Die flüsternden Seelen

von Henning Mankell 
3,7 Sterne bei35 Bewertungen
Die flüsternden Seelen
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Wenn Du die Seele Afrikas belauschen willst, setz Dich an das Feuer und höre ihr zu. So wie Henning Mankell es über viele Jahre getan hat.

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Inhaltsangabe zu "Die flüsternden Seelen"

Vom geheimnisvollen Zauber eines großen Kontinents
Felisberto, ein alter Afrikaner, sitzt am Feuer und erzählt: von der über dreihundert Jahre alten Stammesmutter Samima, die zwar tot ist, aber als lebender Geist bei ihren Nachfahren äußerst gegenwärtig. Oder von dem Weißen Dom Estefano, dessen Diener er war, und von dem Klavier, das verlassen am Hafen stand und eines Nachts von ganz allein zu spielen begann. Henning Mankell erzählt von der magischen Seite des schwarzen Kontinents und vom Ende des Kolonialismus - angesiedelt im Grenzbereich zwischen Traum und Realität, Mythos und politischer Geschichte.
»In starken, schönen Bildern erzählt Mankell von Afrikas Seele, von Revolte und Befreiung.« Tomas Löfström in ›Expressen‹

Ein Euro pro verkauftem Buch wird an ein Hilfsprojekt in Afrika gespendet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423215497
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.11.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.02.2007 bei DHV Der HörVerlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Buecherspiegelvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wenn Du die Seele Afrikas belauschen willst, setz Dich an das Feuer und höre ihr zu. So wie Henning Mankell es über viele Jahre getan hat.
    Afrika sehen durch die Augen von Henning Mankell

    Felisberto sitzt am Feuer als sich ein Zuhörer zu ihm gesellt. Wir stellen uns vor, dass es sich um den Autor handelt, Henning Mankell. Seine Anfangsworte im Buch "Die flüsternden Seelen" besagen, dass er 25 Jahre für das Werk gebraucht hat, und das für etwa 250 Seiten. Er schreibt auch selbst, dass es vielleicht gerade deshalb so kurz geworden ist. Aber diese wenigen Worte reichen aus, um sehr kompakt aus der Sicht der Familie von Felisberto und ihm selbst über die Überheblichkeit des Weißen zu berichten, wie er in die Welt des schwarzen Kontinents eingedrungen ist, um seine Werte, seine Lebensweisen, seinen Glauben regelrecht hinein zu prügeln, um letztendlich doch zu scheitern. Der Weiße, der es nie verstanden hat sich auf diesen Kontinent einzulassen, die Kraft, die von diesem ausgeht und in alle Bereiche des Lebens eindringt. Und wie bei so manchem Machthaber dieses Kontinents einzig die Verderbtheit des Weißen an ihnen hängen geblieben ist.

    Felisberto versucht die Erfahrungen seiner Familienmitglieder weiterzugeben, auf das sie künftigen Besuchern seiner Welt und auch umgekehrt einen positiven Einfluss nimmt. Von Müttern, Schwestern, Nichten und Neffen, meist in bitterster Armut, manchmal verkrüppelt, Onkeln und Tanten, die ihre Wege suchen aber nicht immer finden. Zu Geistern geworden und doch nicht schlafen können, sich sorgend um ihre Nachkommen kümmernd, und alle stammen sie von Samima, ihrer Stammesmutter, ab. Diese Stammesmutter wird über 300 Jahre alt, um anschließend als Geist zu wirken, oft befragt, manches mal überhört.
    Die Kapitel sind unterschiedlich lang, greifen aber immer irgendwie ineinander über. Sie überspringen Zeitlinien, kommen zurück zum Ursprung, um im nächsten Moment doch wieder Jahrzehnte später stattzufinden. Und immer wieder schließt sich der Kreis, jeder ist mit jedem irgendwie verwandt oder man traf sich zu anderen Gelegenheiten.
    Wie unergründlich doch der schwarze Kontinent ist, zeigt vor allem die Geschichte von Dom Estefano und Dona Elvira, die wir bei ihren letzten Tagen in Afrika begleiten. Sie wollen flüchten vor den Befreiern, bevor sie, als ungebetene Gäste, besser noch Herrscher, schlimm bestraft werden könnten. Felisberto ist ihr Diener. In den Sätzen klingt die Verzweiflung Dom Estefanos auf, Felisberto einfach nicht verstehen zu können, ihn und seine Welt. Dass es ihm wohl nie gelingen wird, wird ihm jetzt bewusst, kurz bevor er ihre Welt verlassen will. Mankell erzählt, wie Dom Estefano nach Afrika gekommen ist, seine Frau kennenlernt, ihr Priester Raul verrückt wird und er trotz sein Nichtverständnisses gegenüber der afrikanischen Seele Dom Estefano doch Trost bei einer der "Töchter" Samimas sucht.
    Felisberto aber wundert sich, wie die Weißen sich so einschränken können, auf Geister, die ihnen doch bei allen Lebenslagen behilflich sein können zu verzichten, ihre Lebensweise bleibt auch ihm und den anderen Verwandten fremd. So wie für Lukas, der sein Glück im angeblichen Paradies, in Europa, sucht und verzweifelt. Wie von Marta, die vergeblich vom Geist Samimas gewarnt wird und durch eine Hinterlassenschaft der Weißen Böses widerfährt. Aber es gibt auch das Gute im vermeintlich nicht vorhandenen Glück, wie das von Peina, die nur den Wunsch verspürt einmal im Leben das Meer zu sehen, um dann glücklich zu sterben. Deshalb macht sie sich auf ihren gelähmten Beinen auf den Weg dorthin.
    Viele kleine und große Geschichten runden die Erzählung ab, die noch längst kein Ende hat, wie Mankell schreibt, solange die Zeit kein Ende findet.
    Eine einfühlsame, aus völlig anderen Sichtweisen geschriebenes Buch, die einen eintauchen lässt, in ein anderes Afrika als das, was sonst in den Medien zu finden ist.

