Erinnerung an einen schmutzigen Engel

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Inhaltsangabe zu „Erinnerung an einen schmutzigen Engel“ von Henning Mankell

Ein Leben zwischen Schwarz und Weiß1904. Als Älteste von fünf Geschwistern muss die achtzehnjährige Hanna ihre Heimat verlassen, um selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Sie heuert als Küchengehilfin auf einem Frachtschiff nach Übersee an und geht in der portugiesischen Kolonie Mosambik von Bord. Dort heiratet sie den Bordellbesitzer Senhor Vaz, der wenig später stirbt und ihr das Bordell sowie ein stattliches Vermögen hinterlässt. Damit will sie die Lebens- und Arbeitsbedingungen der schwarzen Frauen verbessern. Doch ihre Einmischung in die koloniale Ordnung ist weder bei den Weißen noch bei den Schwarzen erwünscht …

Ein schöner Anfang aber im Hauptteil düster und beklemmend und am Ende schwammig. Das Buch hat mich zwar berührt, aber auf unangenehme Art.

— allegra
allegra

Aus einer kleinen Notiz in einem historischen Dokument hat Henning Mankell einen großen Roman gemacht,

— Andrea1982
Andrea1982

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  • Geschichte aus der Kolonialzeit

    Erinnerung an einen schmutzigen Engel
    AnnaChi

    AnnaChi

    03. August 2015 um 18:36

    Geschichte wird in Menschen lebendig, seien es historische Persönlichkeiten oder fiktive Personen. Hanna, die Hauptperson des Mankellschen Romans, ist eine Mischung aus beidem. Mankell wurde durch eine Notiz in einem geschichtlichen Dokument, die beschreibt, dass eine junge Schwedin die Besitzerin eines der größten Bordelle einer Hafenstadt in Mosambik war, zu diesem Roman angeregt.Diese Hanna heuert aus Not und um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf einem Schiff als Köchin an, verliebt sich dort in einen Steuermann, der während der Fahrt stirbt und verlässt das Schiff in besagter Hafenstadt, in der sie zufällig in einem Bordell landet, das sie für ein Hotel hält. Als der Besitzer um ihre Hand anhält, sagt sie nach kurzem Zögern zu und ist als seine Witwe schon bald Besitzerin des Etablissements.Hanna versucht ihren eigenen Weg zu finden. Einerseits sieht sie den brutalen Rassismus der weißen Menschen (und natürlich im Bordell vor allem der weißen Männer), andererseits die Schwarzen, die sich beugen, aber voll unterdrücktem Hass sind. Als sie versucht, sich für die schwarzen Frauen einzusetzen, wird ihr klar, dass ihre Einmischung von beiden Seiten nicht erwünscht ist ...Sehr gekonnt lässt uns Mankell die bedrückende Welt einer Kolonie zu Beginn des letzten Jahrhunderts durch die Augen der naiven Hanna erblicken. Er zeigt, wie man auch ohne moralisch erhobenen Zeigefinger eine gute und differenzierte Geschichte erzählen kann.

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher
    Daniliesing

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach:Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an.Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat.Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen:Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.)Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei?Ein paar zusätzliche Informationen:* Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt!* Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung* Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen.* Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden.* Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal.* Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .comDie Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben.Teilnehmer:0VELVETVOICE019angelika63 (1/40)78sunny (40 / 40)AberRush (30 / 30)Aduja 1(2/20)Aglaya (40 / 40)Agnes13 (40/40)Ajana (14/20)Alchemilla (1/40)Aleida (30 / 30)allegra (20 / 20)Alondria (22 / 20)Amaryllion (13/20)Amelien (19/20)ANATAL (31/30)andymichihelli (40/40)angi_stumpf (40 / 40)Aniday (36 / 30)Annilane (0/30)Anniu (16/30)anra1993 (33/40)Anruba (33/40)anybody (13/40)apfel94 (0/40)Arachn0phobiA (40 / 40)Aria_Buecher (15/40)Arizona (22/20)Ascheflocken (12/40)AuroraBorealis (14/20)Ayda (3/20)baans (8/30)Backfish (7/20)Bambi-Nini (25/20)ban-aislingeachBelicha (2/20)Bella233 (40 / 40)Bellis-Perennis (40 / 40)BethDolores (0/40)BiancaWoe (8/20)Bibliomania (32 / 30)Birgit1985 (20 / 20)black_horse (40 / 40)blauerklaus (24/20)Bluebell2004 (35/20)BlueSunset (36/30)bookgirl (30/40)Bookling (0/20)bookscout (33/30)Bookwormy (3/20)Bosni (21/20)buchfeemelanie (18/30)Buchgeborene (1/40)Buchgespenst (30 / 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  • Erzählt von einem ungewöhnlichen Frauenschicksal

    Erinnerung an einen schmutzigen Engel
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    12. August 2014 um 15:42

