Henning Mankell Der Sandmaler

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Inhaltsangabe zu „Der Sandmaler“ von Henning Mankell

Stefan und Elisabeth treffen sich auf dem Flug nach Afrika kurz nach dem Abitur wieder. Gegen Ende der Schulzeit hatten sie eine flüchtige Beziehung. Während Stefan das Strandleben genießt, will Elisabeth das fremde Land in Afrika verstehen. Sie freundet sich mit einem Lehrer an, der ihr die historischen Hintergründe erklärt, und der einheimische Guide Ndou führt sie durch die ärmsten Viertel. Elisabeth lernt, die Welt und ihr eigenes Leben mit anderen Augen zu sehen. Bereits in Mankells erstem Afrika-Roman sind seine späteren großen Themen versammelt: die Schönheit der Natur, die Überlebenskunst der Einheimischen, die Gedankenlosigkeit der weißen Touristen und die Nachwirkungen des Kolonialismus.

Eine Reise wert...

— LeenChavette

Mal etwas anderes

— AnjaIris

Eine unglaubliche Reise in eine andere Welt und in die Tiefen von sich selbst.

— GeschichtenLegendenSagen

Reise in eine afrikanische Vergangenheit und die Anfänge von Henning Mankell. Unter diesem Gesichtspunkt absolut lesenswert

— ulrikerabe

Interessanter Einblick in die Kultur von Afrika

— Langeweile

Leider viel weniger, als erhofft.

— moni-K

Kleines Buch für zwischendurch

— Adrenalinchen

Afrika ist nicht das, was den Touristen gezeigt wird. Mankell richtet einen schonungslosen, aber liebevollen Blick hinter die Fassaden.

— Leserin3

Ein einfühlsam geschriebenes Buch das zum nachdenken anregt. Manchmal etwas sehr belehrend.

— Anatola

Ein sehr schöner und zeitloser Roman über Afrika aus der Sicht von Westeuopäern. Sehr realistisch und wahr.

— KerstinTh

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  • Eine Reise wert...

    Der Sandmaler

    LeenChavette

    17. October 2017 um 21:42

    Der Roman „Der Sandmaler“, von Henning Mankell, handelt von einer jungen Frau namens Elisabeth, die sich entscheidet, alleine nach Afrika zu reisen.Auf ihrem Weg begegnet sie zufällig einem alten Klassenkameraden, Stefan, und sie beschließen, die Reise gemeinsam weiter zu führen. Ziemlich schnell wird Elisabeth aber klar, dass sie unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungen von Afrika haben.Elisabeth lernt auf ihrer Reise auch Sven kennen. Die beiden verstehen sich auf Anhieb gut und er versucht ihr das Land und die Kultur näher zu bringen. Nach und nach eröffnet sich für Elisabeth ein grober Eindruck über die Menschen in Afrika und ihre Lebensumstände.Dies war das erste Buch, welches ich von Henning Mankell gelesen habe. Mir hat sein leichter Schreibstil sehr gefallen und ich hatte das Gefühl, diese Reise gemeinsam mit Elisabeth zu unternehmen. Besonders hat mir jedoch der Aspekt der Alleinreisenden sehr gut gefallen. Ich konnte mich damit identifizieren, da ich auch oft alleine verreise und dies als große Bereicherung empfinde.In dem Buch wird auf eine schöne Weise angedeutet, wie sehr eine Reise bzw. eine bestimmte Erfahrung, einen Menschen reifen lassen kann. Dies wird bei Elisabeth spürbar, da Mankell ihre Gedanken einfühlsam beschreibt.Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.

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  • Mankell mal anders

    Der Sandmaler

    AnjaIris

    11. October 2017 um 10:23

              Bevor ich die Leseprobe von der Sandmaler entdeckt habe, war mir nicht bewußt, daß Henning  Mankell nicht nur Kriminalromane geschrieben hat. Der Sandmaler ist 1974 in Schweden auf dem Buchmarkt erschienen. Es ist Mankells erster Afrika - Roman, der erst jetzt als deutsche Erstausgabe erschienen ist. Man merkt dem Buch an, daß Mankell Afrika selbst bereist hat, zuerst 1971. Man erlebt die Afrika - Reise der beiden Abiturienten Elisabeth und Stefan mit. Stefan kommt aus reichem Elternhaus, und interessiert sich nur für Alkohol, sexuelle Abenteuer, und seinen eigenen Luxus. Was das für die arme, afrikanische Bevölkerung bedeutet interessiert ihn wenig. Elisabeth kommt aus einfachen Verhältnissen, und versucht noch, ihren Weg im Leben zu finden. Sie macht die Bekanntschaft des jungen einheimischen Guide Ndou, der ihr die Armenviertel zeigt, und sie seiner Familie vorstellt. Der Lehrer Sven, mit dem sie sich anfreundet, macht sie auf die Probleme der einheimischen Bevölkerung, und die Auswirkung des Kapitalismus und des Tourismus aufmerksam. Mankell gelingt es, einem dies alles und eine wunderbare Beschreibung von Afrika auf 160 Seiten zu verdeutlichen. Mich hat das Buch sehr berührt, und ich kann es auf jeden Fall empfehlen.        

