Henning Mankell Die schwedischen Gummistiefel

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Inhaltsangabe zu „Die schwedischen Gummistiefel“ von Henning Mankell

Seit Fredrik Welin als Chirurg ein Kunstfehler unterlief, lebt er allein auf einer einsamen Insel in Schweden. Ihm ist nach dem Brand seines Hauses so gut wie nichts geblieben. Nur wenige Menschen, die ihm nahestehen: Jansson, der pensionierte Postbote, die Journalistin Lisa Modin, in die er sich verliebt, und seine Tochter Louise, die schwanger ist und in Paris lebt. Als sie wegen eines Diebstahls in Untersuchungshaft gerät, ruft sie ihn zu Hilfe. Während er in Paris über ihre Freilassung verhandelt, erfährt er, dass auf den Schären schon wieder ein Haus in Flammen steht. Mankells letzter Roman, der Nachfolger des Bestsellers „Die italienischen Schuhe“, ist ein sehr persönliches Buch und beschwört die Möglichkeit menschlicher Nähe angesichts von Einsamkeit, Alter und Tod.

Ein melancholisches Buch über das Menschsein und das Alter.

— Buchperlenblog
Buchperlenblog

Tolles und spannendes letztes Buch von Henning Mankell

— Beccilein
Beccilein

Zwischen den Zeilen hat man das Gefühl, man sieht Henning Mankell vor sich sitzen. Diesem Buch hat viel von sich für uns mitgegeben.

— LolitaBuettner
LolitaBuettner

Eine Geschichte von einem Mann, dem augenscheinlich kaum etwas bleibt, alt und einsam, welcher erkennt, was das Leben lebenswert macht.

— Lichterregen
Lichterregen

Mankell ist ein Erzähler von diesem und jenem. Ein nachdenklicher Roman über einen einsamen Mann.

— black_horse
black_horse

Keine leichte Kost, aber trotzdem lesenswert.

— Bilie
Bilie

Wunderbar. Der letzte Mankell.

— ClaraOswald
ClaraOswald

Ein lesenswertes Werk, das man nicht einfach nebenbei zur Hand nimmt.

— biancaneve66
biancaneve66

Ein bewegendes Statement eines großartigen Schriftstellers.

— Sikal
Sikal

Eine bewegende und melancholische Geschichte übers Altwerden,über das Vergängliche und über den Tod von einem unvergesslichen Schriftsteller

— janaka
janaka

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  • Vom Altern und dem Menschsein

    Die schwedischen Gummistiefel
    Buchperlenblog

    Buchperlenblog

    12. May 2017 um 17:18

    "Mehr und mehr schien es, als kommunizierten wir miteinander, indem wir uns aus den Augenwinkeln beobachteten. Wir gingen herum und hatten Angst. Meine Angst rührte daher, dass ich meinte, weniger und weniger von meiner schwangeren Tochter zu wissen. Und dass sie an mir vielleicht sah, was das Alter mit einem Menschen macht." (.S.179) Inhalt Fredrik Welin, ein ehemaliger Chirurg im Ruhestand, wacht eines Nachts auf, als sein Haus über seinem Kopf lichterloh in Flammen steht. Nur mit Mühe schafft er es ins Freie. Die Brandursache ist unklar und schnell gerät der 70jährige in Verdacht, das Feuer selbst gelegt zu haben. Im Zuge der Ereignisse lernt er die Journalistin Lisa Modin kennen und verliebt sich in sie, eine fast halb so alte Frau. Er versucht ihr näher zu kommen und steht sogar eines Nachts vor ihrer Haustür. Zwischen den beiden, die so sehr die Einsamkeit im Inneren teilen, entspinnt sich langsam eine Freundschaft. Auch seiner Tochter Louise kommt er nach dem Brand näher und wird endlich ein Teil ihres Lebens. Doch die Frage, wer das Feuer gelegt hat, bleibt nach wie vor offen. Wie gut kennen wir die Menschen um uns herum? Rezension Henning Mankells letzter großer Roman, so wird dieses Buch angepriesen. Es liest sich, wie ich es mir vorgestellt habe. Ein ruhiges Buch, dass die Probleme des Alterns beleuchtet. Mankell schrieb dieses Buch im Wissen, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. So lässt es den Schluss zu, dass er sich an Stelle des Fredrik Welin zuweilen selbst stehen sieht. Sein Protagonist verliert sich zeitweise in Überlegungen, die sein Leben und vor allem auch die Zeit danach betreffen. Um ihn herum, verteilt auf den anderen schwedischen Schären in der Ostsee, sind die meisten Menschen in einem Alter, in dem es bald vorbei sein könnte. Und doch ist Fredrik nicht gewillt, klein beizugeben. Er verlässt häufig seine Insel mit der heruntergebrannten Ruine und macht sich sogar auf die Reise ins ferne Paris, der Stadt, die er in früheren Tagen so oft besucht hat. Er verliebt sich sogar noch einmal und hofft auf eine zwischenmenschliche Beziehung, auch wenn diese eher unwahrscheinlich ist.  Der Brand hat endlich das Tor geöffnet, um mit seiner Tochter warm zu werden. Lange haben sie nicht gewusst, wie sie miteinander umgehen sollen und auch jetzt ist noch diese Wand zwischen ihnen spürbar. Und doch gibt es endlich Hoffnung. Fredrik Welin ist ein Protagonist, den man als grundsätzlich sympathisch bezeichnen kann. Er hat Fehler und er erinnert sich auch immer wieder an Episoden in seinem Leben, in denen er sich daneben benommen hat. Und doch macht ihn das aus, macht ihn zu einem von uns. Einen Menschen. Niemand ist frei von Fehlern, wir alle haben Dinge getan oder werden sie noch tun, die wir im Alter womöglich überdenken oder bereuen werden. Aber macht genau das nicht das Leben aus? Die weiteren Charaktere und Schärenbewohner sind allesamt Sonderlinge, merkwürdige Menschen und Eigenbrötler mit mehr oder weniger liebenswerten Eigenschaften. Viele bleiben blass, auch Sympathien kamen eher nicht bei mir zum Vorschein. Selbst Louise, seine Tochter, schafft es nicht, dass ich sie in mein Herz schließen konnte. Aber vielleicht muss man das auch nicht. Die Aufklärung des Brandes auf seiner Insel verläuft im Hintergrund, ist eigentlich nicht wirklich Bestandteil des Buches. Viel mehr hat dieses Feuer Fredrik ein wenig Leben geschenkt, ein wenig Hoffnung auf die Zukunft. Denn nun hat er sein Leben wieder ein Stück mehr in der Hand.  Fazit Eine Geschichte, klar und schnörkellos geschrieben und doch so bestechend wahr. Eine Geschichte über das Alter, über das Menschsein und die Hoffnung. Streckenweise etwas langatmig und gleichförmig, aber womöglich ist es so, das Alter. Irgendwann, wenn wir selbst 70 sind, werden wir es vielleicht wissen.

