Mord im Herbst

von Henning Mankell 
3,9 Sterne bei115 Bewertungen
Mord im Herbst
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Positiv (82):
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Flashback! Chronologisch vor „Feind im Schatten“ angesiedelt. Mit tollem Schlusswort von Mankell zu Wallander. Der wirklich letzte Wallander

Kritisch (8):
Mika2003s avatar

Enttäuschend

Alle 115 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Mord im Herbst"

Der letzte Fall für Wallander

Kurt Wallander sehnt sich nach Ruhe und einem Haus auf dem Land. Vielleicht das alte Bauernhaus in Löderup, das er an einem trübkalten Herbsttag besichtigt? Doch die friedliche Umgebung trügt. Als Wallander im Garten über eine Knochenhand stolpert, lässt ihm der rätselhafte Fund keine Ruhe. Bei seinen Recherchen deckt Wallander einen Mordfall auf, der eigentlich längst verjährt ist ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423253772
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:23.09.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 27.04.2015 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Schattenfraus avatar
    Schattenfrauvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Flashback! Chronologisch vor „Feind im Schatten“ angesiedelt. Mit tollem Schlusswort von Mankell zu Wallander. Der wirklich letzte Wallander
    Band 12; Der wirklich letzte Wallander!

    Mord im Herbst ist im Vergleich zu den anderen Wallandergeschichten kurz. Das tut der Story aber keinen Abbruch. Denn auch etwas „banales“ wird hier spannend erzählt, man ermittelt mit und irgendwann hat man den Aha-Effekt und will nur nich wissen ob man mit seiner Vermutung richtig liegt. Was ich gut finde, dass die Kapitel im Gegensatz zu den anderen Büchern kurz sind. Ich persönlich mag kurze Kapitel ganz gerne, dann kann man besser unterbrechen. Aber wenn man in einem Fall wirklich tief drin ist, dann merkt man gar nicht wie schnell viele Seiten gelesen sind. Chronologisch ist dieser Fall vor „Feind im Schatten“ anzusiedeln. Ich finde diesesn Flashback aber gut, da man nun erfährt was davor passiert ist. Am allerbesten hat mit das Nachwort gefallen von Mankell. Wie es zu diesem Buch kam. Und er betont auch das es keine weiteren Wallandergeschichten gibt. Ich finde es wahnsinnig schicksalshaft, dass die Wallanderreihe komplett sein durfte bevor Mankell starb. Das Nachwort ist einfach super!!! Ich habe die Bücher als Teenager gelesen und auch jetzt für mich wo 16 Jahre ins Land gezogen sind, konnte ich diese Reihe beenden. Und ja, Wallander wird mir fehlen. Eine ganz tolle Sache ist, das nach Mankells Nachwort alle Bücher mit einer kurzen Inhaltsangabe aufgelistet sind. Also Band 1-11 und es steht auch immer dabei, in welchem Zeitraum die Bücher spielen mit Monat und Jahr. Ich finde das grossartig! Denn was mich persönlich immer nervt ist, dass wenn man Reihen sucht eine zuverlässige Quelle sucht, die einem die richtige Reihenfolge der Bücher nennt. Denn auch hier bei lovelybooks fehlen in der Übersicht die beiden letzten Bücher. Da ist die Krimi-Couch die ich auch seit über 10 Jahren zu Rate ziehe einfach aktueller und besser. Fazit: LEST WALLANDER!

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    ErleseneBuechers avatar
    ErleseneBuechervor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Unaufreget aufregend! Toller Wallander, leider zu kurz.
    Hand, Johannisbeersträucher & Grundbucheintragungen

    Kurt Wallander ist wie ein alter Bekannter. Er hat mich schon über so viele Jahre begleitet. Noch immer mag ich diesen Kommissar. Ich mag auch diese skandinavischen Krimis, die so unaufgeregt aufregend sind, die so abschreckende Fälle ganz harmlos lösen, die Unruhe ruhig darstellen, die dem Gemüt des Lesers gut tun.

