Mörder ohne Gesicht

von Henning Mankell 
4,0 Sterne bei954 Bewertungen
Mörder ohne Gesicht
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Positiv (712):
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100 Tassen Kaffee

Kritisch (41):
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Liest sich wie ein Bericht; absolut ohne Emotion oder Feingefühl. Eintönig & nicht sehr spannend CW: Rassismus, Sexismus, Xenofeindlichkeit

Alle 954 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Mörder ohne Gesicht"

Kurt Wallander stieß die Tür mit dem Fuß auf. Es war schlimmer, als er es sich vorgestellt hatte. Viel schlimmer. Später würde er sagen, daß es das Schlimmste war, was er je gesehen hatte. Und dabei hatte er weiß Gott schon eine Menge gesehen. Ein altes Bauernpaar ist auf seinem Hof ermordet worden. Nicht nur das Motiv der Tat liegt völlig im Dunkeln, vor allem deren furchtbare Brutalität irritiert die ermittelnden Polizisten um Kurt Wallander. Und dann hatte die alte Bäuerin, kurz bevor sie im Krankenhaus starb, den Beamten noch einen letzten, seltsamen Hinweis gegeben ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423212120
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.05.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.01.2002 bei DHV - Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Holdens avatar
    Holdenvor einem Monat
    Kurzmeinung: 100 Tassen Kaffee
    Spucke bleibt weg

    Während dem stellvertretenden Polizeichef Kurt Wallander die eigene Familie um die Ohren fliegt, wird er zu einem Mord (späteren Doppelmord) ins ländliche Schonen nach Lenarp gerufen, der durch extreme Gewalt und scheinbare Sinnlosigkeit gezeichnet ist. Das letzte Wort des weiblichen Opfers lautete "Ausländer", was irgendwie von der Polizei an die Medien durchsickerte, was wiederum zu massiver Gewalt in Form einer Brandstiftung und eines Mordanschlags gegen einen unschuldigen Somaliers führte. Man ist fassungslos, daß so etwas damals möglich ist und sich seitdem so wenig geändert hat, gerade in den aktuellen Zeiten. Mankell stellt einen interessanten neuen Polizeitypus vor, die langlebige Serie zeigt, daß seine Schreibe begeistert. Darauf einen Kaffee!

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    Anna_Naumanns avatar
    Anna_Naumannvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Erschreckend aktuell!
    Erschreckend aktuell!

    Es ist erschreckend, wie aktuell ein Buch sein kann, das aus dem Jahr 1990 stammt.

    Ich habe die Reihe um Kommissar Kurt Wallander vor gut 10 Jahren gelesen und vor kurzem festgestellt, dass ich mich nicht mehr an den Inhalt erinnern kann. Also habe ich angefangen, sie erneut zu lesen.

     

    Wie für alle von mir bisher gelesenen Bücher von Henning Mankell ist die Grundstimmung seiner Bücher melancholisch, düster, trostlos.

    Anfangs passiert nicht wirklich viel und es dauert, bis die Geschichte an Fahrt aufnimmt. Aber ständig denkt man sich „Jetzt muss doch was passieren!“ und das ist es, das mich die Seiten umblättern lässt. Man kann nicht aufhören, zu lesen. Mich hat es ins Buch gezogen. Henning Mankell hat eine Art, zu schreiben und mit Worten zu erzählen, die mich fasziniert. Ich liebe seine Beschreibungen, seine Art und Weise, zu erzählen. Manchmal sind es die einfachen, knappen Sätze, die am meisten transportieren.

    Obwohl es ein ernstes Buch ist, musste ich doch hin und wieder schmunzeln. Dadurch fand ich es gar nicht so trostlos, wie man vielleicht meint.

    Die Thematik, die der Roman beschreibt, ist immer noch aktuell. Es geht um Flüchtlinge, Ausländer, Fremdenhass, Angst und Hetze. Man könnte es ohne große Änderungen auch für die heutige Zeit gelten lassen. Das ist beängstigend. Haben wir nichts aus der Vergangenheit gelernt?

    Kurt Wallander ist ein Ermittler mit Ecken und Kanten. Ein Mann, mit vielleicht zu vielen Fehler, aber genau deswegen hab ich ihn in mein Herz geschlossen. Er ist erschreckend menschlich, macht Fehler, entscheidet sich falsch und dennoch führt ihn sein Gefühl auf die richtige Spur.

     

    Mein Fazit:

    Ich vergebe fünf von fünf Sternen für diese „alte Liebe“ aus meiner Jugendzeit. Für mich wird diese Reihe wohl nie ihren Zauber verlieren und ich bin froh, sie noch einmal zu lesen. Henning Mankell wird immer ein besonderer Autor für mich bleiben.