        Manchmal ist es nur ein kleiner Hinweis, eine Nebenbemerkung, eine flüchtige Beobachtung, die einen Schriftsteller zu seinem nächsten Romanstoff führt. Bei Henning Mankell war es ein Hinweis seines Schriftstellerkollegen und Afrikafreunds Tor Sällström. Er sei in dem alten kolonialen Archiv von Maputo auf bemerkenswerte Dokumente gestoßen, denen er entnommen habe, dass Ende des 19. Jahrhunderts eine Schwedin Besitzerin eines der größten Bordelle der Stadt gewesen sei, die damals noch Lourenco Marques hieß. Sie fand in den Dokumenten Erwähnung, weil die über mehrere Jahre eine bedeutende Steuerzahlerin gewesen ist. Sie sei ebenso plötzlich dort aufgetaucht, wie sie einige Jahre später wieder spurlos verschwunden sie. "Wer war Sie? Woher kam Sie?" Diesen Fragen ist Henning Mankell weiter gefolgt, hat aber nur wenig mehr herausgefunden, als das, was in den Dokumenten stand. "Meine Geschichte gründet sich also auf das wenige, was wir wissen, und all das, was wir nicht wissen." Und so erzählt er die Geschichte von Hanna Renström, die als älteste von fünf Geschwistern nach dem Tod ihres Vaters ihr Elternhaus in Nordschweden verlässt, weil die Mutter nicht mehr alle allein ernähren kann. Dieser Vater hatte Hanna mit einer Stimme, die gegen Ende seines Lebens nur noch ein Flüstern war, liebevoll einen 'schmutzigen Engel' genannt, Worte, die sie lange begleiten und an die sie sich in der Folgezeit immer wieder erinnern wird. Ihre Mutter Elin schickt sie auf dem Schlitten von Jonathan Forsmann auf den fünftägigen Weg nach Sundsvall, wo noch lebende Verwandte vermutet werden. Dort soll sie versuchen, als Dienstmagd ihr eigenes Auskommen zu finden. Forsmann, bekehrter Christ, kümmert sich väterlich streng um Hanna. In Sundsvall an der Küste angekommen, schickt er Hannah mit einem Knecht auf die Suche nach diesen Verwandten, die jedoch erfolglos bleibt. Forsmann ist Teilhaber an einem Dampfschiff mit dem Namen Lovisa. Als dieses von Schweden aus mit Holz beladen nach Australien aufbrechen soll, verpflichtet er Hannah, dort als Köchin mit zu fahren, um wichtige Lebenserfahrungen zu sammeln. Auf dem Schiff kommt sie bald sehr gut zurecht, und freundet sich mit dem Steuermann Lars Johan Jakob Antonius Lundmark an. Die Wochen, die sie mit ihm auf der Fahrt verbringt, werden die schönsten ihres Lebens sein. Auf einem Zwischenstopp heiraten sie. Doch nur wenige Wochen später erkrankt Lundmark nach einem leichtsinnigen Landaufenthalt an einem tödlichen tropischen Fieber. Mit seiner Seebestattung beginnt das Buch, das in der Folge erzählt von der Trauer von Hanna, die nach wenigen Wochen schon zur Witwe geworden ist. Obwohl Kapitän und Mannschaft sie sehr zuvorkommend behandeln, spürt sie, dass sie das Schiff verlassen muss, soll ihre Trauer sie nicht umbringen. In Lourenco Marques verlässt sie, ausgestattet mit den fünfzig Pfund Witwenrente, die ihr der Kapitän ausgezahlt hat, heimlich das Schiff. Sie logiert sich in einem Hotel ein, von dem sie bald merkt, dass es als ein Bordell geführt wird. In der ersten Nacht in diesem Hotel beginnt sie zu bluten. Sie hat das Kind von Lundmark, ihrer ersten großen Liebe verloren. Eine der Prostituierten, Felicia, kümmert sich um sie. Auch Senhor Vaz, der Besitzer des Hotels, ist um Hanna besorgt und organisiert eine professionelle Krankenschwester. Nach einigen Wochen hat sich Hanna soweit erholt, dass sie in der Lage ist, ihre Umgebung richtig wahrzunehmen und auch, dass das Interesse von Senhor Vaz an ihr stärker ist als üblich. Und es dauert nicht lange, da macht er ihr einen Heiratsantrag, den sie nach einigen Tagen des Überlegens annimmt. Doch auch diese Ehe, zu deren vollem Vollzug sich Vaz nicht im Stande zeigt, ist nur von kurzer Lebensdauer. Er stirbt, nachdem er ein weiteres Mal vergeblich versucht hatte, Hanna beizuwohnen. Zurück bleibt Hanna, mit einem Schimpansen namens Carlos, der als Kellner verkleidet, in dem Bordell die Kunden bedient, und einem großen Erbe. Denn Vaz hat ihr nicht nur das Bordell, sondern auch ein riesiges Vermögen vermacht. Das Buch erzählt nun, wie sich Hanna durchsetzt in einer Gesellschaft, die von Kolonialismus und Rassismus geprägt ist. Es erzählt davon, wie sie konfrontiert wird, mit einer bespiellosen Unterdrückung der Schwarzen durch die weißen Herren. Wie sie ganz langsam ein Bewusstsein gewinnt von dieser Ungerechtigkeit und auch öffentlich dazu Stellung nimmt. In ihrem Einsatz für eine schwarze Frau, die sie kennengelernt hat, begegnet sie eines Tages deren Bruder Moses. Zu ihm entwickelt sie eine zarte Liebesgeschichte, deren Ausgang offen bleibt. Offen bleibt auch, ob das ersehnte, aber eigentlich unmögliche gemeinsame Leben mit Moses der Grund ist für ihr spurloses Verschwinden. Es ist wohl vor allem die Begegnung mit Moses, die langsam eine tiefe Erkenntnis in ihr wachsen lässt: "Ich lebe in einer Welt, in der die Weißen ihre Kräfte dabei vergeuden, sich selbst und die Schwarzen zu betrügen, dachte sie. Sie glauben, die schwarzen Menschen hier würden ohne ihre Anwesenheit nicht zurechtkommen und ihr Leben sei weniger wert, weil sie glauben, dass Steine und Bäume Geister beherbergen. Aber die Schwarzen ihrerseits verstehen nicht, wie man einen Sohn Gottes so schlecht behandeln kann, dass man ihn an ein Kreuz nagelt. Sie wundern sich über die Weißen, die hierher kommen und es so eilig haben, dass sie bald der Herzschlag trifft, weil sie die Jagd auf Reichtum und Macht nicht verkraften. Die Weißen lieben das Leben nicht. Sie lieben die Zeit, von der sie immer zu wenig haben." Ich halte diese Reflexionen Hannas für das Zentrum eines Buches, mit dem Henning Mankell nicht nur seinem beeindruckenden Werk einen weiteren Afrikaroman hinzufügt, sondern mit der dem auch in der Gestalt Hannas ein wichtiges Porträt zeichnet einer Frau, die ihrer Zeit weit voraus war. Obwohl es ein historischer Roman ist, ist seine Botschaft sehr aktuell. Er beschreibt sehr überzeugend das Verhältnis von Unterdrückern und Unterdrückten als eines von gegenseitiger Angst, die sie beide wie in einem Käfig gefangen hält. Und er zeigt auch hoffnungsvolle Wege, wie die unüberwindlich geglaubten Barrieren zwischen "Uns und den Anderen" überwunden werden können. Aus einer kleinen Notiz in einem historischen Dokument hat Henning Mankell einen großen Roman gemacht, der erzählt von einem ungewöhnlichen Frauenschicksal und den nach wie vor ungelösten Fragen von rassistischer Unterdrückung und menschenfeindlicher Ungerechtigkeit.  

