Henning Mankell Die schwedischen Gummistiefel

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Inhaltsangabe zu „Die schwedischen Gummistiefel“ von Henning Mankell

Sein letzter großer Roman

Nach dem Brand seines Hauses auf einer einsamen Schäreninsel sind dem ehemaligen Chirurgen Fredrik Welin nur Wohnwagen, Zelt, Boot und zwei ungleiche Gummistiefel geblieben. Und wenige Menschen, die ihm nahestehen: Jansson, der pensionierte Postbote, die Journalistin Lisa Modin und seine Tochter Louise, die schwanger ist und in Paris lebt. Als Louise wegen eines Diebstahls in Untersuchungshaft gerät, ruft sie Fredrik zu Hilfe. Während er in Paris über ihre Freilassung verhandelt, erfährt er, dass auf den Schären schon wieder ein Haus in Flammen steht.

»Ein Mensch, der alles verloren hat, hat nicht viel Zeit. Oder ist es umgekehrt? Ich wusste es nicht.«

Der gute Fredrik ging mir zusehen auf den Geist und die büßte immer mehr Sympathien bei mir ein

— Bibliomania

Ein wunderbarer Mankell. Ein letzter Mankell. Die Liebe bleibt, genau so wie die Trauer...

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  • Die schwedischen Gummistiefel

    Die schwedischen Gummistiefel

    Bibliomania

    01. May 2018 um 14:08

    Selten passen Titel und Cover eines Buches so gut zum Inhalt wie in Henning Mankells letztem Roman.  Fredrik Welin war Chirurg, doch seit ihm ein Fehler unterlaufen ist, lebt er zurückgezogen auf einer kleinen etwas abseits gelegenen Insel in Schweden, die nur mit einem Boot zu erreichen ist. Als der 70-jährige Fredrik mitten in der Nacht von einem lodernden Feuer geweckt wird und noch gerade so sein eigenes Leben retten kann, muss er zusehen, wie seine gesamte Existenz bis auf die Grundmauern abbrennt. Er wohnte alleine dort, seine Tochter, von deren Existenz er erst erfuhr, als sie schon 30 Jahre alt war, ist weit weg und sollte das Haus eigentlich erben. Für Fredrik was es nicht einmal mehr möglich zwei gleiche Gummistiefel zu retten. Wer hat das Feuer gelegt? Für Experten und die Polizei gerät Fredrik sehr schnell in Verdacht und seine Tochter kommt, um ihm ein wenig beizustehen. Doch es passieren weitere eigenartige Vorkommnisse. Was ist da wirklich los? Doch weniger die Geschichte selbst als vielmehr alles, was sich zwischenmenschlich und in Fredriks Gedanken abspielt, prägen diesen Roman. Der Protagonist denkt über die Einsamkeit nach und beginnt sie zunehmend zu empfinden. Er merkt, dass er alt ist, nicht nur da er nicht mehr geschwind in sein Boot hüpfen kann, er ist auch schneller erschöpft und müde. Er macht sich viele Gedanken über den Tod und sein Alter. Jegliche Beziehungen zu den anderen Figuren ist recht eigenartig. Zwischen seiner Tochter und ihm hängen immer wieder Spannungen, keiner will auf den anderen eingehen. Eine attraktive Journalistin versucht er immer wieder zu "überreden" sich doch auf ihn einzulassen. Es wird viel gelogen, verschwiegen, nicht gesagt. Und immer wieder hängt über allem die Einsamkeit und Verlassenheit. Fredriks einziger Freund ist der alte Postmann, den er immer mal wieder abspeist, da er ihn nervt oder ihm herrisch befiehlt, um sein Ziel zu erreichen. Und dann ist es nicht einmal möglich ein passendes Paar richtiger, ordentlicher schwedischer Gummistiefel zu bekommen. Für mich sind das Mankells eigene Gedanken, die er nur seiner Hauptfigur leiht. Es sind viele wahre, nachvollziehbare Gedanken, die mich mitunter traurig gestimmt haben. Aber die Hauptfigur ging mir auch zunehmend auf den Geist und wurde mir immer unsympathischer. Zu Beginn tat er mir Leid, aber sein Verhalten wurde regelrecht eklig. Ich weiß nicht, ob ich weitere Hennin Mankells lesen muss, dieses hier hat mich jedenfalls nicht sehr begeistert.

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  • Seine Bücher werden noch in Jahrzehnten aufgelegt und gelesen werden

