Die Brandmauer

von Henning Mankell 
4,1 Sterne bei542 Bewertungen
Die Brandmauer
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Cyberkriminalität

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L

Für einen Wallander leider enttäuschend!

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Inhaltsangabe zu "Die Brandmauer"

Hacker planen den globalen Crash: die Weltwirtschaft soll ins Chaos gestürzt werden. Wallanders neunter Fall

Zwei junge Mädchen überfallen einen Taxifahrer, betäuben ihn mit einem Hammer und töten ihn mit einem Küchenmesser. Als die Polizei sie verhört, zeigen sie keinerlei Schuldgefühl. Wallander kann es kaum fassen. Finden junge Menschen heutzutage wirklich nichts dabei, jemanden hinterrücks zu ermorden?

Kurz darauf geschehen die merkwürdigsten Dinge: ein Mann fällt vor einem Bankautomaten tot um. Seine Leiche wird aus der Pathologie gestohlen und wieder an den ursprünglichen Fundort transportiert. In ganz Schonen geht das Licht aus. In der Transformatorstation liegt eine verkohlte Leiche. Wallander ist sich sicher, daß etwas anderes, Größeres, hinter all dem steckt

Die Kurt-Wallander-Krimis in der Übersicht
1. Fall: Wallanders erster Fall
und andere Erzählungen
Zsolnay 2001/dtv 21211
2. Fall: Mörder ohne Gesicht
Zsolnay 2001/dtv 21212
3. Fall: Hunde von Riga
Zsolnay 2000/dtv 21213
4. Fall: Die weiße Löwin
Zsolnay 2002/dtv 21214
5. Fall: Der Mann, der lächelte
Zsolnay 2001/dtv 21215
6. Fall: Die falsche Fährte
Zsolnay 1999/dtv 21216
7. Fall: Die fünfte Frau
Zsolnay 1998/dtv 21217
8. Falll: Mittsommermord
Zsolnay 2000/dtv 21218
9. Fall: Die Brandmauer
Zsolnay 2001/dtv 21219
10. Fall: Der Feind im Schatten
Zsolnay 2010

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423212199
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:576 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.05.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.09.2007 bei DHV Der HörVerlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Jisbons avatar
    Jisbonvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein komplexer, gut aufgebauter und interessanter Fall mit einigen falschen Fährten und Einblicken in Wallanders Wesen. Empfehlenswert!
    Ein komplexer Fall

    "Die Brandmauer" war mein erstes Buch von Henning Mankell, aber ich konnte der Handlung dennoch problemlos folgen und die Andeutungen auf vorherige Fälle haben mich eher neugierig auf den Rest der Reihe gemacht als am Lesen gehindert.

    Der Fall selbst war sehr interessant - komplex und stellenweise undurchsichtig, aber nicht unverständlich oder unnötig kompliziert. Gut gefallen hat mir, dass der Autor falsche Fährten gelegt hat und sich einige scheinbare Zusammenhänge als Zufall herausgestellt haben, da man so gefordert blieb und immer darüber nachdenken musste, was wohl passiert sein könnte. Außerdem blieben die Ermittlungen so spannend (obwohl einiges für mich doch vorhersehbar war). Wallanders Ermittlungsarbeit hat mir hierbei gut gefallen, auch wenn sie teilweise zäh und scheinbar mühsam war, aber das kam mir realistisch vor, weshalb es mich nicht gestört hat. Die Computerkriminalität war interessant, allerdings kann ich nicht beurteilen, ob die Darstellung Fehler enthielt oder nicht. Sie hat auf jeden Fall einen guten Hintergrund für die Geschichte geliefert. Die Auflösung war für mich auch zufriedenstellend; es ist ein bisschen schade, dass Lücken geblieben sind, aber wie Wallander sagt: " In jeder Ermittlung blieb immer ein Rest von Unklarheit."