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  • Interessantes Buch über das Älterwerden

    Die schwedischen Gummistiefel
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    06. March 2017 um 15:28

    Henning Mankell beweist in seinem letzten Roman,dass er nicht "nur" Krimis schreiben kann! In diesem Roman geht es um den ehemaligen Chirurgen Fredrik Welin,der einsam auf einer kleineren Schäreninsel in Schweden lebt.Seit ihm als Chirurg ein Kunstfehler passiert ist,hat er sich auf diese Insel zurückgezogen. Doch eines Tages brennt plötzlich sein Haus nieder,er kann zum Glück rechtzeitig fliehen,aber es sieht nach Brandstiftung aus,die nicht zu erklären ist. Es bleibt ihm nichts ausser einem Wohnwagen ,  einem Zelt,einem Boot und zwei ungleichen Gummistiefeln.Er hat nur wenige Menschen die ihm nahestehen,seine Tochter Louise,die schwanger ist und ihn Paris lebt,ein pensionierter Postbote und die junge Journalistin Lisa Modin,in die er ein bisschen verliebt ist.Als er zu seiner Tochter nach Paris fährt,hört er,dass auf den Schären zwei weitere Häuser ,ähnlich wie  sein Haus , plötzlich in Flammen aufgegangen sind, vielleicht auch Brandstiftung.Er rätselt jetzt viel über diese Vorfälle und man erfährt mehr über ihn und seine Bekannten. Am Ende scheintscheint die Brandstiftung geklärt aber die Stärke seiner menschlichen Bindungen bleibt offen ,denn es ist gleichzeitig auch ein nachdenkliches Buch über das Älterwerden.Dieser Roman hat mich wirklich beeindruckt!

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  • Einsame Schwedentage

    Die schwedischen Gummistiefel
    LolitaBuettner

    LolitaBuettner

    25. February 2017 um 16:41

    Der letzte Roman von Henning Mankell ist ein wenig melancholisch. In DIE SCHWEDISCHEN GUMMISTIEFEL begegnet der Leser dem pensionierten Chirurg Fredrik Welin. Der Siebzigjährige wohnt auf einer Schäreninsel in Schweden. Er ist dort der Einzige. Mitten in der Nacht brennt sein Haus ab. So gerät das stille und einsame Leben des Mannes durcheinander. Fredrik Welin behauptet von sich selbst, er sei nicht besonders neugierig. Dennoch kramt er in den Sachen anderer herum, lugt durch Fensterscheiben oder betritt die Häuser seiner Nachbarn. Dann schleicht er durch die Flure und taucht in die Leben der Anderen ein. Ein bisschen so fühlt es sich an, wenn man dieses Buch liest. Weil es in der Ich-Form geschrieben ist, liest es sich wie ein Tagebuch. Der Leser folgt Tag für Tag, Stunde für Stunde im Leben von Fredrik Welin. Es ist nicht besonders aufregend und Fredrik kein besonders charmanter Mann. Zwischendrin reihen sich zahlreiche lustige aber auch traurige Anekdoten aus seiner Kindheit und Jugend. Zuerst empfand ich den Roman langweilig, obwohl er spannend begann. Doch es passierte nichts. Eine Bootsfahrt oder Stunde im Wohnwagen, in welchem Fredrik ziehen muss, da das Haus völlig abgebrannt ist, verging ohne große Besonderheiten. Dann wurde mir bewusst, dass dieser Mann völlig allein auf dieser Mini-Insel wohnt. Was soll da schon passieren? Selbst die Suche nach der Brand-Ursache war unaufgeregt. Trotzdem ist das Buch lesenswert, allein schon deswegen, weil es die letzten geschriebenen Worte von Henning Mankell sind.

