Henri Barbusse , Pierre Paraf Le Feu : journal d'une escouade ; Carnets de Guerre

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Inhaltsangabe zu „Le Feu : journal d'une escouade ; Carnets de Guerre“ von Henri Barbusse

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  • Der Krieg des kleinen Mannes aus französischer Perspektive

    Le Feu : journal d'une escouade ; Carnets de Guerre

    sKnaerzle

    09. June 2014 um 22:41

    Dieser Roman ist ein wichtiger französischen Anti-Kriegsromane und ein Vergleich mit Remarque bietet sich an. In Remarques Korporalschaft befinden sich ziemlich coole Jungs, die Gänse stehlen und einen unbeliebten Vorgesetzten verprügeln, dann aber müssen sie erfahren, dass sie in der Schlacht völlig hilflos dem Inferno ausgeliefert sind. Barbusses Korporalschaft besteht aus einfachen Männern, deren Erlebnisse der intellektuelle Ich-Erzähler in größere Zusammenhänge einordnen muss, so dass sie alle etwas beschränkt wirken. In einzelnen Episoden schildert Barbusse, wie sie den Krieg erleben und furchtbar ist nicht nur der Schrecken des Schlachtfeldes, schlimm ist auch, dass die Soldaten ganz elementare Bedürfnissen nicht befriedigen können. Der rückwärtige Schützengraben ist nass, kalt, es gibt nichts zu tun außer warten, die Ruhequartiere sind provisorisch, wenn die Korporalschaft das unerhört luxuriöse Vergnüngen wünscht, einen Tisch zu haben, an dem man gemeinsam Essen kann, dann muss man bei Zivilisten ein Zimmer zu Wucherpreisen mieten. Das Quartier ist oft in zugigen Scheunen, wo es durch das Dach regnet, wenn die Bürokratie schläft, kann man seine eigene Ehefrau im Urlaub nicht treffen und der einzige Trost gegen Heimweh ist ein vernachlässigter Hund. Solche kleinen Geschichten erzählt Barbusse sehr eindringlich und ergreifend. Es gibt aber zwei Einschränkungen. Sprachlich ist der Roman sehr anstrengend. Auf Französisch hat man als Deutscher die größte Mühe. Genau genommen versteht man die militärischen Fachausdrücke auch auf Deutsch nicht, hier kommt aber hinzu, dass die Figuren die Dialekte ihrer Heimatprovinzen und einen Soldatenjargon reden. Zum Lesen ist das nicht einfach. Die Übersetzung beim Projekt Gutenberg ist außerdem ganz furchtbar schlecht. Ich nehme an, es ist die von 1918 und damals war es wichtiger, dass das Buch schnell als deutsche Ausgabe herauskam und so trifft man auf Wörter wie "utzen", "futieren" und "Gamelle". Dem Lesefluss ist das nicht dienlich. Die zweite Kritik muss man aber Barbusse machen. Er ist groß, wenn er das Kleine und den Alltag schildert. Aber manchmal will er auch Großes darstellen, und das geht dann ziemlich daneben. Wenn in einer Pause während eines Sturmangriffs ein Soldat ruft: "Das tun wir für die Zukunft!" und ein anderer meint, die Zukunft sei wohl etwas anderes, dann entscheidet der sonst schweigsame Corporal die Sache, indem er mit leuchtendem Gesicht den Namen "Liebknecht" ausspricht. Das geht dann schon stark in Richtung ungewollter Komik. Die Gabe des Pathos ist Barbusse nicht gegeben. Wenn er dann im anschließenden Kapitel aber schildert, wie es in einem Notlazarett hinter der Kampflinie zugeht, weiß man wieder, wie gut er schreiben kann.

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