    Dieses Büchlein ist eine Kurzgeschichte von Mankell. Die Kriminalgeschichte ist auf das nötigste reduziert und das Ende kommt ziemlich abrupt. Aber trotzdem ist es ein Wallander vom Feinsten. Man lernt wieder ein Stückchen mehr von Kurt kennen und seiner Tochter Linda, die immer noch bei ihm wohnt und auch bei der Polizei arbeitet. Allerdings hätte ich mir doch etwas mehr gewünscht. Das Buch endete für mich zu früh…

    Wallander möchte sich endlich ein Haus kaufen, aber bei der Besichtigung stolpert er über eine Hand und damit über einen Mord, der schon viele Jahre zurück liegt. Um so schwieriger ist es, eine Spur zu finden…

    Ich freue mich auf den letzten Band und denke, dass Wallander dann auch endlich ein passendes Haus für sich findet.

    Bewertung: 4 von 5 Punkten

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    Lesezeichenfees avatar
    Lesezeichenfeevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Kurt Wallander Krimi, wie man ihn liebt.
    Ein schöner, spannender Quickie

    Fee erzählt von der Geschichte

    Kurt Wallander möchte gerne ein Haus im Grünen kaufen. Da bietet ihm sein Kollege eins an und als er es sich Sonntags ansieht, stolpert er prompt über eine Handskellet bzw. eine Leiche. Natürlich ermittelt er und findet noch viel mehr heraus.

     

    Fee meint dazu

    Wie immer fand ich es von Anfang an spannend und konnte das Buch erst zur Seite legen, als ich die 135 Seiten gelesen hatte. Dass ich die Charaktere mag und sehr interessant finde, ist ja normal. Ich glaube, ich habe jeden Wallander Krimi gelesen, den Mankell geschrieben hat und ich hab mich so unglaublich gefreut, als ich diesen bei einer Tauschbörse fand. Ich war auch nicht enttäuscht.

    Besonders gefiel mir das Nachwort, weil ich da allerlei Neues erfahren habe. Wie der Krimi entstand, warum er erst in Holland 2004 erschien und dann für deutschsprachige Leser erst in 2013.

    Außerdem werden am Ende des Buches noch mal alle Wallander-Krimis mit kurzer Inhaltsangabe beschrieben und zwar in der richtigen Reihenfolge. Das fand ich auch sehr gut und ich erinnerte mich an viele der spannenden Fälle.

    Der Krimi ist sehr logisch aufgebaut und man könnte sich vorstellen, dass es so einen Kriminalfall tatsächlich gab.

    Die Charaktere erkennt man auch wieder, wenn man einen oder mehrere Wallander Krimis gelesen hat. Die Reibereien mit seiner Tochter Linda, oder wie sich Wallander festbeißt und allen Spuren nachgeht.

     

    Fees Fazit

    Ein super schöner Quicki, für alle, die gerne schwedische gute Krimis lesen.

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    vanessablns avatar
    vanessablnvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Rundet die Wallander-Reihe für Fans gut ab bzw. frischt das Gedächtnis auf. Allerdings haut der Kriminalfall selbst niemanden vom Hocker...
    Angenehme Abrundung für Wallander-Fans

    Als alter Wallander-Fan musste ich diesen Kurz-Krimi nun auch noch lesen, und er eignet sich als Abrundung/Vervollständigung richtig gut. Die Geschichte bzw. der Kriminalfall an sich ist nichts Besonderes, aber man erkennt Wallander und den typischen Stil Mankells gut wieder, was Spaß bereitet. Zeitlich spielt dieser Krimi vor "Der Feind im Schatten". Wallander ist häufig lustlos, aber noch immer engagierter Polizist. Seine Tochter ist bereits Kollegin, er hat die typischen Gespräche mit ihr und träumt (zumindest ein wenig) von Haus, Hund und neuer Frau. Deshalb sieht er sich ein Haus, das zum Verkauf steht, an, wo er im Garten ausgerechnet einen Handknochen findet.