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    • 3
  • Vom Altern, Einsamkeit und dem alltäglichen, verrückten Leben.

    Die schwedischen Gummistiefel
    Lichterregen

    Lichterregen

    03. January 2017 um 16:35

    Als in einer Nacht Fredik Welin's Haus in Flammen steht, schafft er es kaum mehr zu retten, als sich selbst, einen Mantel  und zwei nicht zusammenpassende Gummistiefel. Während ihm Jansson, der pensionierte Postbote, und seine erst seit etwa 10 Jahren bekannte, bereits erwachsene Tochter, die in Paris lebt, irgendwie zur Seite stehen, lernt Fredik zusätzlich eine junge Journalistin namens Lisa Modin kennen, in die er sich verliebt. Auch wenn ihm bewusst ist, dass daraus nie werden kann, wonach sich Fredik sehnt, entwickelt sich aus der Bekanntschaft eine Freundschaft. Die Fredik auch benötigt, denn nicht nur die Polizei denkt, dass der alte Mann selbst für den Brand verantwortlich ist. Durch viele kurze Rückblenden lernen wir Fredik Welin kennen und erfahren, wie er zu dem geworden ist, was er ist. Es wird an den vielschichtigen Charakteren von Jansson, Lisa Modin und Fredik's Tochter Luise gekratzt, die alle grundverschieden sind. Viele kleine Philosophien in diesem Buch haben mich zum kurz Innehalten bewegt, wie etwa diese beiden:"Ihr Hass gründete sich ganz und gar auf unterschiedliche Ansichten darüber, was die  wahre Religion sei. Dennoch glaubten sowohl die einen, die die Männer festnagelten, wie die anderen, die festgenagelt wurden, sie dienten demselben Gott."">>Was geschieht in der Welt?<<, fragte sie.>>Alles. Aufs Neue. Wieder und wieder. Immer gleich, immer verschieden.<<"Das Buch hat mir gut gefallen, auch wenn viele Inhalte nicht aufgeklärt wurden. Aber erfahren wir in der Realität alles, was um uns herum geschieht?Ich fand es schade, dass die Charaktere Jannson, Lisa Modin und Luise nicht mehr beschrieben wurden. Mir hat die Beantwortung einiger Fragen gefehlt und einige Verhalten konnte ich überhaupt nicht deuten. Natürlich zeigt das die Vielschichtigkeit des Lebens und jeder einzelnen Person auf, aber einige Erklärungen, wie etwa etwas mehr zu einigen Randcharakteren, die in kurzen Passagen im Mittelpunkt standen, haben mir dann doch gefehlt. Eine etwas andere Geschichte, bei der der rote Faden nicht immer ersichtlich ist, mit vielen Lebensweisheiten, ohne schwer verdaulich zu sein. Das Buch soll eine eigenständige Fortsetzung des Buches "Die italienischen Schuhe", welches ich allerdings nicht gelesen habe und bisher auch nicht weiß, ob ich das je lesen werde, oder ob ich es bei diesem einen Buch von Henning Mankell belasse.

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  • Feuer im Schärengarten

    Die schwedischen Gummistiefel
    black_horse

    black_horse

    05. December 2016 um 23:02

    Schon das Cover dieses Romans hat es mir angetan. Die Stimmung, die es einfängt mit dem einsamen Mann in seinem Boot, ist großartig, nachdenklich, träumerisch. Es passt ganz wunderbar zu diesem leider letzten Roman Hennig Mankells.Als ich das Buch zu lesen begann, kam ich mir zurückversetzt vor in ein anderes Werk von Mankell. Dabei stand im Klappentext gar nichts von einem Vorgänger. Aber es war eindeutig, Fredrik Welins Geschichte war die der "Italienischen Schuhe". Damit ist auch der Titel gleich noch klarer zuzuordnen. Ich war überrascht, hätte es aber wissen können (zumal es zu Beginn des Buches nochmal erwähnt wird, das habe ich wohl überblättert).Seit dem Tod der Mutter seiner Tochter, der Thema von "Die italienischen Schuhe" war, lebt der pensionierte Arzt Fredrik relativ einsam auf einer Schäreninsel. Seine Tochter, die er auch erst sehr spät kennengelernt hat, ist in der Welt unterwegs. Um ihn herum lauter alte Leute. Es ist Herbst. Doch dann geschieht etwas schreckliches: sein Haus geht in Flammen auf und Fredrik kann sich nur knapp aus dem Feuer retten.Es gab keine Erklärung. Es schien, als habe sich das Haus selbst angezündet.Als könnte ein altes Haus vor Erschöpfung und Trübsinn Selbstmord begehen. (S. 14)Nicht nur, dass Fredrik alles verloren hat, was er besaß, er wird auch noch der Brandstiftung verdächtigt.Die Frage ist jetzt, was er tun soll. Hat dieser Mann eine Zukunft? Hat er einen wirklichen Grund weiterzuleben? (S. 40)Mankell ist ein großartiger Erzähler. Rund um die Person Fredrik Welin spinnt er ganz viele kleine Geschichten und Erinnerungen. Die Geschichte seiner Tochter, die er in Paris aus dem Gefängnis holen muss. Die Geschichte der alten Oslovski, die ihren Oldtimer nicht fertig restaurieren kann. Die Geschichte des ehemaligen Postboten Jansson, der ebenfalls einsam scheint. Die Geschichte der jungen Reporterin Lisa Modin, mit der Welin so gerne schlafen würde. Die Geschichte des unbekannten Zeltbesuchers. Die Geschichte über die Einsamkeit der Schärenwelt. Und natürlich die Geschichte der Gummistiefel, die einfach nicht geliefert werden. Und in diesen Geschichten verstecken sich wieder Erinnerungen an vergangene Zeiten, aber auch Gesellschaftskritik und ein besonderer Humor.Ich habe fast alle Bücher von Mankell gelesen. Gerade seine Erzählungen haben es mir sehr angetan. Und da reiht sich auch dieses Buch ein, das noch einmal ganz viel von seinen Gedanken verrät.Ich konnte schlicht und einfach nicht verstehen, warum ich nicht mit alten Freunden verkehren sollte, nur weil sie tot waren.Ich fuhr fort, mit ihnen zu reden, ihnen zuzuhören, mich zu erinnern. (S. 473)Seine Bücher sind für uns eine Möglichkeit, Mankell zuzuhören, auch wenn er nun nicht mehr schreiben kann.

