Erinnerung an einen schmutzigen Engel

von Henning Mankell 
3,7 Sterne bei77 Bewertungen
Erinnerung an einen schmutzigen Engel
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Neue Kurzmeinungen

Alanda_Veras avatar

Das Buch ist etwas unstimmig das Tun der Protagonistin und ihre eigeneVergangenheit betreffend, jedoch die Message Mankells wird klar.

allegras avatar

Ein schöner Anfang aber im Hauptteil düster und beklemmend und am Ende schwammig. Das Buch hat mich zwar berührt, aber auf unangenehme Art.

Alle 77 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel"

Ein Leben zwischen Schwarz und Weiß

1904. Als Älteste von fünf Geschwistern muss die achtzehnjährige Hanna ihre Heimat verlassen, um selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Sie heuert als Küchengehilfin auf einem Frachtschiff nach Übersee an und geht in der portugiesischen Kolonie Mosambik von Bord. Dort heiratet sie den Bordellbesitzer Senhor Vaz, der wenig später stirbt und ihr das Bordell sowie ein stattliches Vermögen hinterlässt. Damit will sie die Lebens- und Arbeitsbedingungen der schwarzen Frauen verbessern. Doch ihre Einmischung in die koloniale Ordnung ist weder bei den Weißen noch bei den Schwarzen erwünscht …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423215251
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.08.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 20.08.2012 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    AnnaChis avatar
    AnnaChivor 3 Jahren
    Geschichte aus der Kolonialzeit

    Geschichte wird in Menschen lebendig, seien es historische Persönlichkeiten oder fiktive Personen. Hanna, die Hauptperson des Mankellschen Romans, ist eine Mischung aus beidem. Mankell wurde durch eine Notiz in einem geschichtlichen Dokument, die beschreibt, dass eine junge Schwedin die Besitzerin eines der größten Bordelle einer Hafenstadt in Mosambik war, zu diesem Roman angeregt.

    Diese Hanna heuert aus Not und um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf einem Schiff als Köchin an, verliebt sich dort in einen Steuermann, der während der Fahrt stirbt und verlässt das Schiff in besagter Hafenstadt, in der sie zufällig in einem Bordell landet, das sie für ein Hotel hält. Als der Besitzer um ihre Hand anhält, sagt sie nach kurzem Zögern zu und ist als seine Witwe schon bald Besitzerin des Etablissements.

    Hanna versucht ihren eigenen Weg zu finden. Einerseits sieht sie den brutalen Rassismus der weißen Menschen (und natürlich im Bordell vor allem der weißen Männer), andererseits die Schwarzen, die sich beugen, aber voll unterdrücktem Hass sind. Als sie versucht, sich für die schwarzen Frauen einzusetzen, wird ihr klar, dass ihre Einmischung von beiden Seiten nicht erwünscht ist ...

    Sehr gekonnt lässt uns Mankell die bedrückende Welt einer Kolonie zu Beginn des letzten Jahrhunderts durch die Augen der naiven Hanna erblicken. Er zeigt, wie man auch ohne moralisch erhobenen Zeigefinger eine gute und differenzierte Geschichte erzählen kann.

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    WinfriedStanzickvor 4 Jahren
    Erzählt von einem ungewöhnlichen Frauenschicksal


     

     

    Manchmal ist es nur ein kleiner Hinweis, eine Nebenbemerkung, eine flüchtige Beobachtung, die einen Schriftsteller zu seinem nächsten Romanstoff führt. Bei Henning Mankell war es ein Hinweis seines Schriftstellerkollegen und Afrikafreunds Tor Sällström. Er sei in dem alten kolonialen Archiv von Maputo auf bemerkenswerte Dokumente gestoßen, denen er entnommen habe, dass Ende des 19. Jahrhunderts eine Schwedin Besitzerin eines der größten Bordelle der Stadt gewesen sei, die damals noch Lourenco Marques hieß. Sie fand in den Dokumenten Erwähnung, weil die über mehrere Jahre eine bedeutende Steuerzahlerin gewesen ist. Sie sei ebenso plötzlich dort aufgetaucht, wie sie einige Jahre später wieder spurlos verschwunden sie. "Wer war Sie? Woher kam Sie?" Diesen Fragen ist Henning Mankell weiter gefolgt, hat aber nur wenig mehr herausgefunden, als das, was in den Dokumenten stand. "Meine Geschichte gründet sich also auf das wenige, was wir wissen, und all das, was wir nicht wissen."