    Als erstes war ich überrascht, dass es sich hier um eine Großdruckausgabe handelt (habe das Taschenbuch gelesen). Daher liest sich das Buch ziemlich schnell. Die Sätze kamen mir überraschend einfach und klar vor, was ich aber angenehm fand. Entweder habe ich in der Zwischenzeit zu viel Verworrenes in langen Sätzen gelesen oder "Mord im Herbst" ist aufgrund der Kurzform (und eigentlich als Zugabe im Rahmen einer Aktion geschrieben) wirklich sehr schlicht gehalten... Die Erzählweise ist sehr ruhig, was mir erst jetzt auffällt. Vielleicht sollte ich die Wallander-Reihe nochmal lesen... Interessant ist auf jeden Fall das Nachwort von Henning Mankell selbst, hier schreibt er zu der "Erfindung" Wallanders und wie es überhaupt zu dieser Reihe gekommen ist. Es ist insgesamt ein Buch eher für Fans (und für diese umso mehr!), alle anderen wird es nicht vom Hocker reißen.

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    Mika2003s avatar
    Mika2003vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Enttäuschend
    Mord im Herbst

    Es gab eine Zeit, da habe ich jedes Buch von Henning Mankell aus der Wallander-Serie regelrecht verschlungen. Ich habe sogar, obwohl es sonst gar nicht meine Art ist, die Hardcover-Ausgabe gekauft, weil ich nicht auf das Taschenbuch warten wollte. Ich habe die Serie geliebt.

    »Ich werde allmählich sogar zu alt für mich selbst, dachte er.
    Zu alt für mich selbst und zu alt für meinen Beruf.«

    Nun habe ich – mehr durch Zufall – diese Geschichte von Henning Mankell entdeckt. Zeitlich einzuordnen ist sie vor dem Buch „Der Feind im Schatten“.

    Für mich stand Henning Mankell immer für spannende Geschichten, interessante Fälle und Charaktere, die mit viel Tiefgang beschrieben wurden.

    Ich muss leider sagen „stand“: denn dieses Büchlein – gerade mal 144 Seiten dick – konnte mich überhaupt nicht überzeugen.

    Die Geschichte war total flach, komplett spannungsfrei und den Figuren fehlte der Tiefgang. Zwar sind Wallander & Co. beschrieben wie immer, aber die weiteren Figuren waren komplett eindimensional und so leblos, das das Lesen absolut keinen Spaß mehr gemacht hat.

    Ich habe die Geschichte beendet, um zu erfahren ob sich daran etwas ändert. Aber dem war leider nicht so.

    Da „Der Feind im Schatten“ das letzte Buch der Wallander-Reihe sein sollte, frage ich mich nun, warum es diese Geschichte überhaupt noch gab? So lieblos wie sie geschrieben wurde, hätte sich der Autor dies auch sparen können.

    Wäre das mein erstes Buch von ihm gewesen – wäre es zeitgleich das letzte was ich je angefasst hätte. So hat das Buch nur einen früher sehr begeisterten Mankell-Leser schwer enttäuscht.

    Von mir gibt es 1 von 5 Sternen.

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    WinfriedStanzickvor 2 Jahren
    „Wie es anfing, wie es endete und was dazwischen geschah“



    Alle Freunde von Henning Mankells Kommissar  Kurt Wallander, den er in seinem letzten, die erfolgreiche Reihe abschließenden Roman 2009 in einem Zustand zunehmender Demenz zurückließ, werden sich freuen über dieses kleine Buch, das einen weiteren Fall für Kurt Wallander bereithält. Es spielt im Herbst des Jahres 2002, also etwa ein Jahr nach „Vor dem Frost“, in dem Wallanders Tochter Linda zum ersten Mal als Polizeianwärterin eine Rolle spielt und „Der Feind im Schatten“, als zwischen Januar und Mai 2007 Wallander, schon deutlich von seiner Krankheit behindert, seinen letzten Fall löst.