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  • Anstoss zum Nachdenken!

    Der Sandmaler

    GeschichtenLegendenSagen

    03. October 2017 um 12:13

    "Der Sandmaler" ist ein umwerfendes Buch. Selten findet man so viel Geistreiches vereint in einem Buch, solch eine Themenvielfalt. Dabei werden die Themen aber nicht, wie man vielleicht bei einem Buch dieser Länge erwarten würde, nur kurz angesprochen, sondern sehr verständlich und mit viel Gefühl erklärt. Der Schreibstil von Henning Mankell macht es dem Leser leicht seinen Worten zu folgen und den Verlauf der Geschichte dennoch nicht aus den Augen zu verlieren. Aber nicht, dass der Schreibstil so schlicht und wie bei jedem anderen wäre, nein, die fließenden Übergänge und das detaillierte Beschreiben aller Personen und Dinge, erschafft einfach eine ganz wunderbare Möglichkeit durch das Buch und seine Zeilen zu schweben. Das Buch vermittelt den Eindruck, dass jeder Mensch auf der Welt oftmals nur sich selbst sieht und belehrt uns die Augen zu öffnen. Wir sollen um uns herum schauen und verstehen, dass wir nur einmal leben. Dieses eine Leben sollten wir vollständig auskosten, so hilfsbereit wie möglich sein und es genießen. aber nicht auf Kosten anderer.Ein Meisterwerk, eine Liebeserklärung ans Lesen.

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  • Reise in die Vergangenheit

    Der Sandmaler

    ulrikerabe

    29. September 2017 um 20:34

    1972, die junge Schwedin Elisabeth tritt eine Reise in ein nicht näher bezeichnetes Land an der afrikanischen Westküste an. Frisch nach dem Schulabschluss weiß sie noch nicht recht, wie es in ihrem Leben weiter gehen soll. Zufällig trifft sie am Abflugtag auf Stefan, einen ehemaligen Mitschüler, der genau das gleiche Reiseziel anstrebt. Stefan kommt aus einer wesentlich wohlhabenderen Familie als Elisabeth, tritt wesentlich selbstsicherer auf, kann sich das beste Hotel in der Stadt leisten. Während Stefan das typische Klischee des westlichen männlichen Urlaubers in einem Entwicklungsland erfüllt, beginnt Elisabeth ein soziales politisches und moralisches Gewissen gegenüber den afrikanischen Gastgebern zu entwickeln. Sie schließt sich oft und gerne Sven an, einem schwedischen Lehrer, der ihr immer wieder Einblicke in die historische Entwicklung des afrikanischen Landes von der Kolonialherrschaft der Briten zur vermeintlichen Selbständigkeit und offenkundigen wirtschaftlichen Abhängigkeit zu den westlichen Geldgebern gibt.Der Sandmaler ist der erste Afrikaroman des leider viel zu früh verstorbenen und von mir sehr geschätzten Henning Mankell, der heuer posthum erschien ist. Der Roman ist nach Mankells erster Afrikareise im Jahr 1971 entstanden. Noch fehlt der Geschichte die gewohnte sprachliche und inhaltliche Finesse des schwedischen Autors, der diesem Buch noch sehr viele Romane über Afrika (abgesehen von seinen genialen Wallander Krimis usw.) hat folgen lassen. Trotzdem sind seine Empathie und sein Engagement für das afrikanische Volk deutlich spürbar. Das schmale Buch mit seinen gerade 155 Seiten war für mich ein absolut lesenswerter Ausflug in die Vergangenheit eines Autors, der später stark an Größe gewonnen hat.