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    WinfriedStanzickvor 4 Jahren
    Dieses Buch ist Mankells bester und dichtester Afrikaroman


     

     

    Henning Mankell hat nach eigenen Angaben in der Vorbemerkung zu diesem absolut bemerkenswerten Buch über 25 Jahren an diesem Werk geschrieben, und er hält die lange Zeit für eine der Erklärungen, warum dieser beeindruckende und bewegende Roman über die Zerstörungskraft des Kolonialismus so kurz werden konnte. Auf ca. 260 Seiten schildert Mankell in diesem, in Schweden schon 1998 erschienenen Roman, die Geschichte einiger Menschen, Schwarze und Weiße, die durch ihr Lebensschicksal miteinander verbunden sind.

    Der weiße Siedler Dom Estefano und seine Frau Elvira, ihr langjähriger Diener Felisberto, der zeitweise auch der Liebhaber von Elvira ist, Felisbertos Familie in dem Dorf, in das er während der Revolution zurückkehrt, aber auch die jeweiligen Vorgeschichten der beschriebenen Romanfiguren.

    Mankell erzählt in einer sensiblen, poetischen Sprache, die erfüllt ist von dem unsäglichen Leid und der unbeschreiblichen Schönheit Afrikas, der Liebe zu diesem Land und seinen Menschen, aber auch von dem Wissen um die Zerstörung, die der Kolonialismus und der Rassismus an den Seelen von Weißen und Schwarzen verübt hat. Und es gelingt ihm tatsächlich, auf knappem Raum mit den Lebensgeschichten seiner Figuren so etwas zu formulieren wie eine Kolonialgeschichte Afrikas, die gleichzeitig so etwas ist wie eine Psychohistorie von Afrikas Seele. Eine Seele, die nicht auszurotten ist, die weiterlebt, und die in diesem Buch die Stimme von Samima hat, einer längst verstorbenen, alten, weisen Frau, die für das Leben der Schwarzen eine fast religiöse Bedeutung hat. An einer Stelle beschreibt Mankell Samimas Wahrnehmung und fasst damit zusammen, was ihn selbst bewegt:

    "Durch Samina strömte ein rasender Strom von Schmerz. Sie dachte an all das Unrecht, das ihren Kontinent und ihr Land so unbegreiflichen Qualen ausgesetzt hatte. Die Muskeln spannten sich unter ihrer mageren Haut, wo die Adern wie Fahrwasser auftauchten, die sie in die Tiefe der Erinnerung führte, die sie mit allen anderen teilte, die Erinnerung an den geschundenen Kontinent, auf dem sie gelebt hatte. Aus der Erinnerung, die eigentlich eine Landschaft war, holte sie Bilder, auf denen verzweifelte Sklavenkarawanen vorbeizogen. Sie sah die ersten weißen Männer ankommen und wie sie begannen ihre Pest und ihren Tod und ihre Gier um sich her zu verbreiten. Sie sah ihren Kontinent, wie er war, ein verletzter Büffel, der sich ständig, unaufhörlich aufs neuen wieder erhob, sich hartnäckig weigerte zu sterben. Und Samima dachte, das Geheimnis sei einfach, daß Afrika immer des schwarzen Mannes Last und des weißen Mannes Rettung gewesen war. In all den Jahren, die sie gelebt hatte, hatte sie diese Horden von Weißen gesehen, die aus allen Richtungen gekommen waren, mit ihren Traktaten und Schnurrbärten, mit ihrer Gier und ihren Göttern und Kassenbüchern. Sie hatten getötet und gewütet, und obwohl jetzt andere Zeiten waren, hatten sie die Erde mit ihren Untieren vergiftet."

    Die Gegenwart des Buches spielt in der Hafenstadt eines afrikanischen Landes, wenige Wochen bevor diese Stadt als letzte Bastion der Weißen von den revolutionären schwarzen Aufständischen eingenommen wird.

    Die einfachen Menschen wie Felisberto vertrauen darauf, daß die Revolutionäre schon wissen, was für die Menschen gut ist und träumen von einem Leben im Paradies. In einem Gespräch mit der Eisverkäuferin Lekula sagt er: "Freiheit muß bedeuten, daß niemand mehr zu arbeiten braucht." Doch Lekula ist realistisch: "Für solche wie uns, ist es trotz allem das wichtigste zu wissen, wann wir jubeln und wann wir nicht jubeln sollen. Das ist eine alte Wahrheit, die sich nie ändern wird."

    Henning Mankell Buch, ist ein wunderbares Stück Poesie zu einem traurigen Thema. Afrika, wo Mankell seit Jahrzehnten die Hälfte des Jahres verbringt, lässt ihn einfach nicht los, und je älter er wird, desto zorniger wird. In "Kennedys Hirn", einem vor etlichen Jahren erschienenen Roman wird das ganz deutlich. Es empfiehlt sich, beide Romane nacheinander zu lesen.

    Dieses Buch jedenfalls ist Mankells bester und dichtester Afrikaroman.

     

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Die flüsternden Seelen" von Henning Mankell

    Ich habe mich am Anfang überhaupt nicht ausgekannt, erst mit der Zeit habe ich es verstanden. Aber als richtig gut empfinde ich dieses Buch nicht, mir gefällt seine Sprache und sein Stil nicht. Wir mussten es ebenfalls in der Schule lesen.

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    Dubhevor 7 Jahren
    Rezension zu "Die flüsternden Seelen" von Henning Mankell

    Meine Schulrezension:
    Vor hunderten von Jahren begannen Europäer auf dem Weltmeer herum zu segeln. Jedes Land, das sie betraten und nicht schon in "europäischen Besitz" war, nannten sie von diesem Augenblick an ihr Eigentum.
    Egal, ob dort schon verschiedene Völker lebten.
    Diese Völker wurden nicht als "vollwertig", als "Menschen" betrachtet, da sie andere Hautfarben, anderen Sprachen, andere Bräuche und andere Glauben hatten.
    Nachdem man das Land "erobert" hatte, wurden Priester, auch genannt Missionare, losgeschickt, um diese "niederen Lebensformen" zu bekehren.
    Oft, eigentlich immer, hatte dies zur Folge, dass diese Völker von "weißen" Eurpäern ausgebeutet und teilweise sogar versklavt wurden.
    So geschah es auch in Afrika.
    Zuerst lebten die Völker Afrikas meistens in Frieden, doch dann legten die ersten Schiffe an, hellhäutigen Menschen kamen und nahmen diesen Völkern ihren Glauben, ihre Kultur.
    Am Anfang wehrten sich die Ureinwohner Afrikas, doch dann bemerkten sie, dass es besser war, den Mund zu halten.
    Manchmal bekamen sie dafür sogar etwas.
    Die weißen Männer bauten riesige Villen und nahmen den Dunkelhäutigen ihr Land.
    Man glaubte den Willen der Ureinwohner gebrochenzu haben, doch da irrten man sich.
    Ihnen wurde ihre Freiheit genommen, doch ihre Hoffnung starb nie.
    In diesem Buch erzählt Henning Mankell viele Geschichten.
    Viele Geschichten, die jedoch zu einer einzigen werden:
    Zur Geschichte Afrikas.
    .
    Henning Mankell schreibt sehr poetisch. Er regt zum Nachdenken über unsere Handlungen, über unser Leben an.
    Auf den ersten paar Seiten sind kurze und lange Absätze, die nicht zusammen zu passen scheinen, doch sobald man das Buch fertig gelesen hat, erkennt manin diesen teilweise sogar komischen, nicht komisch wie lusitg gemeint, dass alle zusammen passen, jeder auf seine eigene Art.
    Am Anfang dachte ich, das sei ein sehr merkwürdiges Buch, doch sobald ich mitten in der Geschichte war, bemerkte ich, dass Mankell wunderbar erzählen kann.
    Zu meinen Lieblingsbüchern zählt dieses Exemplar gewiss nicht, doch ich kann dieses Buch gewissenhaft weiterempfehlen.
    .
    Würde mich über eine rückmeldung freuen!