    Und so erzählt er die Geschichte von Hanna Renström, die als älteste von fünf Geschwistern nach dem Tod ihres Vaters ihr Elternhaus in Nordschweden verlässt, weil die Mutter nicht mehr alle allein ernähren kann. Dieser Vater hatte Hanna mit einer Stimme, die gegen Ende seines Lebens nur noch ein Flüstern war, liebevoll einen 'schmutzigen Engel' genannt, Worte, die sie lange begleiten und an die sie sich in der Folgezeit immer wieder erinnern wird.

    Ihre Mutter Elin schickt sie auf dem Schlitten von Jonathan Forsmann auf den fünftägigen Weg nach Sundsvall, wo noch lebende Verwandte vermutet werden. Dort soll sie versuchen, als Dienstmagd ihr eigenes Auskommen zu finden. Forsmann, bekehrter Christ, kümmert sich väterlich streng um Hanna. In Sundsvall an der Küste angekommen, schickt er Hannah mit einem Knecht auf die Suche nach diesen Verwandten, die jedoch erfolglos bleibt. Forsmann ist Teilhaber an einem Dampfschiff mit dem Namen Lovisa. Als dieses von Schweden aus mit Holz beladen nach Australien aufbrechen soll, verpflichtet er Hannah, dort als Köchin mit zu fahren, um wichtige Lebenserfahrungen zu sammeln.

    Auf dem Schiff kommt sie bald sehr gut zurecht, und freundet sich mit dem Steuermann Lars Johan Jakob Antonius Lundmark an. Die Wochen, die sie mit ihm auf der Fahrt verbringt, werden die schönsten ihres Lebens sein. Auf einem Zwischenstopp heiraten sie. Doch nur wenige Wochen später erkrankt Lundmark nach einem leichtsinnigen Landaufenthalt an einem tödlichen tropischen Fieber. Mit seiner Seebestattung beginnt das Buch, das in der Folge erzählt von der Trauer von Hanna, die nach wenigen Wochen schon zur Witwe geworden ist. Obwohl Kapitän und Mannschaft sie sehr zuvorkommend behandeln, spürt sie, dass sie das Schiff verlassen muss, soll ihre Trauer sie nicht umbringen.

    In Lourenco Marques verlässt sie, ausgestattet mit den fünfzig Pfund Witwenrente, die ihr der Kapitän ausgezahlt hat, heimlich das Schiff. Sie logiert sich in einem Hotel ein, von dem sie bald merkt, dass es als ein Bordell geführt wird. In der ersten Nacht in diesem Hotel beginnt sie zu bluten. Sie hat das Kind von Lundmark, ihrer ersten großen Liebe verloren. Eine der Prostituierten, Felicia, kümmert sich um sie. Auch Senhor Vaz, der Besitzer des Hotels, ist um Hanna besorgt und organisiert eine professionelle Krankenschwester.

    Nach einigen Wochen hat sich Hanna soweit erholt, dass sie in der Lage ist, ihre Umgebung richtig wahrzunehmen und auch, dass das Interesse von Senhor Vaz an ihr stärker ist als üblich. Und es dauert nicht lange, da macht er ihr einen Heiratsantrag, den sie nach einigen Tagen des Überlegens annimmt. Doch auch diese Ehe, zu deren vollem Vollzug sich Vaz nicht im Stande zeigt, ist nur von kurzer Lebensdauer. Er stirbt, nachdem er ein weiteres Mal vergeblich versucht hatte, Hanna beizuwohnen.

    Zurück bleibt Hanna, mit einem Schimpansen namens Carlos, der als Kellner verkleidet, in dem Bordell die Kunden bedient, und einem großen Erbe. Denn Vaz hat ihr nicht nur das Bordell, sondern auch ein riesiges Vermögen vermacht.