    Die schwedischen Gummistiefel

    WinfriedStanzick

    23. February 2018 um 08:40

    Im Jahr 2007 veröffentlichte der mittlerweile verstorbene schwedische Schriftsteller Henning Mankell ein nachdenkliches, stellenweise schwermütiges, aber absolut ehrliches Buch mit dem Titel „Die italienischen Schuhe“ und zeigte mit ihm und anderen, die in diesem Zeitraum nach dem endgültigen Abschluss seiner Wallander-Reihe erschienen sind, dass er viel mehr kann als engagierte Krimis zu schreiben und als einer der besten Schriftsteller der letzten 25 Jahre in Erinnerung bleibt.Es war ein Buch, in dem der ehemalige Chirurg Frederik Welin sich seiner Schuld und seiner Lebenslüge stellt und am Ende in sein Logbuch notiert:"Bis hierher sind wir gekommen. Nicht weiter. Aber bis hierher."Ich schrieb damals am Ende meiner Rezension:„Henning Mankell hat ein stilles, aber nicht minder engagiertes und bewegendes Buch geschrieben über Erfahrungen und Auseinandersetzungen des letzten Lebensabschnittes. Ob junge Menschen, die von seinen Wallanderromanen begeistert waren, die neue Stimme Mankells hören wollen, oder überhaupt können, sei dahin gestellt.Aber wer bereit ist, sich ernst Fragen nach Schuld und Vergebung, Alter und Einsamkeit zu stellen, wird von diesem Roman außerordentlich für sich selbst profitieren.“Als er im letzten Jahr mit „Treibsand: Was es heißt, ein Mensch zu sein“ nach seiner Krebsdiagnose ein sehr persönliches und ehrliches Buch veröffentlichte, in dem er den Fragen „Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Welche Art der Gesellschaft will ich mitgestalten?“ nachging, über Zukunftsfragen reflektierte, auf die Schlüsselszenen des eigenen Lebens zurückblickte und über die Möglichkeiten nachdachte, in dieser Welt ein sinnvolles Leben zu führen, hatte man das für seine letzte literarische Äußerung gehalten.Doch vor seinem Tod erinnert er sich noch einmal an seinen nach einem Kunstfehler gescheiterten Chirurgen Frederik Welin aus „Die italienischen  Schuhe“ und schreibt eine Art Fortsetzung, die acht Jahre später spielt und auch ohne die Kenntnis des ersten Romans gut verstanden werden kann, zumal Mankell den wieder ich-erzählenden alt gewordenen Frederik Welin immer wieder auf die Geschichte der „italienischen Schuhe“ zurückkommen lässt.Frederik Welins Haus in den Schären ist durch eine Brandstiftung vernichtet worden. Was ihm geblieben ist, ist ein Wohnwagen, ein Zelt und zwei ungleiche Gummistiefel. Und ein nunmehr völlig zerstörtes Leben. Lohnt es sich, noch einmal neu anzufangen? Ein alter Mann, der alles verloren hat, was sein schon vorher brüchiges Leben ausgemacht hat, ringt um sein Leben, von der ersten bis zu letzten Zeile. Und er fragt sich:Was weiß ich eigentlich über die Menschen, die mir nahestehen? In seinem Fall seine Tochter Louise, seinen Inselnachbarn Jansson, den mittlerweile pensionierten Postboten und die Journalistin Lisa Modin, die nach dem Brand recherchiert und in die sich Welin verliebt.Was weiß ich über mich selbst? Der ganze Roman ist von der ersten bis zur letzten Zeile einer der ehrlichsten und schmerzhaftesten Selbstreflexionen, die ich je gelesen habe.Als Welin in Paris, wohin er gerufen wurde, weil seine schwangere Tochter Louise dort wegen eines Taschendiebstahls verhaftet wurde, am Telefon erfährt, dass ein weiteres Haus in den Schären in Flammen aufgegangen ist, fährt er nach erfolgreichen Verhandlungen über Louises Freilassung wieder nach Hause zurück. Dieser zweite Brand, der genau wie der erste mit Brandbeschleunigern gelegt wurde, veranlasst die Polizei, die Ermittlungen gegen Frederik Welin, die ihm schwer zu schaffen gemacht haben,  einzustellen.Doch wer war es? Wer hat so etwas getan? In den Begegnungen von Frederik Welin mit seiner Tochter, dem Vater des werdenden Kindes, der Journalistin, mit Jansson und anderen Schärenbewohner beschwört Mankell immer wieder die Möglichkeit, aber auch Notwendigkeit menschlicher Nähe angesichts der Einsamkeit, des Alters und dem nahen Tod.Irgendwann erhärtet sich ein bisher unvorstellbarer Verdacht und das Rätsel der Brände scheint gelöst.  Doch die Beziehungen der Menschen untereinander bleiben ungeklärt und im geheimnisvollen Dunkel.Fast erwartet man, dass Welin wie am Ende der italienischen Schuhe auch hier sagt:"Bis hierher sind wir gekommen. Nicht weiter. Aber bis hierher."Doch er blickt dem eigen Tod ins Auge und sagt nüchtern:„Bald würde der Herbst kommen. Aber die Dunkelheit schreckte mich nicht mehr.“Ein lesenswertes, berührendes und unter die Haut gehendes literarisches Vermächtnis. Henning Mankell war ein Schriftsteller, der durch die Qualität seiner verschiedenen Romane zu Lebzeiten sicher den Nobelpreis verdient hätte.Seine Bücher werden noch in Jahrzehnten aufgelegt und gelesen werden. Seine kritische und nachdenkliche Stimme allerdings wird fehlen.

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  • Leise, still und sehr stimmungsvoll ...