    Wallander selbst war für mich eine sympathische Figur, auch wenn er sich ein wenig selbst bemitleidet, definitiv Fehlentscheidungen getroffen und große Fehler gemacht hat; dadurch wurde er menschlich und wirkte greifbarer, echter. und ich muss sagen, dass er mir oft leid getan hat - sein Leben scheint nicht gerade erfüllend zu sein und in "Die Brandmauer" passieren einige Dinge, die vieles, an das er geglaubt hat, durcheinander bringen. Ich finde es bewundernswert, dass er trotzdem weiter machen möchte, frage mich aber, ob das wirklich gut gehen kann... die Folgebände werden es vermutlich zeigen. Aber erst einmal werde ich die ersten acht Bücher lesen.

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    Marpelchens avatar
    Marpelchenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: routinierterSpannungsaufbau
    Mankell versteht sein Handwerk, aber ...

    vielleicht liegt es daran, dass ich zu wenig von Computerkriminalität verstehe, aber mit diesem Makell bin ich nicht so richtig warm geworden. Zugegeben: der routinierte Meister der Spannung lässt den Spannungsbogen immer weiter ansteigen, sodass man das BUch dann doch nicht aus der Hand legen mag, bis die letzte Seite gelsen ist. Fazit: gut, aber es gibt bessere Bücher von Mankell

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    ErleseneBuechers avatar
    ErleseneBuechervor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ich bin immer wieder begeistert, wie detailliert, ruhig, einnehmend und interessant die Wallander-Bücher sind.
    20, Geldautomat & Strukturveganer

    Lang ist es her, dass ich eines der Wallander-Bücher gelesen habe, dabei fand ich sie immer genial. Nun endlich habe ich die Reihe fortgesetzt. Es werden auch immer wieder einige Sequenzen oder Personen aus den vorherigen Büchern genannt, so dass ich mir doch noch einmal alle Inhaltsangaben der vorherigen Bände durchgelesen habe. Dann war ich wieder auf der Spur und konnte mich ganz diesem wunderbaren Buch widmen.

    Gewohnt spannend aber eben auch entspannt beschreibt Herr Mankell die Arbeit von Kommissar Wallander. Dieses Mal hat er einen ganz kniffeligen Fall vor sich, der ihm aber auch seine Grenzen aufzeigt. Es geht um die Verletzlichkeit der Geldmächte durch die Technologisierung. Wallander kennt sich mit Computern nicht aus und ist so auf Hilfe von außerhalb angewiesen.

    Ich bin immer wieder begeistert, wie detailliert, ruhig, einnehmend und interessant die Wallander-Bücher sind. Ich bin jedes Mal gefesselt und genieße jede Seite. Gerade, dass es nicht nur um die wirklich gut durchdachten Kriminalfälle geht, sondern auch um die Entwicklung der einzelnen Protagonisten, macht das Geheimnis aus. Wallander verliert in diesem Band gleich zwei Freunde auf ganz unterschiedliche Weisen.

    Gestört hat mich dieses Mal nur, dass man ziemlich schnell den Täter auf dem Silbertablett serviert bekommen hat und es dann “nur” noch darum ging, wie Wallander das herausbekommt.

    Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

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    Aoibheanns avatar
    Aoibheannvor 3 Jahren
    Die Brandmauer

    Kurt Wallander bekommt einen Fall auf den Tisch, der zwar ungewöhnlich ist, aber noch im Rahmen des „Polizeialltags“ liegt. Zwei junge Mädchen überfallen einen Taxifahrer, betäuben ihn mit einem Hammer und töten in anschließend mit einem Küchenmesser. Als die Polizei sie verhört, zeigen sie keinerlei Schuldgefühl. Wallander kann es kaum fassen. Finden junge Menschen heutzutage wirklich nichts dabei, jemanden hinterrücks zu ermorden? Wie immer beginnen an dieser Stelle Wallanders Zweifel über den Geisteszustand der Welt.
    Kurz darauf geschehen die merkwürdigsten Dinge: ein Mann fällt vor einem Bankautomaten tot um. Seine Leiche wird aus der Pathologie gestohlen und wieder an den ursprünglichen Fundort transportiert. In ganz Schonen geht das Licht aus. In der Transformatorstation liegt eine verkohlte Leiche. Hängen der Mord an dem Taxifahrer und die Leiche vor dem Bankautomaten zusammen? Und wenn ja – wie?