    Das Buch erzählt nun, wie sich Hanna durchsetzt in einer Gesellschaft, die von Kolonialismus und Rassismus geprägt ist. Es erzählt davon, wie sie konfrontiert wird, mit einer bespiellosen Unterdrückung der Schwarzen durch die weißen Herren. Wie sie ganz langsam ein Bewusstsein gewinnt von dieser Ungerechtigkeit und auch öffentlich dazu Stellung nimmt.

    In ihrem Einsatz für eine schwarze Frau, die sie kennengelernt hat, begegnet sie eines Tages deren Bruder Moses. Zu ihm entwickelt sie eine zarte Liebesgeschichte, deren Ausgang offen bleibt. Offen bleibt auch, ob das ersehnte, aber eigentlich unmögliche gemeinsame Leben mit Moses der Grund ist für ihr spurloses Verschwinden. Es ist wohl vor allem die Begegnung mit Moses, die langsam eine tiefe Erkenntnis in ihr wachsen lässt:
    "Ich lebe in einer Welt, in der die Weißen ihre Kräfte dabei vergeuden, sich selbst und die Schwarzen zu betrügen, dachte sie. Sie glauben, die schwarzen Menschen hier würden ohne ihre Anwesenheit nicht zurechtkommen und ihr Leben sei weniger wert, weil sie glauben, dass Steine und Bäume Geister beherbergen. Aber die Schwarzen ihrerseits verstehen nicht, wie man einen Sohn Gottes so schlecht behandeln kann, dass man ihn an ein Kreuz nagelt. Sie wundern sich über die Weißen, die hierher kommen und es so eilig haben, dass sie bald der Herzschlag trifft, weil sie die Jagd auf Reichtum und Macht nicht verkraften. Die Weißen lieben das Leben nicht. Sie lieben die Zeit, von der sie immer zu wenig haben."

    Ich halte diese Reflexionen Hannas für das Zentrum eines Buches, mit dem Henning Mankell nicht nur seinem beeindruckenden Werk einen weiteren Afrikaroman hinzufügt, sondern mit der dem auch in der Gestalt Hannas ein wichtiges Porträt zeichnet einer Frau, die ihrer Zeit weit voraus war.

    Obwohl es ein historischer Roman ist, ist seine Botschaft sehr aktuell. Er beschreibt sehr überzeugend das Verhältnis von Unterdrückern und Unterdrückten als eines von gegenseitiger Angst, die sie beide wie in einem Käfig gefangen hält. Und er zeigt auch hoffnungsvolle Wege, wie die unüberwindlich geglaubten Barrieren zwischen "Uns und den Anderen" überwunden werden können.

    Aus einer kleinen Notiz in einem historischen Dokument hat Henning Mankell einen großen Roman gemacht, der erzählt von einem ungewöhnlichen Frauenschicksal und den nach wie vor ungelösten Fragen von rassistischer Unterdrückung und menschenfeindlicher Ungerechtigkeit.

     

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    leseratte69s avatar
    leseratte69vor 5 Jahren
    War leider nicht mein Fall

    Schweden, Anfang 20. Jahrhundert: Die junge mittellose Hanna muss als älteste von fünf Geschwistern ihr Heimatland verlassen und kommt in die portugiesische Kolonie Mocambique. Sie wird dort ein Vermögen erben, ein Bordell leiten und einige Jahre später spurlos wieder verschwinden. Auf der Grundlage weniger überlieferter Dokumente hat Bestsellerautor Henning Mankell einen spannenden, farbenprächtigen Roman über eine außergewöhnliche Frau geschrieben, die ihren eigenen Weg zwischen den weißen Rassisten und der schwarzen Bevölkerung in Afrika finden muss.

    Meine Meinung


    Dies war mein erster Roman von Henning Mankell und leider auch der letzte.Ich hatte wirklich mühe, es bis zum Ende durchzuhalten. Der Schreibstil von ihm, liegt mir überhaupt nicht.Er ist so farblos, und einfach nur sehr gewöhnungsbedürftig. Die Personen konnten mir zur keiner Zeit sympatisch werden, oder ans Herz wachsen.Dieses ist aber für mich, eine der Grundvoraussetzungen, die ein Buch bei mir haben muss.Aber man kann ja auch nicht alle Bücher lieben und mögen. Die Thematik ist ja wirklich sehr gut.Sie schildert die Konflikte, zwischen Schwarzen und Weißen zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, in Südafrika. Und die Protagonistin Hanna muss sich in dieser Welt behaupten und wird dabei von vielen Schicksalsschlägen getroffen.Dennoch konnte mich das Buch überhaupt nicht auf seine Seite ziehen.