    Die schwedischen Gummistiefel

    marion_gallus

    11. January 2018 um 12:55

    Fredrik Welin lebt nach wie vor allein und recht einsam auf seiner Insel im Schärengarten. Dort lebt er im vererbten Haus seiner Großeltern mehr oder weniger wie ein Einsiedler, seit ihm als brillanter Chirurg ein Kunstfehler unterlieft. Zwar hat er vor einigen Jahren unerwarteten Besuch auf seiner Insel erhalten, als seine verflossene Liebe urplötzlich mit ihrem Rollator auf dem Eis stand und in den nachfolgenden Monaten u.a. erfahren, dass er eine erwachsene Tochter hat. Doch letztendlich ist es wie es ist. Fredrik lebt allein in seinem Haus. Eines Abends erwacht Fredrik durch einen hellen Schein und große Hitze. Als er begreift, dass sein Haus in Flammen steht, rennt er sofort nach draußen und es bleibt ihm nicht mehr, als ein Paar ungleiche Gummistiefel, dem Wohnwagen seiner Tochter, ein Boot und ein Zelt. Er ist geschockt, vor allem als in Erfahrung gebracht wird, dass es sich offensichtlich um Brandstiftung handelt und er sogar selbst in den Verdacht gerät, das Feuer gelegt zu haben. Die Journalistin Lisa Modin entwickelt sich für Fredrik zu einer wichtigen, aber seltsamen Freundin. Er fühlt sich zu ihr hingezogen, sogar körperlich. Dann ist da nach wie vor der Postbote Jansson, mittlerweile pensioniert, und einige wenige Menschen, zu denen er auf dem Festland Kontakt hält. Als Louise in Paris, wo sie lebt, in Schwierigkeiten gerät, da sie wegen Taschendiebstahls im Gefängnis sitzt, ruft sie ihren Vater zu Hilfe. Der macht sich auf den Weg, um seiner Tochter zur Freiheit zu verhelfen. Louise ist schwanger und letztendlich erhofft sich Fredrik auch, dass er seine Tochter ein bisschen besser kennenlernt und vielleicht auch ein wenig mehr Einblick in ihr Leben erhält. Während seiner Reise nach Paris steht ein weiteres Haus in seiner Nachbarschaft in Flammen. Der Verdacht fällt zwar nun von ihm selbst ab, doch dennoch bleibt die unheimliche Frage offen: Wer tut sowas? Wer steckt Häuser in Brand und nimmt in Kauf, dass die Bewohner ums Leben kommen? Es kann doch nur jemand aus dem kleinen Kreis der Bewohner des Schärengarten sein …. *** Dieser Roman ist eine Fortsetzung des Romans „Die italienischen Schuhe“, den ich erst kürzlich gelesen und hier rezensiert habe (dennoch kann die Geschichte auch problemlos allein gelesen und verstanden werden). Einige Jahre sind vergangen, doch eigentlich hat sich nichts verändert. Wir kennen inzwischen die agierenden Personen gut und ich habe mich gefreut, dorthin zurückzukehren. Der Titel ergibt genauso viel Sinn wie der der Vorgeschichte, denn die schwedischen Gummistiefel spielen für den Protagonisten eine nicht unerhebliche Rolle. Wieder habe ich Parallelen zum wirklich Leben von Henning Mankell erkannt, da ich sein vorletztes Buch „Treibsand“ auch erst kürzlich gelesen habe. Da dieses Buch von seinem realen Leben handelt, habe ich natürlich bemerkt, wenn er Figuren etwas erleben ließ und /oder Orte aufsucht, die er selbst besucht hat. Das hat mir sehr gut gefallen. Überhaupt habe ich bei seiner Hauptfigur Fredrik Welin immer Henning Mankell selbst vor Augen. Denn er selbst schaut auf dem Autorenfoto seiner letzten Einbände auch sehr nachdenklich, melancholisch, ja, beinahe traurig in die Kamera. Fredrik wirkt auch sehr in sich gekehrt, verschlossen und einsam. Das war Mankell vielleicht nicht, wobei er soviel in diesen Protagonisten gelegt hat, dass eigentlich ein gutes Stück selbst mit eingeflossen sein kann. Dieser letzte Roman beschäftigt sich viel mit dem Älterwerden, was eindeutig ätzend ist und viele Gedanken nach sich zieht. Wer ist mir wichtig, was möchte ich noch (einmal) erleben? Kann ich mich noch einmal verlieben oder hingeben? Vertrauen, Misstrauen, Freundschaft und Enttäuschung spielen genauso eine Rolle wie Wutausbrüche und Anfälle von Eifersucht und Neid. Aber natürlich hat der Roman durch die Brände auch einen guten kriminalistischen Touch, der zum Mitermitteln anregt. Kurzum: dieser Roman ist leise, still und sehr stimmungsvoll. Dennoch gewaltig und so umfassend wie das Leben selbst. Top! Ruhe in Frieden, Henning Mankell. Ihre Gedanken, Erinnerungen und Einstellung bleiben uns wenigstens erhalten, da Sie sie für uns aufgeschrieben haben. © Marion Brunner

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  • Made in Sweden

    Die schwedischen Gummistiefel

    AngiF

    09. January 2018 um 10:27

    Der fast 70jährige Arzt Fredrik Welin hat sich nach einem von ihm begangenen Kunstfehler auf eine kleine Schäreninsel zurückgezogen. Er lebte dort im Haus seiner Großeltern, bis zu der einen Nacht vor einem Jahr, als das Haus niederbrannte. Schnell wird ihm da klar, dass die Menschen, die hier leben, ihm noch immer nicht vollends vertrauen – er ist ein Zugereister für sie. Er gerät in den Verdacht, den Brand selbst gelegt zu haben. Nun lebt Fredrik auf der kleinen Insel im Wohnwagen seiner Tochter und hat nicht mehr viel übrig, als die Sachen in denen er vor dem Feuer floh. Als seine Tochter Louise seine Hilfe in Paris benötigt, ist er sofort zur Stelle. Doch genau zu dieser Zeit, kommt es erneut zu einem Feuer auf einer der Inseln. Dieser in der Ich-Form, aus Fredriks Sicht, geschriebene Roman Henning Mankells ist soviel mehr als ein Liebesroman oder Kriminalroman, er ist vor allem ein Abschied. Der Abschied eines ganz großen Schriftstellers unserer Zeit. Henning Mankell hat so viel von sich selbst und seinem eigenen Leben in die Geschichte einfließen lassen. Denn so wie Louise im Roman war er selbst zeit seines Lebens ein Aktivist, der sich für seine Ansichten aktiv eingesetzt hat, so z.B. für die Aktion: „Ship to Gaza“. Deshalb liegt ein klein wenig Melancholie über der Lektüre dieses wunderbaren Buches, in dem Henning Mankell noch einmal mehr die Schwächen, die Fehler und Abgründe der Menschen betrachtet. Im fesselnden Schreibstil und wundervoller Sprache erzählt der Autor die Geschichte, die zwar als Fortsetzung zu dem Roman „Die italienischen Schuhe“ gilt, doch eigenständig ist und einzeln gelesen und verstanden werden kann. Natürlich erhält dieses Buch fünf von fünf möglichen Sternen von mir und ich empfehle es absolut weiter, an Leser feiner, exklusiver Romane, für Fans von Henning Mankell ist dieses Buch sowieso ein Must-Read. Ich wurde noch einmal prächtig unterhalten von Henning Mankell und gehe nun der im Buch gestellten Frage nach, ob ein Mensch, der alles verloren hat, nicht viel Zeit hat oder ob es umgekehrt ist. https://angisbuecherkiste.blogspot.se/2018/01/die-schwedischen-gummistiefel-von.html

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    • 3
  • Vom Altern und dem Menschsein