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  • svenska gummistövlar

    Die schwedischen Gummistiefel
    ClaraOswald

    ClaraOswald

    05. November 2016 um 21:24

    Fredrik ist siebzig Jahre alt, allein wohnt er auf einer schwedischen Schäreninsel. Eines Nachts wird er von Flammen geweckt, die sein Haus zerstören. Alles was ihm bleibt ist sein Leben, sein Pyjama, eine Regenjacke und zwei linke Gummistiefel.Andere Bewohner des Schärengartens eilen zu Hilfe, doch vom Haus bleibt nichts übrig.Fredrik zieht in seinen Wohnwagen. Ein guter Freund, ein pensionierter Postbote namens Jansson, bietet ihm an, bei ihm zu wohnen, doch Fredrik lehnt ab. Jansson leiht ihm aber einen Gummistiefel, der zu groß und andersfarbig ist.Weil er so alt ist, weiß er nicht, ob es sich noch lohnt, das Haus wieder aufzubauen.Eine Journalistin tritt in sein Leben, Lisa Modin, und Fredrik verliebt sich in sie. Er weiß, dass er nichts erwarten darf, doch er macht sich dennoch Hoffnungen. Sie wird eine Freundin.Die Küstenwache findet die Brandursache heraus: Brandstiftung.Fredrik wird als Täter verdächtigt. Bis er in Paris seine Tochter aus dem Gefängnis holen muss und zur selben Zeit ein weiteres Haus abbrennt. Und in der Silvesternacht ein weiteres.Es ist Henning Mankells letzter Roman. Eine Fortsetzung von -Die italienischen Schuhe-, die Geschichte muss man nicht gelesen haben um den neuen Roman zu verstehen. Es wird nur auf einige Geschehnisse verwiesen und die Personen sind dieselben.Fredrik ist ein alter Mann, einsam, obwohl er einige Kontakte pflegt. Besonders deutlich wird es, als er nach dem Brand in einem Café sitzt und weint. Für mich die traurigste Stelle des Buches.Gleichzeitig schreibt Henning Mankell auch mit einem wunderbaren Humor, beispielsweise als sich der Protagonist die Journalistin nackt vorstellt und sich kurz darauf schämt, und weil Fredrik manchmal einfach sagt, was er denkt und nicht das, was der Situation angemessen wäre.Ich mag Henning Mankells Schreibstil sehr, da es erst mein zweiter Roman von ihm war, habe ich noch einige auf meiner Wunschliste. Auch das Cover gefällt mir sehr gut und passt zum Buch.Wer zuvor -Treibsand- gelesen hat, erkennt, wie persönlich dieser Roman ist. Viele von Mankells Erlebnissen hat auch Fredrik. Ein sehr bewegendes Buch, das sich zu lesen lohnt.

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  • Ein Buch wie wenig andere...

    Die schwedischen Gummistiefel
    Bilie

    Bilie

    05. November 2016 um 19:49

    Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, dieses Buch zu bewerten und zu beschreiben. Es beginnt von der Handlung her interessant. Fredriks Haus brennt vollständig ab und ihm bleibt nicht mehr als das, was er gerade am Leib trägt. Erwartet habe ich nun einen Kriminalroman, der sich um den Brand dreht und die Ermittlungen dazu. Dies wird aber sehr schnell zum Nebenschauplatz. Erzählt wird dann eine Geschichte über das Älter werden und Fredriks Probleme damit, zwischenmenschliche Beziehungen oder eigentlich eher "Nicht-Beziehungen", Familie und Freunde. Auch wenn ich mich anfangs zwingen musste weiter zu lesen konnte ich mich der Geschichte irgendwann nicht mehr entziehen. Ein eigentlich völlig unspektakuläres Buch - vielleicht macht aber gerade das den Reiz aus - das trotzdem zu Herzen geht. 

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  • Keine leichte Kost!