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    Tapsi0709s avatar
    Tapsi0709vor 7 Monaten
    Mörder ohne Gesicht

    Das Buch ist schon etwas älter und spielt im Jahr 1990, dennoch ist das Grundthema ein sehr aktuelles Thema. Es geht um Flüchtlinge und Asylbewerber. Wenn man die Situation im Buch von 1990 mit der heutigen Situation vergleicht, da sich da wenig bis gar nichts getan, was ich jetzt nach dem lesen sehr erschreckend finde.
    Das Buch an sich ist gut geschrieben und auch sehr spannend aufgebaut. Es beginnt gleich mit einem sehr brutalen Mord. Man kann dann die weiteren Ermittlungen zusammen mit Kurt Wallander erleben und prima eigene Rückschlüsse ziehen. 
    Es ist das erste Buch, das ich von Henning Mankell gelesen habe und wird sicherlich nicht das letzte gewesen sein. 

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    reisendebuechers avatar
    reisendebuechervor 9 Monaten
    Ein skandinavischer Krimi-Klassiker

    Bisher kannte ich nur die BBC Verfilmungen mit Kenneth Branagh als Kurt Wallander. Aber die Wallander-Krimis gelten mittlerweile ja fast schon als Klassiker unter den skandinavischen Krimis. Daher mussten sie auch bei mir in Buchform einziehen. Jetzt habe ich endlich den ersten Teil gelesen. Überrascht stellte ich fest, dass diese schon Anfang der 90er herausgekommen, aber beim Lesen merkt man dies fast nie. Bis auf ein paar Kassetten-Referenzen und vielleicht weniger High-Tech könnte diese auch heute spielen. Vor allem vor dem Hintergrund, worum es in "Mörder ohne Gesicht" geht. 
    Der Schreibstil von Mankell hat mich überzeugt. Ich habe noch nie einen Krimi gelesen, der in 330 Seiten soviel und so präzise geschrieben ist und trotzdem so viel Stimmung erzeugt. Wahrscheinlich bringt eben diese Knappheit an Sätzen genau Kurt Wallanders Charakter zum Ausdruck. Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächsten Fälle.

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    Frau-Aragorns avatar
    Frau-Aragornvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Düsterer Krimi mit überraschenden aktuellen Elementen
    Der erste Fall für Kurt Wallander

    Vieles hatte ich schon über Henning Mankell,  den Godfather of Schwedenkrimi gehört. Dieses erste Buch seiner Reihe um Kommissar Kurt Wallander erschien 1990. 


    Überraschenderweise hat der Kriminalroman auch heute noch Aktualität seitens seines Themas Ausländerfeindlichkeit und Asylpolitik.  Interessant zu lesen, dass es die gleichen Probleme in grün schon vor einem Vierteljahrhundert gab. 


    Die Sprache und die Sprachmelodie Henning Mankells kann man als edel und gehoben bezeichnen,  dennoch ist der Roman flüssig und leicht durchzulesen.  
    Die bewusstseinsstromartige Wiedergabe von Abläufen und Gedanken finde ich gewöhnungsbedürftig.  Manchmal ist es mir zu viel Information an der falschen Stelle.  


    Der Protagonist Kurt Wallander ist ein außerordentlich besonderer Mensch. In seiner plumpen, aufdringlichen und fast schon unangenehmen Art eigentlich kein Protagonist, den man ins Herz schließt. Seine Ehrlichkeit mit sich selbst erschafft aber fast schon wieder Bindung zwischen ihm und dem Leser. 


    Die Art und Weise der Darstellung der Polizeiarbeit finde ich genauso desaströs wie den Spannungsaufbau. 


    Insgesamt ein Krimi den man schon lesen kann, aber nicht wirklich muss.  Nochmal kaufen würde ich ihn nicht. 

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Die Sozialkritik geht zu Lasten der Spannung - nicht der beste Wallander.
    Die Spuren führen in die Vergangenheit ...




    Mit Henning Mankell hat seinerzeit der Siegeszug der skandinavischen Krimi-Autoren begonnen. Nun, nach dem Tod des Autors ist es Zeit, seine Bücher wieder einmal zur Hand zu nehmen. Da bietet sich doch die Neuauflage des zweiten Falls für Kurt Wallander doch förmlich an.