    Die Stimmung im Ermittlerteam ist fast immer angespannt. Wie bereits in den anderen Fällen lassen sich Wallander und seine Kollegen über den Zustand des schwedischen Polizeiapparates aus: zu viel Arbeit, zu wenig Personal, zu wenig Zeit um alles zu erledigen. Wallander hat sich nicht sonderlich verändert, außer, dass er älter geworden ist und nun an Diabetes erkrankt ist. Die Selbstzweifel sind geblieben, ebenso das gelegentlich auftauchende Selbstmitleid. In diesem Band nimmt dieser aber andere Dimensionen an. Er hat noch mindestens 10 Jahre bis zu seiner Pensionierung und seine ohnehin schon wenigen privaten sozialen Kontakte ziehen sich mehr und mehr zurück. So verkauft z.B. Sten Widén seinen Reiterhof und verlässt die Gegend um Ystad. Das hinterlässt bei Wallander einen Beigeschmack von Eifersucht und Neid – denn ihm ist es nicht so einfach möglich sein bisheriges Leben aufzugeben, die Zelte abzubrechen und an einem vollkommen neuen Ort wieder aufzuschlagen.

    Der Mord an dem Taxifahrer und die verschwundene und wieder aufgetauchte Leiche scheinen beide auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben. Erst im Laufe der Ermittlungen ergeben sich weitere Berührungspunkte, die mehr oder weniger wichtig für die Gesamtauflösung des Falles ist. Die Ermittlungen bestehen aus mühevoller Kleinarbeit und das Team steht mehr als einmal ratlos vor ihren bisherigen Ergebnissen. Ich hatte oft den Eindruck, dass Wallander kein Ufer mehr in den Ermittlungen sieht und vor dem Hintergrund, dass sich der Fall in der Welt der Computer- und Informatikwelt abspielt, recht schnell kapituliert. Ein immer wieder kehrendes Fazit ist: „Einem alten Hund bringt man nur noch schwer neue Tricks bei.“ Diese Aussichtslosigkeit ist man sonst nicht von Wallander gewohnt.

    Die Ermittlungsphasen habe ich als quälend und zäh empfunden, die Befragung von Zeugen und evtl. Beteiligten erschien mir konfus und planlos. Bei mir kam hier zumindest keine große Lesefreude auf. Wallanders fast schon berühmte Intuition wird in diesem Fall für meinen Geschmack bis zum Äußersten erschöpft.
    So richtig Spannung kam bei mir erst auf den letzten 80 Seiten auf. Das es erst auf den letzten Metern so richtig zündet, bin ich von Mankells Wallanderromanen aber bereits gewöhnt.

    Insgesamt hat mich der Krimi nicht vollends packen können. Er war interessant und auch unterhaltend geschrieben, die Grundidee fand ich gelungen, die Umsetzung eher mäßig gelungen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Rezension zu “Die Brandmauer“ von Henning Mankell

    Zwei junge Mädchen töten einen Taxifahrer auf brutalste Weise und vor einem Geldautomaten bricht ein Mann namens Tynnes Falk tot zusammen. Die beiden Fälle mit denen der schwedische Kriminalkommissar Kurt Wallander es dieses Mal zu tun hat scheinen in keinster Weise zusammen zu hängen, bis die Leiche Falks während eines Stromausfalls aus der Pathologie gestohlen wird. Denn auf der leeren Bahre wurde ein Relais aus einer Transformatorstation zurück gelassen in der die Beamten daraufhin die Leiche eines der Mädchen finden. Doch wirklich gut vorran kommt Wallander auch dann noch nicht in den Ermittlungen. Sowieso fühlt der kurz vor seinem fünfzigsten Geburtstag stehende Kommissar sich nicht mehr allzu wohl im Polizeidienst. Er hat das Gefühl von all seinen Kollegen allein gelassen und verraten worden zu sein. Speziell nach einem pikanten Vorfall mit dem Wallander negative Schlagzeilen in der Zeitung macht.

    “Die Brandmauer“ war mein erster Wallander. Ich mag ihn sehr gern. Er ist einer von diesen Ermittlern, die voll von Schwächen sind und auch mal Fehler machen. Wobei es ja gerade das ist, was sie so sympathisch macht. (Geht mir jedenfalls so). Mit 542 Seiten finde ich das Buch nicht gerade schmal und es hat ein bisschen gedauert bis ich es überhaupt mal in die Hand genommen habe, aber es hat sich gelohnt. Aufgefallen ist mir, dass Wallander sehr oft den Satz “Dann wissen wir das.“ verwendet wenn das Ermittlerteam zu einer Schlussfolgerung gelangt. Ich fand diese Redewendung etwas eigentümlich und habe mich gefragt ob das so wohl optimal übersetzt ist. Es ist mir aber keinesfalls negativ aufgestossen. Alles in allem war es ein Krimi nach meinem Geschmack, der mich gut unterhalten hat.


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    Flohs avatar
    Flohvor 5 Jahren
    Gebt acht, hier kommt Fall 8!

    Zum Inhalt:
    Kommissar Kurt Wallander und sein Team im schwedischen Ystad sehen sich wieder einmal mit einem äußerst komplizierten Fall konfrontiert. Genauer genommen sind es mehrere Fälle, wo sich jedoch ein Zusammenhang vermuten lässt. Eine toter Finanzexperte vor einem Geldautomaten, dessen Leiche später aus der Pathologie gestohlen wird, ein von zwei jungen Mädchen scheinbar aus Geldgier ermordeter Taxifahrer und ein Einbruch in einem Traffohäuschen, bei dem die Beamten eine verkohlte Leiche finden, stellen sich im Laufe der Ermittlungen als miteinander verknüpft heraus. 


    Akribisch, wie immer von Selbstzweifeln geplagt, verfolgt der eigenwillige, nach Jahren des Raubbaus mit seiner Gesundheit angeschlagene Mann wieder jede Spur und findet dabei kaum mehr Zeit zum Schlafen. Zeitweise mißmutige Stimmungen - noch nie stand er so desorientiert und konzeptlos vor einer Ermittlung- machen ihm dabei ebenso zu schaffen, wie das Fehlen einer Lebensgefährtin und die Angst, seine Kollegen nicht mehr zu verstehen. Sein ganzes Dasein besteht nur noch aus Mauern und Zäunen, hinter denen er sich bewegt. Der Polizeiberuf macht dem bald 50-Jährigen keinen rechten Spaß mehr und das Mißtrauen seiner Vorgesetzten, die wegen eines Presseartikels ein Disziplinarverfahren gegen ihn einleiten will und das Mobbing eines Kollegen läßt ihn gar überlegen, seinen Beruf ganz an den Nagel zu hängen. Doch Wallander gibt schließlich doch nicht auf. Er läßt seine Ermittlungsgruppe weiter die brüchigen Verbindungsglieder der drei Fälle verfolgen. Vor allem der PC von Falk - eines in einer elektronischen Datenwelt lebenden und arbeitenden Computerspezialisten - verspricht den Schlüssel zur Lösung zu liefern. Welcher Art war das weltweite Computer-Netzwerk dieses Mannes? Eine heiße Spur führt sogar bis nach Angola. Den Durchbruch bringt schließlich der etwas unbürokratische Einsatz eines jungen Computerfreaks, der schon einmal mit einem Hackerangriff auf den Rechner des Weißen Hauses erfolgreich war und der die scheinbar unüberwindliche Firewall, die die Dateien auf Tynnes Falks Festplatte schützt, knacken soll.