    Mein Fazit


    Wie schon erwähnt, hat mir das Buch absolut nicht gefallen,aber das ist ja zum Glück Ansichtssache und wenn ihr es gerne mal lesen wollt, dann last euch nicht abschrecken, sondern bildet euch eure eigene Meinung. Von mir bekommt das Buch gerade mal zwei Sterne, diese aber wegen der Thematik und für nichts anderes.

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    Curins avatar
    Curinvor 5 Jahren
    Ein Roman über eine starke Frau, die Menschlichkeit beweist.

    Die junge Schwedin Hanna lebt mit ihrer Mutter und den Geschwisten in Armut, weshalb sie von zu Hause fortgeschickt wird. Zunächst gelangt sie in das Haus eines Pelzverkäufers, der sie als Köchin weiter an ein Schiff vermittelt. Dort lernt sie ihren Ehemann kennen, der jedoch bald nach der Hochzeit stirbt, worauf sie aus Verzweiflung  in Afrika von Bord geht und sich in ihrer Naivität in einem Hotel einquartiert, welches ein Bordell ist. Bald bekommt sie von dem Bordellleiter ein Heiratsantrag, übernimmt nach dessen Tod das Geschäft und ist somit zu einer reichen Frau geworden. Inmitten einer weißen Gesellschaft die nur mit Verachtung auf die Farbigen blickt, beginnt sie, ein Stück Menschlichkeit zu zeigen.

    Hennning Mankell beschriebt äußerst detailliert die verschiedenen Situationen in Hannas Leben und zieht immer wieder Parallelen zu ihren Anfängen in Schweden. Dabei spielt ein Fluss eine große Rolle, der für sie schon als Kind eine Hürde war, genauso wie jetzt das weite Meer das vor ihr liegt.

    Außerdem ist es Mankell gelungen radikal den Rassimus und den Hass der weißen Bevölkerung gegenüber den Farbigen so treffend zu thematisieren, dass man als Leser wirklich innerlich erschrickt und sich wundert, dass sich die Frauen im Bordell trotzdem so ruhig unterordnen und mit ihren Schicksalen abgefunden haben.

    Mich hat besonders die Freundschaft Hannas zu einem Affen namens Carlos berührt, der auf wundersame Weise ihr eigenes Leben wiederspiegelt und in der Welt in der sie sich befinden total fremd zu sein.

    Henning Mankell hat mir mit diesem Roman bewiesen, dass er nicht nur gute Krimis schreiben, sondern auch aus einer kleinen historischen Begebenheit (die er in seinem Nachwort erwähnt) eine großartige Geschichte mit starken Persönlichkeiten entwerfen kann.

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    tedescavor 6 Jahren
    Rezension zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell

    Bei diesem Buch handelt es sich um einen wirklich schönen historischen Roman, der auf ein paar belegbaren Tatsachen basiert, wie uns im Nachwort erklärt wird.
    Mankell beschreibt wie immer (meiner Meinung nach auch in den Wallander-Krimis) sehr anschaulich Land und Leute, und seine Liebe zu Afrika und seinen Menschen blitzt immer wieder durch. Die bewegte Geschichte Mosambiks, dem Wohnsitz des Autors, ist bei uns ja nur bedingt bekannt, allerdings ist der Ort des Geschehens auch beliebig austauschbar. Rassismus, Hass und Angst waren und sind wohl die stärksten Druckmittel von Kolonialherren und Besetzern, daran hat sich bis heute nichts geändert.

    Mit Hannah hat Mankell eine Figur geschaffen, die sich zwischen den Welten begwegt, wir begleiten sie über ein paar wenige Jahre ihres turbulenten Lebens hinweg, dann verlieren wir sie aus den Augen. Irgendwie interessant, wenn man nicht weiß, wie es mit einer Person weitergeht, aber trotzdem hat das Buch ein schlüssiges Ende.

