Was bleibt von einem Menschen, der nicht auf den Bühnen der Weltgeschichte präsent war, sondern ein ganz normales Leben geführt hat? Was werden die Vorfahren noch von uns wissen, wenn sie nicht einmal mehr in Familienfotoalben blättern können?
Doch auch schon jetzt sind wir von den Erzählungen abhängig und müssen uns die Zeit nehmen, Personen nachzuspüren. Genau das hat Henning Sußebach getan. Viele Informationen über seine Urgroßmutter. Einige wenige Fotos, ein Poesiealbum, der Verlobungsring und Porzellan war alles. Er versucht, diese Puzzleteile zusammenzufügen und die fehlenden Teile durch Behördendokumente und Erzähltes auszufüllen. So zeichnet er die Geschichte von Anna Kalthoff nach, die von 1867 bis 1932 im Sauerland gelebt hat. Sie bricht mit Konventionen ihrer Zeit, entscheidet selbst, wie sie leben möchte und wird so zu einer inspirierenden Person, wenn man diese Biografie liest. Die Lektüre regt so auch zum Nachdenken über das eigene Leben und die eigenen Vorfahren an.
Für mich ein tolles Buch und eine Leseempfehlung.