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  • Der Gegensatz der Kulturen

    Der Sandmaler

    Langeweile

    28. September 2017 um 18:42

    Elisabeth und Stefan treffen sich zufällig am Flughafen,beide haben gerade die Schule hinter sich und sind auf dem Weg nach Afrika. Elisabeth stammt aus einfachen Verhältnissen, Stefan ist der verwöhnte Sohn reicher Eltern. Beide haben unterschiedliche Vorstellungen von ihrem Urlaub. Elisabeth möchte Land und Leute kennen lernen, Stefans Interesse gilt mehr den Partys und dem Sex mit farbigen Frauen. Während Stefan einen Bungalow bewohnt, steigt Elisabeth in einem einfachen Hotel ab. Dort lernt sie Sven kennen, einen Lehrer, der ihr sehr viel über die Geschichte und die Kultur Afrikas erzählt. Obwohl sie sich öfter mit Stefan trifft, sind beide viel zu gegensätzlich, um eine Beziehung eingehen zu können. Nach dem Urlaub treffen Sie sich in Schweden noch einmal, um Fotos auszutauschen, bevor sich ihre Wege endgültig trennen. Meine Meinung: Das Buch stammt aus der schriftstellerischen Anfangszeit des von mir sehr geschätzten Autors.Der Schreibstil ist noch nicht so geschliffen, wie bei seinen späteren Romanen. Es ist ihm jedoch gut gelungen ein Bild von dem Afrika zu zeigen, was jenseits der Touristenzentren liegt. Die Gegensätze zwischen Arm und Reich werden sehr deutlich dargestellt. Es wird ins Bewusstsein gerufen, wie sehr die afrikanische Bevölkerung bemüht ist, die westliche Welt zu kopieren und dabei immer mehr ihre eigene Kultur verliert. Ein kleinerer Rahmen wurde auch der wunderschönen Landschaft zugestanden.

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  • Schade, hatte mir mehr erwartet.

    Der Sandmaler

    moni-K

    23. September 2017 um 07:46

    Wirklich schade, doch so kann es gehen, wenn man zu viel in den Titel hineininterpretiert. Ist mir von der Sprache zu schludrig geschrieben und verliert sich in unwichtigen Details.

  • Ein nettes Buch für einen verregneten Nachmittag.

    Der Sandmaler

    Adrenalinchen

    21. September 2017 um 16:42

    In der Sandmaler geht es um Elisabeth und Stefan. Die beiden ehemaligen Klassenkammeraden treffen sich am Flughafen zufällig wieder und haben das gleiche Urlaubsziel. Obwohl sie nicht im selben Hotel schlafen unternehmen sie Ausflüge gemeinsam oder liegen zusammen am Strand. Elisabeth lernt in ihrem Hotel einen Lehrer kennen, der ihr viel über Afrika und die Kolonien erzählen kann. Der Roman ist seicht geschrieben und hätte etwas mehr ausgebaut werden können. Da er doch recht unterhaltsam war und die perfekte Lektüre für einen Couchnachmittag ist gebe ich dem Buch 3 von 5 Sternen. Oft habe ich mich gewundert über einige Sachen, die der Autor geschrieben hat. Aber vielleicht war das damals in den Büchern normal über solche Dinge zu schreiben... Das Buch ist erstmals 1972 erschienen. Diese Ausgabe erschien nun am 21.08.17 beim Zsolnay Verlag, es ist ein Hardcover mit Schutzumschlag und kostet aktuell 20 €. Das Buch hat 160 Seiten.

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  • Blick unter die Oberfläche

