Kennedys Hirn

von Henning Mankell 
3,6 Sterne bei224 Bewertungen
Kennedys Hirn
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (128):
schweppisweppis avatar

Zwei Strömungen, die das Buch durchziehen: die Trauer einer Mutter um ihren toten Sohn einschließlich aller Gefühlsverwerfungen und die Spur...

Kritisch (33):
SophieNdms avatar

Habe etwas komplett anderes erwartet. War nicht schlecht aber das Ende hat mir nicht gefallen.

Alle 224 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Kennedys Hirn"

»Die Katastrophe kam im Herbst und brach ohne Vorwarnung über sie herein. Sie warf keine Schatten, sie bewegte sich vollkommen lautlos. Zu keinem Zeitpunkt hatte sie eine Vorstellung davon, was geschah.«
Als die Archäologin Louise Cantor von ihrer Ausgrabung in Griechenland zu einem Vortrag nach Schweden reist, will sie auch ihren 25-jährigen Sohn wiedersehen. Doch als sie die Wohnung in Stockholm betritt, liegt Henrik tot in seinem Bett. Die Polizei geht von Selbstmord aus, aber daran kann Louise nicht glauben. In dem Kleiderschrank ihres Sohnes findet sie eine Menge Material zu der Frage, warum das Hirn von John F. Kennedy nach der Obduktion spurlos verschwand. War Henrik einem kriminellen Geheimnis auf der Spur? Je mehr sie über sein Leben erfährt, umso klarer wird ihr, wie wenig sie ihren Sohn eigentlich gekannt hat. Auf der Suche nach Hinweisen, die seinen Tod erklären könnten, reist sie nach Australien zu ihrem verschwundenen Exmann und folgt Henriks Spuren über Barcelona nach Mosambik. Dort stößt sie auf ein Asyl für mittellose Aidskranke, in dem auch ihr Sohn gearbeitet hat und das von einem reichen weißen Mann aus scheinbar selbstlosen Gründen ins Leben gerufen wurde. Doch Louise ahnt bald, dass sich dahinter ein ungeheurer humanitärer Skandal verbirgt

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423212434
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.05.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 25.01.2008 bei DHV Der HörVerlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,6 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne47
  • 4 Sterne81
  • 3 Sterne63
  • 2 Sterne22
  • 1 Stern11
  • Sortieren:
    SaintGermains avatar
    SaintGermainvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: gute Idee, richtige Message, aber schlechte, unglaubwürdige Umsetzung
    schwächstes Buch des Autors bisher

    Spuren der Vergangenheit zu suchen ist ihr Leben, ihre Passion. Aber als die Archäologin Louise Cantor für einen Vortrag in ihre Heimat Schweden reist, holt sie eine grausame Gegenwart ein: Henrik, ihren einzigen Sohn, findet Louise bei einem Überraschungsbesuch tot in seinem Bett vor. Aufgrund der Überdosis Schlaftabletten glauben alle an Selbstmord. Nur Louise weigert sich, dies als Erklärung hinzunehmen. Tatsächlich findet sie in Henriks Wohnung stapelweise versteckte Notizen, in denen von Geheimhaltung und einem verschwundenen Gehirn die Rede ist -- Kennedys Hirn! Um herauszufinden, ob eine Verbindung zwischen Henriks Tod und seinen Recherchen zu dieser Theorie existiert, begibt sich Louise auf eine Odyssee, die sie von Schweden nach Australien, Barcelona und schließlich zum schwarzen Kontinent nach Mozambique führt. Schicht für Schicht nähert sich die Archäologin dem Kern der Wahrheit und erfährt dabei unglaubliche Dinge über das Leben ihres Sohnes. Die Verschleierung um Kennedys Tod war in seinen Augen lediglich wie ein „Handbuch für die Lüge der Welt“. Den Ausmaßen der Korruption in Afrika nachzugehen, war Henriks wirkliches Ziel. Dabei stellte er zu viele neugierige Fragen. Das wird Louise klar, als sie von Menschen hört, die man ohne Skrupel Versuchstieren gleich für medizinische Tests benutzt …

    Gerne habe ich bisher viele Romane von Mankell gelesen. Dieser hat mich sehr enttäuscht.
    Der Plot ist noch ganz unterhaltsam. Doch was ist mit den Charakteren? Die schwafeln und schwafeln. Es wird zeilenlang um den heißen Brei herumgeredet. Mir persönlich gefällt diese pathetische Schreibweise ganz und gar nicht. Das ist natürlich Geschmackssache, aber ich habe mich beim Lesen über so manchen Satz oder so manche Passage aufgeregt oder geärgert. Vieles wirkt konstruiert.