    Meinung:

    Der schwedische Bestsellerautor präsentiert mit diesem Kommissar-Wallander-Roman wieder einen überzeugenden gesellschaftskritischen Krimi. Mit den bedrohlichen Visionen der Verwundbarkeit der Cyberspace-Gesellschaft belegt er dabei ein hochaktuelles Thema. Sachlich und mit knapper Sprache erzählt der Autor seine verwickelte Story, verschafft dabei dem Leser tiefe Einblicke in die unterkühlten Charaktere seiner schwedischen Mitmenschen und in eine Gesellschaft, in der einzelne privilegierte Gruppen unsichtbare Firewalls um sich errichten, um sich vor den sozialen Verlierern zu schützen. 

    Fazit:

    Der sehr empfehlenswerte, hochspannende und nur am Ende etwas nachlassende Roman ist natürlich wieder ein absolutes Muss für jeden Wallander-Fan.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Nicht der beste Wallander aber auch nicht der schlechteste

    "Die Brandmauer" von Henning Mankell ist mit Bestimmtheit nicht der beste Kurt Wallander-Krimi aber mit Sicherheit auch nicht der schlechteste. Als Riesen-Fan der Reihe konnte mich dieses Buch aber nicht ganz so aus den Socken hauen wie die vorangegangenen.

    Die Geschichte ist wie immer spannend erzählt, allerdings war einiges für mich als Nicht-Computerfreak etwas zu abstrakt und nichtssagend. Wenn es denn schon ein Buch sein soll, in dem Cyberkriminalität eine Rolle spielt hätte ich mir gewünscht, dass das eine oder andere besser und tiefgründiger beschrieben worden wäre.

    Zudem konnte ich mich mit den beiden Mädchen nicht wirklich identfizieren und mir war die ganze Geschichte ein bisschen zuweithergeholt und wirkte auf mich nur behelfsmässig zusammengezimmert.

    Alles in allem hab ich das Buch dennoch gerne gelesen.

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    ninchen1809s avatar
    ninchen1809vor 5 Jahren
    Spannend, aber mit Makeln...

    Auch im achten Fall von Wallander geht Henning Mankell wieder sehr sozialkritisch mit Schweden und der Welt um.

    Ein Programmierer wird tot vor einem Bankautomaten gefunden. Ein Taxifahrer wird brutal von zwei Mädchen erstochen. Und Wallander schafft es bravourös beide Todesfälle in Verbindung zu bringen. Doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr verliert sich Wallander in einem Wust von Indizien. Er wittert hinter jeder Ecke eine Intrige, dabei bringt sich der kantige Polizist immer häufiger selbst in Bedrängnis und gerät letztlich sogar in Lebensgefahr.

    Wallander ist ein liebenswerter Kommissar mit vielen Ecken und Kanten, an dessen hervorragenden Kombinationsgabe und Launen sich der Leser erfreuen kann. Besonders interessant aufgegriffen ist das Thema, wie die „ältere“ Generation mit dem Thema Computer, Internet, etc. umgeht und ihnen das Leben erschwert. Das ist aber leider auch ein Problem in diesem Buch. Denn aus meiner Sicht ist die Hintergrund-Geschichte um den internationalen Cyber-Terrorismus halbherzig umgesetzt.  Ständig werden Experten von den Computern beschrieben und Wallander selbst versteht nur wenig davon. Und dem Leser bleibt vieles auch unbegreifbar.

    Leider bleiben viele im Verlaufe der Ermittlungen aufgetauchte Fragen offen. Manches wird auch gar nicht mehr erwähnt. Eher untypisch für Mankell, vielleicht aber auch realistisch…

    Mankell war in seinen Wallander-Romanen eigentlich stets gut darin, internationale Verstrickungen und lokale Ermittlungen miteinander in Verbindung zu setzen, aber in "Die Brandmauer" ist die Kombination nicht sehr überzeugend

    Grundsätzlich ein sehr spannender Krimi mit einigen Makeln.