    Der Sandmaler

    Leserin3

    21. September 2017 um 13:36

    Elisabeth und Stefan waren für kurze Zeit ein Paar und treffen sich auf der Reise nach Afrika wieder. Sie kommen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und wollen mit jeweils ganz anderen Absichten ihren Aufenthalt gestalten. Stefan möchte nur einen Badeurlaub geniessen, Elisabeth jedoch mehr über die Menschen erfahren. In der Folge wird sie mit weniger schönen Seiten des Landes konfrontiert, welche grösstenteils auf das Konto von Weissen gehen. So entstehen zwei völlig verschiedene, sehr gegensätzliche Bilder von Afrika, aber auch von den Menschentypen, welche dorthin reisen. Beim Lesen habe ich mich teils fremdgeschämt für die Gedankenlosigkeit und Menschenverachtung in der Begegnung mit der einheimischen Bevölkerung und ihrem Land. So bricht Elisabeth bei ihrer Ankunft auch erschüttert in Tränen aus, obwohl sie vom ganzen Elend noch gar nicht viel gesehen hat. Während sie später die Kraft findet, sich in diese neue Welt hineinführen zu lassen, schaukelt Stefan in seiner genusssüchtigen Art weiterhin nur an der Oberfläche und hat bei der Abreise nichts dazu gelernt. «Der Sandmaler ist das Remake eines früheren Erfolgs von 1974. Es ist Mankells erster Afrikaroman, der den Beginn setzt zu einigen weiteren Werken über den Kontinent. Der Blick des Autors ist hinter die Kulissen einer Welt gerichtet, die sich dem Tourismus nur von der bequemen Seite zeigt, und er ist kritisch, schonungslos und liebevoll zugleich. Obwohl dieser Roman nur wenige Seiten schmal, Mankell noch nicht zu voller Schriftstellergrösse gewachsen ist und erst wenige Afrika-Themen angeschnitten worden sind, hat «Der Sandmaler» damals wahrscheinlich mitgeholfen, Mankells Bekanntheit und Beliebtheit als Autor zu gründen. Selbst habe ich seine Werke erst vor 15 Jahren kennen gelernt, freue mich aber gerade bei den Afrika-Romanen über die plastischen, ehrlichen Schilderungen der afrikanischen Gebiete, über die einfühlsame Beschreibung der Menschentypen und ihrer Überlebensstrategien, über die warmherzige, süffige Sprache. Mankell informiert über die örtlichen Gegebenheiten ebenso wie über Politik, Bräuche, Korruption und Machtansprüche. Schön, dass es solche Remakes gibt! Seltsam nur, dass im biografischen Text nichts über Mankells Tod im Jahr 2015 steht. Man muss doch annehmen, dass es junge Leser gibt, die bisher noch nichts von ihm wissen. Hier wäre etwas mehr Vollständigkeit wünschenswert.

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  • Der Abfalleimer der westlichen Welt

    Der Sandmaler

    SusanneKoenig

    19. September 2017 um 10:53

    Das Afrika das jeder kennen sollte die ist mein erster Mankell, ich kenne sonst nur seine Krimi /Triller Reihe und die begeistert mich eigentlich nicht so. Aber schon die Leseprobe zu diesem Buch ließ mich nicht los.  Zwei junge Menschen begeben sich auf die Reise nach Afrika. Elisabeth Tochter aus einfachen Vehältnissen möchte das Land von seiner Wurzel auf kennen lernen und lernt auch sich besser kennen auf dieser Reise. Stefan ein reiches Söhnchen auf der suche nach billigem Abenteuer, Sex und Alkohol begleitet sie auf dieser Reise durch einen Zufall. Unterschiedlicher könnten die ehemaligen Schulkameraden nicht sein. Während Elisabeth mir auf Anhieb durch ihre Neugierde und Unvoreingenommenheit mir sofort sympatisch war , konnte ich bis zum Schluss nicht mit Stefan und seiner oberflächlichen teils sehr überheblichen Art warm werden.  Beide treffen auf ein rauhes nicht geschöntes von Touristen geplagtes Stück Afrika und lernen es auf unterschiedlichste Weise kennen.  Mir gefiel der Erzählstil sehr gut und ich habe das sehr dünne Buch in zwei Stunden verschlungen. Schonungslos ehrlich schildert Mankel wie mir scheint seine Erlebnisse von 1971 wieder in diesem Roman. Er zeigt uns einmal mehr die Armut auf, präsent mehr denn je und aktuell auch durch die zum Teil von den westlichen Ländern verursachte Hungersnot.  Das Buch macht Lust auf eine Reise in dieses Land, regt zum Nachdenken über unser aller Handeln an.  Sollte meiner Meinung nach Schulliteratur werden.  Absolute Lesempfehlung.

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  • Ein einfühlsamer Bildungsroman...