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  • Rezension zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell

    Erinnerung an einen schmutzigen Engel
    sunlight

    sunlight

    „Erinnerungen an einen schmutzigen Engel“ von Henning Mankell

    Ein historischer Afrikaroman, der über wenige Jahre aus dem Leben einer jungen Schwedin in Mosambik erzählt.

    In einem alten Kassenbuch aus Lourenco Marques, heute Maputo, wurden Belege für Steuereinnahmen gefunden, die einer historisch realen Person, einer schwedischen Bordellbesitzerin entsprechen. Dieses Gerüst wurde von Hennig Mankell mit einer fiktiven Geschichte gefüllt.

    Das Tagebuch der Hanna Lundmark wird 2002 von einem armen Einheimischen unter den Dielen eines alten Hotels in Beira entdeckt. Vor gut hundert Jahren musste sie Schweden in großer Not verlassen und mit 18 Jahren wird sie Köchin auf einem Schiff in Richtung Afrika. Sie verliebt sich in den Steuermann und sie heiraten auf dem Schiff. Doch das Glück währt nur kurz, er verstirbt an einem Fieber. Hanna ist untröstlich und so stielt sie sich im Hafen von Lourenco Marques von Bord. Im Hotel O Paraiso mietet sie sich ein und wird liebevoll von den Frauen gepflegt, als sie eine komplizierte Fehlgeburt erleidet. Hanna registriert, dass sie der einzige Hotelgast ist und die anderen Männer, die ein und aus gehen, die Dienste der Frauen in Anspruch nehmen. Sie lebt in einem Bordell. Hanna bleibt, wird die Bordelleignerin und muss sich einem völlig neuen Leben zurechtfinden.

    Hennig Mankell versucht die Lebenssituation der Menschen in der portugiesischen Kolonie, heute Mosambik, möglichst objektiv zu beschreiben. Der Autor berichtet über das Leben in der Kolonie mit allen seinen Facetten. Die Rassentrennung und all ihre Begleiterscheinungen werden thematisiert, auch die Angst der Weißen vor den Einheimischen, die sich in Brutalität und Abgrenzung äußert. Mankell versucht, sich in die farbigen Menschen einzufühlen und zu verstehen, wie sie in dieser Lebenssituation ihre Würde behalten. Dazu gehört auch, dass von der Arbeit im Bordell ohne erhobenen Zeigefinger erzählt wird – keine doppelt Moral.

    Der Erzählfluss trägt das gemächliche Leben in der Hitze zu uns. Phasen in denen scheinbar wenig passiert, wechseln mit kurzen dramatischen Ereignissen. Die afrikanische Gelassenheit steht im Kontrast zur Geschäftigkeit und scheinbaren Rechtschaffenheit der Kolonialherren. Henning Mankell hält uns Leser durch seine knappen Sätze auf einer gewissen Distanz zu den Protagonisten und erleichtert so das Nachdenken über die Ereignisse.

    Der Anfang und das Ende der Geschichte im Hotel Afrika in Beira liegen hundert Jahre auseinander, so wird der Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart geschlagen. Es drängt sich die Frage auf, hat sich wirklich etwas an der Lebenssituation der Einheimischen geändert?

    Wie hätte ich mich in verhalten? Wie viel Rückgrat hätte ich in der Situation von Hanna gehabt? Hätte ich mich den Gepflogenheiten der Weißen angepasst oder wäre ich meiner Moral treu geblieben? Diese Fragen haben mich während der gesamten Lektüre begleitet. Es ist einfach, über die Geschichte und das Handeln von Menschen zu urteilen. Eine viel größere Herausforderung ist es, aus ihr zu lernen, sich der Gegenwart zu stellen und danach zu leben – nicht egozentrisch sondern global.

    Henning Mankell ist es in diesem genialen Afrikaroman wieder gelungen, für Toleranz, für eine gemeinsame Zukunft der Menschen über Ländergrenzen hinweg zu plädieren.

    Ein Buch, das dem Leser viel geben kann und Seite für Seite genossen werden sollte. Kurz gesagt, unbedingt lesen!

