Henning Scherf Altersreise

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Inhaltsangabe zu „Altersreise“ von Henning Scherf

* So werden wir den demografischen Wandel meistern
* Das Buch, das die Angst vor dem Tabuthema Alzheimer nimmt
* Große mediale Relevanz des Themas
* Die konsequente Fortsetzung des Bestsellers 'Grau ist bunt'

Wie wollen wir alt sein? Und vor allem: Wie können wir würdig altern? Nicht weggesperrt in Altensilos, sondern gemeinsam mit anderen, mitten in der Gesellschaft? Dass das möglich ist und wie das geht zeigt Scherf, der sich dafür 'vor Ort' begeben hat, Heime besucht, mit alten Menschen mitgelebt hat. Entstanden ist Henning Scherfs persönliches Buch zur Lage der 'alten Alten'. Minuten-Pflege und Finanzprobleme müssen nicht sein. Scherf gibt konkrete und positive Antworten: Altsein ist eine Herausforderung. Aber sie ist zu bewältigen.

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  • Rezension zu "Altersreise" von Henning Scherf

    Altersreise

    WinfriedStanzick

    06. March 2013 um 11:55

    Seit 2010 lebt der ehemalige Bürgermeister von Bremen und beliebte SPD Politiker und überzeugte Christ Henning Scherf in Borgdorf in einer auch durch seine Bücher und Interviews mittlerweile sehr bekannt gewordenen Wohngemeinschaft. Dort versucht er mit anderen Menschen unterschiedlichen Alters etwas zu verwirklichen von seinem Traum, auf eine andere Weise alt zu werden als in den herkömmlichen „Altensilos“, wie er das nennt. In seinem neuen Buch „Altersreise“ teilt er neben Tagebuchnotizen aus seinem neuen Leben in seiner WG auch Berichte und Erfahrungen mit, die er zusammen mit Uta von Schrenk, mit der er schon mehrere Bücher zum Thema Alter geschrieben hat und seinem Fotografen Tristan Vankahn auf einer „Altersreise“ durch Deutschland gemacht hat. Eine Reise, auf der er in den vergangenen zwei Jahren ganz unterschiedliche Einrichtungen und Modelle besucht hat. Immer wieder stellt er sich und seinen Lesern die Frage: Wie wollen wir alt sein? Und wie können wir würdig altern? Nicht weggesperrt in Heime, sondern zusammen mit anderen, mitten in der Gesellschaft? Nicht nur in Borgdorf in seinem eigenen Projekt, sondern auch an vielen anderen Orten des Landes findet er Beispiele, wo ein solches Zusammenleben gelingt. Reimer Gronemeyer, ein anderer Pionier eines würdigen Umgangs mit dem Alter hat eben in seinem Buch „Das 4. Lebensalter. Demenz ist eine Krankheit“ dazu aufgefordert, Menschen mit Demenz gastfreundlich aufzunehmen und sie nicht zu behandeln wie Aussätzige. „Wir brauchen Nachbarschaftlichkeit, Freundlichkeit, Wärme“. Und: „Ein Ausweg aus dem Demenzdilemma muss künftig eher in der Konstruktion einer gastfreundlichen Lebenswelt als in der Perfektionierung spezialisierter Versorgung gesucht werden.“ Und was für die Demenz gilt, gilt erst recht für all die anderen Alterserscheinungen, die eine sich immer jung gerierende Gesellschaft abspaltet. Und sie spaltet es ab, weil die einzelnen Menschen nichts damit zu tun haben wollen. Die Vorstellung, mit einem alten Menschen zusammenzuleben, ihm die Versorgung angedeihen zu lassen, die er braucht, und damit auch einmal auf Zeit und mit der nötigen Unterstützung anderer, auf bestimmte Annehmlichkeiten zu verzichten, findet man in einer Konsum – und Spaßgesellschaft kaum noch. Doch all die vielen Singles werden auch einmal alt werden. Wenn sie nicht frühzeitig sich familienähnliche Netzwerke aufbauen und in ihnen leben lernen, steht ihnen ein einsames Schicksal im Alter bevor. Autoren wie Henning Scherf und Reimer Gronemeyer wollen dem entgegen wirken und das Altwerden und Altsein als eine Herausforderung begreifen, die unsere Gesellschaft bewältigen kann und muss, will sie menschlich bleiben. Denn ich glaube, es ist richtig, was Gronemeyer für die Demenz vermutet und dass es cum grano salis für das Alter generell gilt: „Ich verstehe die Demenz als Zeichen für einen radikalen kulturellen Bruch mit der Vergangenheit. Vor allem sind uns unsere Ahnen vollkommen gleichgültig geworden. Unsere Toten sind nicht mehr gegenwärtig, die Welle der Anonymisierung in der Friedhofskultur ist ein deutliches Anzeichen dafür. Sie sind nicht mehr unter uns. Und ich kann nicht glauben, dass das Phänomen Demenz abzulösen ist von dieser radikalen Erinnerungslosigkeit an das, was zu uns gehört. Vielleicht ist das eine weitere Mitteilung, die Menschen mit Demenz uns machen: Sie wissen, dass sie sofort vergessen sein werden, wenn sie tot sind. Und deshalb vergessen sie uns, die gesund Lebenden, bevor wir sie vergessen.“

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