    Der Sandmaler

    Anatola

    17. September 2017 um 14:34

    „Der Sandmaler“ von Henning Mankell erschien erstmals 1972 und ist damit eher ein Frühwerk Mankells. 2017 legte es der Paul Zsolnay Verlag neu auf. Zur neuen Auflage: Die neue Auflage ist schön verarbeitet. Der Schutzumschlag hat ein künstlerisches, schlichtes, aber thematisch getroffenes Cover und auch unter dem Umschlag ist es sehr hochwertig. Insgesamt farblich abgestimmt und sehr ästhetisch, jedoch für ein so dünnes Buch mit 20 Euro auch recht teuer. Der Preis macht sich jedoch bei Gestaltung und Papierqualität und durchaus bemerkbar. Rezension: Die eher schüchterne und nachdenklich-naive Elisabeth ist mit der Schule fertig, hat ihren ersten Job begonnen, weiß aber dennoch noch nicht so recht was sie eigentlich wirklich will. Sie nimmt all ihren Mut zusammen um sich allein auf eine Reise nach Afrika zu begeben. Das Reiseangebot für zwei Wochen ist billig und Elisabeth erhofft sich ein Abenteuer, dass sie vielleicht sich selbst etwas näher bringt. Unverhofft trifft sie im Flugzeug auf ihren alten Freund und Schulkameraden, den reichen Macho Stefan. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, haben aber eine gemeinsame Vergangenheit. Bei der Zwischenlandung erlebt sie einen Anfall des Epileptikers Sven, der sich im weiteren Verlauf der Geschichte als ein sympathischer Lehrer herausstellt, mit dem sie intensive Gespräche über die Geschichte und Umstände Afrikas führt und sie zum nachdenken bewegt. Ein Urlaub der sich zunächst als eine Aneinanderreihung touristischer Strand besuche und Gedanken der unsicheren Protagonistin gestaltet, wird für Elisabeth schließlich zu einer hautnahen Erfahrung des Landes, auch mit den hässlichen Seiten. Es macht sich zwar an einigen Stellen deutlich bemerkbar, dass es sich um ein Frühwerk Mankells handelt, doch das Buch fließt in einem schönen, literarischen Schreibstil. Obwohl es nicht in der einfachen Alltagssprache heutiger Unterhaltungsliteratur geschrieben ist, denn es erschien ja auch in den 70er Jahren, lässt es sich angenehm und flüssig lesen und fesselt. Die Beschreibungen sind einfühlsam und genau und auch wenn die Jugend oftmals sehr naiv und „dumm“ dargestellt wird, bieten die Gedanken der Protagonistin doch eine große Fläche Identifikationsmöglichkeit. Die erste Einführung in die Geschichte der Kolonialisierung wirkte sehr wie der Auszug eines Geschichts- oder Sachbuchs und kam, da es nicht mal aus dem Mund des Lehrers Sven kam, sehr abrupt, passte nicht in den Zusammenhang und wirkte sehr gezwungen, was zunächst irritierte und einen klaren Abzugspunkt ergibt. Im Laufe der Geschichte bekommt man einen guten Überblick über die Kolonialisierung und die Geschichte und Umstände Afrikas. Dies beginnt bei den Grundlagen, wird in den Gedanken der Protagonistin weiter ausgeführt, da die Gesamte Geschichte jedoch in Elisabeths Perspektive beschrieben wird, nimmt der Leser ihren Standpunkt ein und der blieb für mich sehr im Bereich der unerfahrenen, naiven Schülerin, die von dem älteren Mitreisenden und Lehrer Sven, belehrt wird. Es wird zwar erwähnt, dass es ihr gefällt das Sven sie wie eine Erwachsene behandelt, auf mich wirkte es aber durch die eingebauten Erklärungen an den Leser nicht so und ich fühlte mich als Leser belehrt und ein wenig so, als würden mir die Umstände Afrikas, ganz wie einem Kind erklärt werden. Dies hat mich zwar zwischendurch gestört, mir hat das Buch aber dennoch gefallen und ich könnte mir Vorstellen, dass es sich aus heutiger Sicht, als Schullektüre für 9. oder 10.Klässler eignen würde. Mit einer Familie, zu der sowohl Elisabeth als auch Stefan, unabhängig voneinander ihre Verbindung knüpfen, wird das Leben und das Überleben der Einwohner vieler Afrikanischer Menschen, ganz nah beschrieben und veranschaulicht. Eindringlich beschrieben empfand ich auch den Umgang und die Gefühle der jungen Reisenden in Bezug auf das unbekannte und fremde. Dies bot gleichzeitig auch einen Überblick wie es sich zu der besagten Zeit, den 70er Jahren, verhielt im Bezug auf Kenntnis über andere Kulturen. Ein weiterer Punkt der mir gefallen hat war, dass mir das Buch das Gefühl gab es würde keine Tabuthemen geben. Es war echt und lebensnah ohne Beschönigungen beschrieben. So war es zb das erste Buch das ich gelesen habe, in dem vorkam, dass die Protagonistin ihre Periode hat. Insgesamt ist es ein netter Bildungsroman, der sich als Schullektüre oder für das Bedürfnis nach einfühlsam beschriebenes mit grundlegendem, aber unglaublich echtem Input eignet.

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  • Erschreckend authentisch !