    Inhalt:

    Ein altes Bauernehepaar wird auf seinem Gehöft in Lenarp brutal überfallen. Der Mann ist gleich tot, seine Frau stirbt wenig später im Krankenhaus.
    Selbst hart gesottene Kriminalisten wie Kurt Wallander sind ob der Grausamkeit der Taten bestürzt.
    Ist der gehauchte Hinweis, den die sterbende Frau Wallander geben konnte, für die Aufklärung entscheidend?

    Als wenig später ein Asylantenheim brennt, scheint dies auf dem ersten Blick nicht mit den Morden in Lenarp in Zusammenhang zu stehen.
    Doch bei weiteren Ermittlungen kommen längst vergangene Geheimnisse des toten Landwirts zum Vorschein.
    Ist hier das Mordmotiv zu finden? Und wie passt der Mord an dem Somalier ins Bild?

    Fragen über Fragen, mit denen sich ein depressiver Kurt Wallander beschäftigen muss.

    Erzählstil/Spannung/Charaktere:

    Die Leser bekommen die Geschichte quasi erzählt. Wie erfahren wie Wallander tickt, dass er nach wie vor an der Trennung von seiner Frau leidet und, dass seine Tochter erwachsener ist als ihm lieb ist. Die Probleme mit seinem greisen Vater belasten ihn zusätzlich, sodass er häufig der Wirklichkeit mit der einen oder anderen Flasche Schnaps entflieht.
    Daher macht er bei seinen Ermittlungen Fehler, die ihn menschlicher machen.

    Die anderen Figuren sind eher blass, wenn man vom Kollegen Rydberg und Staatsanwältin Brolin, an der Kurt Wallander Gefallen gefunden hat, absieht.

    Dieser Krimi ist, wie die meisten skandinavischen Krimis, düster und verbreiten eine depressive Grundstimmung.

    Mankell spart nicht mit Sozialkritik. Ausländerfeindlichkeit, rechte Tendenzen auch in Regierungen sowie brennende Asylantenheime – alles schon einmal dagewesen. Doch leider gehen diese Themen zu Lasten der Krimi-Spannung. Der Autor legt einige Spuren, die dann irgendwie doch nicht relevant für den Fall sind. Einiges bleibt offen.

    Fazit:

    Nicht unbedingt der beste Wallander-Krimi. Nach Jahren der Mankell-Abstinenz sind die sozialkritischen Themen nach wie vor gültig.

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    RapsUndRuebes avatar
    RapsUndRuebevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Geht so
    Dunkel

    Inhalt:
    Siehe Klappentext und andere Rezensionen

    Stil:
    Einfach zu lesen. Kurze Sätze, konzentriert sich aufs wesentliche. Keine Chance an die tollen Wortspielereien eines Stephen King heranzukommen.

    Fazit:
    Wie in vielen nordischen Krimi's herrscht m.E. eine dunkle, negative Grundstimmung vor. Wallander ist für mich total unsympathisch. Er säuft, ist depressiv und ist einfach nur gewöhnlich. Die Geschichte war spannend und konnte gut unterhalten, aber es ist für mich kein Buch zum Aufheben. Ich verstehe auch nicht den Hype, der um den Wallander gemacht wird.

     

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    Pearssons avatar
    Pearssonvor 3 Jahren
    ein schöner Krimi für Zwischendurch

    der Autor:

    Henning Mankell, geboren 1948 in Härjedalen, war einer der großen schwedischen Gegenwartsautoren, von Lesern rund um die Welt geschätzt. Sein Werk wurde in über vierzig Sprachen übersetzt, es umfasst etwa vierzig Romane und zahlreiche Theaterstücke. Nicht nur sein Werk, sondern auch sein persönliches Engagement stand im Zeichen der Solidarität. Henning Mankell lebte abwechselnd in Schweden und Mosambik, wo er künstlerischer Leiter des Teatro Avenida in Maputo war. Er starb am 5. Oktober 2015 in Göteborg. Seine Taschenbücher erscheinen bei dtv.


    Klappentext:

    Ein altes Bauernpaar ist auf seinem Hof brutal ermordet worden. Kurz vor ihrem Tod hatte die Bäuerin noch einen letzten seltsamen Hinweis gegeben … Wallanders zweiter Fall

    Kurt Wallander stieß die Tür mit dem Fuß auf. Es war schlimmer, als er es sich vorgestellt hatte. Viel schlimmer. Später würde er sagen, daß es das Schlimmste war, was er je gesehen hatte. Und dabei hatte er weiß Gott schon eine Menge gesehen. Ein altes Bauernpaar ist auf seinem Hof ermordet worden.