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    ChristineToulons avatar
    ChristineToulonvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Brandmauer" von Henning Mankell

    Es mag sein, dass die Kritik nicht wirklich gerechtfertigt ist, wenn man die vorangegangenen Teile nicht gelesen hat. Bis zu diesem Buch kannte ich weder den Namen, noch den Protagonisten.

    Aber eines nach dem anderen. Zuerst einmal geht es um eine betagten Polizisten, der sich überlegt, ob er nicht langsam in den Ruhestand gehen sollte und der sich außerdem nach einer neuen Beziehung sehnt, da er mit den Frauen wohl nicht allzu viel Glück hat - was mir den Polizisten Kurt Wallander sofort sympathisch machte, das liegt aber an einer persönlichen Affinität zu solchen Figuren.
    Jedenfalls wird Wallander mit Arbeit ziemlich überhäuft, nachdem zwei junge Mädchen einen Taxifahrer schier grundlos töten, eine Leiche (die eigentlich per Herzinfarkt umgekommen sein soll) vor einem Bankautomaten auftaucht und während eines Stromausfalls verschwindet, während sich im dafür verantwortlichen Generator eine Leiche findet.
    Verstrickt, verknotet und verwirrend ist noch gar kein Ausdruck für diesen Krimi.
    Am Anfang ist man nur geschockt vom Verhalten der beiden Mädchen, die überhaupt nicht erkennen lassen, warum sie einen Taxifahrer umgebracht haben und zwar auf diese Weise, dann ist man verwirrt, wieso die Leiche in einer Trafostation ist und wieso ein Trafo auf einem Pathologietisch erscheint und natürlich weiß auch niemand, warum ausgerechnet Wallander ins Kreuzfeuer gerät, denn er wird im Laufe des Buches attackiert. Mehr als einmal.

    Der Hintergrund der Geschichte ist an und für sich ja wirklich interessant und ein Horrorszenario obendrauf, aber es ist enttäuschend, was dann aus der Geschichte gemacht wurde. Wallander und sein Team scheint vollkommen überfordert mit dieser Aufgabe zu sein. Schlüsse sind nur sehr zäh gekommen und während man als leser schon etliche Seiten davor, die einzelnen Zusammenhänge erkannt hat oder gar WEGE gewusst hätte, um an Infos zu kommen, stellten sich die Ermittler sehr blöd an.
    Das war mir persönlich einfach zu langatmig - nett war die Idee mit der Kontaktanzeige. Dafür gibts einen Punkt.
    Alles in allem muss ich leider sagen, dass die wesentlichen Punkte der Story zu kurz kamen und Nebensächlichkeiten mehr Bedeutung beigemessen wurde, als notwendig gewesen wäre.
    Aber es gibt definitiv noch ein Sternchen für den Hacker, den ich sehr ins Herz geschlossen habe und auch für den Verrat in den eigenen Reihen gibt es von mir Bonuspunkte, wodurch ich zu 2 Sternchen kam ...

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    Holdens avatar
    Holdenvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Brandmauer" von Henning Mankell

    Mankells "Depri-Cop" (TV Spielfilm) Kommissar Wallander wird mal wieder alles abverlangt, als er den Fall von zwei mörderischen Teenagern, die einen Taxifahrer kaltblütig erstochen haben, klären muß, außerdem findet man die Leiche eines Computerberaters, der bald aus der Pathologie gestoheln wird, um ihn am seinem Fundort erneut aufzufinden, minus zwei Fingern. Privat taumelt er erneut zwischen den Beziehungen zu den Benschen, die ihm wichtig sind, hin und her. Die Reihe um Kommissar Wallander hat das Genre des Schwedenkrimis mit definiert, kann man wirklich so sagen.

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