    Der Sandmaler

    Igela

    15. September 2017 um 10:09

    Elisabeth und Stefan treffen sich zufällig kurz vor dem Abflug nach Afrika. Unabhängig voneinander haben sie die Reise gebucht und verbringen die Zeit in Afrika meist gemeinsam. Die beiden haben an und für sich nicht viele Gemeinsamkeiten,Stefan ist aus reichem Elternhaus mit einer Schwester, die als Model arbeitet. Elisabeths Schwester ist behindert, die Mutter alkoholkrank und der Vater im Job frustriert. So sind die Erwartungen auch völlig verschieden. Stefan will Pool, Luxushotel und die Frauen Afrikas geniessen, Elisabeth das Land fühlen, spüren und erleben. Der Autor hat es geschafft, dass ich von der ersten Seite an gefesselt war. Er hebt nicht nur grandios die völlig verschiedenen Persönlichkeiten der beiden Hauptfiguren hervor,sondern zeichnet auch ein Bild Afrikas aus der Sicht der beiden Figuren,das unterschiedlicher nicht sein könnte. Für mich steht hinter dieser Beschreibung sehr viel Symbolik und hat mich nachdenklich gemacht und…ja auch berührt. Die Einstellung Stefans gerade im Hinblick auf den weiblichen Teil von Afrikas Bevölkerung hat mich abgestossen und angeekelt. Im Gegensatz zu Elisabeth geht es ihm um oberflächliches Vergnügen auf seiner Reise .Wie viele Menschen reisen so?Für wie viele scheint ein Land aus Luxushotels und Vergnügen zu bestehen .?Hier hat der Autor bei mir für sehr viel Stoff zum Nachdenken gesorgt. Der Schreibstil Mankells ist einfach überwältigend. Mit wenigen Worten schreibt er gewichtig, wortgewaltig und eindrücklich.Immer wieder hatte ich das Gefühl, er lässt die Leser "zwischen den Zeilen "lesen und regt an über das Ungesagte nachzudenken. Als Beispiel kann ich anführen,dass ich das Gefühl hatte, dass Elisabeth vor der Reise leicht depressiv ist…doch der Autor deutet an und lässt die Auflösung auf diese Frage offen. Sehr gut erhält man als Leser Einblick in die Infrastruktur, die Politik und die Bildung Afrikas.Auch der Kapitalismus ,der hier erschreckend real gezeichnet ist. wird thematisiert. Die krassen Gegensätze der Luxushotels zu den Wellblechhütten sind authentisch und erschreckend real. Ein kleiner Satz, der mich tief berührt hat, ist eine Szene, in der ein schwarzes Mädchen nach einer Liebesnacht mit Stefan nach Hause geht.  Mich hat schon lange kein Buch so berührt,dies natürlich auch weil Henning Mankell authentisch die Situation in Afrika und die Sicht von gewissen westlichen Bewohnern skizziert.

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    • 3
  • Empfehlenswert

    Der Sandmaler

    KerstinTh

    11. September 2017 um 12:22

    Elisabeth und Stefan haben gerade die Schule beendet und reisen nun zusammen nach Afrika. Eigentlich wollte Elisabeth diese Reise alleine machen um herauszufinden, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte. Doch dann trifft sie zufällig ihren Schulkameraden Stefan am Flughafen. Er hat dieselbe Reise vor. In diesem Roman erzählt Henning Mankell nun was Elisabeth und Stefan in Afrika, Anfang der 70er Jahre, erleben. Ich kannte bisher Henning Mankell nur als Krimiautor. Allerdings habe ich noch keinen Krimi von ihm gelesen. Nun bin ich auf diesen Roman gestoßen. Ich habe ihn gelesen und bin begeistert. Dieser Roman spielt im Afrika der frühen 70er Jahre. Allerdings könnte es genauso gut in einer anderen Zeit spielen, zum Beispiel heute. Denn der Roman ist sehr zeitlos geschrieben. Henning Mankell hat selbst Anfang der 70er Jahre eine Reise nach Afrika unternommen. Auf dieser Reise basiert dieser Roman. Der Leser begleitet die jungen Schweden Elisabeth und Stefan bei ihrer ersten Begegnung mit Afrika. Elisabeth ist sehr neugierig auf das ihr unbekannte Land und saugt alle Eindrücke in sich auf. Man merkt, dass sie den Menschen und dem Land mit Respekt gegenübersteht. In Sven, einem anderen Urlauber, lernt sie einen gebildeten Europäer kennen, der ihr auch die Schattenseiten Afrikas erläutert. Stefan hingegen ist eher der Prolet. Er lässt den höhergestellten Europäer raushängen und hält sich für etwas Besseres. Er sieht die Afrikaner als niedere Menschen an. An einer Stelle bezeichnet er sie als Paviane. Er wirft mit seinem Geld um sich und nutzt die Afrikaner aus. Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Er war anschaulich und direkt. Zwischen den Zeilen liegt in diesem Buch sehr viel Wahrheit. Es ist ein Bericht über den Zustand Afrikas, der in dieser Geschichte, der beiden jungen Schweden, verpackt ist. Deshalb stehen auch nicht die Charaktere Elisabeth und Stefan im Vordergrund. Sie dienen sozusagen nur als Mittel zum Zweck. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und deshalb vergebe ich vier von fünf Sternen. Sehr gefallen hat mir die folgende Stelle (S. 92), denn sie enthält sehr viel Wahrheit: „Elisabeth bekam den Eindruck, dass alles, was die Menschen hier besaßen, Reste und Abfälle aus jener Welt waren, in der sie selbst lebte. Als würde dieses Land von den reichen Industriestaaten als Müllhalde benutzt.“.