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    Floh

    Floh

    27. July 2014 um 05:40
  • Die große LovelyBooks Themen-Challenge 2014

    Daniliesing

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2014? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach:Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 20 vorgegebenen Themen mindestens 15 Bücher aus 15 unterschiedlichen Themen zu lesen. 5 Themen können also ausgelassen werden. Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt hier mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag. Diese Challenge läuft vom 1.1.2014 bis 31.12.2014. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Wer am Ende des Jahres die 15 Bücher zu 15 verschiedenen Themen geschafft hat, nimmt automatisch an einer Verlosung eines schönen Überraschungspakets teil. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2014 gelesen hat.Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen:Ich habe jedes Thema auch zu einem extra Beitrag hier auf LovelyBooks verlinkt, in dem ihr euch jeweils über die passenden Bücher austauschen könnt.Für jedes Thema hänge ich ein Beispielbuch in der Reihenfolge der vorgegebenen Themen an, ihr könnt aber gern andere lesen! Bücher, die erstmalig vor 2010 erschienen sind Bücher, die Teil einer Reihe sind (alles ab mindestens 2 Bänden) Bücher, die ein vorranging rotes Cover haben Bücher, deren Buchtitel eine Zahl enthalten Bücher, die ausschließlich als Taschenbuch / Broschur erschienen sind (nicht als Hardcover, E-Book zusätzlich ist ok) Bücher, bei denen der Vor- oder der Nachname des Autors mit dem gleichen Buchstaben beginnt, wie der Buchtitel Bücher, die bisher noch keine Rezension auf LovelyBooks haben (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, in denen es ums Essen geht und das auch durch den Buchtitel, das Cover o.Ä. ausgedrückt wird Bücher von deutschsprachigen Autoren Bücher, die weniger als 250 Seiten haben Bücher, auf denen hauptsächlich Schrift und kein vordergründiges Covermotiv zu sehen ist Bücher von Autoren, die schon mindestens 5 Bücher veröffentlicht haben Bücher, die in der Hardcover-Ausgabe einen Schutzumschlag haben Bücher, deren Buchtitel aus mindestens 5 Wörtern bestehen Bücher, die aus einer anderen Sprache als dem Englischen oder Französischen übersetzt wurden Bücher, die in einer Stadt mit mehr als 1 Mio. Einwohner spielen Bücher, die in einem unabhängigen Verlag erschienen sind (keine Verlagsgruppen / Konzerne) Bücher, auf deren Cover mindestens 3 Lebewesen zu sehen sind (es zählen Menschen & alle Tierarten) Bücher, die auf LovelyBooks mit 4,5 - 5 Sternen bewertet sind (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns) Bücher, deren Hauptfigur mindestens 10 Jahre jünger oder älter als ihr selbst ist (wer dieses Thema erfüllen möchte, müsste hier sein Alter verraten - in meinem Fall müsste die Figur 17 oder jünger bzw. 37 oder älter sein)Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei?Antworten auf häufig gestellte Fragen:* Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt!* Wenn es in der Aufgabenstellung keine spezielle Eingrenzung gibt, zählt wirklich alles, was dazu passt. Zahlen zählen also auch als Zahlen, egal ob ausgeschrieben oder nicht usw.* Ich kann diese Challenge nicht in Unterthemen gliedern, da das nur bei Leserunden geht.* Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung* Unabhängige Verlage sind solche, die nicht zu einer Verlagsgruppe / einem Konzern gehören. Wenn ihr unsicher seid, schreibt mir eine Nachricht mit dem entsprechenden Verlag.* Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, als auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen.* Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden.* Wichtig ist, dass man das Buch 2014 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal.* Postet euer jeweiliges Buch bitte erst, wenn ihr es wirklich komplett gelesen & eine Rezension oder Kurzmeinung geschrieben habt.* Ein paar Beispiele für Verlage,  die als unabhängig zählen - es gibt aber wirklich ganz viele, fragt mich im Zweifel einfach per Nachricht: Hanser Verlag (und Unterverlage), Aufbau Verlag (und Unterverlage), dtv, Coppenrath Verlag, Diogenes Verlag, usw.* Falls Bücher, die eine ISBN habe, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com* Bei Themen, für die der Stand bei Lesebeginn entscheidend ist (Bücher, die noch keine Rezension haben / Bücher, mit Bewertung zwischen 4,5 - 5 Sternen) vertraue ich einfach darauf, dass ihr wirklich nur welche angebt, wo das stimmt.* Keine Mangas & Comics, außer für Thema 10 - Graphic Novels zählen überall, sofern sie dem Thema entsprechenTeilnehmer:19angelika634cloverleaf78sunnyabaAdujaAjanaAlchemillaAlinchenBienchenallegraAlondriaAmaraAnendienAniston81AnnaMKAnneblogtAnnilaneAnniuanushkaArizonaAsuAuroraBorealisbaansBambi-NiniBanefulbattlemaus88BethDoloresBiancaWoeBluebell2004bluebutterfly222bookgirlBookmarblebooks_and_sensesbookscoutbrudervomweberBuchblogDieLeserinBücherwurmBuchgeboreneBuchrättinBuecherfee82Buecherfreak321BuecherschmausBuecherwurm1973callunafulCarina2302carooolyneCaryLilaCattiechristiane_brokateClairchendeluneClouudcoala_booksCode-between-linesCurinczytelniczka73daneegoldDaniB83DaniliesingdanzlmoidldariglaDeenglaDeirdredieFloDini98DonataDonaulandDonnaViviDreamworxDunkelblauEl.ElkeEmma.WoodhouseEskarina*EvanfabaliaFantasyDreamFay1279FelilouFinesty22FlorencafireezFraenziFreakshowactressfredhelfunkyreadinggirlgarfieldbuecherGela_HKGeriGetReadyGinevraginnykatzeGirdieglanzenteGlanzleistunggragrinselammGrOtEsQuEGruenentegstGulanguybrushhannelore259HarIequinHeldin-mit-Happy-Endhexe2408HibiscusFlowerHikariHoneygirl96IraWiraisipisijahfabyjanakajasminthelifeisprettyJeamiJeckeJulia_RuckhardtJuliaaJuliaSchujuliasleseweltJuyaKaiaiaiKajaaakalligraphinKanjugaKarin_KehrerKaroliinaKarottenjunkieKatharinaJKendallKerstin-ScheuerKidakatashKiki2000KirschbluetensommerKiwi_93Kleine1984Kleine8310kleinechaotinkleinfriedelchenKrinkelkrokenkrissiiiKTea  KurousagiLaDragoniaLadySamira091062LaLectureLaLeLu26LalenaLaupezlcsch30LeJardinDuLivreLenaausDDLeochiyouslesebiene27Lesefee86Lese-KrissiLeselottelieselesemausLeseMausLesemaus_im_Schafspelzleseratte69lesewurmteriLialottaLibramorLibriHollylieblingLienneLilaLadylilja1986lille12Lilli33LillianMcCarthylilliblumeLimitLesslisamLissyLiteraturliteraturlebenLizzy_CurseLMisaLoony_LovegoodLooonyLucretiaLukodigilitLuna16Lyla11mabuereleMadlenchenMaggi90maggiterrinemamenumareike91Maryannamecedoramerlin78miekenMiiaMiniBonsaiminoriMira123miss_mesmerizedMissErfolgMissMisanthropieMissPaulchenMissTalchenmona0386Mone80monerlmoorlichtMoosbeeremrs-luckyMrs_Nanny_OggNaburaNaddlpaddlNaGerNarrNenatieNik75NiobNirenanj-sunnoellecatherineNormal-ist-langweiligNova7NyokoPaperPrincesspapertownsPapsatParadiseKiss1988pardenpassionelibroPelippaPenelope1PetitaPapallonaPhoebePMelittaMPrishaprudaxQueenelyzaQueenSizereadandmoreRicardaMarieRitjarikku_revengeRoteZoraRottenHeartrumble-beeSakuraClowSalzstaengelsameaSamy86Sandy7sarlanSarlaschtSauhund01scarlett59SchafswolkeScheherazadeSchneckchenSchneeeule129Schnuffelchenschokolade29schuhbiduSchwarzeRoseSeelensplitterserpinashadow_dragon81Shadowgirlsibylle_meyerSi-NeSofiaMaSolitary77solveigSolvejgSomayaSommerlesersonjastevensSophiiieSplenoStarletStaubwolkexSteffiFeffiSteffiR30sternblutStjamasummi686Sun1985sunlightSunny87sunrisehxmmosursulapitschiSuse*MUCSweesomasticsweetyenteSynicTakuTamy_stanjuschkaTatsutaylaaThaliomeeThe iron butterflyTheBookWormthenighttiggerTini_STraeumelineTrashonautuli123unfabulousurlaubsbillevb90Venj98vielleser18VitusWatsekaweinlachgummiWeltverbessererwerderanerwiebykevWildponyWinterzauberWorld_of_tears91WortGestaltWortweltenwuschelanaxaliciaxohlxXirxeYvetteHYvonnes-LeseweltzazzlesZeilenreichtumZelibazitroschPunkteübersicht