    Das Buch von Mankell kombiniert zwei Elemente: Zum einen geht es um eine Art Kriminalgeschichte - die Archäologin Louise Cantor versucht den Gründen für den plötzlichen Tod ihres Sohnes auf die Spur zu kommen und gerät dabei in eine verworrene Odyssee zwischen Europa, Australien und Afrika. Zum anderen wird eine gruselige Vision der Ausbeutung Afrikas durch die zynischen Geschäftsinteressen des Westens entwickelt - der reiche, gebildete und ebenfalls durch den Tod seines Sohnes belastete US-Amerikaner Christian Holloway betreibt in Mozambique unter dem Deckmantel einer karitativen AIDS-Klinik ein Versuchslabor, in dem Menschen gewollt mit dem Virus infiziert und anschließend für Experimente mit nicht zugelassenen Medikamenten missbraucht und getötet werden. Das ist als Stoff sowohl für einen Thriller als auch für einen sozialkritischen Kommentar mehr als genug, geht im Ergebnis aber total daneben.

    Das liegt vor allem an drei dicken Schwächen des Buchs. Das erste: unaufgelöste Widersprüche. Um die Heldin Louise herum werden eine ganze Reihe von Mitwissern ermordet - unter anderem ihr Ex-Mann Aron, der sich ebenfalls auf die Suche gemacht hat und verschiedene Personen, die Louise in Afrika Informationen zutragen- sie selbst bleibt aber wie durch ein Wunder verschont, obwohl sie bei weitem mehr erfahren hat als die anderen zusammen. Mankell hat das wohl auch bemerkt und lässt deswegen auf der letzten Seite durchblicken, auch die Heldin werde beim Einchecken am Flughafen beobachtet von einem Mann, der anschließend in ein Auto steigt und in Richtung Innenstadt fährt. Mysteriös, mysteriös.

    Das zweite Problem: eine vielfach an den Haaren herbeigezerrte, dilettantisch konstruiert wirkende Handlung. Ein Beispiel: die todkranke Lucinda, die als Informantin für Louise fungiert hat, ruft diese in Europa auf dem Handy an (übrigens aus Holloways Gruselklinik heraus), zitiert sie nach Mosambique, lockt sie mit Marimba-Musik vom Tonband in ein Gebüsch vor das Hotel (das steht wirklich in dem Buch!!!, hat hier Mankells zwölfjähriger Sohn ein paar Seiten weitergeschrieben??) und verrät ihr von den Menschenversuchen im Keller. Bevor sie die ganze Wahrheit enthüllen kann, wird sie allerdings erschossen - wie Kennedy direkt ins Gehirn, wobei übrigens ansonsten der Bezug zu JFK ziemlich offen bleibt.

    Drittes Problem, und das dickste: Das Buch präsentiert einen monumentalen Vorwurf an den Westen - neben Holloways Menschenversuchen wird auf ähnliche Praktiken im ehemaligen Belgisch-Kongo mit Affen eingegangen und auch indirekt die Theorie suggeriert, der Virus sei absichtlich in die Welt gesetzt worden - , liefert aber sehr wenig Substanz dafür. Die ganze Story wirkt sehr konstruiert und vor allem der Wut des Autors Mankell entsprungen. Mit vielen Punkten hat er dabei eindeutig recht, etwa mit seinen richtigen Vorwürfen an die Menschenverachtung der weißen Sex-Touristen. Davon abgesehen kann man aber die Frage stellen, ob sein Vorwurf an die reichen Länder die ganze Story bei der AIDS-Katastrophe in Afrika ist - erinnert sei nur an die Positionen des südafrikanischen Präsidenten Mbeki dazu, oder mancher Politiker in seinem Umfeld.

    Fazit: richtige Message, gute Idee, aber schlechte, unglaubwürdige Umsetzung.

    Und eins kommt auch noch dazu: Woran Louises Sohn Henrik denn nun gestorben ist, weiß man am Ende immer noch nicht.

    Nicht wirklich empfehlenswert!