    Immer wieder war, auch von Mankell selbst, die Spekulation genährt worden, es gäbe bald weitere Romane mit Linda Wallander und ihrem Freund Stefan Lindman, doch nun ist ein relativ kurzer, alter Roman erstmals auf Deutsch erschienen, von dem bisher nur wenige Buchfreaks wussten. Das Buch ist vor vielen Jahren geschrieben worden und in Holland gratis verteilt worden, an jeden, der damals in einem „Monat des spannenden Buches“ einen Kriminalroman kaufte. Mit Kenneth Branagh in der Hauptrolle wurde die Handlung für das BBC erfolgreich verfilmt. Nachdem Mankell diesen Film gesehen und gespürt hatte, „dass die Geschichte immer noch Leben hatte“ stimmte er einer neuen Veröffentlichung zu.

    Die Handlung des spannenden Buches, das mit vielen kurzen Sätzen und Dialogen arbeitet, und in dem in kurzen, oft versteckten Anmerkungen auf die sich anbahnende Krankheit, die dann etliche Jahre später nicht mehr zu übersehen ist, angespielt wird, sei kurz angerissen.

    Es ist Herbst 2002. Wallander lebt noch immer in Ystad. Auch seine Tochter wohnt noch im Haus, und es gibt immer wieder Anlass zu Reibereien zwischen einem zunehmend vereinsamenden Vater und einer selbstbewussten Tochter, die ihm unverblümt sagt, er brauche eine Frau und solle mal wieder vögeln. Kurt Wallander träumt schon davon, nicht mehr allein zu sein und er träumt auch von einem Haus auf dem Land, lange schon. Als sein langjähriger Kollege Martinsson ihm das Haus eines verstorbenen Verwandten von ihm anbietet, rafft sich Wallander auf und besichtigt es. Es sagt ihm durchaus zu, doch als er im Garten um das Haus herumgeht, ragt etwas aus der Erde, das ihm auffällt. Es stellt sich heraus, dass es eine skelettierte menschliche Hand ist.

    Ein neuer Fall beginnt. Obwohl bald klar ist, das das ganze Skelett, das zu der Hand gehört, schon mehr als 60 Jahre dort gelegen hat, wird der Fall nicht gleich zu den Akten gelegt, sondern Wallander und Martinsson ermitteln. Das ist schwierig, weil viele Zeitzeugen nicht mehr leben. Doch durch das Wühlen in Archiven, bei dem Stefan Lindman eine große Hilfe ist und durch den Kommissar Zufall, aber auch durch Wallanders bekannte Kombinationsgabe und Geduld finden sie immer mehr heraus, bis zu einer ganz überraschenden Lösung…

    Das Buch selbst hat man sehr schnell ausgelesen und am Ende hält Mankell eine weitere Überraschung bereit. Meines Wissens so zum ersten Mal erzählt er in einem längeren Nachwort seine Geschichte mit seiner Figur Kurt Wallander: „Wie es anfing, wie es endete und was dazwischen geschah“.

    Aufschlussreich auch für die, die vor vielen Jahren alle Bücher der Wallander- Reihe so wie der Rezensent verschlungen haben.  Alle diese Bücher sind mit einer kurzen Inhaltsangabe in chronologischer Reihenfolge ganz am Ende des Buches noch einmal aufgeführt. Vielleicht eine Ermutigung zu einer relecture einer erfolgreichen Reihe aus einem historischen Blickwinkel?

    Der hier vorliegenden TB Ausgabe hat Henning Mankell ein lesenswertes Nachwort angefügt.