    Die schwedischen Gummistiefel
    biancaneve66

    biancaneve66

    30. October 2016 um 11:56

    Der Einstieg in diesen Roman ist sehr spannend und in ansprechendem Stil gestaltet. Der Ich-Erzähler ist sehr offen und ehrlich und gibt gleich zu Beginn viel von seinem Wesen preis. Beinahe freundschaftlich informiert er den Leser über sein Leben, vielmehr über die Einstellung zum Leben. Man erfährt viel über ihn, doch es fällt schwer, den Protagonisten sympathisch zu finden. Nicht erst sein einsames Leben auf der Schäre scheint ihn zum Eigenbrötler gemacht zu haben, die Rückblicke auf sein Leben zeigen, dass er auch früher kein besonderer Menschenfreund war. Doch auch mit den anderen Charakteren konnte ich nicht richtig warm werden, allesamt sind sie Sonderlinge.Mankell hat sein letztes Buch unter dem Bewusstsein verfasst, bald sterben zu müssen. Der Roman spiegelt seine Gedanken über Tod und Leben, Einsamkeit und Angst, aber auch Hoffnung wider. Diese Hoffnung, dieses Weiterplanen über den Tod hinaus, verspürt der Leser aber erst im letzten Abschnitt des Romans. Das Ende stimmt sogar versöhnlich, obwohl es sehr offen gehalten ist. Im Großen und Ganzen ist es ein sehr melancholisches Buch, keine Lektüre, die man so einfach nebenbei zur Zerstreuung zur Hand nimmt. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt, ohne konkrete Lösungen anzubieten. Jede Lektüre ist auch immer von der persönlichen Situation des Lesers abhängig, und Gedanken über das Sterben sind nicht jedermanns Sache. Vielleicht konnte mich das Buch auch deshalb nicht hundertprozentig überzeugen, aber lesenswert ist der Roman allemal!

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  • Leserunde zu "Die schwedischen Gummistiefel" von Henning Mankell

    Die schwedischen Gummistiefel
    aba

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    Henning Mankells sehr persönlicher Roman Die Handlung seines letzten Romans "Die schwedischen Gummistiefel" hat Henning Mankell in die gewaltige Landschaft der schwedischen Schären platziert und dabei seine Figuren mit großer Leidenschaft gestaltet. Dieser Roman, den er kurz vor seinem Tod beendet hat, ist ein sehr persönliches Buch, eins, das sehr lange in Erinnerung bleiben wird.Jetzt erscheint diese emotionale Geschichte auf Deutsch, und ihr habt die Möglichkeit, an einer Leserunde dazu teilzunehmen!Zum InhaltSeit Fredrik Welin als Chirurg ein Kunstfehler unterlief, lebt er allein auf einer einsamen Insel in Schweden. Ihm ist nach dem Brand seines Hauses so gut wie nichts geblieben. Nur wenige Menschen, die ihm nahestehen: Jansson, der pensionierte Postbote, die Journalistin Lisa Modin, in die er sich verliebt, und seine Tochter Louise, die schwanger ist und in Paris lebt. Als sie wegen eines Diebstahls in Untersuchungshaft gerät, ruft sie ihn zu Hilfe. Während er in Paris über ihre Freilassung verhandelt, erfährt er, dass auf den Schären schon wieder ein Haus in Flammen steht. Mankells letzter Roman, der Nachfolger des Bestsellers "Die italienischen Schuhe", ist ein sehr persönliches Buch und beschwört die Möglichkeit menschlicher Nähe angesichts von Einsamkeit, Alter und Tod.Hier geht es zur LeseprobeZum AutorHenning Mankell, geboren 1948 in Härjedalen, Schweden, lebte als Theaterregisseur und Autor in Schweden und in Maputo (Mosambik). Seine Romane um Kommissar Wallander sind internationale Bestseller, u.a. "Die fünfte Frau" (1998) und "Mittsommermord" (2000). Zuletzt erschienen bei Zsolnay die Romane "Daisy Sisters" (2009) und "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" (2012), die Krimis "Der Chinese" (2008), "Der Feind im Schatten" (2010) und "Mord im Herbst" (2013) sowie das Porträt "Mankell über Mankell" der dänischen Journalistin Kirsten Jacobsen. In seinem letzten und sehr persönlichen Buch "Treibsand. Was es heißt, ein Mensch zu sein" setzt er sich mit seiner schweren Krebserkrankung auseinander, der er am 5. Oktober 2015 erlegen ist. Im August erscheint mit "Die schwedischen Gummistiefel" sein letzter Roman.Rechtzeitig zum Erscheinungstermin verlosen wir zusammen mit Zsolnay 25 Exemplare von "Die schwedischen Gummistiefel".Möchtet ihr Fredrik auf einer Reise zwischen der schwedischen Schärenwelt und der französischen Metropole begleiten? Glaubt ihr, dass es einen Zusammenhang zwischen den Häuserbränden gibt? Wenn ihr Lust auf eine Leserunde zu dieser herzbewegenden Geschichte habt und ihr euch darüber austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchtet, solltet ihr euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 28.08. bewerben und auf folgende Frage antworten:Nach seiner gescheiterten Karriere als Chirurg lebt Fredrik abgeschottet auf einer einsamen Insel. Freunde hat er kaum.Könnt ihr euch vorstellen, eine längere Zeit so zu leben, fast ohne menschliche Kontakte? Oder braucht ihr immer viele Menschen um euch?Ich bin gespannt auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!* Bitte beachtet auch unsere Richtlinien für Buchverlosungen & Leserunden.