    Die schwedischen Gummistiefel

    Buchperlenblog

    12. May 2017 um 17:18

    "Mehr und mehr schien es, als kommunizierten wir miteinander, indem wir uns aus den Augenwinkeln beobachteten. Wir gingen herum und hatten Angst. Meine Angst rührte daher, dass ich meinte, weniger und weniger von meiner schwangeren Tochter zu wissen. Und dass sie an mir vielleicht sah, was das Alter mit einem Menschen macht." (.S.179) Inhalt Fredrik Welin, ein ehemaliger Chirurg im Ruhestand, wacht eines Nachts auf, als sein Haus über seinem Kopf lichterloh in Flammen steht. Nur mit Mühe schafft er es ins Freie. Die Brandursache ist unklar und schnell gerät der 70jährige in Verdacht, das Feuer selbst gelegt zu haben. Im Zuge der Ereignisse lernt er die Journalistin Lisa Modin kennen und verliebt sich in sie, eine fast halb so alte Frau. Er versucht ihr näher zu kommen und steht sogar eines Nachts vor ihrer Haustür. Zwischen den beiden, die so sehr die Einsamkeit im Inneren teilen, entspinnt sich langsam eine Freundschaft. Auch seiner Tochter Louise kommt er nach dem Brand näher und wird endlich ein Teil ihres Lebens. Doch die Frage, wer das Feuer gelegt hat, bleibt nach wie vor offen. Wie gut kennen wir die Menschen um uns herum? Rezension Henning Mankells letzter großer Roman, so wird dieses Buch angepriesen. Es liest sich, wie ich es mir vorgestellt habe. Ein ruhiges Buch, dass die Probleme des Alterns beleuchtet. Mankell schrieb dieses Buch im Wissen, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. So lässt es den Schluss zu, dass er sich an Stelle des Fredrik Welin zuweilen selbst stehen sieht. Sein Protagonist verliert sich zeitweise in Überlegungen, die sein Leben und vor allem auch die Zeit danach betreffen. Um ihn herum, verteilt auf den anderen schwedischen Schären in der Ostsee, sind die meisten Menschen in einem Alter, in dem es bald vorbei sein könnte. Und doch ist Fredrik nicht gewillt, klein beizugeben. Er verlässt häufig seine Insel mit der heruntergebrannten Ruine und macht sich sogar auf die Reise ins ferne Paris, der Stadt, die er in früheren Tagen so oft besucht hat. Er verliebt sich sogar noch einmal und hofft auf eine zwischenmenschliche Beziehung, auch wenn diese eher unwahrscheinlich ist.  Der Brand hat endlich das Tor geöffnet, um mit seiner Tochter warm zu werden. Lange haben sie nicht gewusst, wie sie miteinander umgehen sollen und auch jetzt ist noch diese Wand zwischen ihnen spürbar. Und doch gibt es endlich Hoffnung. Fredrik Welin ist ein Protagonist, den man als grundsätzlich sympathisch bezeichnen kann. Er hat Fehler und er erinnert sich auch immer wieder an Episoden in seinem Leben, in denen er sich daneben benommen hat. Und doch macht ihn das aus, macht ihn zu einem von uns. Einen Menschen. Niemand ist frei von Fehlern, wir alle haben Dinge getan oder werden sie noch tun, die wir im Alter womöglich überdenken oder bereuen werden. Aber macht genau das nicht das Leben aus? Die weiteren Charaktere und Schärenbewohner sind allesamt Sonderlinge, merkwürdige Menschen und Eigenbrötler mit mehr oder weniger liebenswerten Eigenschaften. Viele bleiben blass, auch Sympathien kamen eher nicht bei mir zum Vorschein. Selbst Louise, seine Tochter, schafft es nicht, dass ich sie in mein Herz schließen konnte. Aber vielleicht muss man das auch nicht. Die Aufklärung des Brandes auf seiner Insel verläuft im Hintergrund, ist eigentlich nicht wirklich Bestandteil des Buches. Viel mehr hat dieses Feuer Fredrik ein wenig Leben geschenkt, ein wenig Hoffnung auf die Zukunft. Denn nun hat er sein Leben wieder ein Stück mehr in der Hand.  Fazit Eine Geschichte, klar und schnörkellos geschrieben und doch so bestechend wahr. Eine Geschichte über das Alter, über das Menschsein und die Hoffnung. Streckenweise etwas langatmig und gleichförmig, aber womöglich ist es so, das Alter. Irgendwann, wenn wir selbst 70 sind, werden wir es vielleicht wissen.

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  • Interessantes Buch über das Älterwerden

    Die schwedischen Gummistiefel

    UteSeiberth

    06. March 2017 um 15:28

    Henning Mankell beweist in seinem letzten Roman,dass er nicht "nur" Krimis schreiben kann! In diesem Roman geht es um den ehemaligen Chirurgen Fredrik Welin,der einsam auf einer kleineren Schäreninsel in Schweden lebt.Seit ihm als Chirurg ein Kunstfehler passiert ist,hat er sich auf diese Insel zurückgezogen. Doch eines Tages brennt plötzlich sein Haus nieder,er kann zum Glück rechtzeitig fliehen,aber es sieht nach Brandstiftung aus,die nicht zu erklären ist. Es bleibt ihm nichts ausser einem Wohnwagen ,  einem Zelt,einem Boot und zwei ungleichen Gummistiefeln.Er hat nur wenige Menschen die ihm nahestehen,seine Tochter Louise,die schwanger ist und ihn Paris lebt,ein pensionierter Postbote und die junge Journalistin Lisa Modin,in die er ein bisschen verliebt ist.Als er zu seiner Tochter nach Paris fährt,hört er,dass auf den Schären zwei weitere Häuser ,ähnlich wie  sein Haus , plötzlich in Flammen aufgegangen sind, vielleicht auch Brandstiftung.Er rätselt jetzt viel über diese Vorfälle und man erfährt mehr über ihn und seine Bekannten. Am Ende scheintscheint die Brandstiftung geklärt aber die Stärke seiner menschlichen Bindungen bleibt offen ,denn es ist gleichzeitig auch ein nachdenkliches Buch über das Älterwerden.Dieser Roman hat mich wirklich beeindruckt!