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    Soeren83s avatar
    Soeren83vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Kurz und gut!
    Der letzte Wallander ist für Einsteiger geeignet

    Ich bin kein Henning-Mankell-Neuling, aber Kurt-Wallander-Einsteiger: "Mord im Herbst" schien mir als Krimi in homöopathischer Dosierung - es sind nur 150 Seiten - ein guter Anfang. Erst mal schauen, ob ich mit Kurt Wallander etwas anfangen kann. Kurzum: Kann ich. Mit dem leicht vergesslichen Kommissar, versteckt liebesbedürftigen Mann und mürrischen Vater muss ich mich nicht identifizieren, um ihm gerne zu folgen. In diesem Buch, das als Gratisheft für niederländische Krimikäufer geschrieben wurde, folgt man Wallander von seiner Wohnung, die inzwischen auch seine Tochter bewohnt, auf die Wache, wo der langjährige Kollege Martinson wartet, und von dort zunächst hinaus auf einen Hof, den Wallander vielleicht kaufen möchte. Er stellt sich bereits vor, dort mit noch zu findender neuer Frau und noch zu findendem Hund zu leben, bis er eine verknöcherte Hand entdeckt. Bald darauf werden zwei Skelette ausgegraben. Was ist passiert? Wer ist der Mörder? Die immerwährenden Krimifragen interpretiert Autor Mankell nicht neu, sein Kommissar hat es auch nicht gerade mit einer verworrenen Geschichte zu tun, sondern er verrichtet polizeiliche Kärrnerarbeit bis zur Aufklärung des Falls: Er wartet den Bericht der Pathologin ab, lässt Vermisstenfälle durchkämmen, nimmt die Vorbesitzer des Grundstücks unter die Lupe und bekommt einen Tipp von einem uralten Kollegen. Gerade in dieser Schlichtheit ist es ein schönes Buch.

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    Miamous avatar
    Miamouvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Auch hier hat es sich wieder bestätigt: Wallander ist einer meiner Lieblingsermittler...
    Ein Haus, zwei Leichen und Wallander...

    Schon seit Längeren habe ich mir vorgenommen, mir wieder einmal einen „Wallander“ reinzuziehen. Als ich dann in der Buchhandlung meines Vertrauens über „Mord im Herbst“ stolperte, sah ich meine Gelegenheit gekommen. Zugegebenermaßen war ich doch überrascht, dass es sich hier um ein sehr dünnes Buch handelt, was an sich sehr gegen die „gewohnte“ Dicke der Wallander – Bücher spricht. Erst im Nachwort wurde aufgeklärt, warum es sich hierbei fast um ein novellenartiges Buch handelt: Henning Mankell wurde gebeten bei einem Projekt teilzunehmen, welches in den Niederlanden zum „Monat des spannenenden Buches“ durchgeführt wurde. Dort sollte jeder Leser, der einen Kriminalroman kaufte zusätzlich einen weiteren geschenkt bekommen. „Mord im Herbst“ war eben so ein Geschenkskrimi.

    Inhaltlich ist „Mord im Herbst“ vor „Der Feind im Schatten“ anzusiedeln. Der schon in die Jahre gekommenen Kurt Wallander lebt nach wie vor in einer WG mit seiner Tochter und er würde liebend gern ein Haus außerhalb der Stadt kaufen, um es sich nach der bevorstehenden Pension dort noch ein schönes Leben machen zu können. Als er sich dann dazu durchringen kann ein Haus anzusehen und auch gleich in Erwägung zieht es zu kaufen, stolpert er über eine skelettierte Hand. Und wo eine Hand ist, ist auch mehr und schlussendlich stoßen Wallander und sein Team auf zwei Leichen, die schon mindestens 50 Jahre auf diesem Grundstück begraben sein müssen. Eventuelle Zeugen des Vorfalls sind entweder bereits gestorben bzw. in einem Alter, wo sie sich an nicht mehr sehr viel aus der Vergangenheit erinnern können, besonders da es sich um eine Tatzeit handelt, die während des 2. Weltkriegs gewesen sein muss. Wallander konzentriert sich auf die die ehemaligen Bewohner des Hauses und stößt auf ein tragisches Familiengeheimnis.