    Jürgen Holdorf, der mir bislang nichts gesagt hat, liest das Hörbuch sehr angenehm, somit kann man auch dieses wirklich empfehlen.

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    Dubhevor 6 Jahren
    Rezension zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell

    Wir schreiben das Jahr 2002:
    Ein Bewohner eines ehemaligen Hotels, das vor 100 Jahren sehr beliebt bei der feinen Gesellschaft war und nun nur noch als Behausung für einige arme Leute und Familien dient, findet unter dem Parkett, dass einst prächtig gewesen sein muss, ein altes Tagebuch.
    Dieses ist ziemlich genau 100 Jahre alt und es gehörte einer Schwedin namens Hanna, die damals nach Afrika gekommen ist, nachdem ihr Mann, mit dem nicht einmal ein halbes Jahr verheiratet war, gestorben ist.
    Und nun möchte sie sich im kolonialischen Afrika niederlassen, was für eine Frau in der damaligen Zeit ganz und gar nicht leicht ist, denn zuerst ist da die Rassentrennung und noch immer wird die Gesellschaft von Männern dominiert und Frauen haben nichts zu melden.
    .
    Wieder einmal ein neuer Roman, den man Makells berühmt berüchtigter Serien von Büchern, die in Afrika spielen, anhängen kann.
    Warum er immer wieder gerne Bücher schreibt, die in Afrika spielen?
    Er wohnt eigentlich für 6 Monate im Jahr in Afrika und er scheint dieses Land und dessen Kultur wirklich zu lieben.
    Leider nicht alle, da wir zwei seiner Bücher, die in Afrika spielen, in der Schule lesen mussten und ehrlich gesagt haben sie mir nicht besonders gefallen.
    Doch dieses Mal habe ich mir das Buch selbst ausgesucht und der Inhalt hat mir auch eigentlich recht gut gefallen, doch ganz so recht überzeugen konnte er nicht.
    Vielleicht hege ich noch Vorurteile wegen dieses Schultraumas, oder vielleicht hat mir das Buch wirklich einfach nicht ganz so gut gefallen.
    Jedenfalls ist dieses Buch anders als seine Krimis, die eigentlich auch von einem anderen Autor geschrieben sein könnten, so unterschiedlich sind diese Bücher teilweise.
    Das Buch ist recht poetisch und ganz und gar kein normaler Unterhaltungsroman, sondern auch etwas mehr zum Verstehen, als allein zum Lesen.
    Wer schon seine anderen Afrika-Bücher kennt und sie auch mag, der weiß inetwa, was ihn hier erwartet, den anderen würde ich empfehlen, sich dieses Buch vorher anzusehen, bevor man es sich zulegt.

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    LEXIvor 6 Jahren
    Rezension zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell

    Die junge Schwedin Hanna lebt bei ihrer verwitweten Mutter und den Geschwistern in bitterster Armut. Als die Not am größten ist und Elin nicht mehr weiß, wie sie ihre Kinder durch den kalten, harten Winter bringen soll, schickt sie ihre älteste Tochter Hanna mit einem Pelzhändler auf den Weg zum Meer, in der Hoffnung auf ein besseres Leben für sie. Hanna leidet unter der Trennung von ihrer Familie, erhält jedoch die Möglichkeit, an Bord eines Schiffes nach Australien zu gehen. Sie verdingt sich vor Ort als Köchin, kommt jedoch niemals in ihrem Zielland an. Henning Mankell erzählt in sehr eindrucksvoller Art und Weise die Lebensgeschichte einer sehr starken Frau, die allen Hindernissen zum Trotz ihren Weg sucht – und findet. Hanna verschlägt es nach Afrika, wo sie zu Reichtum kommt und eines Tages spurlos verschwindet.
    *********
    Der Autor begleitet die verschiedenen Stationen des Lebensweges Hanna Lundmarks, basierend auf einer wahren Begebenheit. Eine erstaunliche Frau, die allen Widerständen und Vorurteilen der weißen Bevölkerung trotzt und den herrschenden Rassismus offen zu kritisieren wagt. Hannas Gedanken, ihre Emotionen und ihr wacher Verstand werden vortrefflich beschrieben und durch einen Tagebuchfund wird mit Hilfe des Autors Henning Mankell ein lebendiges Bild dieser ungewöhnlichen Frau gezeichnet. Die Charaktere sind authentisch, die Lebensbedingungen der schwarzen Bevölkerung sowie die krassen Entgleisungen im Namen der Rassentrennung werden dem Leser eindringlich vor Augen geführt.
    Henning Mankell liefert keine leichte Kost für einen vergnüglichen Nachmittag auf der Lesecouch. Er konfrontiert den Leser vielmehr mit der teils sehr brutalen Realität Afrikas zu Beginn des letzten Jahrhunderts und regt zum Nachdenken an. Er schildert den Zwiespalt einer Weißen, die den Umgang der restlichen weißen Minderheit mit den schwarzen Ureinwohnern in diesem Land mit Argusaugen beobachtet und kritisiert. „Erinnerung an einen schmutzigen Engel“ ist meines Erachtens ein ganz besonders eindringliches Werk dieses Autors, das ich auf jeden Fall weiter empfehlen kann.