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  • Einsame Schwedentage

    Die schwedischen Gummistiefel

    LolitaBuettner

    25. February 2017 um 16:41

    Der letzte Roman von Henning Mankell ist ein wenig melancholisch. In DIE SCHWEDISCHEN GUMMISTIEFEL begegnet der Leser dem pensionierten Chirurg Fredrik Welin. Der Siebzigjährige wohnt auf einer Schäreninsel in Schweden. Er ist dort der Einzige. Mitten in der Nacht brennt sein Haus ab. So gerät das stille und einsame Leben des Mannes durcheinander. Fredrik Welin behauptet von sich selbst, er sei nicht besonders neugierig. Dennoch kramt er in den Sachen anderer herum, lugt durch Fensterscheiben oder betritt die Häuser seiner Nachbarn. Dann schleicht er durch die Flure und taucht in die Leben der Anderen ein. Ein bisschen so fühlt es sich an, wenn man dieses Buch liest. Weil es in der Ich-Form geschrieben ist, liest es sich wie ein Tagebuch. Der Leser folgt Tag für Tag, Stunde für Stunde im Leben von Fredrik Welin. Es ist nicht besonders aufregend und Fredrik kein besonders charmanter Mann. Zwischendrin reihen sich zahlreiche lustige aber auch traurige Anekdoten aus seiner Kindheit und Jugend. Zuerst empfand ich den Roman langweilig, obwohl er spannend begann. Doch es passierte nichts. Eine Bootsfahrt oder Stunde im Wohnwagen, in welchem Fredrik ziehen muss, da das Haus völlig abgebrannt ist, verging ohne große Besonderheiten. Dann wurde mir bewusst, dass dieser Mann völlig allein auf dieser Mini-Insel wohnt. Was soll da schon passieren? Selbst die Suche nach der Brand-Ursache war unaufgeregt. Trotzdem ist das Buch lesenswert, allein schon deswegen, weil es die letzten geschriebenen Worte von Henning Mankell sind.

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    • 3
  • Vom Altern, Einsamkeit und dem alltäglichen, verrückten Leben.

    Die schwedischen Gummistiefel

    Lichterregen

    03. January 2017 um 16:35

    Als in einer Nacht Fredik Welin's Haus in Flammen steht, schafft er es kaum mehr zu retten, als sich selbst, einen Mantel  und zwei nicht zusammenpassende Gummistiefel. Während ihm Jansson, der pensionierte Postbote, und seine erst seit etwa 10 Jahren bekannte, bereits erwachsene Tochter, die in Paris lebt, irgendwie zur Seite stehen, lernt Fredik zusätzlich eine junge Journalistin namens Lisa Modin kennen, in die er sich verliebt. Auch wenn ihm bewusst ist, dass daraus nie werden kann, wonach sich Fredik sehnt, entwickelt sich aus der Bekanntschaft eine Freundschaft. Die Fredik auch benötigt, denn nicht nur die Polizei denkt, dass der alte Mann selbst für den Brand verantwortlich ist. Durch viele kurze Rückblenden lernen wir Fredik Welin kennen und erfahren, wie er zu dem geworden ist, was er ist. Es wird an den vielschichtigen Charakteren von Jansson, Lisa Modin und Fredik's Tochter Luise gekratzt, die alle grundverschieden sind. Viele kleine Philosophien in diesem Buch haben mich zum kurz Innehalten bewegt, wie etwa diese beiden:"Ihr Hass gründete sich ganz und gar auf unterschiedliche Ansichten darüber, was die  wahre Religion sei. Dennoch glaubten sowohl die einen, die die Männer festnagelten, wie die anderen, die festgenagelt wurden, sie dienten demselben Gott."">>Was geschieht in der Welt?<<, fragte sie.>>Alles. Aufs Neue. Wieder und wieder. Immer gleich, immer verschieden.<<"Das Buch hat mir gut gefallen, auch wenn viele Inhalte nicht aufgeklärt wurden. Aber erfahren wir in der Realität alles, was um uns herum geschieht?Ich fand es schade, dass die Charaktere Jannson, Lisa Modin und Luise nicht mehr beschrieben wurden. Mir hat die Beantwortung einiger Fragen gefehlt und einige Verhalten konnte ich überhaupt nicht deuten. Natürlich zeigt das die Vielschichtigkeit des Lebens und jeder einzelnen Person auf, aber einige Erklärungen, wie etwa etwas mehr zu einigen Randcharakteren, die in kurzen Passagen im Mittelpunkt standen, haben mir dann doch gefehlt. Eine etwas andere Geschichte, bei der der rote Faden nicht immer ersichtlich ist, mit vielen Lebensweisheiten, ohne schwer verdaulich zu sein. Das Buch soll eine eigenständige Fortsetzung des Buches "Die italienischen Schuhe", welches ich allerdings nicht gelesen habe und bisher auch nicht weiß, ob ich das je lesen werde, oder ob ich es bei diesem einen Buch von Henning Mankell belasse.