    Wenn man mit Kurt Wallander bereits vertraut ist und ihn schon stückchenweise begleitet hat, dann merkt man, dass er in diesem Buch bereits um einiges älter geworden ist und dass er auch schon in einer gewissen Berufsdepression gelandet ist. Trotzdem schafft er es immer wieder sich aufzuraffen und sich nicht einfach gehen zu lassen. Bei „Mord im Herbst“ besonders wichtig, weil er fast keine Zeugen des Geschehens finden kann und sich durch haufenweise Papiermaterial durchkämpfen muss. Zusätzlich trägt er in gewohnter Weise seine Sehnsüchte, Schwächen, Ängste und Verluste mit sich, die ihn zu einem zutiefst menschlichen Charakter machen. Obwohl die Handlung in diesem Buch nur sehr kurz ist, ist Mankell seinem „Star“ sehr treu geblieben. Und auch nach längerer Wallander – Pause meinerseits, fühlte ich mich gleich sehr schnell wieder mit ihm verbunden.

    Auch für die vielen Nebencharaktere hat Mankell wieder ein Plätzchen gefunden, allen voran natürlich dem loyalen Martinsson und dem griesgrämigen Nyberg (auf den ich mich besonders gefreut habe). Da es sich hierbei ja um den vorletzen Wallander – Roman handelt, merkt man einfach auch, wie eingeschworen besonders diese drei Herren sind. Mir gefällt immer wieder, wie realistisch ihrer Ermittlungsarbeit dargestellt wird. Sie beginnen immer wieder von vorne, wenn sie auf der Stelle treten bzw. puzzlen neue Erkenntnisse und Details immer wieder neu in ihren Ermittlungsstand ein.

    Die Handlung des Buches fokussiert sich, im Vergleich zu den anderen, tatsächlich sehr stark auf die Ermittlungsarbeit. Die gewohnten persönlichen Begebenheiten werden hier nur ansatzweise angedeutet, jedoch nicht in dem Ausmaß erzählt, wie man es gewohnt ist. Es macht den Eindruck, als würde sich die Handlung auf die notwendigen Elemente eines Krimis reduzieren, was, wenn man es vorher weiß, auf jeden Fall gelungen ist.

    Es ist ein Wallander wie man ihn kennt und dann auch doch wieder nicht. Trotzdem ein Lesevergnügen, dem man sich für einen freien Nachmittag hingeben kann. Henning Mankell hat auch ein sehr persönliches Nachwort drangehängt, das bei Wallander – Fans auf viel Interesse stoßen wird und auch aufzeigt, wie sehr er seinen „menschlichen Held“ gemocht hat.

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    angi_stumpfs avatar
    angi_stumpfvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine ruhige, aber spannende Spurensuche, die bis weit in die Vergangenheit reicht. Hat mich gut unterhalten!
    Eine Spurensuche in der Vergangenheit ...

    Die Geschichte:
    Kommissar Kurt Wallander besichtigt ein altes Haus, das er vielleicht kaufen möchte. Dabei stolpert er im Garten über eine skelettierte Hand. Schnell wird klar, dass es sich höchstwahrscheinlich um ein Mordopfer handelt, das dort schon seit mindestens fünfzig Jahren begraben liegt. Kurt und seine Kollegen machen sich auf eine schwierige Spurensuche, die für ihn am Ende noch sehr gefährlich endet.

    Meine Meinung:
    Bisher habe ich die Wallander-Reihe hauptsächlich als Verfilmungen genossen. Ich mag die ruhige Stimmung und die trotzdem meistens sehr spannenden Fälle, die Kurt und seine Kollegen zu lösen haben.
    Auch hier in Buchform kommt diese ruhige Atmosphäre sehr gut rüber, auch die allgemein etwas getrübte Herbstlaune ist oft spürbar.