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  • Eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst.

    Der Sandmaler

    RubyKairo

    09. September 2017 um 16:05

              Einer der ersten Romane aus der Feder von Henning Mankell "Der Sandmaler", liefert einen spannenden Einblick in das frühe Wirken des beliebten Schweden. Es ist ein leichtfüßiger Roman mit schweren Themen, 160 Seiten dünn und es war erst sein zweiter Roman als er in Schweden 1974 erschien. Seine erste literarische Reise nach Afrika. Der Autor war da gerade einmal 26 Jahre alt. Die Protagonisten sind nicht viel jünger als der Autor selbst es beim Schreiben ist. Sie haben gerade die Schule hinter sich und begeben sich getrennt voneinander auf eine Reise nach Afrika, in ein nicht namentlich genanntes Land. Doch während die empathische Elisabeth in die Welt der Einheimischen eintauchen will und versucht, das fremde Land zu verstehen, ist Stefan, Sohn reicher Eltern vor allem auf Partys und Sex mit afrikanischen Frauen aus. Zufällig treffen sich die beiden am Flughafen. Zuerst standen sie nur da und starrten einander an, fünfzehn Meter voneinander entfernt. Doch Stefans Art geht Elisabeth schon im Flugzeug auf die Nerven, als er "idiotische Negewitze über Riesenpimmel und dergleichen macht. Im "Sandmaler" taucht Mankell zum ersten Mal in das Afrika ein, das ihn sein Leben lang beschäftigen wird, und vielleicht kommen dem Leser die Beobachtungen, die er schildert, deshalb noch naiv vor, und die Figuren schablonenhaft und bei Weitem nicht so vielschichtig wie in seinen späteren bekannten Romanen. Er beschreibt, wie die Gefühle Elisabeth bei der Ankunft übermannen, wie all die neuen Eindrücke zuviel für die junge Frau sind. Unvermittelt fing sie an zu weinen, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte. Später wird sie Einheimische in den Slums besuchen und von einem Lehrer mehr über die afrikanische Kultur lernen. Stefan dagegen, der mit selbstsicherem Lächeln in der Bar seines Luxushotels sitzt, fühlt sich auf eine unverschämte Weise geil. Für einen weißen Typen mit reichlich Kohle gab es hier in den Nächten bestimmt genügend Abwechslung sinnierte er. Es dauert nicht lange, bis er die erste Afrikanerin mit in seinen Bungalow nimmt, auch wenn ihn die struppigen Haare vieler einheimischen Frauen eigentlich stören. Es braucht nicht viel, um sich auszureimen, auf wen die Reise großen Eindruck macht und wer von den beiden nach der Rückkehr einfach weitermacht wie bisher. Als sich die Protagonisten ein halbes Jahr später noch einmal treffen, kommt es Stefan vor, als habe sich Elisabeth von ihm losgerissen und nicht erzählt, wohin sie unterwegs war. Und das machte ihn unruhig. Dieser erste Afrika-Roman Mankells ist vor allem für Fans des schwedischen Autors in der Abgrenzung zu seinen späteren Werken interressant zu lesen, aber auch für Mankell-Einsteiger geeignet. Es ist eine ziemlich kurze Geschichte aus der Perspektive eines neugierigen jungen Mannes. Sie erlaubt auf 160 Seiten einen ganz anderen Blick auf den Schöpfer des schwermütigen berühmten Kommissars Wallander. Wer immer "Der Sandmaler" gelesen hat, wird Afrika anders sehen. Nachdenklich und bei aller Tragik eine hoffnungsvolle Geschichte. Der Roman hat spannende Charaktere, eine atemberaubende Story und ist toll geschrieben, spannend und gesellschaftskritisch. Sehr lesenswert!        

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  • Der Kapitalismus und Afrika

    Der Sandmaler

    herrzett

    07. September 2017 um 18:49

    Zu dem Roman "Der Sandmaler" kann man eigentlich gar nicht so viel sagen, außer dass er so viel Wahrheit über die Zustände Afrikas und den Einfluss des Kapitalismus enthält. So begleiten wir den wohlhabenden Stefan und die 'normale' Elisabeth im Urlaub auf ihrer Reise in die unbekannte Lebenssituation der Armen der Welt. Es handelt sich hierbei um eine frühere englische Kolonie und Touristenhochburg inmitten von Armenvierteln."Elisabeth bekam den Eindruck, dass alles, was die Menschen hier besaßen, Reste und Abfälle aus jener Welt waren, in der sie selbst lebte. Als würde dieses Land von den reichen Industriestaaten als Müllhalde benutzt."Es ist erschreckend, wenn man bedenkt, dass die schwedische Originalausgabe bereits 1974 erschienen ist und sich bis heute eigentlich nichts Grundlegendes verändert hat. Mankell greift in Form dieses Romans unzählige seiner Reiseeindrücke, von der schnellen Nummer/Prostitution und Bettelei bis hin zur eigentlichen Kultur Afrikas auf und setzt sich mit diesen kritisch auseinander."Aber weißt du, solche Bräuche werden sehr schnell verschwinden, wenn dieses Land sich nach ausländischen Interessen entwickelt. Man wird dann nur ein paar pittoreske Riten aufrechterhalten, um sie den Touristen vorzuführen. Aber die eigentliche Kultur wird ausgelöscht und durch Coca-Cola und schwedische Popmusik ersetzt werden."Das Bemerkenswerte, wie ich finde, ist, dass dieser Roman um die Haupthandlung herum so viel Wahrheit enthält. Den reichen und gut situierten Menschen der Welt sind die dort herrschenden Zustände gänzlich egal, Hauptsache es geht ihnen gut und an ihrer eigenen Einstellung wird sich wenig ändern. Elisabeth, die normal Bügerliche - sofern man das so sagen kann - ist diejenige, die durch die Zustände erschüttert wird, sich Gedanken macht, helfen mag und auf so viel Kultur und Menschlichkeit trifft."Der Sandmaler" ist kein mitreißender Roman, es ist ein eindrucksvoller Reise- und Situationsbericht, der der wohlhabenderen Gesellschaft die Wahrheit und das afrikanische Leben vor Augen halten soll. 

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  • Nicht mein Stil

    Der Sandmaler

    spozal89

    06. September 2017 um 12:44

    Das Buch beschreibt: Eine junge Frau, auf der Suche nach sich selbst. Hmm, nachdem ich das Buch gerade beendet haben, finde ich nicht, dass Elisabeth zu sich selbst gefunden hat. Zumindest hat sich mir die Wandlung von ihr nicht wirklich gezeigt. Wobei dies im Grunde auch schwierig ist, denn die komplette Geschichte icht total oberflächlich und die Dialoge sind so banal und platt das es keine Freude war das Buch zu lesen. Ich kannte vorher noch kein Buch des Autors, daher kann ich es mit seinen anderen Werken nicht vergleichen. Meiner Meinung nach hätte man diese Geschichte aber nicht aus der Versenkung ausgraben müssen Klar ist das Thema Afrika und die Umstände in diesem Land immer noch aktuell (die Geschichte handelt von Afrika im Jahre 1971) aber ich habe mir ein wenig mehr zum Thema Armut und Ausbeutung gewünscht. Alles wurde nur kurz angeschnitten aber nicht tiefer behandelt. Zudrm waren mir Elisabeth und Stefan sowas von unsympatisch und pupertät, dass ich einfach nur noch genervt war. Positiv war dann dennoch die geringe Seitenzahl. Wären es mr Seiten gewesen hätte ich wohl abgebrochen. Zwei Sterne gibt es nur, da wie gesagt das Thema immer noch aktuell ist und auch ein wenig zum Nachdenken anregt.

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