    Kommentieren0
    17
    Teilen
    W
    WinfriedStanzickvor 4 Jahren
    Ein absolut empfehlenswertes, spannendes Buch

     

     


     

     

     

    Henning Mankell ist ein engagierter Schriftsteller. Sein berühmter Kommissar Kurt Wallander war immer gut für beißende Kritik an bestimmten gesellschaftlichen Zuständen in Schweden als ganz besonderem Beispiel für die westliche Welt. Seine Afrika - Romane sind wunderbare literarische Beispiele dafür, wie man Lesern einen fremden Kontinent nahe bringen kann.

    In seinem Roman mit dem Titel "Kennedys Hirn" verbindet Mankell zum ersten Mal das Krimi-Sujet mit dem Afrika-Thema, das ihn wohl jedes weitere Jahr seines Lebens und Engagements in Maputo mehr umtreibt. Wie in allen seinen Romanen treibt er den Leser mit seinem ganz besonderen Stil durch das Buch. Mankell macht den Leser süchtig nach mehr, bis er das Buch am Ende erschöpft aus der Hand legt.

    Die Archäologin Louise Cantor will anlässlich eines Vortrags, für den sie von ihren Grabungen aus Griechenland nach Schweden zurückkehrt, ihren 25- jährigen Sohn Henrik wieder treffen. Sie hat ihn wohl etwas aus den Augen verloren, und weiß eigentlich gar nichts von ihm. Als sie ihn tot in seiner Wohnung auffindet, begibt sie sich auf eine äußere und innere Weltreise, um den angeblichen Selbstmord Henriks aufzuklären. Am Ende dieser Reise ist sie immer noch nicht vollkommen überzeugt davon, daß nicht doch jemand ihren Sohn umgebracht hat, aber sie ist, so wie wohl Mankell selbst, überzeugt davon, daß die gesamte westliche Welt vor der Katastrophe, die sich vor allem durch Aids in Afrika abspielt, komplett die Augen verschließt.

    "Was hier geschrieben steht, ist natürlich ganz und gar das Ergebnis meiner eigenen Wahl und meiner Entscheidungen. Genauso, wie der Zorn mein eigener ist, der Zorn, der mich antrieb", so Mankell selbst in einem kurzen Nachwort.

    In diesem Nachwort hätte ich gerne einige recherchierte Angaben gefunden über drei Schilderungen, die das Buch zentral tragen: zunächst die Geschichte von Kennedys angeblich verschwundenem Hirn, die Henrik so umtreibt. Dann die geschilderten Menschenversuche in Leopoldville (Kongo) Ende der fünfziger Jahre, und drittens die Existenz von Forschungsteams in Mozambique, wo unter dem Deckmantel der Menschlichkeit und Nächstenliebe an Afrikanern Aidsmedikamente getestet werden. Ich halte das alles für möglich, aber in einer Zeit, in der auch in der Literatur die billigen Verschwörungstheorien blühen, hätte ich mit genaue und verlässliche Angaben gewünscht.

    Ein Schriftsteller darf zornig sein. Aber er sollte nicht mit ungenauen Angaben missionieren. Mankell bewegt sich in seinem neuen Buch hart an der Grenze.

    Dennoch: ein absolut empfehlenswertes, spannendes Buch, das fünf Sterne voll verdient.


     

    Kommentieren0
    9
    Teilen
    pia_lunges avatar
    pia_lungevor 5 Jahren
    ein Meisterwerk ...

    "Die Katastrophe kam im Herbst und brach ohne Vorwarnung über sie herein. Sie warf keine Schatten, sie bewegte sich vollkommen lautlos. Zu keinem Zeitpunkt hatte Sie eine Vorstellung davon, was geschah. 
    Es war, als wäre sie in einer dunklen Gasse in einen Hinterhalt geraten ..." 

    Als die Archäologin Louis Cantor während einer Vortragsreise in Stockholm Ihren Sohn besuchen will, findet sie Ihn tot in seiner Wohnung.
    verzweifelt durchsucht sie seine Wohnung nach Hinweisen und findet in seinem Schrank manuskripte über die Obduktion Kennedys, und die Frage, warum sein Hirn danach spurlos verschwand. 

    Louis Cantor versucht die letzten Monate im Leben Ihres Sohnes zu rekonstruieren und so herauszufinden, warum er sterben musste. 
    Während einer spannenden Recherche um die Welt, gerät Sie in einen immer tieferen Sumpf aus Korruption und Verzweiflung. 