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    Dubhevor 7 Jahren
    Rezension zu "Die flüsternden Seelen" von Henning Mankell

    In diesem Buch erzählt der berühmte Krimiautor Mankell die Geschichte Afrikas.
    Nicht im historischen Aspekt, sondern er erzählt die Geschichte verschiedener Leute, die Afrika ausmachen.
    Und damit meine ich nicht wichtige Personen, sondern einfach Leute wie du und ich.
    Die meisten von ihnen sind arm, einige reich, doch was hat Geld mit dem Leben zu tun?
    .
    Am Anfang stehen in dem Buhc unzusammenhängende Absätze, naja, alle haben mit Afrika zu tun, große Überraschung, was?
    Erst später wenn man mitten in der normalen Geschichte ist, merkt man, dass all diese Absätzte schon etwas mit dem Buch zu tun haben.
    Zu erst, als ich mit dem Buch begonnen habe, dachte ich "Was ist das für ein Schrott?"
    Erst mit der Zeit verzaubert dieses Buch einen.
    Klar, spannend ist es nicht, dafür aber hat es eine schöne Sprache und die Geschichten sind interessant.
    Und die Frauen werden teilweise sogar als besseres Geschlecht dargestellt!

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    keinezeitvor 9 Jahren
    Rezension zu "Die flüsternden Seelen" von Henning Mankell

    Die Wallander-Romane gefallen mir deutlich besser, man braucht wohl einfach einen speziellen Bezug zu dem Thema Afrika, Land und Leuten.
    Nichtsdestotrotz angenehm zu lesen.

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    Bokmaskvor 9 Jahren
    Rezension zu "Die flüsternden Seelen" von Henning Mankell

    Autor: Mankell, Henning
    Titel: Die flüsternden Seelen
    Originaltitel: Berättelse på tiden strand
    Verlag: dtv
    Original Verlag: Ordfront Stockholm
    Erschienen: 2007 als HC – 2009 /02 als TB
    Original: 1998
    Seiten: 254
    ISBN-10: 3423211202
    ISBN-13: 978-3423211208
    Cover: TB
    Preis: 8,95 €
    Serie: keine

    [b]Inhaltsangabe:[/b]

    [quote] Vom geheimnisvollen Zauber eines großen Kontinents
    Felisberto, ein alter Afrikaner, sitzt am Feuer und erzählt: von der über dreihundert Jahre alten Stammesmutter Samima, die zwar tot ist, aber als lebender Geist bei ihren Nachfahren äußerst gegenwärtig. Oder von dem Weißen Dom Estefano, dessen Diener er war, und von dem Klavier, das verlassen am Hafen stand und eines Nachts von ganz allein zu spielen begann. Henning Mankell erzählt von der magischen Seite des schwarzen Kontinents und vom Ende des Kolonialismus - angesiedelt im Grenzbereich zwischen Traum und Realität, Mythos und politischer Geschichte. [/quote]Quelle: Bücher de

    [b]Meine Meinung[/b]

    Dieses Buch war für mich das fünfundzwanzigste Buch von Henning Mankell, aber keines hat mich so nachdenklich hinterlassen am Ende wie dieses.
    Felisberto sitzt an Feuer und erzählt aus seinem langen Leben in Afrika, wie es war bevor die Weißen das Land annektierten und während dieser Zeit, aber auch wie es sein wird wenn die Weißen wieder gehen. Zur Zeit seiner Erzählung herrscht gerade Revolution gegen die Weißen, die auch fast alle fluchtartig das Land verlassen.
    Er spricht von der anerzogenen Unterwürfigkeit die sie den Weißen gegenüber zeigen musste, aber auch von der geistigen Revolte dagegen. In dem man einfach stumm die Dinge eben nicht tat wie der Weiße es wollte. Der spricht von der Geistigen Armut der Bevölkerung, aber auch von dem was es nicht mehr gibt, weil die jungen Menschen sich nicht mehr erinnern an die alten Überlieferungen. Die nicht mehr vorhandene pflege der eigenen Religion, ihren Traditionen, ihren Geschichten. Denn schrieben können die wenigsten der schwarzen Bevölkerung. Ihre Geschichten sind ihre Chronik.

    Für mich ist dieses Buch ein Aufruf den Menschen nicht ihre ureigensten Dinge zu nehmen, und die Besinnung auf das eigene Volk wieder hochleben zu lassen. Den schwarzen das wieder zu geben was vor langer Zeit unterdrück und einfach fortgewischt wurde als nicht erwünschenswert. Jedes Volk hat das recht so zu leben wie sie es schon immer getan haben.

    Dieses Buch bekommt von mir 4 von 5 Sternen.

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    Liisavor 11 Jahren
    Rezension zu "Die flüsternden Seelen" von Henning Mankell

    In einem Vorwort schreibt Henning Mankell, dass er den Text dieses Buches 25 Jahre lang bearbeitet hat. In Schweden ist der Roman 1998 erstmals erschienen und nun also auf Deutsch.

    In »Die flüsternden Seelen« erzählt Henning Mankell die Geschichte einer afrikanischen weit verzweigten Familie und zugleich über das Ende kolonialistischer Herrschaft.

    Ich halte diesen Roman für einen der besten, die Henning Mankell je geschrieben hat, was vielleicht gerade daran liegt, dass er dem Roman die Zeit gegeben hat, sich zu entwickeln. Nun mag mancher denken, 25 Jahre sei dann doch etwas lang, doch Henning Mankell unternimmt hier den Versuch die Facetten Afrikas, seiner Menschen und Mythen zu erfassen und das braucht gerade wenn ein Europäer diesen Versuch unternimmt seine Zeit.

    Wer Afrika aus eigener Anschauung kennt - nicht nur von einem evtl. kurzen Urlaub her - sondern weil er dort gelebt hat, kann nicht umhin festzustellen, dass Henning Mankell hier wirklich tief in die afrikanische Welt und Gedankenwelt vorgedrungen ist - auch wenn der Anspruch »Afrika zu erklären« natürlich nicht erfüllt werden kann, denn Afrika kann man nicht erklären.

    Man mag hier und da mit seinen Schlussfolgerungen, die sich im Roman zeigen, nicht ganz einverstanden sein und gerade der Anfang des Romans ist seltsam eindimensional und ließ mich einen Moment sogar fürchten, dieser Versuch könnte völlig danebengegangen sein, doch dann ändert sich der Ton plötzlich und am Ende kann man auf jeden Fall nur bestätigen, dass Henning Mankell weiß, wovon er schreibt.

    Hier geht es nicht im entferntesten um eine weitere Abbildung typisch afrikanischer Klischees, hier versucht einer wirklich zu verstehen. Die äußeren Umstände und Situationen, die Mankell hier schildert sind im Grunde nur das Beiwerk, vielmehr geht es um tieferliegende Schichten, Mythen, Denk- und Lebensweisen auf die man in Afrika trifft. Dies wenigstens teilweise zu erfassen - denn es für diesen Kontinent völlig zu erfassen ist unmöglich - ist Henning Mankell auf den relativ wenigen Seiten in faszinierender Weise gelungen.

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    Ritja

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    Weihnachtszeit ist die schönste Zeit im Jahr!

    Wenn es in den Supermarktregalen nach Zimt, Mandel und Sternanis duftet, wenn es in der Stadt abends nicht mehr so dunkel ist, weil funkelnde Lichter die Straßen beleuchten, da weiß man, es dauert nicht mehr lange bis Weihnachten! Aber das Schönste am Weihnachten ist die Zeit, die wir mit den Menschen verbringen, die wir lieben!

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    Die folgenden Titel sind in dem Afrika-Buchpaket enthalten:

    Der Chronist der Winde
    Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt
    Tea-Bag
    Die flüsternden Seelen
    Die rote Antilope
    Das Auge des Leoparden



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