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    kla4tanzvor 6 Jahren
    Rezension zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell

    Afrika, 1904. Anstatt wie geplant als Schiffsköchin nach Australien zu fahren, geht die 18-jährige Schwedin Hanna Lundmark nach dem Verlust ihres Ehemannes in Moçambique an Land. Wenige Monate später ist sie Besitzerin des beliebtesten Bordells Südafrikas und zählt damit zu den reichsten Menschen des Landes. Doch ist sie damit in einer Welt aus Lug und Betrug, Angst und Fremdenhass auch eine mächtige Frau?

    In seinem Roman Erinnerung an einen schmutzigen Engel erzählt Henning Mankell auf nachvollziehbare Weise vom Reifungsprozess eines unbedarften, unsicheren Mädchens, das sich von den äußeren Umständen treiben lässt, zu einer geradlinigen, selbstbewussten Frau, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt. Dabei berichtet er nur das Notwendigste, verzichtet auf ausschmückende Details und treibt die Handlung in einem atemberaubenden Tempo voran, ohne jedoch zu überfordern. Gleichzeitig skizziert er die Funktionsweise der Apartheid, ihre Auswirkungen auf die schwarze und weiße Bevölkerung und wie sie aufrecht erhalten wird. Sein nüchterner, distanzierter Stil vermeidet jeglichen Pathos und versucht kein Mitleid zu erregen, wodurch sowohl Hannas Entwicklung als auch die Schilderung der rassistischen Mechanismen sehr authentisch wirken.

    Für mich macht gerade diese unpersönliche, unemotionale Erzählweise die große Stärke des Buches aus, denn obwohl ich mich weder mit Hanna identifizieren konnte, noch in die Geschichte hineingesogen fühlte, war ich sehr gespannt darauf, wie es weitergehen würde. Der gefühlskalte Abstand ließ mich Hannas Verhalten besser verstehen, als emotionale Appelle an mein Mitgefühl es je vermocht hätten, genau wie erst dadurch die volle Grausamkeit der Apartheid greifbar wurde, weil sie mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie alle anderen kleinen und großen, banalen und außergewöhnlichen Ereignisse beschrieben wurde.
    Gefallen hat mir auch die oft sprunghafte Verflechtung von Vergangenheit und Gegenwart im ersten Abschnitt, die doch nie willkürlich oder unnatürlich wirkt.
    Abzüge gibt es hingegen für den Prolog, der mir gänzlich überflüssig und künstlich erscheint und mich den Schluss eines Kreises erwarten ließ, der nie kam.

    Insgesamt handelt es sich jedoch um ein starkes, lesenswertes Buch, das zum Nach- und Weiterdenken anregt. Henning Mankell versteht es, mit nur wenigen, prägnanten Pinselstrichen ein komplettes Bild zu malen und trotzdem genügend Freiflächen zu lassen, die der Leser mit eigenen Interpretationen füllen kann.

