht nicht jeden Augenblick der Unsicherheit, nicht jede sich bietende Möglichkeit zur Flucht nutzen dürfen, haben solche Gedichte, profitieren vom Mut und der Geduld eines Autors, der zu den wichtigsten seiner Generation gehört. Der großen Intensität des Gefühls dieser Gedichte gelingt es, dem Alltag Leben einzuhauchen. Hier gelingt es einer Stimme, sich selbst zu formulieren: persönlich, erzählerisch, nicht revolutionär, sondern zauberhaft und komisch. Gegenwartsbezüge verschmelzen mit Visionen. Das Wunderbare ist plötzlich so nah, dass man es nur aussprechen muss. Es sind Visionen, die mit den Lebenslügen aufräumen. Kein Sprachspiel, ein Wahrnehmungsspiel ist das, und dabei entsteht eine Stimmung, die eindringlich und ernst ist, schwärmerisch und ironisch zugleich. Und der Erzähler dieser Gedichte wendet sich dem Traum und dem Nebenbei, den unmittelbaren Bildern im Bedürfnis nach Orientierung in der Welt zu. Jedes Gedicht ist auch ein Versuch, die schwierigen und schwer wiegenden Fragen mit Leichtigkeit zu stellen. Henning Ahrens hat einen bemerkenswerten Gedichtband geschrieben, bemerkenswert leicht und witzig, bemerkenswert lebensklug, spöttisch und befreiend und bemerkenswert lesbar. Und wer einmal gelesen hat, wie in einem Gedicht vom Autor auf der Leipziger Buchmesse erzählt wird, der erst dort feststellt, dass er mit Cowboystiefeln die falschen Schuhe für den Anlass gewählt hat, der weiß, warum ich so schwärme.

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