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  • Feuer im Schärengarten

    Die schwedischen Gummistiefel

    black_horse

    05. December 2016 um 23:02

    Schon das Cover dieses Romans hat es mir angetan. Die Stimmung, die es einfängt mit dem einsamen Mann in seinem Boot, ist großartig, nachdenklich, träumerisch. Es passt ganz wunderbar zu diesem leider letzten Roman Hennig Mankells.Als ich das Buch zu lesen begann, kam ich mir zurückversetzt vor in ein anderes Werk von Mankell. Dabei stand im Klappentext gar nichts von einem Vorgänger. Aber es war eindeutig, Fredrik Welins Geschichte war die der "Italienischen Schuhe". Damit ist auch der Titel gleich noch klarer zuzuordnen. Ich war überrascht, hätte es aber wissen können (zumal es zu Beginn des Buches nochmal erwähnt wird, das habe ich wohl überblättert).Seit dem Tod der Mutter seiner Tochter, der Thema von "Die italienischen Schuhe" war, lebt der pensionierte Arzt Fredrik relativ einsam auf einer Schäreninsel. Seine Tochter, die er auch erst sehr spät kennengelernt hat, ist in der Welt unterwegs. Um ihn herum lauter alte Leute. Es ist Herbst. Doch dann geschieht etwas schreckliches: sein Haus geht in Flammen auf und Fredrik kann sich nur knapp aus dem Feuer retten.Es gab keine Erklärung. Es schien, als habe sich das Haus selbst angezündet.Als könnte ein altes Haus vor Erschöpfung und Trübsinn Selbstmord begehen. (S. 14)Nicht nur, dass Fredrik alles verloren hat, was er besaß, er wird auch noch der Brandstiftung verdächtigt.Die Frage ist jetzt, was er tun soll. Hat dieser Mann eine Zukunft? Hat er einen wirklichen Grund weiterzuleben? (S. 40)Mankell ist ein großartiger Erzähler. Rund um die Person Fredrik Welin spinnt er ganz viele kleine Geschichten und Erinnerungen. Die Geschichte seiner Tochter, die er in Paris aus dem Gefängnis holen muss. Die Geschichte der alten Oslovski, die ihren Oldtimer nicht fertig restaurieren kann. Die Geschichte des ehemaligen Postboten Jansson, der ebenfalls einsam scheint. Die Geschichte der jungen Reporterin Lisa Modin, mit der Welin so gerne schlafen würde. Die Geschichte des unbekannten Zeltbesuchers. Die Geschichte über die Einsamkeit der Schärenwelt. Und natürlich die Geschichte der Gummistiefel, die einfach nicht geliefert werden. Und in diesen Geschichten verstecken sich wieder Erinnerungen an vergangene Zeiten, aber auch Gesellschaftskritik und ein besonderer Humor.Ich habe fast alle Bücher von Mankell gelesen. Gerade seine Erzählungen haben es mir sehr angetan. Und da reiht sich auch dieses Buch ein, das noch einmal ganz viel von seinen Gedanken verrät.Ich konnte schlicht und einfach nicht verstehen, warum ich nicht mit alten Freunden verkehren sollte, nur weil sie tot waren.Ich fuhr fort, mit ihnen zu reden, ihnen zuzuhören, mich zu erinnern. (S. 473)Seine Bücher sind für uns eine Möglichkeit, Mankell zuzuhören, auch wenn er nun nicht mehr schreiben kann.

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  • svenska gummistövlar

    Die schwedischen Gummistiefel

    ClaraOswald

    05. November 2016 um 21:24

    Fredrik ist siebzig Jahre alt, allein wohnt er auf einer schwedischen Schäreninsel. Eines Nachts wird er von Flammen geweckt, die sein Haus zerstören. Alles was ihm bleibt ist sein Leben, sein Pyjama, eine Regenjacke und zwei linke Gummistiefel.Andere Bewohner des Schärengartens eilen zu Hilfe, doch vom Haus bleibt nichts übrig.Fredrik zieht in seinen Wohnwagen. Ein guter Freund, ein pensionierter Postbote namens Jansson, bietet ihm an, bei ihm zu wohnen, doch Fredrik lehnt ab. Jansson leiht ihm aber einen Gummistiefel, der zu groß und andersfarbig ist.Weil er so alt ist, weiß er nicht, ob es sich noch lohnt, das Haus wieder aufzubauen.Eine Journalistin tritt in sein Leben, Lisa Modin, und Fredrik verliebt sich in sie. Er weiß, dass er nichts erwarten darf, doch er macht sich dennoch Hoffnungen. Sie wird eine Freundin.Die Küstenwache findet die Brandursache heraus: Brandstiftung.Fredrik wird als Täter verdächtigt. Bis er in Paris seine Tochter aus dem Gefängnis holen muss und zur selben Zeit ein weiteres Haus abbrennt. Und in der Silvesternacht ein weiteres.Es ist Henning Mankells letzter Roman. Eine Fortsetzung von -Die italienischen Schuhe-, die Geschichte muss man nicht gelesen haben um den neuen Roman zu verstehen. Es wird nur auf einige Geschehnisse verwiesen und die Personen sind dieselben.Fredrik ist ein alter Mann, einsam, obwohl er einige Kontakte pflegt. Besonders deutlich wird es, als er nach dem Brand in einem Café sitzt und weint. Für mich die traurigste Stelle des Buches.Gleichzeitig schreibt Henning Mankell auch mit einem wunderbaren Humor, beispielsweise als sich der Protagonist die Journalistin nackt vorstellt und sich kurz darauf schämt, und weil Fredrik manchmal einfach sagt, was er denkt und nicht das, was der Situation angemessen wäre.Ich mag Henning Mankells Schreibstil sehr, da es erst mein zweiter Roman von ihm war, habe ich noch einige auf meiner Wunschliste. Auch das Cover gefällt mir sehr gut und passt zum Buch.Wer zuvor -Treibsand- gelesen hat, erkennt, wie persönlich dieser Roman ist. Viele von Mankells Erlebnissen hat auch Fredrik. Ein sehr bewegendes Buch, das sich zu lesen lohnt.

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  • Ein Buch wie wenig andere...

    Die schwedischen Gummistiefel

    Bilie

    05. November 2016 um 19:49

    Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, dieses Buch zu bewerten und zu beschreiben. Es beginnt von der Handlung her interessant. Fredriks Haus brennt vollständig ab und ihm bleibt nicht mehr als das, was er gerade am Leib trägt. Erwartet habe ich nun einen Kriminalroman, der sich um den Brand dreht und die Ermittlungen dazu. Dies wird aber sehr schnell zum Nebenschauplatz. Erzählt wird dann eine Geschichte über das Älter werden und Fredriks Probleme damit, zwischenmenschliche Beziehungen oder eigentlich eher "Nicht-Beziehungen", Familie und Freunde. Auch wenn ich mich anfangs zwingen musste weiter zu lesen konnte ich mich der Geschichte irgendwann nicht mehr entziehen. Ein eigentlich völlig unspektakuläres Buch - vielleicht macht aber gerade das den Reiz aus - das trotzdem zu Herzen geht. 

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  • Keine leichte Kost!

    Die schwedischen Gummistiefel

    biancaneve66

    30. October 2016 um 11:56

    Der Einstieg in diesen Roman ist sehr spannend und in ansprechendem Stil gestaltet. Der Ich-Erzähler ist sehr offen und ehrlich und gibt gleich zu Beginn viel von seinem Wesen preis. Beinahe freundschaftlich informiert er den Leser über sein Leben, vielmehr über die Einstellung zum Leben. Man erfährt viel über ihn, doch es fällt schwer, den Protagonisten sympathisch zu finden. Nicht erst sein einsames Leben auf der Schäre scheint ihn zum Eigenbrötler gemacht zu haben, die Rückblicke auf sein Leben zeigen, dass er auch früher kein besonderer Menschenfreund war. Doch auch mit den anderen Charakteren konnte ich nicht richtig warm werden, allesamt sind sie Sonderlinge.Mankell hat sein letztes Buch unter dem Bewusstsein verfasst, bald sterben zu müssen. Der Roman spiegelt seine Gedanken über Tod und Leben, Einsamkeit und Angst, aber auch Hoffnung wider. Diese Hoffnung, dieses Weiterplanen über den Tod hinaus, verspürt der Leser aber erst im letzten Abschnitt des Romans. Das Ende stimmt sogar versöhnlich, obwohl es sehr offen gehalten ist. Im Großen und Ganzen ist es ein sehr melancholisches Buch, keine Lektüre, die man so einfach nebenbei zur Zerstreuung zur Hand nimmt. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt, ohne konkrete Lösungen anzubieten. Jede Lektüre ist auch immer von der persönlichen Situation des Lesers abhängig, und Gedanken über das Sterben sind nicht jedermanns Sache. Vielleicht konnte mich das Buch auch deshalb nicht hundertprozentig überzeugen, aber lesenswert ist der Roman allemal!

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  • Leserunde zu "Die schwedischen Gummistiefel" von Henning Mankell

    Die schwedischen Gummistiefel

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    Henning Mankells sehr persönlicher Roman Die Handlung seines letzten Romans "Die schwedischen Gummistiefel" hat Henning Mankell in die gewaltige Landschaft der schwedischen Schären platziert und dabei seine Figuren mit großer Leidenschaft gestaltet. Dieser Roman, den er kurz vor seinem Tod beendet hat, ist ein sehr persönliches Buch, eins, das sehr lange in Erinnerung bleiben wird.Jetzt erscheint diese emotionale Geschichte auf Deutsch, und ihr habt die Möglichkeit, an einer Leserunde dazu teilzunehmen!Zum InhaltSeit Fredrik Welin als Chirurg ein Kunstfehler unterlief, lebt er allein auf einer einsamen Insel in Schweden. Ihm ist nach dem Brand seines Hauses so gut wie nichts geblieben. Nur wenige Menschen, die ihm nahestehen: Jansson, der pensionierte Postbote, die Journalistin Lisa Modin, in die er sich verliebt, und seine Tochter Louise, die schwanger ist und in Paris lebt. Als sie wegen eines Diebstahls in Untersuchungshaft gerät, ruft sie ihn zu Hilfe. Während er in Paris über ihre Freilassung verhandelt, erfährt er, dass auf den Schären schon wieder ein Haus in Flammen steht. Mankells letzter Roman, der Nachfolger des Bestsellers "Die italienischen Schuhe", ist ein sehr persönliches Buch und beschwört die Möglichkeit menschlicher Nähe angesichts von Einsamkeit, Alter und Tod.Hier geht es zur LeseprobeZum AutorHenning Mankell, geboren 1948 in Härjedalen, Schweden, lebte als Theaterregisseur und Autor in Schweden und in Maputo (Mosambik). Seine Romane um Kommissar Wallander sind internationale Bestseller, u.a. "Die fünfte Frau" (1998) und "Mittsommermord" (2000). Zuletzt erschienen bei Zsolnay die Romane "Daisy Sisters" (2009) und "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" (2012), die Krimis "Der Chinese" (2008), "Der Feind im Schatten" (2010) und "Mord im Herbst" (2013) sowie das Porträt "Mankell über Mankell" der dänischen Journalistin Kirsten Jacobsen. In seinem letzten und sehr persönlichen Buch "Treibsand. Was es heißt, ein Mensch zu sein" setzt er sich mit seiner schweren Krebserkrankung auseinander, der er am 5. Oktober 2015 erlegen ist. Im August erscheint mit "Die schwedischen Gummistiefel" sein letzter Roman.Rechtzeitig zum Erscheinungstermin verlosen wir zusammen mit Zsolnay 25 Exemplare von "Die schwedischen Gummistiefel".Möchtet ihr Fredrik auf einer Reise zwischen der schwedischen Schärenwelt und der französischen Metropole begleiten? Glaubt ihr, dass es einen Zusammenhang zwischen den Häuserbränden gibt? Wenn ihr Lust auf eine Leserunde zu dieser herzbewegenden Geschichte habt und ihr euch darüber austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchtet, solltet ihr euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 28.08. bewerben und auf folgende Frage antworten:Nach seiner gescheiterten Karriere als Chirurg lebt Fredrik abgeschottet auf einer einsamen Insel. Freunde hat er kaum.Könnt ihr euch vorstellen, eine längere Zeit so zu leben, fast ohne menschliche Kontakte? Oder braucht ihr immer viele Menschen um euch?Ich bin gespannt auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!* Bitte beachtet auch unsere Richtlinien für Buchverlosungen & Leserunden.

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    • 823

    Newspaperjunkie

    19. October 2016 um 20:44
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    Martinchen schreibt Louise ist schon merkwürdig: auf der einen Seite stiehlt sie, auf den anderen kümmert sie sich um den kranken Bruder ihres Freundes. Ich weiß noch nicht so recht, wie ich sie einordnen soll. Lisa ...

    Mit beiden Frauen kann ich so rein gar nichts anfangen. Auch wenn Luise jetzt etwas verständlicher erscheint, leiden kann ich sie immer noch nicht. Eigentlich keinen der Protagonisten. Das macht ...

  • Eine bewegende und melancholische Geschichte übers Altwerden,über das Vergängliche und über den Tod

    Die schwedischen Gummistiefel

    janaka

    12. October 2016 um 20:42

    *Inhalt*Mitten in der Nacht fängt das Haus vom 70jährigen Fredrik Welin an zu brennen, er kann sich gerade noch vor den Flammen retten. Nun steht er vor seinem abgebrannten Haus, mit zwei linke Gummistiefel und den Klamotten, die er am Leib trägt. Sonst ist alles verbrannt, Kleidung, Papiere, Erinnerungsstücke usw. Zum Glück kann er in dem Wohnwagen seiner Tochter erstmal unterkommen und macht sich Gedanken, ob sich ein Neuanfang in seinem Alter noch lohnt.*Meine Meinung*"Die schwedischen Gummistiefel" ist das letzte Buch von Henning Mankell. Als mich am 05.Oktober 2015 die Nachricht seines Todes erreichte, war ich unendlich traurig, einer der besten Autoren der Gegenwart und einer meiner Lieblingsschriftsteller hat uns verlassen. Umso mehr freue ich mich, sein letztes Buch lesen zu dürfen. Dieser Roman baut sich auf "Die italienischen Schuhe" aus dem Jahr 2006 auf. Und es ist genau wie der Vorgängerband kein Buch zum Schnelldurchlesen, ich habe die einzelnen Worte, die atmosphärischen Beschreibungen der Schären, der Einsamkeit und der Lebensweise von Welin genossen.Zitat S. 74 "Das Altern war ein Nebel, der still übers Meer herangezogen kam."Ich finde dieses Zitat einfach wunderbar, es drückt meine Gefühle über das Gelesene richtig gut aus.Das Buch ist sehr melancholisch, es dreht sich um das Altwerden, um die Einsamkeit und um den Tod aber auch um einen Neuanfang, der sich immer lohnt, egal, wie alt man ist.Der Titel "Die schwedischen Gummistiefel" hat einen direkten Bezug zur Geschichte, nach dem Feuer bleiben Fredrik nur noch zwei linke Gummistiefel und die Bestellung nach neuen "Made in Sweden" ist die ganze Zeit präsent. Mit Welin hat der Autor einen Charakter erschaffen, der nicht nur sympathisch ist. Auf der einen Seite kann man mit ihm mitfühlen und kann sein Verhalten nachvollziehen. Aber dann ist da immer noch die andere Seite, er ist seinen Mitmenschen gegenüber absolut nicht empathisch, in manchen Fällen bewegt er sich wie ein Elefant im Porzellanladen. Sogar seiner Tochter gegenüber benimmt er sich nicht, wie ein liebender Vater. Im Laufe des Buches nähern die beiden sich langsam an und man hofft, dass sich das Verhältnis der beiden stabilisiert. Und zum Abschluss des Buches noch einmal wunderbare Worte des Autors, die zum Nachdenken anregen:Seite 475Mittlerweile war es spät im August.Bald würde der Herbst kommen. Aber die Dunkelheit schreckte mich nicht mehr.*Fazit*Ein wunderbares Buch mit Tiefgang, wer den Schreibstil des Autors mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen. In meinem Herzen und in seinen Büchern wird Henning Mankell weiterleben.

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  • Die schwedischen Gummistiefel

    Die schwedischen Gummistiefel

    Martinchen

    11. October 2016 um 17:24

    "Seit Fredrik Welin als Chirurg ein Kunstfehler unterlief, lebt er allein auf einer einsamen Insel in Schweden. Ihm ist nach dem Brand seines Hauses so gut wie nichts geblieben. Nur wenige Menschen, die ihm nahestehen: Jansson, der pensionierte Postbote, die Journalistin Lisa Modin, in die er sich verliebt, und seine Tochter Louise, die schwanger ist und in Paris lebt. Als sie wegen eines Diebstahls in Untersuchungshaft gerät, ruft sie ihn zu Hilfe. Während er in Paris über ihre Freilassung verhandelt, erfährt er, dass auf den Schären schon wieder ein Haus in Flammen steht. Mankells letzter Roman, der Nachfolger des Bestsellers „Die italienischen Schuhe“, ist ein sehr persönliches Buch und beschwört die Möglichkeit menschlicher Nähe angesichts von Einsamkeit, Alter und Tod." Das Cover zeigt einen Mann, die in der Dämmerung in einem Boot sitzt. Der Sonnenuntergang färbt Himmel und Meer orangefarben und blau, so dass nur die Konturen des Mannes, des Bootes und des Anlegers sichtbar sind. Ein sehr gelungenes Bild für das Buch.  Henning Mankell lässt Fredrik Welin seine Geschichte selbst erzählen. Fredrik ist fast 70 Jahre alt und wohnt auf einer Schäreninsel. So wird diese Geschichte langsam und bedächtig erzählt, mit vielen Alltagsbeschreibungen. Mit dem Verlust seines Hauses und seiner Habseligkeiten erinnert sich Fredrik an sein Leben und an das, was wichtig ist. Viele Fragen werden aufgeworfen und bleiben unbeantwortet, ein Kunstgriff des großen Autors, denn so kann jeder Leser, jede Leserin selbst nach eigenen Antworten suchen. Alter, Einsamkeit, Tod und der Umgang damit sind die Themen des Romans, den ich, so wie es im Klappentext zu lesen ist, als sehr persönlich empfinde. Es ist ein melancholisches und tieftrauriges Buch, das jedoch am Ende ein wenig Hoffnung gibt, denn ein neues Haus ist gebaut,  Fredrik hat eine Freundin (keine Geliebte) gefunden und sein Verhältnis zu seiner Tochter ist ein deutlich besseres. Hoffnung gibt auch der letzte Satz "Aber die Dunkelheit schreckte mich nicht mehr." Ich wünsche sehr, dass Henning Mankell diesen Satz sagen konnte. Der letzte Roman von Henning Mankell - eine berührende und exzellent geschriebene Geschichte, die ich uneingeschränkt empfehlen kann. Danke Henning Mankell!

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