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    • 823
    Newspaperjunkie

    Newspaperjunkie

    19. October 2016 um 20:44
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    Martinchen schreibt Louise ist schon merkwürdig: auf der einen Seite stiehlt sie, auf den anderen kümmert sie sich um den kranken Bruder ihres Freundes. Ich weiß noch nicht so recht, wie ich sie einordnen soll. Lisa ...

    Mit beiden Frauen kann ich so rein gar nichts anfangen. Auch wenn Luise jetzt etwas verständlicher erscheint, leiden kann ich sie immer noch nicht. Eigentlich keinen der Protagonisten. Das macht ...

  • Eine bewegende und melancholische Geschichte übers Altwerden,über das Vergängliche und über den Tod

    Die schwedischen Gummistiefel
    janaka

    janaka

    12. October 2016 um 20:42

    *Inhalt*Mitten in der Nacht fängt das Haus vom 70jährigen Fredrik Welin an zu brennen, er kann sich gerade noch vor den Flammen retten. Nun steht er vor seinem abgebrannten Haus, mit zwei linke Gummistiefel und den Klamotten, die er am Leib trägt. Sonst ist alles verbrannt, Kleidung, Papiere, Erinnerungsstücke usw. Zum Glück kann er in dem Wohnwagen seiner Tochter erstmal unterkommen und macht sich Gedanken, ob sich ein Neuanfang in seinem Alter noch lohnt.*Meine Meinung*"Die schwedischen Gummistiefel" ist das letzte Buch von Henning Mankell. Als mich am 05.Oktober 2015 die Nachricht seines Todes erreichte, war ich unendlich traurig, einer der besten Autoren der Gegenwart und einer meiner Lieblingsschriftsteller hat uns verlassen. Umso mehr freue ich mich, sein letztes Buch lesen zu dürfen. Dieser Roman baut sich auf "Die italienischen Schuhe" aus dem Jahr 2006 auf. Und es ist genau wie der Vorgängerband kein Buch zum Schnelldurchlesen, ich habe die einzelnen Worte, die atmosphärischen Beschreibungen der Schären, der Einsamkeit und der Lebensweise von Welin genossen.Zitat S. 74 "Das Altern war ein Nebel, der still übers Meer herangezogen kam."Ich finde dieses Zitat einfach wunderbar, es drückt meine Gefühle über das Gelesene richtig gut aus.Das Buch ist sehr melancholisch, es dreht sich um das Altwerden, um die Einsamkeit und um den Tod aber auch um einen Neuanfang, der sich immer lohnt, egal, wie alt man ist.Der Titel "Die schwedischen Gummistiefel" hat einen direkten Bezug zur Geschichte, nach dem Feuer bleiben Fredrik nur noch zwei linke Gummistiefel und die Bestellung nach neuen "Made in Sweden" ist die ganze Zeit präsent. Mit Welin hat der Autor einen Charakter erschaffen, der nicht nur sympathisch ist. Auf der einen Seite kann man mit ihm mitfühlen und kann sein Verhalten nachvollziehen. Aber dann ist da immer noch die andere Seite, er ist seinen Mitmenschen gegenüber absolut nicht empathisch, in manchen Fällen bewegt er sich wie ein Elefant im Porzellanladen. Sogar seiner Tochter gegenüber benimmt er sich nicht, wie ein liebender Vater. Im Laufe des Buches nähern die beiden sich langsam an und man hofft, dass sich das Verhältnis der beiden stabilisiert. Und zum Abschluss des Buches noch einmal wunderbare Worte des Autors, die zum Nachdenken anregen:Seite 475Mittlerweile war es spät im August.Bald würde der Herbst kommen. Aber die Dunkelheit schreckte mich nicht mehr.*Fazit*Ein wunderbares Buch mit Tiefgang, wer den Schreibstil des Autors mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen. In meinem Herzen und in seinen Büchern wird Henning Mankell weiterleben.

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  • Die schwedischen Gummistiefel