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  • Themen-Challenge 2014 - Bücher von Autoren, die schon mindestens 5 Bücher veröffentlicht haben

    Daniliesing

    Daniliesing

    Dieses Thema gehört zur Themen-Challenge 2014:

    Hier könnt ihr euch über eure gelesenen Bücher zu Thema 12 austauschen!

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  • War leider nicht mein Fall

    Erinnerung an einen schmutzigen Engel
    leseratte69

    leseratte69

    07. January 2014 um 18:02

    Schweden, Anfang 20. Jahrhundert: Die junge mittellose Hanna muss als älteste von fünf Geschwistern ihr Heimatland verlassen und kommt in die portugiesische Kolonie Mocambique. Sie wird dort ein Vermögen erben, ein Bordell leiten und einige Jahre später spurlos wieder verschwinden. Auf der Grundlage weniger überlieferter Dokumente hat Bestsellerautor Henning Mankell einen spannenden, farbenprächtigen Roman über eine außergewöhnliche Frau geschrieben, die ihren eigenen Weg zwischen den weißen Rassisten und der schwarzen Bevölkerung in Afrika finden muss.Meine MeinungDies war mein erster Roman von Henning Mankell und leider auch der letzte.Ich hatte wirklich mühe, es bis zum Ende durchzuhalten. Der Schreibstil von ihm, liegt mir überhaupt nicht.Er ist so farblos, und einfach nur sehr gewöhnungsbedürftig. Die Personen konnten mir zur keiner Zeit sympatisch werden, oder ans Herz wachsen.Dieses ist aber für mich, eine der Grundvoraussetzungen, die ein Buch bei mir haben muss.Aber man kann ja auch nicht alle Bücher lieben und mögen. Die Thematik ist ja wirklich sehr gut.Sie schildert die Konflikte, zwischen Schwarzen und Weißen zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, in Südafrika. Und die Protagonistin Hanna muss sich in dieser Welt behaupten und wird dabei von vielen Schicksalsschlägen getroffen.Dennoch konnte mich das Buch überhaupt nicht auf seine Seite ziehen.Mein FazitWie schon erwähnt, hat mir das Buch absolut nicht gefallen,aber das ist ja zum Glück Ansichtssache und wenn ihr es gerne mal lesen wollt, dann last euch nicht abschrecken, sondern bildet euch eure eigene Meinung. Von mir bekommt das Buch gerade mal zwei Sterne, diese aber wegen der Thematik und für nichts anderes.

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  • Ein Roman über eine starke Frau, die Menschlichkeit beweist.

    Erinnerung an einen schmutzigen Engel
    Curin

    Curin

    13. December 2013 um 18:20

    Die junge Schwedin Hanna lebt mit ihrer Mutter und den Geschwisten in Armut, weshalb sie von zu Hause fortgeschickt wird. Zunächst gelangt sie in das Haus eines Pelzverkäufers, der sie als Köchin weiter an ein Schiff vermittelt. Dort lernt sie ihren Ehemann kennen, der jedoch bald nach der Hochzeit stirbt, worauf sie aus Verzweiflung  in Afrika von Bord geht und sich in ihrer Naivität in einem Hotel einquartiert, welches ein Bordell ist. Bald bekommt sie von dem Bordellleiter ein Heiratsantrag, übernimmt nach dessen Tod das Geschäft und ist somit zu einer reichen Frau geworden. Inmitten einer weißen Gesellschaft die nur mit Verachtung auf die Farbigen blickt, beginnt sie, ein Stück Menschlichkeit zu zeigen. Hennning Mankell beschriebt äußerst detailliert die verschiedenen Situationen in Hannas Leben und zieht immer wieder Parallelen zu ihren Anfängen in Schweden. Dabei spielt ein Fluss eine große Rolle, der für sie schon als Kind eine Hürde war, genauso wie jetzt das weite Meer das vor ihr liegt. Außerdem ist es Mankell gelungen radikal den Rassimus und den Hass der weißen Bevölkerung gegenüber den Farbigen so treffend zu thematisieren, dass man als Leser wirklich innerlich erschrickt und sich wundert, dass sich die Frauen im Bordell trotzdem so ruhig unterordnen und mit ihren Schicksalen abgefunden haben. Mich hat besonders die Freundschaft Hannas zu einem Affen namens Carlos berührt, der auf wundersame Weise ihr eigenes Leben wiederspiegelt und in der Welt in der sie sich befinden total fremd zu sein. Henning Mankell hat mir mit diesem Roman bewiesen, dass er nicht nur gute Krimis schreiben, sondern auch aus einer kleinen historischen Begebenheit (die er in seinem Nachwort erwähnt) eine großartige Geschichte mit starken Persönlichkeiten entwerfen kann.