    Als ich das Buch im Bücherregal meiner Eltern entdeckt habe, hatte ich eine völlig falsche Vorstellung, davon, was mich erwartet. 
    Meine Vorstellungen wurden bei weitem übertroffen. Henning Mankell gelingt es auf packenede Art und Weise, unverschönt und realitätsnah das Elend und die Hilflosigkeit Afrikas darzustellen. Korruption und Ohnmacht, Krankheit und Elend, aber auch Hoffnung und der Wunsch nach Veränderung. 

    Fazit: Eine Geschichte, die unter die Haut geht, voller Wahrheit und realitätsnah. Lesenswert von der ersten bis zur letzten Seite. 

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    ralluss avatar
    rallusvor 6 Jahren
    Rezension zu "Kennedys Hirn" von Henning Mankell

    Kennedys Hirn ist ein mutiger Roman von Mankell.
    Nicht weil er Themen aus Afrika und Europa miteinander vermischt und die AIDS Forschung an den Pranger stellt.
    Mankell legt hier keinen Krimi vor, keine Polizei beschäftigt sich mit einem Mord.
    Eine Frau trauert um ihren Sohn, den sie tot in seinem Bett findet und glaubt der offiziellen Darstellung, dass es Selbstmord war, nicht.
    Zusammen mit ihrem früheren Mann Aron macht sie sich auf den Weg, der sie bis nach Afrika führt und Erstaunliches zu Tage bringt - aber das Meiste eben nicht.
    Louise Cantor ist auf ihrer Suche meist alleine, als Archäologin ist sie es gewohnt einzelne Scherben zu einem Ganzen zusammen zu fügen.
    Doch die Aufgabe die sie sich hier stellen muss, ist fast unmöglich.
    Kaum mit was Greifbarem ausgestattet, hangelt sie sich von einer schweigenden Mauer zur nächsten.
    Fast scheint es, als würde sie ihren Sohn nie gekannt haben - ihr eigenes Leben zerbröckelt unter dem Ansturm der gefundenen Tragödien, als Spiegelbild ihres einsamen Seins.
    Mankell deutet hier nur an, doch spürt man die Wut die sich dahinter verbirgt.
    Er zeigt uns schonungslos die Wahrheit ohne dass es zu Konsequenzen kommt und das ist das Zermürbende an diesem Roman: Es bleibt alles wie es ist.
    Kein Krimi, aber eine traurige, ehrliche und hoffnungslose Gesellschaftskritik.

    Kommentieren0
    27
    Teilen
    nw0783s avatar
    nw0783vor 8 Jahren
    Rezension zu "Kennedys Hirn" von Henning Mankell

    Es geht um eine Mutter, die auf der Suche nach der Todesursache ihres Sohnes durch die halbe Welt reist und eigentlich am Schluß immer noch keine Antworten hat.
    Das Buch ist spannend geschrieben und schneidet Themen an, mit der sich unsere Gesellschaft nur wenig beschäftigt. Mir persönlich war allerdings das Ende zu offen und leider wurde mir die Themen zu wenig erläutert.

    Kommentieren0
    13
    Teilen
    Cerepras avatar
    Cerepravor 8 Jahren
    Rezension zu "Kennedys Hirn" von Henning Mankell

    Der Vergleich zu le Carré "Der ewige Gärtner" drängt sich nach Abschluss des Buches natürlich auf. Leider fehlt Mankell das, was "Der ewige Gärtner" so grandios gemacht hat. Authenzität!
    Die Erlebnisse der trauernden Mutter, die nicht akzeptiert. dass ihr Sohn Selbstmord begangen haben soll, und nun Nachforschungen anstellt, scheinen im Ganzen zu konstruiert und am Ende unglaubwürdig.
    Würde man die Thriller-Komponenten herausnehmen, so würde ein gutes Buch über die Trauerbewältigung einer Mutter über den nicht begreifbaren Tod ihres einzigen Kindes übrig bleiben und die Erkenntnis, dass man einen Menschen nie so gut kennt, wie man zu glauben scheint.
    Auf der menschlichen Ebene ist Mankell unglaublich stark und authentisch. Doch leider hat er sich an dem Thriller etwas verhoben. Auch entsteht der Eindruck, dass die Thematik nur oberflächlich angekratzt wurde und es auch an der Komplexität fehlt, die das schwierige Thema Afrika und Aids mit sich bringt.
    Insgesamt aber ein Buch, das durchaus spannend, kurzweilig und auch lesenswert ist. Allerdings kommt es an die Wallander-Reihe nun doch nicht ran.