    Die schwedischen Gummistiefel
    Martinchen

    Martinchen

    11. October 2016 um 17:24

    "Seit Fredrik Welin als Chirurg ein Kunstfehler unterlief, lebt er allein auf einer einsamen Insel in Schweden. Ihm ist nach dem Brand seines Hauses so gut wie nichts geblieben. Nur wenige Menschen, die ihm nahestehen: Jansson, der pensionierte Postbote, die Journalistin Lisa Modin, in die er sich verliebt, und seine Tochter Louise, die schwanger ist und in Paris lebt. Als sie wegen eines Diebstahls in Untersuchungshaft gerät, ruft sie ihn zu Hilfe. Während er in Paris über ihre Freilassung verhandelt, erfährt er, dass auf den Schären schon wieder ein Haus in Flammen steht. Mankells letzter Roman, der Nachfolger des Bestsellers „Die italienischen Schuhe“, ist ein sehr persönliches Buch und beschwört die Möglichkeit menschlicher Nähe angesichts von Einsamkeit, Alter und Tod." Das Cover zeigt einen Mann, die in der Dämmerung in einem Boot sitzt. Der Sonnenuntergang färbt Himmel und Meer orangefarben und blau, so dass nur die Konturen des Mannes, des Bootes und des Anlegers sichtbar sind. Ein sehr gelungenes Bild für das Buch.  Henning Mankell lässt Fredrik Welin seine Geschichte selbst erzählen. Fredrik ist fast 70 Jahre alt und wohnt auf einer Schäreninsel. So wird diese Geschichte langsam und bedächtig erzählt, mit vielen Alltagsbeschreibungen. Mit dem Verlust seines Hauses und seiner Habseligkeiten erinnert sich Fredrik an sein Leben und an das, was wichtig ist. Viele Fragen werden aufgeworfen und bleiben unbeantwortet, ein Kunstgriff des großen Autors, denn so kann jeder Leser, jede Leserin selbst nach eigenen Antworten suchen. Alter, Einsamkeit, Tod und der Umgang damit sind die Themen des Romans, den ich, so wie es im Klappentext zu lesen ist, als sehr persönlich empfinde. Es ist ein melancholisches und tieftrauriges Buch, das jedoch am Ende ein wenig Hoffnung gibt, denn ein neues Haus ist gebaut,  Fredrik hat eine Freundin (keine Geliebte) gefunden und sein Verhältnis zu seiner Tochter ist ein deutlich besseres. Hoffnung gibt auch der letzte Satz "Aber die Dunkelheit schreckte mich nicht mehr." Ich wünsche sehr, dass Henning Mankell diesen Satz sagen konnte. Der letzte Roman von Henning Mankell - eine berührende und exzellent geschriebene Geschichte, die ich uneingeschränkt empfehlen kann. Danke Henning Mankell!

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  • Die schwedischen Gummistiefel

    Die schwedischen Gummistiefel
    bookgirl

    bookgirl

    10. October 2016 um 15:34

    Inhalt Zwei grüne Gummistiefel, beide auf den linken Fuß passend, sind alles, was dem 70jährigen Fredrik Welin bleibt, nachdem sein Haus kurz vor dem Winter niederbrennt. Dass er nun ohne sein langjähriges zu Hause zurückbleibt und sogar noch als Brandstifter verdächtigt wird, stürzt ihn in eine Sinnkrise. Gleichzeitig bringt ihn der Schicksalsschlag jedoch auch den Menschen in seiner Umgebung näher. Ob seiner Tochter, die er erst kennengelernt hat, als sie schon erwachsen war oder auch Jansson, der die Post bringt und ein wenig zu gutmütig für die Welt zu sein scheint. Und natürlich der Journalistin Lisa, in die er sich auf seine alten Tage wie ein junger Mann verliebt. Doch kann er trotz seines Alters nochmal von vorne anfangen und sein Leben neu beginnen? Meine Meinung Henning Mankell durfte ich im Rahmen einer Lesung kennenlernen und war erstaunt darüber, was für ein freundlicher und warmherziger Mensch er war. Der Autor hat so gar nichts mit seinem eigenbrötlerischen und kauzigen Kommissar Wallander oder auch anderen männlichen Figuren, die allesamt auszeichnet, dass sie auf den ersten Blick nicht unbedingt sympathisch wirken, gemeinsam. Und auch Welin ist ein Sonderling, mit dem auszukommen nicht einfach zu sein scheint. Mankell nimmt sich in "Die schwedischen Gummistiefel" viel Zeit, um seine Protagonisten und seine Gedankenwelt näher zu beleuchten. In der rauen Schärenwelt führt Welin eigentümliche Beziehungen, in der die Nähe zu den Menschen nicht nur möglich ist, sondern auch etwas tröstliches hat. Melancholie zeichnet Welin aus, der sich in seinen Gedankengängen mit dem Tod beschäftigt und die Frage nach dem Sinn des Lebens laut werden lässt. Wenn man weiß, dass Mankell seinen letzten Roman mit der Gewissheit schrieb unheilbar krank zu sein, dann spiegelt sich in der Handlung eine verstörende Art wider, die man als Leser ständig vor Augen hat. Verblüffend ist jedoch, wie der Autor selber mit diesem Wissen umgeht und dieses in seiner Geschichte verarbeitet. Ich würde es schon fast abgeklärt und voller Beherrschung bezeichnen, was mich wieder an die erlebte Lesung denken lässt. Denn irgendwie passt es auch zu einem weisen Mann wie Mankell, der über sein Leben gesagt hat " Ich habe ein längeres Leben gehabt, als es sich die meisten Menschen der Welt erträumen können – es war ein fantastisches Leben." Fazit Henning Mankells letzter Roman „Die schwedischen Gummistiefel“ ist ein tiefbewegendes Buch über das Altern und das Menschsein.