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  • Rezension zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell

    Erinnerung an einen schmutzigen Engel
    tedesca

    tedesca

    17. December 2012 um 16:21

    Bei diesem Buch handelt es sich um einen wirklich schönen historischen Roman, der auf ein paar belegbaren Tatsachen basiert, wie uns im Nachwort erklärt wird.
    Mankell beschreibt wie immer (meiner Meinung nach auch in den Wallander-Krimis) sehr anschaulich Land und Leute, und seine Liebe zu Afrika und seinen Menschen blitzt immer wieder durch. Die bewegte Geschichte Mosambiks, dem Wohnsitz des Autors, ist bei uns ja nur bedingt bekannt, allerdings ist der Ort des Geschehens auch beliebig austauschbar. Rassismus, Hass und Angst waren und sind wohl die stärksten Druckmittel von Kolonialherren und Besetzern, daran hat sich bis heute nichts geändert.

    Mit Hannah hat Mankell eine Figur geschaffen, die sich zwischen den Welten begwegt, wir begleiten sie über ein paar wenige Jahre ihres turbulenten Lebens hinweg, dann verlieren wir sie aus den Augen. Irgendwie interessant, wenn man nicht weiß, wie es mit einer Person weitergeht, aber trotzdem hat das Buch ein schlüssiges Ende.

    Jürgen Holdorf, der mir bislang nichts gesagt hat, liest das Hörbuch sehr angenehm, somit kann man auch dieses wirklich empfehlen.

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  • Rezension zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell

    Erinnerung an einen schmutzigen Engel
    Dubhe

    Dubhe

    26. November 2012 um 18:24

    Wir schreiben das Jahr 2002:
    Ein Bewohner eines ehemaligen Hotels, das vor 100 Jahren sehr beliebt bei der feinen Gesellschaft war und nun nur noch als Behausung für einige arme Leute und Familien dient, findet unter dem Parkett, dass einst prächtig gewesen sein muss, ein altes Tagebuch.
    Dieses ist ziemlich genau 100 Jahre alt und es gehörte einer Schwedin namens Hanna, die damals nach Afrika gekommen ist, nachdem ihr Mann, mit dem nicht einmal ein halbes Jahr verheiratet war, gestorben ist.
    Und nun möchte sie sich im kolonialischen Afrika niederlassen, was für eine Frau in der damaligen Zeit ganz und gar nicht leicht ist, denn zuerst ist da die Rassentrennung und noch immer wird die Gesellschaft von Männern dominiert und Frauen haben nichts zu melden.
    .
    Wieder einmal ein neuer Roman, den man Makells berühmt berüchtigter Serien von Büchern, die in Afrika spielen, anhängen kann.
    Warum er immer wieder gerne Bücher schreibt, die in Afrika spielen?
    Er wohnt eigentlich für 6 Monate im Jahr in Afrika und er scheint dieses Land und dessen Kultur wirklich zu lieben.
    Leider nicht alle, da wir zwei seiner Bücher, die in Afrika spielen, in der Schule lesen mussten und ehrlich gesagt haben sie mir nicht besonders gefallen.
    Doch dieses Mal habe ich mir das Buch selbst ausgesucht und der Inhalt hat mir auch eigentlich recht gut gefallen, doch ganz so recht überzeugen konnte er nicht.
    Vielleicht hege ich noch Vorurteile wegen dieses Schultraumas, oder vielleicht hat mir das Buch wirklich einfach nicht ganz so gut gefallen.
    Jedenfalls ist dieses Buch anders als seine Krimis, die eigentlich auch von einem anderen Autor geschrieben sein könnten, so unterschiedlich sind diese Bücher teilweise.
    Das Buch ist recht poetisch und ganz und gar kein normaler Unterhaltungsroman, sondern auch etwas mehr zum Verstehen, als allein zum Lesen.
    Wer schon seine anderen Afrika-Bücher kennt und sie auch mag, der weiß inetwa, was ihn hier erwartet, den anderen würde ich empfehlen, sich dieses Buch vorher anzusehen, bevor man es sich zulegt.

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  • Rezension zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell

    Erinnerung an einen schmutzigen Engel
    LEXI

    LEXI

    20. October 2012 um 16:51

    Die junge Schwedin Hanna lebt bei ihrer verwitweten Mutter und den Geschwistern in bitterster Armut. Als die Not am größten ist und Elin nicht mehr weiß, wie sie ihre Kinder durch den kalten, harten Winter bringen soll, schickt sie ihre älteste Tochter Hanna mit einem Pelzhändler auf den Weg zum Meer, in der Hoffnung auf ein besseres Leben für sie. Hanna leidet unter der Trennung von ihrer Familie, erhält jedoch die Möglichkeit, an Bord eines Schiffes nach Australien zu gehen. Sie verdingt sich vor Ort als Köchin, kommt jedoch niemals in ihrem Zielland an. Henning Mankell erzählt in sehr eindrucksvoller Art und Weise die Lebensgeschichte einer sehr starken Frau, die allen Hindernissen zum Trotz ihren Weg sucht – und findet. Hanna verschlägt es nach Afrika, wo sie zu Reichtum kommt und eines Tages spurlos verschwindet.
    *********
    Der Autor begleitet die verschiedenen Stationen des Lebensweges Hanna Lundmarks, basierend auf einer wahren Begebenheit. Eine erstaunliche Frau, die allen Widerständen und Vorurteilen der weißen Bevölkerung trotzt und den herrschenden Rassismus offen zu kritisieren wagt. Hannas Gedanken, ihre Emotionen und ihr wacher Verstand werden vortrefflich beschrieben und durch einen Tagebuchfund wird mit Hilfe des Autors Henning Mankell ein lebendiges Bild dieser ungewöhnlichen Frau gezeichnet. Die Charaktere sind authentisch, die Lebensbedingungen der schwarzen Bevölkerung sowie die krassen Entgleisungen im Namen der Rassentrennung werden dem Leser eindringlich vor Augen geführt.
    Henning Mankell liefert keine leichte Kost für einen vergnüglichen Nachmittag auf der Lesecouch. Er konfrontiert den Leser vielmehr mit der teils sehr brutalen Realität Afrikas zu Beginn des letzten Jahrhunderts und regt zum Nachdenken an. Er schildert den Zwiespalt einer Weißen, die den Umgang der restlichen weißen Minderheit mit den schwarzen Ureinwohnern in diesem Land mit Argusaugen beobachtet und kritisiert. „Erinnerung an einen schmutzigen Engel“ ist meines Erachtens ein ganz besonders eindringliches Werk dieses Autors, das ich auf jeden Fall weiter empfehlen kann.

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  • Leserunde zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell

    Erinnerung an einen schmutzigen Engel
    Daniliesing

    Daniliesing

    Nach mehr als zwei Jahren seit dem Erscheinen des letzten Buches von Henning Mankell dürfen sich Fans und all jene, die es noch werden wollen, über seinen neuen Roman "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" freuen, der am 30. Juli im Zsolnay Verlag erschienen ist. Sein neues Buch ist kein Krimi, sondern ein spannender Roman, der im beginnenden 20. Jahrhundert in der portugiesischen Kolonie Mocambique angesiedelt ist.Mehr zum Inhalt:Schweden, Anfang 20. Jahrhundert: Die junge mittellose Hanna muss als älteste von fünf Geschwistern ihr Heimatland verlassen und kommt in die portugiesische Kolonie Mocambique. Sie wird dort ein Vermögen erben, ein Bordell leiten und einige Jahre später spurlos wieder verschwinden. Auf der Grundlage weniger überlieferter Dokumente hat Bestsellerautor Henning Mankell einen spannenden, farbenprächtigen Roman über eine außergewöhnliche Frau geschrieben, die ihren eigenen Weg zwischen den weißen Rassisten und der schwarzen Bevölkerung in Afrika finden muss.--> Leseprobe zum BuchWenn ihr einen fesselnden historisch-politischen Roman über ein außergewöhnliches Frauenschicksal  lesen möchtet, liegt ihr mit "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell genau richtig. Bis einschließlich 12. August 2012 suchen wir 25 Testleser für das Buch, die Lust und Zeit haben sich hier in der Leserunde innerhalb der einzelnen Leseabschnitte dazu auszutauschen und abschließend eine Rezension zu schreiben.Für die Chance eines der Testleseexemplare zu gewinnen, verratet uns bitte im Unterthema "Bewerbung als Testleser", wieso ihr gern dabei wärt und was euch am Buch besonders interessiert!

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  • Rezension zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell

    Erinnerung an einen schmutzigen Engel
    kla4tanz

    kla4tanz

    15. October 2012 um 20:01

    Afrika, 1904. Anstatt wie geplant als Schiffsköchin nach Australien zu fahren, geht die 18-jährige Schwedin Hanna Lundmark nach dem Verlust ihres Ehemannes in Moçambique an Land. Wenige Monate später ist sie Besitzerin des beliebtesten Bordells Südafrikas und zählt damit zu den reichsten Menschen des Landes. Doch ist sie damit in einer Welt aus Lug und Betrug, Angst und Fremdenhass auch eine mächtige Frau?

    In seinem Roman Erinnerung an einen schmutzigen Engel erzählt Henning Mankell auf nachvollziehbare Weise vom Reifungsprozess eines unbedarften, unsicheren Mädchens, das sich von den äußeren Umständen treiben lässt, zu einer geradlinigen, selbstbewussten Frau, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt. Dabei berichtet er nur das Notwendigste, verzichtet auf ausschmückende Details und treibt die Handlung in einem atemberaubenden Tempo voran, ohne jedoch zu überfordern. Gleichzeitig skizziert er die Funktionsweise der Apartheid, ihre Auswirkungen auf die schwarze und weiße Bevölkerung und wie sie aufrecht erhalten wird. Sein nüchterner, distanzierter Stil vermeidet jeglichen Pathos und versucht kein Mitleid zu erregen, wodurch sowohl Hannas Entwicklung als auch die Schilderung der rassistischen Mechanismen sehr authentisch wirken.

    Für mich macht gerade diese unpersönliche, unemotionale Erzählweise die große Stärke des Buches aus, denn obwohl ich mich weder mit Hanna identifizieren konnte, noch in die Geschichte hineingesogen fühlte, war ich sehr gespannt darauf, wie es weitergehen würde. Der gefühlskalte Abstand ließ mich Hannas Verhalten besser verstehen, als emotionale Appelle an mein Mitgefühl es je vermocht hätten, genau wie erst dadurch die volle Grausamkeit der Apartheid greifbar wurde, weil sie mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie alle anderen kleinen und großen, banalen und außergewöhnlichen Ereignisse beschrieben wurde.
    Gefallen hat mir auch die oft sprunghafte Verflechtung von Vergangenheit und Gegenwart im ersten Abschnitt, die doch nie willkürlich oder unnatürlich wirkt.
    Abzüge gibt es hingegen für den Prolog, der mir gänzlich überflüssig und künstlich erscheint und mich den Schluss eines Kreises erwarten ließ, der nie kam.

    Insgesamt handelt es sich jedoch um ein starkes, lesenswertes Buch, das zum Nach- und Weiterdenken anregt. Henning Mankell versteht es, mit nur wenigen, prägnanten Pinselstrichen ein komplettes Bild zu malen und trotzdem genügend Freiflächen zu lassen, die der Leser mit eigenen Interpretationen füllen kann.

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  • Rezension zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell

    Erinnerung an einen schmutzigen Engel
    Anita27a

    Anita27a

    14. October 2012 um 12:28

    Eine düstere, jedoch auch faszinierende Geschichte über ein junges Mädchen, namens Hanna.
    Hanna verläßt in jungen Jahren unfreiwillig ihre bitterarme Familie und ist fortan auf sich selbst gestellt. Wir begleiten Hanna ein Stück auf Ihrem Lebensweg und beobachten Ihren Reifeprozess vom unscheinbaren, ängstlichen Mädchen zur reifen mutigen Frau. Durch gewisse Umstände gelangt Hanna in die portugiesische Kolonie Mocambique wo sie, wieder ohne großes eigenes Zutun , ein Bordell und großen Reichtum erbt. Sie ist sich Ihrer großen Verantworung für die Menschen (und Tiere), die ihr anvertraut sind bewusst. Angesichts der enormen Brutalität und Ungerechtigkeit mit der die weisse Bevölkerung den schwarzen Einwohnern begegnet, setzt Sie sich bald für die Unterdrückten ein,findet aber keine wirkliche Unterstützung von beiden Seiten.
    Ich kann den Roman, trotz der düsteren Grundstimmung nur empfehlen.

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  • Rezension zu "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" von Henning Mankell

    Erinnerung an einen schmutzigen Engel
    alasca

    alasca

    Eine erstaunliche Geschichte wird uns da versprochen, die obendrein den Anspruch erhebt, wahr zu sein: Hanna Renström, ein armes Mädchen aus Schweden, heuert auf einem Frachter als Köchin an, heiratet im Mosambik des Jahres 1904 einen Bordellbesitzer, wird zur steinreichen Witwe, gibt um der Geliebten eines portugiesischen Kaufmanns und schließlich eines schwarzen Mannes willen allen Reichtum auf und verschwindet kurz darauf aus einem berühmten Grand Hotel in Beira, ohne jemals wieder gesehen worden zu sein.

    Das klingt nach einem starken Charakter, nach Glamour, nach Verruchtheit, nach moralischem Absturz, Umkehr und Heldentum. Nach einem schmutzigen Engel eben.

    Aber Hanna ist zunächst keine Heldin, die durch ihr Handeln die Geschichte antreibt. Sie ist ein naives junges Mädchen, das auf das reagiert, was ihr zustößt, und die versucht, der Erwartung ihrer Umgebung zu entsprechen. Nachdem ihre erste bewusste Entscheidung sie in einem afrikanischen Hafen stranden lässt, erkrankt sie und wird von schwarzen Frauen gesund gepflegt. Trotzdem übernimmt sie zunächst die verächtliche Haltung der afrikanischen Weißen gegenüber der schwarzen Bevölkerung, versucht aber gleichzeitig, sich der Gemeinschaft der schwarzen Frauen anzunähern. Sie wird unvermeidlich zurückgewiesen, und der Schmerz darüber öffnet ihr die Augen: An ihrer Wahrnehmung das Verhältnis zwischen Kolonialherren und Unterworfenen in ihrem Gleichgewicht gegenseitiger Angst darzustellen, gelingt dem Autor überzeugend – an der Stelle fand ich den Roman am gelungensten. Hannas Unbehagen mündet in ihren Rettungsversuch der Mörderin Isabel. Von Schwarzen und Weißen unverstanden, weiß Hanna endlich genau, wo sie steht und wer sie ist. Am Schluss hat sie sich den Respekt ihrer Huren errungen, aber dafür boykottiert die weiße Kundschaft das Bordell: Hanna sieht ein, dass sie fortgehen muss, verkauft das Hurenhaus und besteigt ein Schiff nach Beira, um die Eltern von Isabel zu finden.

    Die Sprache des Romans ist einfach – das passt zur einer Heldin, die nur mühsam lesen und schreiben kann. Kurze Sätze, ein harter Rhythmus, oft wie abgehackt, manchmal werden bloße Halbsätze aneinandergereiht. Das irritiert, erzeugt aber auch Intensität. Manche Vergleiche fand ich schwergängig, manche Bilder nicht recht geglückt. Gelegentlich entwickelt der Autor ein unangenehmes Pathos, viele Formulierungen wirken unbeholfen, und ich zögere hier, wie üblich die Übersetzung zu verdächtigen. Trotzdem hat die Schilderung Kraft, sie schafft ein dramatisches Helldunkel und lässt uns nie im Zweifel darüber, wer sich im Licht und wer im Schatten befindet.

    Genau das habe ich auch als des Romans größte Schwäche empfunden: Mankell geht es nicht darum, eine Geschichte zu erzählen, sondern eine Botschaft zu übermitteln. Die Figur der Hanna wird nicht wirklich lebendig, den allzu beziehungsreichen Buchtitel konnte ich nicht mit ihr zusammen bringen. Hannas Wandlungen haben mich nicht überzeugt, da halfen auch die ostentativen Namenswechsel nicht; ihre Entwicklung ist nicht zwingend, ihre flache Psychologie gibt das Handeln der Figur nicht her. Und so geht es mit dem gesamten Personal des Romans, es ist reine Staffage für eine Message, die in Riesenlettern quer über jeder Seite steht. Ich mag es nicht, wenn mir als Leserin eine Sichtweise aufgedrückt wird, so berechtigt sie auch sein mag. Dazu kommt ein völliger Mangel an Humor; der Text nimmt sich schrecklich ernst.

    Ich habe dieses Buch nicht ungern gelesen, es am Ende aber eher unzufrieden zur Seite gelegt. Wirklich empfehlen kann ich es daher – trotz einiger Pluspunkte - nicht.

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