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    Anita27as avatar
    Anita27avor 6 Jahren
    Rezension zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell

    Eine düstere, jedoch auch faszinierende Geschichte über ein junges Mädchen, namens Hanna.
    Hanna verläßt in jungen Jahren unfreiwillig ihre bitterarme Familie und ist fortan auf sich selbst gestellt. Wir begleiten Hanna ein Stück auf Ihrem Lebensweg und beobachten Ihren Reifeprozess vom unscheinbaren, ängstlichen Mädchen zur reifen mutigen Frau. Durch gewisse Umstände gelangt Hanna in die portugiesische Kolonie Mocambique wo sie, wieder ohne großes eigenes Zutun , ein Bordell und großen Reichtum erbt. Sie ist sich Ihrer großen Verantworung für die Menschen (und Tiere), die ihr anvertraut sind bewusst. Angesichts der enormen Brutalität und Ungerechtigkeit mit der die weisse Bevölkerung den schwarzen Einwohnern begegnet, setzt Sie sich bald für die Unterdrückten ein,findet aber keine wirkliche Unterstützung von beiden Seiten.
    Ich kann den Roman, trotz der düsteren Grundstimmung nur empfehlen.

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    -Jolie-s avatar
    -Jolie-vor 6 Jahren
    Rezension zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell

    Inhalt:
    Wir schreiben das Jahr 1904. Eine junge, mittellose Frau namens Hanna verlässt ihr Heimatland Schweden, um auf einem Schiff als Köchin zu arbeiten. Dort lernt sie den Steuermann Lars Lundmark kennen und lieben. Sie heiraten. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer, denn bei der Überfahrt von Schweden nach Australien stirbt Lundmark.

    Bei einem kurzen Zwischenstopp verlässt Hanna im Morgengrauen heimlich das Schiff. Denn sie hält es keine Minute länger auf dem Schiff aus, auf dem ihr Mann starb. Statt Australien führt sie ihre Reise nun nach Afrika. In die portugiesische Kolonie Mosambik. Sie mietet sich in einem Hotel ein, was sich als eines der größten und beliebtesten Bordelle der Stadt herausstellt, dass sie später einmal leiten wird...

    Das Leben in Mosambik ist nicht nur klimatisch ganz anders als Schweden. Auch die Sitten und Gebräuche sind ganz anders. Es gibt weiße Schäferhunde, die auf schwarze Menschen abgerichtet sind, Orte und Sitzplätze die nur für Weiße reserviert sind, Aufstände der schwarzen Bevölkerung werden von der Polizei blutig und brutal niedergeschlagen und die Tatsache, dass Schwarze in ihrem eigenen Land eigentlich nur als Untertanen leben, denen es nicht gestattet ist, Weißen in die Augen zu schauen oder zu widersprechen. Dies alles gehört in Mosambik zur Normalität. Und in jeder anderen Kolonie auch.

    Es ist ein Land das Hanna fremd ist und das sie nicht versteht. Auch die Menschen versteht sie nicht. Weder die Europäer noch die Afrikaner. Das Leben zwischen Schwarzen und Weißen ist beherrscht von Unterdrückung, Verachtung, Wut, Misstrauen und Furcht. Wird es ihr gelingen, ihren eigenen Weg zwischen den weißen Rassisten, der schwarzen Bevölkerung und auch ihr persönliches Glück zu finden?

    Persönliche Meinung:
    Anhand weniger Überlieferungen schrieb Henning Mankell dieses Buch. Es gab Anfang des 20. Jahrhunderts eine echte "Hanna" die aus Schweden nach Mosambik auswanderte und dort ein Bordell leitete und sehr reich wurde. Wie sie hieß und wohin sie ging weiß niemand. Alle anderen Fakten, Geschehnisse und Erlebnisse im Buch sind frei erfunden.

    Ich musste mich persönlich erstmal in dieses Buch "einfinden". Gerade am Anfang hatte ich Probleme in das Buch hinein zu finden. Die distanzierte und emotionslose Sprache hat es mir nicht leicht gemacht, ins Buch hinein zu finden und weiterlesen zu wollen. Ich habe zuvor auch noch nie ein Buch von Henning Mankell gelesen und wusste nicht was mich erwartet. Ich hatte es mir, vor dem Lesen, auch etwas anders vorgestellt.