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  • Betrachtungen über das Leben

    Die schwedischen Gummistiefel
    Queenelyza

    Queenelyza

    09. October 2016 um 11:03

    Henning Mankells letztes Buch sei anders, so heißt es. Persönlicher, philosophischer, trauriger. Und in der Tat hat der Schriftsteller, der 2015 an Krebs starb, hier ein Vermächtnis vorgelegt, das anders ist als die Wallander-Romane, die man meist zuerst nennt, wenn von Mankells Werk die Rede ist. Mankell hat neben seinen berühmten Krimis noch viele andere Bücher mit anderen Thematiken geschrieben. Und in vielen davon schwang für mich meist eine sehr melancholische Grundstimmung mit, Ausweglosigkeit, gepaart mit Hoffnung, Traurigkeit, von vorsichtiger Zuversicht begleitet. Die Geschichte seines letzten Buches, die uns von Fredrik Welin erzählt, treibt dies gekonnt auf die Spitze, ohne in zu viel Tristesse abzudriften. Fredrik Welin ist ein alter Mann, ein Chirurg, der sich nach einem Kunstfehler auf die schwedischen Schären zurück gezogen hat. Von den Einwohnern wird er gedulded und akzeptiert, auch wenn er nie wirklich in ihrer Mitte angekommen ist. Er hat eine Tochter, Louise, von deren Existenz er erst erfahren hat, als diese schon erwachsen war. Er lebt sein Leben ohne große Hoch- und Tiefpunkte, bis eines Tages sein Haus bis auf die Grundmauern abbrennt und er von der Polizei zunächst als Brandstifter verdächtigt wird. Doch warum sollte er ein Haus abbrennen und sich dann darin zum Schlafen niederlegen? Man darf nicht davon ausgehen, dass dieser zunächst ungelöste Fall eine spannende Ermittlung nach sich zieht. Ganz im Gegenteil wird die Brandstiftung fast wie nebensächlich im letzten Teil der Buches ganz beiläufig aufgelöst. Viel wichtiger ist in diesem Buch die Betrachtung des Lebens. Fredrik als alter Mann, der sein Leben gelebt hat, macht sich unendlich viele Gedanken über das Leben, über den Tod, den er nahen sieht. Über Liebe, Hass und Gleichgültigkeit, über Hoffnung und Angst. Er erinnert sich an viele Dinge aus seiner Jugend und frühen Erwachsenenzeit, wie es eben Menschen tun, die ein gewisses Alter erreicht haben und denen vieles wieder in den Sinn kommt. Obwohl er zunächst eigenbrötlerisch und wunderlich, fast schon misanthropisch daherkommt, merkt man am Ende des Buches die Entwicklung, die er durchmacht. Der Schicksalsschlag mit dem Haus hat ihm letztendlich geholfen, seiner Tochter etwas näher zu kommen. In diesem Buch geht es um Freunde, die keine sind, um Einsamkeit, die Lebensbilanz am Ende und die Frage um Vertrauen und Kontrolle. Glauben wir wirklich, die Menschen zu kennen, mit denen wir leben? Ist nicht oft jemand ein ganz anderer, als er vorgibt zu sein? Kann man nicht über seinen Schatten springen, wenn einem jemand wichtig ist? Mit diesen und noch mehr Gedanken hat mich das Buch zurückgelassen, das wie auch die anderen Romane des Schriftstellers mit einem unglaublich schönen, ruhigen Schreibstil ausgestattet ist. Dieses Buch ist ein gelungener und sehr bewegender Abschied eines Schriftstellers, der mit seinem Tod eine nicht zu schließende Lücke in die Literaturlandschaft reißt.

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  • Schwedische Erkenntnisse

    Die schwedischen Gummistiefel
    flower

    flower

    09. October 2016 um 10:33

    Ich bin an das Buch leider mit völlig falschen Erwartungen herangegangen. Als Fan seiner Kriminalromane und geneigter Leser der politisch angehauchten Afrikaromane hatte ich mit einer Lektüre gerechnet, die in eine dieser Richtungen tendiert. Trotz anfänglicher polizeilicher Ermittlungen wegen eines Wohnungsbrandes  ist es aber keines von beidem. Es ist ein Buch über den letzten Lebensabschnitt eines ehemaligen Arztes, der sich von seiner Arbeit und seiner Familie zurückgezogen hat und der freiwillig auch nie wieder den Weg zurück in die Gesellschaft gesucht hätte, wäre ihm nicht alles verbrannt und er nicht gezwungen sich mit sich selbst und seiner Familie auseinanderzusetzen, da er Hilfe und Unterstützung braucht. Henning Mankell war zum Zeitpunkt, als er dieses Buch fertig schrieb, wohl schon an Krebs erkrankt und dieses Buch ist sozusagen ein Aufarbeiten seiner eigenen Erkenntnisse, Gedanken, Lebenserfahrungen. Dies ist zwar interessant, wenn man weiß, dass er etwas damit sagen wollte, aber es ist leider weder besonders spannend noch hat er weltbewegend Neues zu berichten. Die zentralen Aussagen des Buches sind zutreffend aber der Weg zur Erkenntnis des Hauptprotagonisten hat mich ehrlich gesagt, gelangweilt. Dies lag wohl auch daran, dass er mir von Anfang an unsympathisch war und ich keinerlei Interesse an seinem Leben gewinnen konnte. Er macht eine Entwicklung durch aber weder ist sie überraschend noch wirklich in allen Punkten nachvollziehbar. Ich musste mich zum Durchlesen leider zwingen. Wunderschön und sehr ansprechend ist das Cover. Der Inhalt war leider nichts für mich. DA ich Mankell aber sehr schätze, sollte man sich von meiner subjetiv negativen Meinung nicht unbedingt abschrecken lassen. Man sollte nur wissen, was man erwartet.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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