    Kommentieren0
    8
    Teilen
    mabuereles avatar
    mabuerelevor 8 Jahren
    Rezension zu "Kennedys Hirn" von Henning Mankell

    Aids ist ein Instrument, um die Schwarzen auf diesem Kontinent zu töten.“ „Die Männer in Afrika sind im Begriff, die Frauen auszurotten.“ Das sind nur zwei Zitate aus dem Roman von Henning Mankell. Wer seine Krimis kennt, weiß, dass der Autor nicht an Gesellschaftskritik spart. Das trifft in besonderem Maße für dieses Buch zu.
    Louise Cantor, Archäologin, kehrt von einer Ausgrabung zurück und findet ihren Sohn Henrik tot in seinem Bett. Ihre Welt bricht zusammen, als ihr die Polizei mitteilt, dass es sich um Selbstmord handelt. Sie glaubt an Mord. So, wie sie es in ihrem Beruf gewohnt ist, versucht sie, aus Bruchstücken die letzten Lebenstage ihres Sohnes zu rekonstruieren. Du sie muss feststellen, dass sie vieles nicht wusste. Woher hatte ihr Sohn das viele Geld? Was bezweckt er mit den Aufzeichnungen über Kennedys Hirn? Ihr Weg führt sie von Schweden über Barcelona nach Afrika. Ihr geschiedener Mann und der Vater ihres Sohn begleitet sie nach Barcelona. Dort verschwindet er spurlos.
    Louise erfährt, dass ihr Sohn Aids hatte. Könnte er doch Selbstmord verübt haben? Doch warum wurde die Krankheit bei der Autopsie nicht erkannt? Oder hat man sie ihr nur nicht mitgeteilt?
    In Afrika will sie Antworten auf ihre Fragen finden. Aber sie findet nur neue Fragen. Was hat Henrik in Afrika erlebt, dass ihn verändert hat? Was geschieht wirklich in dem Hilfscamp für Aidskranke? Was ist ein Menschenleben in Afrika wert? Warum müsse Menschen sterben, die mit ihr reden wollen? „Kennedys Hirn“ ist ein bedrückendes Buch, das am Ende viele der Fragen offen lässt. Dem Leser bleibt Raum, um manchen Gedanken weiter zu spinnen. Wenn auch nur ein Teil von dem, was in dem Roman über Ursachen, Auswirkung und Umgang mit Aidskranken anklingt, wahr ist, dann stellt das vor allem unserer hochzivilisierten westlichen Welt ein Armutszeugnis aus. Es zeugt von grenzenloser Menschenverachtung. Es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Hat der Autor bewusst den Schluss offen gehalten? Eine Bestrafung Schuldiger hätte das Gewissen der Leser beruhigt. Der Schluss zwingt dazu, über unser Bild vom Menschen und unser Handeln in dieser , unseren Welt nachzudenken

    Kommentieren0
    17
    Teilen
    AnjaKoenigs avatar
    AnjaKoenigvor 8 Jahren
    Rezension zu "Kennedys Hirn" von Henning Mankell

    kann man natürlich nicht mit den wallander-krimis vergleichen, aber ich fand das buch super! ein ernstes thema interessant und gut umgesetzt.

    Kommentieren0
    14
    Teilen
    schweppisweppis avatar
    schweppisweppivor 9 Jahren
    Kurzmeinung: Zwei Strömungen, die das Buch durchziehen: die Trauer einer Mutter um ihren toten Sohn einschließlich aller Gefühlsverwerfungen und die Spur...
    Rezension zu "Kennedys Hirn" von Henning Mankell

    Zwei Strömungen, die das Buch durchziehen: die Trauer einer Mutter um ihren toten Sohn einschließlich aller Gefühlsverwerfungen und die Spurensuche nach kriminellen Machenschaften. Sehr spannend geschrieben und , wie ich im Unterschied zu anderen Rezensenten meine, auch mit einem passenden Schluss. Das Problem des Romans liegt darin, dass Gefühlsverwerfungen und investigative Tätigkeit zu einem literarischen Schlingerkurs führen. Trotz allem ist die Thematik tief beeindruckend und erschreckend.

    Kommentieren0
    14
    Teilen
    desertprincesss avatar
    desertprincessvor 9 Jahren
    Rezension zu "Kennedys Hirn" von Henning Mankell

    Spannend, schockierend, tiefgehend... leider mit einem für meinen Geschmack zu offenen Ende und einigen offenen Fragen - aber das ist meine subjektive Einschätzung.

    Durchaus lesenswert!

    Kommentieren0
    7
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks