Henning Mankell Der Sandmaler

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Inhaltsangabe zu „Der Sandmaler“ von Henning Mankell

Henning Mankells Vermächtnis
Durch Zufall begegnen sich Stefan und Elisabeth, die zusammen zur Schule gingen, am Flughafen wieder. Es stellt sich heraus, dass beide aus demselben Grund dort sind: um nach Afrika zu fliegen. Doch unterschiedlicher könnten ihre Pläne kaum sein. Stefan, aus einer wohlhabenden Familie, möchte in Afrika feiern und Sex haben. Elisabeth hingegen, die es in ihrem Elternhaus schwer hat, sieht die Reise als Chance auf einen Neuanfang und als Suche nach sich selbst. Ihre gemeinsame Tour konfrontiert die beiden jungen Menschen nicht nur mit der harten Realität des Entwicklungslandes, sondern auch mit sich selbst.
Gelesen von Axel Milberg, der deutschen Stimme Henning Mankells.
(4 CDs, Laufzeit: 3h 58)

Ungwöhnliches Frühwerk, interessante Denkanstöße, aber es entwickelt keinen Sog.

— black_horse

Mankells Erbe: Nachdenken über unsere Einstellung zum afrikanischem Kontinent. Super gelesen von Axel Milberg.

— Felidae65

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  • Damals in Afrika

    Der Sandmaler

    black_horse

    26. February 2018 um 17:16

    Dieser frühe Mankell - erstveröffentlicht 1974 - wurde nun, nach dem Tod des Autors, übersetzt und für deutsche Leser und Hörer zugänglich gemacht. Mit knapp 4 h ungekürzter Hörzeit handelt es sich um ein eher kurzes Werk.Ich kenne sehr viele Bücher von Mankell, auch einen Großteil seiner Afrika-Romane und so war ich gespannt, was er in diesem Buch erzählt.Zwei Jugendliche - Elisabeth, die aus eher schwierigen Familienverhältnissen stammt und Stefan, dessen Vater ein Unternehmen besitzt - treffen sich auf einer Reise in ein afrikanisches Land (dessen Name nicht genannt wird). Während Stefan feiern will, möchte Elisabeth das Land entdecken, das so anders ist als ihre Heimat. Sie treffen auch noch auf Sven, der als "Erklärer" den Kapitalismus anprangert, der Ausbeutertourismus ermöglicht.Mankells erster Afrika-Roman bleibt trotz vielversprechender Ansätze irgendwie blass. Die kritische Stimme wirkt aufgesetzt, die Situationen, in denen sie laut wird, konstruiert. Es ergibt sich kein wirklicher Fluss, in den man eintauchen kann. Trotzdem ist es interessant, dass man vieles von dem, was Mankell vor mehr als 40 Jahren über den Afrikatourismus schrieb genau so auch heute noch erleben kann. Die Geschichte hat da nicht an Aktualität verloren.Sprecher Axel Milberg konnte mich auch nicht überzeugen. Er liest sehr getragen und lässt den Inhalt eher wie einen Bericht klingen, wenig emotional.Fazit: Interessantes Frühwerk Mankells über Afrika, das aber bei weitem nicht an seine späteren Afrika-Romane heranreichen kann.

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  • Nachdenken!

    Der Sandmaler

    Ritja

    21. September 2017 um 17:29

    Neben Wallander lag Henning Mankell Afrika am Herzen. Bereits in seinem Erstlingswerk hat er sich mit dem Land und dessen Menschen beschäftigt. Stefan und Elisabeth, zwei junge Erwachsene, reisen aus verschiedenen Gründen nach Afrika. Während Stefan seinen Spaß und Sex sucht, versucht Elisabeth zu sich zu finden, das Land und die Menschen kennenzulernen. Beide ahnen nicht, was sie erwarten wird.  Man hat das Gefühl, dass Henning Mankell in der Figur von Elisabeth mitreist. Er wirbt für mehr Achtung und Respekt vor fremden Kulturen. Zudem kommt recht eindeutig heraus, dass er versucht Vorurteile abzubauen und so lässt er auch Elisabeth immer wieder nachdenken und respektvoll gegenüber den (ihr unbekannten) Menschen auftreten. Sie versucht die Handlungen von Ndou und Yene zu verstehen und ihnen ohne Vorurteile entgegenzutreten.  Axel Milberg hat das Buch sehr gut vorgelesen, so dass viele Bilder im Kopf entstehen konnten und dadurch die Geschichte eindringlicher wurde. Es war jedoch (aus meiner Sicht) trotzdem nicht so stark und beeindruckend wie die anderen Afrikabücher von Henning Mankell. Trotzdem lohnt es sich, denn es regt zum Nachdenken und in sich kehren an.