    "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" ist kein einfaches Buch. Sowohl was die Thematik als auch die Charaktere angeht. Das Buch widmet sich anspruchsvollen und bedrückenden Themen und ist anspruchsvoll geschrieben. Die Sprache ist schlicht, distanziert und oft emotionslos. Des Öfteren auch mit Symboliken ausgeschmückt.

    Das Buch schaffte es über einen längeren Zeitraum leider nicht, mich hundertprozentig zu fesseln. Das änderte sich erst ab der Hälfte. Gerade die letzten Kapitel waren sehr stark, was meine Meinung noch mal in eine etwas andere Richtung beeinflusst hat.

    Mit Hanna hat Henning Mankell keinen einfachen und gewöhnlichen Charakter geschaffen. Von Beginn an ist sie sehr passiv, naiv, unerfahren und versteht oft nicht, was die Leute ihr mitteilen wollen. Sie handelt oft nicht sondern lässt sich treiben. Trotzdem ist sie voller Widersprüche, denn sie kann oft auch sehr kühl und gemein zur hauptsächlich schwarzen Bevölkerung sein. Sie nimmt mit der Zeit selbst rassistischen Züge an, obwohl sie ihr widerstreben. Eigentlich keine richtige Identifikationsfigur. Das Buch begleitet also Hanna auf ihrem Weg, vor allem zu sich selbst, zu einer erwachsenen Frau. Des weiteren erhält man einen ehrlichen und schonungslosen Einblick in die damalige Zeit der Sklaverei und Rassentrennung. Auch Themen wie Zwischenmenschliche Beziehungen, draus resultierende Konflikte und Widersprüche, Prostitution, Einsamkeit, und die Suche nach sich selbst spielen eine Rolle in diesem Roman.

    Außerdem lernt man Mosambik, das Land und die Leute kennen. Ihre Sitten und Gebräuche. Und über ihren Aberglauben. Leider bleiben die afrikanischen Charaktere, bis auf wenige Ausnahmen, eher blass und man erfährt nicht allzu viel von ihnen.

    Das Buch empfand ich als realistisch und ehrlich und es hat mich auch zum nachdenken angeregt. Aber, wie gesagt, sagte mir der Schreibstil nicht so zu und die Geschichte konnte mich nicht ganz so fesseln, wie ich es mir erhofft hatte.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Daniliesings avatar
    Nach mehr als zwei Jahren seit dem Erscheinen des letzten Buches von Henning Mankell dürfen sich Fans und all jene, die es noch werden wollen, über seinen neuen Roman "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" freuen, der am 30. Juli im Zsolnay Verlag erschienen ist. Sein neues Buch ist kein Krimi, sondern ein spannender Roman, der im beginnenden 20. Jahrhundert in der portugiesischen Kolonie Mocambique angesiedelt ist.

    Mehr zum Inhalt:
    Schweden, Anfang 20. Jahrhundert: Die junge mittellose Hanna muss als älteste von fünf Geschwistern ihr Heimatland verlassen und kommt in die portugiesische Kolonie Mocambique. Sie wird dort ein Vermögen erben, ein Bordell leiten und einige Jahre später spurlos wieder verschwinden. Auf der Grundlage weniger überlieferter Dokumente hat Bestsellerautor Henning Mankell einen spannenden, farbenprächtigen Roman über eine außergewöhnliche Frau geschrieben, die ihren eigenen Weg zwischen den weißen Rassisten und der schwarzen Bevölkerung in Afrika finden muss.

    --> Leseprobe zum Buch

    Wenn ihr einen fesselnden historisch-politischen Roman über ein außergewöhnliches Frauenschicksal  lesen möchtet, liegt ihr mit "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell genau richtig. Bis einschließlich 12. August 2012 suchen wir 25 Testleser für das Buch, die Lust und Zeit haben sich hier in der Leserunde innerhalb der einzelnen Leseabschnitte dazu auszutauschen und abschließend eine Rezension zu schreiben.

    Für die Chance eines der Testleseexemplare zu gewinnen, verratet uns bitte im Unterthema "Bewerbung als Testleser", wieso ihr gern dabei wärt und was euch am Buch besonders interessiert!

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