    Nicht nur das Motiv der Tat liegt völlig im Dunkeln, vor allem deren furchtbare Brutalität irritiert die ermittelnden Polizisten um Kurt Wallander. Und dann hatte die alte Bäuerin, kurz bevor sie im Krankenhaus starb, den Beamten noch einen letzten, seltsamen Hinweis gegeben ...

    Ein raffinierter psychologischer Kriminalroman in der Tradition Sjöwall/Wahlöös. ›Mörder ohne Gesicht‹ wurde 1992 als bester Thriller Skandinaviens ausgezeichnt..


    Zitate:

    "Ich brülle, weil ich Angst habe, dachte er. Was ist das nur für eine Welt, in der wir leben?“ Seite 17

    „Irgendwo aus der Dunkelheit winkte ihm die große Sinnlosigkeit zu. Ein grinsendes Gesicht, das höhnisch über seine vergeblichen Bemühungen lächelte, sein Leben in den Griff zu bekommen...“ Seite 98


    Charakter:

    Kurt Wallander ist Polizist mit Leib und Seele, mit einer großen Vorliebe für klassische Musik. Leider läuft es bei ihm privat alles andere als rund, seit seine Frau ihn von heute auf morgen verlassen hat. Seitdem ist er von sich selbst und dem Leben generell überfordert. Naja, wenn einem die Tochter entgleitet, der Vater die ersten Anzeichen einer altersbedingten Senilität aufweist, und die Frau sich scheiden lässt, wer vergisst da nicht mal mehrere Tage lang die Unterhosen zu wechseln ;) Er isst mittlerweile schlecht und wird behäbig, einzig sein Job lässt ihn noch ein einigermaßen geregeltes Leben führen.


    Meinung:

    Ein grausamer und brutaler Mord gibt Kurt und seinen Kollegen Rätsel auf. Ein bestialischer Überfall auf zwei alte Leute, die -laut deren Töchter und Nachbarn- weder Feinde noch Geld hatten... Und auch die letzten Worte der Frau hilft den Ermittlern nicht wirklich weiter. Die Polizei tappt im Dunkeln, die Nachbarn sind verängstigt. Wer könnte nur einen Grund für so eine Grausamkeit haben und welcher sollte dies bitte sein?? Und als wäre das alles noch nicht tragisch genug, muss Kurt bald feststellen, dass es noch schlimmer kommen kann. Viel schlimmer!

    Mein erster Henning-Mankell-Roman lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Der Schreibstil ist herrlich leichtgängig und detailreich, was sowohl Kurt Wallander als auch seinen Kollegen und seiner Umgebung viel Farbe und Tiefe verleiht. Die Figuren und das Drumherum sind toll ausgearbeitet, so dass man Gedankengänge gut verstehen und Örtlichkeiten nahezu vor sich sehen kann.
    Leider kommen wir hiermit auch direkt zu meinem größten Kritikpunkt. Stellenweise hat Herr Mankell es scheinbar zu gut gemeint und sich für mein Empfinden etwas verrannt.
    So kommt es zum Beispiel vor, dass Kurt von A nach B fährt, zwischendurch auf der Straße anhält um zu Pinkeln, sich danach die Schuhe reinigt weil er in Lehm getreten ist, und dann weiter nach B fährt...
    Ein anderes schönes Beispiel finden wir auf Seite 118, wo es heißt:
    "Er knallte den Strafzettel ins Handschuhfach und dachte wieder daran, daß sie schön war. Schön und verführerisch. Dann dachte er an die Zimtschnecke, die er gerade gegessen hatte."... Diesen Abschnitt musste ich zweimal lesen um sicherzugehen, dass ich nicht aus Versehen in der Zeile verrutscht bin :D
    Einige Stellen waren für meinen Geschmack einfach zu ausschweifend oder einfach nur wirr, so dass der Lesespaß zwischendurch etwas gelitten hat und die Geschichte etwas träge wurde. Sehr schade, zumal die Story an sich eigentlich interessant und einfallsreich ist.

    Für mich war "Mörder ohne Gesicht" ein schöner Krimi für Zwischendurch, der trotz kleiner Schwächen Lust auf den nächsten Band macht. Ich bin schon gespannt, in welche Gefahren wir uns in "Hunde von Riga" begeben und ob mich die Reihe damit in seinen Bann ziehen kann.

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    Herbstroses avatar
    Herbstrosevor 3 Jahren
    Kurt Wallanders erster Fall


    In einer kalten Winternacht wird in einem kleinen Dorf im südschwedischen Schonen ein altes Bauernehepaar brutal überfallen. Als der Nachbar die Bluttat entdeckt, ist der Mann bereits tot und die Frau ohne Bewusstsein. Kurze Zeit später erliegt sie im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen, kann aber zuvor noch auf die Frage nach dem Täter „Ausländer“ flüstern. Durch eine Indiskretion gelangt diese Aussage an die Öffentlichkeit. Kriminalkommissar Kurt Wallander und seine Kollegen Rydberg, Hansson und Martinsson von der Polizei in Ystad beginnen mit ihren Ermittlungen. Zunächst tappen sie im Dunkeln, es findet sich kein Motiv. Die Bauersleute hatten wohl keine Feinde und waren allem Anschein nach auch ziemlich arm. Könnte der seltsame geknotete Strick, der der Frau um den Hals gebunden war, vielleicht ein Hinweis sein? Dann wird ein Somalier aus der Asylbewerber-Unterkunft erschossen. Ein weiterer Mord, der aufzuklären ist und - der vielleicht ein Hinweis im Fall der ermordeten Bauersleute sein könnte. Tage später meldet sich der Bruder der ermordeten Frau bei der Polizei. Seine Aussage lässt den Fall in ganz neuem Licht erscheinen …

    „Mörder ohne Gesicht“ ist der erste Wallander-Roman von Henning Mankell. Er erschien 1991 in Schweden und verhalf dem Autor zu Weltruhm. Die deutsche Übersetzung war ab 1993 im Handel. Der Schreibstil ist, wie auch in Mankells späteren Büchern, solide und sachlich, schnörkellos und ohne komplizierte Satzaufbauten. Relativ kurze Sätze tragen dazu bei, dass sich das Buch sehr flüssig lesen lässt.

    Mit Kurt Wallander hat Mankell eine sehr authentische Figur erschaffen. Sein Tun und Handeln ist nachvollziehbar und auch sein Privatleben ist sehr glaubhaft. Er lebt von seiner Frau getrennt, seine 19jährige Tochter hat einen Farbigen zum Freund, sein Vater wird mehr und mehr senil. Wallander leidet unter Schlafstörungen, trinkt gerne und meistens zu viel, und er versucht ständig gegen sein Übergewicht zu kämpfen. Wenn er sich wieder verliebt, dann bestimmt in die falsche Frau. Bei seinen Ermittlungen unterlaufen ihm hin und wieder Fehler, die ihn als Kommissar umso sympathischer machen. Da ist es nur gut, dass ihm oft der Zufall zu Hilfe kommt.

    Wie auch in den späteren Romanen des Autors wird auch hier ein gesellschaftskritisches Problem angesprochen. Heute wie damals sehr aktuell ist die Flüchtlingsfrage und ihre Akzeptanz in der Bevölkerung. Mankell geht auf Missstände in der Asylpolitik ein und plädiert für mehr Toleranz, gleichzeitig beschreibt er aber Wallanders Missbehagen, als er seine Tochter Arm in Arm mit einem Afrikaner sieht. Der Leser ist das ganze Buch über beim Kommissar und erfährt somit aus erster Hand dessen Gedanken und Gefühle.

    Fazit: Dieser Krimi hat alles, was nötig ist: Stimmige Charaktere, interessante und spannende Handlung, gut recherchiertes Thema und authentische Hintergründe.  

    Kommentare: 3
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    rewarenis avatar
    rewarenivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Habe schon spannendere Krimis gelesen
    Brutaler Mord an einem alten Ehepaar

    In der Nähe von Ystad ist ein altes Bauernpaar auf brutale Weise ermordet worden. Die letzten Worte der alten Frau war ,, Ausländer``. Kommissar Wallander hat Angst, dass diese Information an die Presse gelangen könnte, denn dies könnte eine Welle der ausländerfeindlichen  Gewalt auslösen.
    Kurt Wallander plagen nicht nur dienstliche Sorgen, sondern auch private. Mit seiner Ex- Frau und seiner Tochter gibt es kaum Kontakte und sein altersdementer Vater macht ihm ständig Vorwürfe, dass er sich nicht um ihn kümmert.
    Durch Zufall kommt Wallander drauf, dass der Ermordete ein Doppelleben geführt hat, von dem seine Frau nichts wusste. Langsam wird ein Puzzleteil zum anderen zusammen gefügt, bis man die Lösung des Falles gefunden hat.
    Mich konnte leider der Roman nicht fesseln. Er war stellenweise recht langatmig, wo nicht wirklich etwas spannendes passierte.
    Es gab viele Protagonisten, die mehr oder weniger wichtig für den Fall waren. Das Ende war dann auch nicht wirklich aufregend.

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