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  • Axel Milbergs unvergleichliche Stimme

    Der Sandmaler

    WinfriedStanzick

    11. September 2017 um 11:28

    Zwei Jahre nach dem Tod des großen schwedischen Schriftstellers Henning Mankell veröffentlicht sein Hausverlag Zsolnay in Wien sein allererstes in Schweden 1974 schon erschienenes Buch „Der Sandmaler“. In diesem Buch verarbeitet der junge Henning Mankell die Eindrücke, die er auf seiner ersten Afrikareise machte, die ihn 1971 nach Guinea-Bissau führte, das zu diesem Zeitpunkt noch eine portugiesische Kolonie war. Aus seinen Tagebuchaufzeichnungen entstand zwei Jahre später der Roman „Der Sandmaler“, in dem die Themen aller später folgenden Afrikaromane Mankells und sein späteres Engagement mit seinem Theaterprojekt in Maputo schon angelegt sind. Leider haben diese Bücher bei weitem nicht den großen Erfolg gehabt, wie seine Wallander-Romane, aber vielleicht werden sie länger gelesen werden als diese.Konnte man in den beiden letzten Büchern von Henning Mankell „Treibsand“ und „Die schwedischen Gummistiefel“ den sich selbst todkrank wissenden Schriftsteller bei einer einzigartigen literarischen Bilanz seines Lebens und seiner Erfahrungen begleiten, kann der Leser von „Der Sandmaler“ Mankells erste zugegebenermaßen noch etwas unsicheren Schritte als Schriftsteller mitgehen. 23 Jahre war er damals alt und doch schon in der Lage, mittels seiner Hauptfiguren Wesentliches einzufangen von Afrika und dem Kolonialismus, das er dann später auf viel tieferem Niveau und mit immer erfahrener literarischer Kunst beschrieben hat.Elisabeth und Stefan, die sich schon seit einiger Zeit kennen, treffen sich zufällig auf dem Flughafen, weil sie die gleiche Reise nach Westafrika gebucht haben. In einem Land, das ohne Namen bleibt, wollen sie zwei Wochen Urlaub machen und viel im Meer baden. Auch an Bord ist Sven, den Mankell als männlichen Gegenpart zu dem nur auf Genuss und Lustgewinn bedachten voller rassistischer Vorurteile steckenden Stefan zeichnet. Er hat eine ziemlich klare Analyse, kritisiert den Kolonialismus und den Kapitalismus, die die Menschen dort so arm halten.Elisabeth, mit der sich Mankell stark identifiziert, bemüht sich, die Menschen, die sie dort trifft, die Bräuche und ihre Lebenseinstellungen wirklich kennenzulernen und zu achten. Sie trifft auf Ndou, einen kleinen Jungen, der ihr seine Dienste anbietet, und mit dem sie so etwas wie eine Freundschaft entwickelt. Auch seiner großen Schwester Yene kommt sie näher, und verachtet sie auch nicht, als sie mitbekommt, dass Sven mit diesem Mädchen, das sich ihm aus Not angeboten hat, sexuellen Verkehr hat.Aus vielen kleinen Episoden zusammengesetzt, die die einzelnen Personen einzeln oder in wechselnden Konstellationen zusammen erleben, ergibt sich ein  beeindruckend vielfältiges Panorama aus Eindrücken und Erfahrungen. Mankell will schon hier eine Botschaft senden, der er später sein halbes Leben widmen sollte, nämlich Menschen mit anderen kulturellen Wurzeln mit Achtung und Respekt aufgeschlossen zu begegnen.Der  "Sandmaler", der dem Buch seinen Titel gab, ist ein etwa Zwanzigjähriger junger Mann, auf dessen in den Sand gemaltes Porträt Elisabeth eines Tages trifft. Der junge Mann beobachtet sie, malt dann in Minutenschnelle ein Porträt Elisabeths und schreibt zwei Sätze in den Sand. „Die Zukunft ist ein sozialistisches Afrika“ und  „Der Sozialismus rettet auch euch“.Damals, so denke ich, war auch Henning Mankell noch dieser Meinung. Heute wissen wir, dass dieses Modell Afrika nicht das gebracht hat, was es braucht, und es scheint, als stünde der Kontinent noch immer am Anfang. Wenn Angela Merkel sagt, Afrika wird uns noch jahrzehntelang beschäftigen, dann ist das richtig und das nicht nur wegen der Millionen von Menschen, die aus mangelnder Perspektive diesen Kontinent in Richtung Europa verlassen wollen.„Der Sandmaler“ ist noch längst nicht das literarische Meisterstück, das Mankells spätere Werke auszeichnet. Es zeigt aber die Anfänge eines Schriftstellers, der wie kaum ein anderer sein literarisches unermüdliches Schaffen mit einem nicht weniger engagierten politischen Engagement vor Ort verband.Axel Milberg, dessen Hörbuchfassungen der letzten  Bücher Henning Mankells schon zu dem Beeindruckendsten  gehörten, was man unter Hörbüchern finden kann, hat auch diesen Erstling Mankells auf seine unnachahmliche Weise und mit seiner unvergleichlichen Stimme für die hörbar und erfahrbar gemacht, die ein Buch lieber hören als lesen.

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