    Kurt Wallander ist ein sehr guter Polizist, aber privat ist er eher unzufrieden. Er lebt zusammen mit seiner Tochter in einer Stadtwohnung, aber viel lieber möchte er aufs Land ziehen in ein eigenes Häuschen mit Hund. Ob er seinen Traum wohl bald verwirklichen kann? Man wünscht es ihm jedenfalls von Herzen, denn er wirkt sehr sympathisch – und leider auch sehr deprimiert. Auch von seinen Kollegen kann man sich ein ganz gutes Bild machen, denn Henning Mankell beschrieb seine Figuren immer sehr lebendig und authentisch.

    Der Fall, den sie in dieser eher kurzen Geschichte zu lösen haben, führt zurück bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Es war sehr unterhaltsam, die Ermittlungen zu verfolgen und die Auflösung fand ich auch sehr gelungen.

    Verfilmt wurde dieser Krimi übrigens im Jahr 2012 mit Kenneth Branagh. Das Buch ist der 10. Teil der “Wallander”-Reihe.

    Fazit:
    Ein eher ruhiger, aber fesselnder Ermittlerkrimi, bei dem ein altes Geheimnis aufgedeckt wird.

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    StefanieFreigerichts avatar
    StefanieFreigerichtvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Typischer Mankell-Stil, (fast) typischer Wallander - halt etwas kürzer - allerdings begründet. Ein "Krimi für Zwischendurch"
    Im Herbst des Lebens...

    "Mord im Herbst" ist im Ablauf der Zeitlinie der Handlung der vorletzte (etwas kürzere) Band der Wallander-Krimis (Band 11). Er wurde in Mankells Heimatland Schweden allerdings erst 2013, nach dem letzten Band der Reihe, veröffentlicht - jedoch bereits 2004 in den Niederlanden. Mankell war gebeten worden, ein Buch zu schreiben, das jeder gratis erhalten sollte, der im "Monat des spannenden Buchs" einen Kriminalroman kaufen würde.

    Die Ermittlungen des Protagonisten Kurt Wallander finden statt im Herbst 2002. Wallander fühlt sich alt, insgeheim lustlos, er ist sein dreißig Jahren Polizist. Bei der privaten Besichtigung eines möglichen Wohnhauses durch ihn außerhalb von Ystad findet er eine skelettierte Hand, die zu zwei Toten führt, die laut Gerichtsmedizin ermordet wurden und seit 50-70 Jahren tot sind. Entsprechend sind auch die möglichen Zeugen meist tot oder sehr betagt. Wallander muss sich hier also beruflich mit der Vergänglichkeit auseinander setzen, zusätzlich zu dem, was ihn privat bewegt: den Veränderungen in seiner Arbeitswelt und der schwedischen Gesellschaft, der Tatsache, dass seine Tochter erwachsen und eine Kollegin ist, dem Vermissen seines toten Vaters.

    Dabei besticht er unbeirrt durch seine großen Stärken, Beobachtungsgabe, Intuition und Beharrlichkeit, durch die er den Fall letztendlich zur Aufklärung bringt - auch wenn es dann zu einer ganz speziellen Art von Gerechtigkeit kommt.

    Mankell schafft es, eine Atmosphäre voller Desillusion und Lustlosigkeit aufzubauen im Angesicht von Alter und Tod, ohne mich als Leser desillusioniert zu haben, es gelingt ihm meiner Ansicht nach durch seine besondere Atmosphäre und durch das, was Wallanders "Trick" ist: Durchhalten und einfach weitermachen. Das ist unspektakulär, macht ihn aber sehr glaubwürdig und sympathisch. Vielleicht erklärt es auch, warum ich beim Erscheinen der ersten Wallander-Bücher damit einfach (noch) wenig anfangen konnte... ich gelobe "Wieder-Aufarbeitung".

    Zwei Punkte bleiben bei mir offen: laut Wallander wäre ein Mord in Schweden nach so langer Zeit verjährt - dem wäre bei uns zwar nicht so, aber ich hätte doch Zweifel, ob dem Täter nicht mindestens Affekt, wenn nicht gar erweiterte Notwehr/Nothilfe zuzubilligen wäre. Und die Gerichtsmedizinerin sprach von zweifachem Mord (S. 59) - ein nicht natürlicher Tod wäre eine andere Kategorie.

    Insgesamt ein solider Krimi ohne Höhen und Tiefen, passend für Zwischendurch - vermutlich hätte vor der "richtigen" Veröffentlichung eine kurze Überarbeitung nicht geschadet.

    Kommentare: 1
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Eltragalibross avatar

    Wallander is back - sein neuester Fall!

    Vor 22 Jahren schuf Bestsellerautor Henning Mankell seine wohl berühmteste Figur, den Kriminalkommissar Kurt Wallander (in "Mörder ohne Gesicht"), der schwedischen Verbrechen nachspürt und die Mörder dingfest macht. Jetzt  erscheint sein neuster Fall "Mord im Herbst". Packend und spannungsgeladen ist der neue Wallander ein Muss für jeden Krimi-Leser!

    Mehr zum neusten Wallender-Krimi:
    Ystad, Schweden, 2002: Wallander fühlt sich ausgebrannt. Dass seine Tochter und Kollegin Linda noch bei ihm wohnt, macht seine Laune nicht besser. Von einem Haus im Grünen erhofft er sich Erholung, dann aber findet er dort eine skelettierte Hand, und den Kommissar erwartet ein neuer Fall. Die Frauenleiche, die zu der Hand gehört, wurde schon vor rund sechzig Jahren vergraben. LESEPROBE

    Über den Autor:
    Der schwedische Autor Henning Mankell hat bereits mehr als 40 Romane veröffentlicht und das nicht nur im Krimi-Genre, sondern er schreibt auch Kinderbücher, wie etwa "Ein Kater schwarz wie die Nacht". Er wurde 1948 in Härjedalen, Schweden, geboren und arbeitete, bevor er Autor wurde, als Theaterregisseur. Mankell gehört zu den beliebtesten Krimiautoren weltweit.
    Webseite des Autors
    Interview mit Henning Mankell

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    Über die Biografie von Kirsten Jacobsen:
    An die verschiedensten Orte der Welt ist Kirsten Jacobsen Henning Mankell gefolgt. Und sie hat den eher verschlossenen Schriftsteller dazu gebracht, von sich zu erzählen: wie er ohne Mutter aufwuchs, mit sechzehn Jahren die Schule verließ, einen Job beim Theater fand und mit dem Schreiben anfing. Der Schöpfer der berühmten Wallander-Romane berichtet über seine erste Reise nach Afrika, sein Theater in Maputo und die Beweggründe, die Menschen morden lassen. Zusammen mit Beiträgen von Desmond Tutu, Kenneth Branagh, Horst Köhler u. a. ist so eine sehr persönliche Biografie Mankells entstanden, dessen Leben zwischen Schweden und Afrika so ungewöhnlich ist wie sein Werk. LESEPROBE

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    Was ihr dafür tun müsst?
    30 Jahre im Dienst - Erschöpfung oder purer Tatendrang? Habt ihr schon Fälle vom bekannten Kommissar gelesen oder seid ihr Neulinge auf diesem Gebiet? Wie stellt ihr euch Wallanders neusten Fall vor? Was macht für euch den perfekten Kommissar aus?  Bitte schreibt auch dazu, welchen Gewinn ihr gerne hättet (Buchpaket, "Mord im Herbst" oder "Mankell über Mankell")!
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